Pfennigkraut

Lysimachia nummularia

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
essbar
wintergrün
lange Blühzeit
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Donald Hobern from Copenhagen, Denmark, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Primelgewächs
  • Schnellwachsender niedriger Bodendecker
  • Charakteristische pfennigförmige Blätter und goldgelbe Blüten
  • Robust, winterhart und pflegeleicht
  • Vermehrung mit Ablegern
  • Für feuchte und überflutete Stellen mit Schatten oder Halbschatten
  • Zur Uferbepflanzung von Gartenteichen bestens geeignet
  • Selbststeril, Früchte nur selten gebildet
  • Blätter und Blüten essbar
  • Als Heilpflanze heute kaum noch gebräuchlich
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: Ritzenkriecher, wuchsstark
Höhe: 10 - 20 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja (fruchtig, frisch)
Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Blatt wintergrün ja
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Primelgewächse
Gattung: Gilbweiderich
ist essbar
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Pfennigkraut?

Pfennigkraut, Münzkraut oder Pfennig-Gilbweiderich (Lysimachia nummularia) ist ein Mitglied aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die immergrüne kriechende Pflanze wird nur 10-20 Zentimeter hoch. Sie ist in Eurasien beheimatet und zudem häufig aus Gärten verwildert anzutreffen. Man findet den Lehmzeiger an und in Gewässern, in Uferzonen und Auwäldern. Mit Hilfe von bis halbmeterlangen Ausläufern, die an ihren Knoten neue Wurzeln hervorbringen, bildet sie an feuchten und selbst dauerhaft überfluteten Stellen einen dichten Rasen. Der Übergang zu einer im Wasser wachsenden Form ist fließend, und häufig findet man das Kraut sowohl unterhalb der Wasserfläche wie auch am nahen Ufer.

An den dünnen vierkantigen Stängeln stehen die runden, etwa zwei Zentimeter langen und breiten stabilen Blätter gekreuzt gegenständig mit kurzen Stielen in einer Ebene. In ihren Blattachseln entwickeln sich die charakteristischen fünfzähligen, leuchtend dottergelben Blüten an langen Stielen. Sie bestehen aus gezipfelten Kelchblättern und innen rotdrüsig punktierten Kronblättern. Im Tagesverlauf folgen die Blüten dem Lauf der Sonne; sie sind selbststeril. Fruchtkapseln werden nur selten ausgebildet; sie sind kugelig und springen bei der Reife mit fünf Klappen auf.

Pfennigkraut im Garten

Standort

Hauptsache feucht ist die Devise für das Pfennigkraut. Es bevorzugt einen nährstoffreichen dichten Lehm- oder Tonboden und ist ein idealer Bodendecker für nasse Stellen und die Uferbepflanzung von Gartenteichen. Schatten oder Halbschatten werden bevorzugt, allzu pralle Sonne ist vor allem im Winter unzuträglich.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Pfennigkraut nicht notwendig, es sei denn man möchte seinem ausufernden Wuchern Grenzen setzen.

Vermehrung

Die Vermehrung des Pfennigkrautes erfolgt am einfachsten mit Ablegern. Dazu gräbt man einen bewurzelten Teil aus und pflanzt ihn an der gewünschten Stelle ein. Samen wird man nur selten finden – falls sich doch einmal Früchte bilden, lassen sie sich für die Aussaat verwenden.

Verwendung

Mit ihren schnellwüchsigen Ausläufern und hübschen gelben Blüten ist das Pfennigkraut ein idealer Bodendecker für lehmige und feuchte Böden. Es gedeiht auch am Ufer von Gartenteichen prächtig und schickt seine Triebe auch ins Wasser. Man kann es auch in Ampeln setzen, in Töpfen und Kästen auf Balkon und Terrasse und selbst im Haus als Aquarienpflanze verwenden.

Schädlinge

Die Saponine der Blätter halten mit ihrem seifigen Geschmack die meisten Schädlinge fern. Pfennigkraut gilt als ausgesprochen robust und hat nur selten mit Schädlingen oder Krankheiten zu kämpfen.

