Ratgeber

Kornelkirsche als heimische Hecke verwenden


Von den Bauern früherer Jahrhunderte wurde die Kornelkirsche als Grenzhecke gepflanzt und regelmäßig ‚auf den Stock gesetzt‘, sprich ratzekahl zurückgeschnitten, sodass sie gestärkt neu austreiben konnte. Diese extreme Schnittverträglichkeit macht die Kornelkirsche zu einer idealen Hecke. In den bis ins letzte Detail durchgestylten Barockgärten war sie entsprechend beliebt und ließ sich als Formgehölz beliebig gestalten. Bis heute findet man sie oft in Parks und öffentlichen Grünanlagen, zumal sie im Frühjahr als einer der ersten Sträucher überhaupt reichhaltig blüht und im Spätsommer und Herbst mit dekorativen olivenähnlichen Früchten aufwartet.

Im Garten sind Hecken aus Kornelkirsche nicht nur ein ebenso schöner Blickfang, sie stellen zudem geringe Ansprüche an Boden und Wasserversorgung, sind pflegeleicht und robust und liefern darüber hinaus leckeres und gesundes Wildobst. Ebenso gut kannst Du sie auch als Solitär einzeln stellen oder in Gehölzgruppen integrieren.

Was Du mit den Früchten von der Kornelkirschen-Hecke im Garten alles anfangen kannst verraten wir Dir in unserem Ratgeber Kornelkirsche Früchte: Giftig oder essbar?

Was ist Kornelkirsche?

Im Handel läuft die Kornelkirsche bisweilen auch als Herlitze, Dürlitze oder Dirndlstrauch. Sie ist kein Rosengewächs wie Sauerkirsche und Süßkirsche, sondern gehört zu den Hartriegelgewächsen. Diese werden von Gärtnern häufig in Blumenhartriegel und Blätterhartriegel unterschieden, je nachdem was von beidem dekorativer wirkt. Die Kornelkirsche ist nicht zuletzt deswegen interessant, weil der Obststrauch auch essbare Früchte liefert.

In Mitteleuropa ist Kornelkirsche oder Gelber Hartriegel Cornus mas ebenso beheimatet wie der Rote Hartriegel Cornus sanguinea, dessen Früchte für den Menschen ungenießbar sind. Aus Fernost stammt eine weitere häufig in Gärten anzutreffende Art, die Japanische Kornelkirsche (Cornus officinalis), die ebenfalls gelbe Blüten und essbare Früchte produziert. Mit beidem sind die mitteleuropäische wie die asiatische Kornelkirsche eine wichtige Artenschutzhecke, die vielen Tieren zugutekommt – ob als Bienenweide, Vogelschutzgehölz oder Vogelnährgehölz.

Neben diesen beiden Wildarten gibt es im Gartenhandel jede Menge Sorten von Kornelkirsche, die sich vor allem in Wuchs und Frucht unterscheiden. Für Hecken sind vor allem die buntlaubigen, zwergigen und pyramidenförmig wachsenden von Interesse, weniger die mit besonders großen oder vielen Früchten. Sie alle sind pflegeleicht und gut schnittverträglich; zudem ist die Kornelkirsche ausgesprochen robust, anspruchslos und winterhart.

Wie viel Platz braucht eine Kornelkirsche als Hecke?

Bei der Wildform vom Gelben Hartriegel Cornus mas rechnet man maximal mit einer Höhe von 2-6 Metern und einer Breite von 3-5 Metern. Das gilt vor allem für einzelstehende Sträucher; als Hecke hält man die Kornelkirsche meistens auf einer Höhe von etwa zwei Metern, sodass sie einen guten Sichtschutz abgibt. So eine Kornelkirschenhecke wird bis zu drei Meter breit, besonders alte Exemplare sogar bis zu zehn Meter. 

Das sind alles Maximalmaße; dank ihrer guten Schnittverträglichkeit kannst Du die sparrigen Sträucher praktisch auf jeder beliebigen Höhe und Breite halten und sie auch in so ziemlich jede von Dir gewünschte Form schneiden. Groß passt die Kornelkirsche in weitläufige Gärten, kurz gehalten in kleine oder in den Vorgarten. 

Welche Vorteile hat eine Hecke aus Kornelkirsche?

