Ratgeber

Kornelkirsche: Über Aussaat und Stecklinge vermehren


Bei fast allen Pflanzen im Garten lassen sich die Sorten praktisch nur vegetativ vermehren, denn nur so bleiben die sortentypischen Eigenschaften erhalten. Sobald das Erbgut durch eine Bestäubung mit fremdem DNA-Material durcheinandergerät ist das meistens nicht mehr der Fall. Für die Kornelkirsche gilt das Gleiche – allerdings liegen hier die Chancen gut, dass die Nachkommenschaft einer Vermehrung mit Samen sortenecht bleibt und ähnlich große Früchte und reiche Ernten einbringt wie die Mutterpflanze. 

Wenn Du es einmal ausprobieren möchtest kannst Du Dein Glück auch mit der Aussaat von selber geernteten Samen aus dem Garten versuchen. Alternativ dazu kannst Du natürlich einfach eine Kornelkirsche kaufen – besonders empfehlenswert bei Hochstämmen, die einen besonderen Aufwand erfordern – oder von dem Strauch in Deinem Garten Ableger machen; über Stecklinge freuen sich mit Sicherheit Freunde und Bekannte, die ebenso begeistert ökologisch gärtnern und so eine gute Bienenweide und hervorragendes Vogelschutzgehölz zu schätzen wissen.

Was muss man bei Kornelkirsche kaufen beachten?

Kaufe vor allem Kornelkirschen niemals wurzelnackt – die mag zwar billig sein, aber das mit gutem Grund: In diesem Zustand wachsen die Jungpflanzen nur extrem zögerlich an und brauchen eine halbe Ewigkeit, bis sie zu einem fruchtreichen Obstgehölz oder einer schönen Hecke heranwachsen. Lass es und investiere lieber etwas mehr Geld in etwas, das einen gescheiten Wurzelballen mitbringt und manierlich anwächst.

In der Baumschule und im Gartenhandel bekommt Du meistens zweijährige Sämlinge der Kornelkirsche mit Ballen oder Containerware. Hochstämme sind meistens etwas älter, zumindest der Stamm darunter und vergleichsweise aufwändig, was auch den höheren Preis erklärt. Sie in den Garten zu verfrachten ist absolut unkompliziert, wie Du in unserem Ratgeber Kornelkirsche pflanzen nachlesen kannst.

Aussaat: Wie kann man Kornelkirsche mit Samen vermehren?

Eigentlich ist das gar nicht so schwer und vor allem bei den Wildsorten der europäischen Kornelkirsche (Cornus mas) und der Japanischen Kornelkirsche (Cornus officinalis) zu empfehlen – bei denen bleiben die Eigenschaften noch besser gewahrt als bei den Sorten, die man besser vegetativ mit Stecklingen oder durch Veredelung vermehrt.

Die Anleitung zum Vermehren von Kornelkirsche mit Samen ist simpel:

  • Verwende nur voll ausgereifte oder noch besser überreife Früchte. Ruhig auch solche, die bereits herunterfallen sind, vorausgesetzt Vögel und anderes Getier haben sie nicht schon weggeräumt. Zerpickt und angefressen ist nicht das Problem, im Gegenteil: den besten Samen liefern die Kerne, die schon einmal verdaut wurden. Die charakteristischen spindelförmigen Samen sind selbst in einem Vogelhäufchen unverkennbar.
  • Wasche die Kerne gründlichst ab, bis sie vollkommen sauber sind und kein Fruchtfleisch mehr daran klebt – das würde später nur faulen und für Schimmel sorgen.
  • Kornelkirschen sind Kaltkeimer – die Samen benötigen unbedingt eine Stratifizierung, spricht sie brauchen eine Kältephase, damit sie zuverlässig keimen. Am einfachsten gelingt das, indem Du die Samen im Herbst gleich an Ort und Stelle im Freiland aussäst. Alternativ dazu kannst Du sie zur Stratifikation auch zwei oder drei Monate in den Kühlschrank oder sogar ins Gefrierfach stecken.
  • Freiland oder vorziehen? Natürlich kannst Du die Samen auch erst einmal in einem Topf oder im Frühbeet wachsen lassen. Dort musst Du auf ausreichende Feuchtigkeit achten.
  • Gleich für die richtige Umgebung sorgen. Wo sich das Wildobst am wohlsten fühlt kannst Du in unserem Ratgeber Kornelkirsche Standort nachlesen.
  • Nach der Aussaat ist Geduld gefragt: Fürs Keimen braucht die Kornelkirsche rund zwei Jahre, meistens keimt sie erst im dritten Jahr nach dem Pflanzen. Ungeduldige Gemüter kommen mit Kornelkirsche kaufen schneller ans Ziel.