Ökologie

An den leuchtend gelben Blüten des Pfennigkrautes stellen sich zahlreiche Insekten ein, allen voran Fliegen. Trotzdem sind sie häufig steril und bilden nur wenig Samen aus – den Großteil der Vermehrung übernehmen die sich rasch ausbreitenden überirdischen Ausläufer mit ihrer schnellen Bewurzelung.

Für die Blätter des Pfennigkrautes interessieren sich verschiedene Schmetterlinge wie der Weiderich-Blütenspanner (Chlorocystis v-ata), dem die Gattung zu seinem Namen verholfen hat. Neben der Honigbiene findet sich an der Pollenquelle die Wald-Schenkelbiene (Macropis fulvipes) ein.

Wissenswertes

Der Name des Pfennigkrautes kommt von den typischen runden, pfenniggroßen Blättern. Auch der Artname des Gilbweiderichs nummularia bedeutet im Lateinischen kleine Münze.

Früchte findet man am Pfennigkraut nur selten, da die Pflanzen selbststeril sind und in der Umgebung vor allem genetisch identische Exemplare zu finden sind. Nur bei der Kreuzung weit voneinander entfernt gewachsener Pflanzen erhält man durch Bestäubung reichlichen Fruchtansatz.

Früher verwendete die Naturheilkunde das Pfennigkraut bei schlecht heilenden Wunden, Hautgeschwüren, Lungenkrankheiten und Durchfällen. In den klassischen mittelalterlichen Kräuterbüchern wird sie häufig genannt. Heutzutage ist die alte Heilpflanze in Vergessenheit geraten und wird nur noch in Osteuropa traditionell verwendet.

Im Gartenfachhandel bekommt man einige Zuchtsorten mit buntem Herbstlaub, die vor allem als Ampelpflanzen beliebt sind.

Fotos

Gesamte Pflanze Pfennigkraut
Quelle: Donald Hobern from Copenhagen, Denmark, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Pfennigkraut
Quelle: NaturaDB
Blüte Pfennigkraut
Quelle: Photo: Bff / Wikimedia Commons
Frucht Pfennigkraut
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Pfennigkraut

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Pfennigkraut (Wildform) gelb
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Gelblaubiges Pfennigkraut 'Aurea' gelb
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Pfennigkraut winterhart?

Pfennigkraut ist winterhart, überdauert die kalte Jahreszeit aber abhängig von der Wuchsform: Im Wasser eingetauchte Pflanzenteile überwintern vollständig grün, während bei der Landform die Blätter erfrieren und nur die kantigen Stängel übrigbleiben. Das Wachstum im folgenden Frühjahr tut das keinen Abbruch – man sollte lediglich die vertrockneten Teile entfernen.

Ist Pfennigkraut giftig?

Pfennigkraut ist nur beim Verzehr großer Mengen unbekömmlich – das liegt an seinem Gehalt an Saponinen, die sich allerdings auch bei vielen Gemüsesorten in ähnlich kleinen Mengen findet. Früher verwendete man es wegen seines Saponingehaltes als Heilpflanze bei Hautverletzungen, Wunden, Geschwüren und gegen Durchfallerkrankungen. Heute beschränkt sich der Gebrauch in der Naturheilkunde auf den Osten Europas, wo man es nach wie vor als Tee zubereitet. Die frisch-säuerlich schmeckenden Blätter und Blüten kann man auch roh genießen, etwa zur Dekoration oder in Wildkräutersalat und Kräuterquark.

Wie sieht Pfennigkraut aus?

Pfennigkraut ist ein Bodendecker, der nur wenige Zentimeter hoch wird und sich mit überirdischen Ausläufern rasch vermehrt. Die Knoten ziehen Wurzeln und wachsen selbständig weiter, auch wenn die Mutterpflanze abstirbt. Die Blätter sind pfenniggroß und rund, wie bereits der Name verrät. Weithin sichtbar sind die gelben fünfzähligen Blüten. Man findet das Pfennigkraut an feuchten Stellen wie an den Ufern von Bächen und Weihern sowie in Auwäldern. Oftmals wachsen die Triebe auch ins Wasser hinein und schwimmen auf oder kurz unter der Oberfläche.

Ökologischer Wert

Pfennigkraut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1

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