In deutschen Gärten findet man leider immer noch ökologische Desaster wie Kirschlorbeer, der zudem giftig ist. Andere beliebte Heckenpflanzen wie Hainbuche, Eibe oder Buchsbaum sind im Vergleich zu den Hartriegeln in vieler Hinsicht geradezu langweilig, denn als Hecke gepflanzt hat die Kornelkirsche viele Vorteile:

  • Ökologisch wertvoll:
  • Gute Bienenweide. Die charakteristischen gelben und vierzähligen Blüten erscheinen oft bereits im Februar, spätestens aber im März und April in großer Zahl und lange vor den Blättern. Damit spendet die Kornelkirsche als eines der ersten Gehölze Pollen und Nektar, meistens sogar noch vor der Forsythie und Zaubernuss.
  • Vogelnährgehölz. Für die gefiederten Gesellen sind die Früchte als Herbst- und Winterfutter interessant; die der Japanischen Kornelkirsche bleiben besonders lange am Strauch.
  • Vogelschutzgehölz. Als Landeplatz und zum Nestbau ist die Kornelkirsche mindestens ebenso beliebt wie als Futterlieferant.
  • Futterlieferant für Insekten und Kleinsäuger. Neben Kerbtieren fressen auch Haselmaus und Siebenschläfer die saftigen Früchte.
  • Schnell verrottend. Das Laub der Kornelkirsche lässt sich auf dem Kompost oder in Mulchhaufen problemlos recyceln.
  • Obstlieferant. Als Hecke produziert die Kornelkirsche nicht ganz so viele Früchte wie in Einzelstellung, aber auch die lassen sich als wohlschmeckendes Wildobst ernten.
  • Formhecke. Sie in beliebige Formen zu schneiden gelingt bei der Kornelkirsche leicht, denn sie ist ausgesprochen schnittverträglich. Selbst wenn sie hoffnungslos überaltert ist lässt sie sich mit einem radikalen Verjüngungsschnitt wieder auf die Beine bringen.
  • Sichtschutzhecke. Auch wenn die Blätter sommergrün sind bleiben die Kronen im Winter durch das dichte Geäst immer noch einigermaßen blickdicht.
  • Schöne Herbstfärbung. Gegen Ende des Jahres verfärben sich die Blätter der Kornelkirsche in leuchtenden Gelb- und Rottönen. Bei einigen Sorten ist die Laubfärbung noch etwas intensiver als bei den Wildarten.
  • Bodenfestiger. Mit ihren zahlreichen Adventivwurzeln verhindert die Kornelkirsche selbst an eher trockenen Hängen und Böschungen ein Abrutschen.
  • Gute Unterpflanzung. Kornelkirschen lassen sich als Unterwuchs von größeren Sträuchern Bäumen nutzen.
  • Reichhaltige Auswahl. Neben den Wildformen von Kornelkirsche (Cornus mas) und Japanischer Kornelkirsche (Cornus officinalis) gibt es im Gartenhandel zahlreiche Zuchtsorten mit unterschiedlicher Laub- und Herbstfärbung, Größe und Wuchsform.
  • Hart im Nehmen. Kornelkirschen sind ausgesprochen robust und werden nur sehr selten von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht. Ihre einzige Achillesferse ist die Anthraknose, unter der die Sträucher bisweilen leiden.
  • Rauchhart. Eine Hecke mit Kornelkirsche verträgt das raue innerstädtische Klima problemlos, sodass man sie auch als Kübelpflanzen auf dem Balkon oder zur Dachbegrünung einsetzen kann.
  • Genügsam. Gelber Hartriegel hat keine besonderen Bodenansprüche – der sollte vor allem gut durchlässig sein. Er kommt auch mit wenig Nährstoffen und Feuchtigkeit klar und muss auch nicht regelmäßig gedüngt werden.
  • Sonnenanbeter. Am liebsten steht sie nicht ganz so im Rampenlicht, aber auch ein vollsonniger Standort ist für Kornelkirsche kein Problem – je mehr Licht sie bekommt, desto reichhaltiger wächst und blüht die Hecke.
  • Ungiftige Früchte und Blätter. Nicht nur die Steinfrüchte der Kornelkirsche sind ungiftig für Kinder, Haustiere und Nutztiere, sondern auch alle anderen Pflanzenteile. Kaninchen und Pferde dürfen also ruhig mal die Blätter fressen.