Stecklinge: Wie macht man Ableger von der Kornelkirsche?

Ableger sind die einfachste Methode zur vegetativen Vermehrung der Kornelkirsche. Du schneidest sie am besten gleich im Frühling vom noch grünen Holz und lässt sie in einer lockeren sandigen Erde bewurzeln. Nicht wundern: Im ersten Jahr wachsen sie nur äußerst zögerlich. Keine Sorge, wenn sie erst einmal genügend Wurzeln gebildet und sich eingewöhnt haben wachsen sie deutlich schneller und lassen sich als Obststrauch in Einzelstellung oder als Hecke ziehen. Wie Letzteres am besten funktioniert kannst Du übrigens im Ratgeber Kornelkirsche Hecke nachlesen.

Kann man Kornelkirsche teilen?

Kann man, ist aber sehr mühsam und bekommt den Hecken und Sträuchern nicht besonders. Das liegt vor allem an den weitverzweigten Herzwurzeln, die jedes einzelne Stämmchen mit sich bringt. Die zu entwirren ist schwierig und führt meistens dazu, dass die Kornelkirsche nach dem Teilen nur sehr zögerlich weiterwächst. Im Zweifelsfall lass es lieber und sorge stattdessen rechtzeitig vorher mit Stecklingen und Absenkern für Nachwuchs. 

Falls Dir eine Hecke oder ein Strauch Kornelkirsche zu groß wird kannst Du sie auch einfach auf den Stock setzen und radikal bis auf den Boden zurückschneiden. Das geht natürlich auch mit den Jungtrieben, die den Busch zu sehr in die Breite wachsen lassen. Schneide einfach konsequent jedes Jahr alles ab, was zu viel ist und rupfe die daraufhin erscheinenden Neutriebe aus. Das funktioniert zuverlässiger als Abschneiden, das die Sträucher nur zu vermehrtem Austrieb anregt.

Kann man von der Kornelkirsche Absenker machen?

Ja, das kann man: Absenker wachsen bei der Kornelkirsche langsam, aber ebenso zuverlässig wie Stecklinge an. Vorausgesetzt natürlich, Du hast Zweige in Bodennähe und musst nichts so verbiegen, dass es bricht. 

  • Hast Du so einen Kandidaten, dann schau, wo er den Boden berührt
  • An dieser Stelle lockerst Du die Erde auf, drückst den Ast herunter, häufelst noch etwas Substrat an und legst einen dicken Stein zum Beschweren darauf. 
  • Nach einiger Zeit bildet der Absenker Adventivwurzeln; das sicherste Zeichen dafür ist, dass der Zweig neu austreibt. 
  • Dann kannst Du ihn mit Spaten, Säge oder brachial mit der Axt von der Mutterpflanze trennen.
  • Grabe den Wurzelballen möglichst großflächig aus und verfrachte den Absenker an die von Dir vorgesehene neue Stelle. Tipps für ein erfolgreiches Anwachsen gibt Dir unser Ratgeber Kornelkirsche pflanzen.

Vegetative Vermehrung von Sorten der Kornelkirsche

Die vegetative Vermehrung ist die übliche Methode, um eine Sorte weiterzuführen. Kornelkirschen werden erst seit den 1970er Jahren im engeren Sinne gezüchtet; meistens beschränken sich Gärtner nach wie vor auf die Selektion von Exemplaren, die besonders große Früchte haben, eine reichhaltige Ernte versprechen, buntes Laub oder eine besondere Herbstfärbung aufweisen. Für die Propagierung stehen mehrere Methoden zur Verfügung:

  • Stecklinge lassen sich bei der Kornelkirsche vom grünen Holz schneiden – vorzugsweise im Frühjahr, wenn der Saftdruck besonders hoch ist.
  • Ableger sind mit bodennahen Ästen möglich.
  • Bei der Veredelung wird ein Stück der Sorte zurechtgeschnitten und auf eine wüchsige Unterlage gesetzt. Dazu verwendet man fast immer eine Wildform der Kornelkirsche, die ohnehin bereitwillig fruchtet. Eine Okulation (Augenveredelung) führt man Anfang bis Mitte August durch, eine Kopulation im Winter. Beide Methoden erfordern Erfahrung; als Hobbygärtner kannst Du Dich gerne daran versuchen, aber am besten überlässt Du diese Veredelungstechniken einem Fachmann.

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