Wie ökologisch wertvoll ist eine Hecke aus Kornelkirsche?

Die Kornelkirsche gehört zu den ökologisch wertvollen einheimischen Gehölzen. Auch wenn sie ursprünglich aus der Kaukasusregion stammt wurde sie bereits von den alten Römern in Deutschland eingeführt und wächst hier vor allem im Südwesten häufig wild. Als angestammte Mitteleuropäerin ist sie für die Tierwelt eine alte Bekannte und hat vielen Vertretern etwas zu bieten:

  • Insektenfreundlich. Die Kornelkirsche gehört zu den ersten Quellen für Pollen und Nektar, die im Frühjahr für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen zu den wichtigsten Nahrungsquellen gehören. Vor der Einführung von Forsythie und Zaubernuss war sie in unseren Breiten der erste blühende Strauch im Jahr – und ist es heute oft immer noch. Als Bienenweide ist sie damit von unschätzbarem Wert, denn sie liefert das erste Menü im Trachtfließband, das den hungrigen Insekten während der Saison durchgehend Nahrung liefert.
  • Vogelfreundlich. Eine Hecke aus Kornelkirsche bieten als Vogelschutzgehölz Unterschlupf und Versteckmöglichkeiten vor Beutegreifern. Einige Vögel bauen hier auch gerne ihre Nester. Zudem stellt sie ein gutes Vogelnährgehölz dar, denn die saftigen Früchte sind ein gefundenes Fressen für Kleiber, Eichelhäher, Dompfaff und Kernbeißer. Insgesamt finden sich hier 15 Vogelarten zum Büffet ein.
  • Futterspender sind die Kornelkirschen auch für Haselmaus und Siebenschläfer; 17 Säugetiere machen sich an den Hecken und Sträuchern zu schaffen. Das gilt nicht nur für die Früchte, sondern auch für die Blätter, die im Herbst lange an den Zweigen bleiben; sie sind eine wertvolle Winternahrung für Hasen und Rehwild.

Was im Behördendeutsch beim Bundessortenamt etwas sperrig unter „Ziergehölz mit Fruchtnutzung“ läuft pflanzten Bauern bereits vor Jahrhunderten als Grenzhecke auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Mit der Flurbereinigung wurden viele dieser wertvollen Schutzhecken gerodet.

Heute besinnt man sich allmählich eines Besseren und weiß den Einfluss der Kornelkirsche auf die Artenvielfalt erneut zu schätzen. Sie sorgt auf Äckern und Feldern nicht nur für Windschutz, sondern liefert zahlreichen Insekten und anderen Tieren Futter und Unterschlupf. Mit der extrem frühen Blütenpracht ist der Gelbe Hartriegel eine wichtige Bienenweide im Trachtfließband, dient Vögeln als Landeplatz und zum Nestbau und liefert ihnen ebenso wie Haselmaus und Siebenschläfer nahrhafte Früchte. Die ökologisch wertvolle Kornelkirsche ist nicht ohne Grund eine geachtete Artenschutzhecke. So eine kannst Du Dir auch in Deinen Garten holen - auf jeden Fall mal etwas anderes als Kirschlorbeer und Buchsbaum.

Wie groß wird Kornelkirsche?

Kommt darauf an, wie groß Du sie werden lässt; die Wildform der europäischen Kornelkirsche Cornus mas wird 2-6 Meter hoch und 3-5 Meter breit, die der Japanischen Kornelkirsche Cornus officinalis 4-7 Meter hoch und 2-3 Meter breit. Bei den zahlreichen im Handel erhältlichen Sorten sieht das nochmal anders aus – teils bleiben sie deutlich kleiner oder wachsen sogar zwergig, sodass sie sich auch gut für die Kübelbepflanzung oder kleine Gärten eignen. Aber auch die großen Vertreter kannst Du jederzeit mit dem geeigneten Schnitt auf der von Dir gewünschten Höhe halten; ideal für eine Kornelkirschen-Hecke sind zwei Meter oder etwas mehr, sodass sie einen guten Sichtschutz abgeben – Wildobst inklusive.

Wie alt wird eine Kornelkirsche?

Kornelkirschen sind ziemlich zäh und langlebig – kein Wunder, dass man sie früher gerne als Grenzhecken zwischen Äckern und Feldern gepflanzt hat. Sie können problemlos über 100 Jahre alt werden. In Österreich, wo sich der Dirndlstrauch großer Beliebtheit erfreut, stehen heute noch vereinzelt Exemplare, von denen man bereits zu Lebzeiten der Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) Früchte geerntet und als Wildobst gegessen oder zu Dirndlschnaps verarbeitet hat.

Was kostet Kornelkirsche?

Auf die Größe kommt es an – jedenfalls hauptsächlich. Kornelkirschen gehören nicht zu den Sprintern, aber sie wachsen unbeirrt und kontinuierlich, sofern man ihnen ihre geringen Ansprüche erfüllt. Ballen- und Containerware hat also meistens bereits einige Jahre hinter sich, wenn sie aus Samen gezogen oder mit Stecklingen vermehrt wurden. Als Sträucher oder für Hecken sind Kornelkirschen am billigsten; teurer kommt ein Hochstamm oder Halbstamm, denn die dafür notwendige Veredelung bedeutet für den Gärtner einen nicht unerheblichen zusätzlichen Aufwand.

Welche Sorte Kornelkirsche ist die beste?

Kommt darauf an, worauf Du den meisten Wert legst. Im Handel gibt es jede Menge Ziersorten mit panaschierten Blättern, zwergigem Wuchs und/oder gelben oder weißen statt roten Früchten. Sie sind vor allem für Hecken, als Kübelpflanzen oder in Form geschnittene Kugeln, Säulen und Pyramiden geeignet. Einige davon weisen eine besonders leuchtende Blattfärbung auf, mit denen die Kornelkirsche zur Zierde des herbstlichen Gartens wird.

Hinweis: Die meisten Sorten von Kornelkirsche mit panaschierten Blättern wachsen langsamer als die Wildart.

Eine Hecke mit Kornelkirsche ist auch als Sichtschutz oder zur Dachbegrünung geeignet, zumal sie rauchhart, pflegeleicht und robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten ist. Hierfür kommen vor allem die kleinkronigen und kleiner bleibenden Sorten in Frage; aber auch die großen Vertreter lassen sich klein halten.

Hast Du es eher auf das Wildobst abgesehen, solltest Du Dich in unserer Sortenliste umsehen. Die Früchte der Kornelkirsche sind essbar und ungiftig für Mensch und Haustiere, und einige Sorten glänzend mit besonders reichhaltiger Ernte und großen Kirschen. Einige davon sind auch nicht rot und olivenförmig wie bei der Wildform, sondern kugelig oder birnförmig, weiß, gelb oder schwarzviolett.

Wie schneidet man Kornelkirsche als Hecke?

Willst Du eine Kornelkirsche als Hecke ziehen ist das fachgerechte Schneiden vor allem in den ersten Jahren wichtig; einmal gut erzogen macht sie danach kaum noch Arbeit und braucht nur noch ab und zu einen Formschnitt.

Als freiwachsende Hecke solltest Du die Kornelkirsche regelmäßig, aber mit Bedacht schneiden. Selbst wenn Du sie jahrelang vernachlässigst kannst Du sie immer noch auf den Stock setzen – heißt radikal bodennah zurückschneiden und neu austreiben lassen. Die extrem gut schnittverträglichen Sträucher überstehen selbst so eine drastische Verjüngungskur.

Schneiden solltest Du eine Hecke wie bei Kornelkirsche üblich erst nach der Blüte. Dabei ist es vor allem wichtig, am Boden alte Triebe auszulichten und im oberen Bereich zu starke Verzweigungen zu verschlanken, damit keine dichten Besen das Innere der Hecke verschatten und sie verkahlen lassen. Weitere wichtige Informationen findest Du in unserem Ratgeber Kornelkirsche schneiden.

Wie bei allen Hecken solltest Du auch beim Schneiden von Kornelkirsche darauf achten, dass nicht gerade Vögel darin brüten. Bei dem beliebten Vogelschutzgehölz kann das leicht passieren. Schau genau hin, bevor Du mit der Heckenschere anrückst; gegebenenfalls musst Du den Schnitt verschieben, bis alle Jungvögel das Nest verlassen haben.

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