Pfeifenwinde

Aristolochia macrophylla

Gehölz
Wildform

Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Athantor, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Im Südosten der USA beheimatete Liane
  • Große herzförmige Blätter und typische pfeifenartige Blüten
  • Wirft im Herbst die Blätter ab
  • Blüten unangenehm nach Aas riechend
  • Bestäubung durch Fliegen
  • Vermehrung mit Samen oder Stecklingen
  • Rasch wüchsig und pflegeleicht
  • Benötigt eine Rankhilfe
  • Braucht im Sommer viel Wasser, Licht und Nährstoffe
  • In allen Teilen giftig
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd
Höhe: 5 - 15 m
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht

Halbschatten bis Schatten

Boden
Boden: Humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nächstoffreich
Sonstiges
Ordnung: Pfefferartige
Familie: Osterluzeigewächse
Gattung: Pfeifenblumen
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Pfeifenwinde?

Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) ist eine im Südosten der USA beheimatete windende Pflanze aus der Familie der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae). Es handelt sich dabei um eine starkwüchsige sommergrüne Liane mit grauer längsrissiger Rinde und 10-30 Zentimeter langen breit herzförmigen Blättern, die oberseits dunkelgrün und auf der Unterseite deutlich heller sind. Sie stehen wechselständig und haben einen 4-6 Zentimeter langen Stiel; der Rand ist glatt, die Blattadern netznervig. Selten erreichen die Pflanzen eine Rankhöhe von bis zu 15 Metern.

Die unangenehm riechenden Blüten erscheinen einzeln in den Blattachseln; sie sind dreizählig, zygomorph und zwittrig, außen gelbgrün, auf der Innenseite braun und röhrenförmig zu einer charakteristischen gebogenen Pfeife mit aufgeblasener Basis verwachsen. Sie sind mittelgrün mit gelben, purpurnen und/oder braunen Flecken und erreichen einen Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern. Aus den unterständigen Fruchtknoten entwickeln sich sechsklappige gurkenähnliche Kapselfrüchte, die 6-8 Zentimeter lang und 4-10 Zentimeter breit werden. Bei der Reife werden sie braun und entlassen die dreikantigen zentimetergroßen Samen.

Pfeifenwinde im Garten

Standort

Beim Pflanzen einer Pfeifenwinde im Garten sollte man lieber Abstand vom Haus halten – der intensive Geruch der Blüten ist nicht jedermanns Sache. Die Pflanzen brauchen einen nährstoffreichen und gut wasserdurchlässigen Boden und Sonne oder Halbschatten. Sie benötigen eine Rankhilfe zum Klettern und im Sommer regelmäßige Wassergaben. Obwohl sie als frostbeständig gilt, empfiehlt sich bei strengen Wintern eine wärmende Abdeckung der unteren Teile.

Schnitt

Ein regelmäßiger Schnitt ist bei der pflegeleichten Pfeifenwinde nicht erforderlich; sie blüht am vorjährigen Holz und kann, falls notwendig, nach der Blüte geschnitten werden.

Vermehrung

Aus Samen gezogene Pfeifenwinden blühen nach 5-8 Jahren zum ersten Mal; die Aussaat ist im Frühjahr vorzunehmen. Einfacher ist die vegetative Vermehrung mit Stecklingen.

Verwendung

Mit ihrem starken Wuchs und dichten Beblätterung ist die Pfeifenwinde ideal zur Begrünung von Hauswänden, Zäunen und Pergolen. Dabei bietet sie guten Sichtschutz - zumindest im Sommer, so lange sie ihre Blätter trägt.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten sind bei der robusten Pfeifenwinde selten; die giftigen Alkaloide halten die meisten Fressfeinde fern, und auch gegen Pilze sind die Pflanze wenig empfindlich. Lediglich Spinnmilben können bei trockenen Bedingungen gehäuft auftreten.

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt durch kleine Fliegen und Mücken, die vom Aasgeruch der Blüten angelockt werden. Sie rutschen in den unteren Teil der Kesselfallen und werden durch abwärts gerichtete Sperrhaare vor dem Entkommen gehindert. Verwelken diese, so tragen die Tiere den reichlich auf ihnen verteilten Pollen auf die nächsten Blüten. In ihrer amerikanischen Heimat stört sich der mit unserem einheimischen Schwalbenschwanz verwandte Schmetterling Battus philenor nicht an den Giften und nutzt die Pflanze als Raupenfutter.

Wissenswertes

In Europa wurde die Pfeifenwinde Ende des 18. Jahrhunderts eingeführt. Andere botanische Namen sind Aristolochia durior und Aristolochia sipho. Sie enthält Alkaloide in Form von Aristolochiasäuren und ist in allen Teilen giftig; der höchste Giftstoffanteil findet sich in den Wurzeln. Sie schädigen die Nieren, verursachen bei Frauen Uterusblutungen und wirken bereits in kleinen Dosen mutagen und damit krebserregend. Daher sollte man auch die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beliebten Aristolochia-Präparate aus asiatischen Pfeifenwinden grundsätzlich meiden. Die Arzneimittelzulassung erlaubt lediglich homöopathische Präparate aus Aristolochia clematitis, bei denen die Wirkstoffe durch die Potenzierung bis zur Unschädlichkeit verdünnt wurden.

Häufige Fragen

Ist Pfeifenwinde giftig?

Ja, sie enthält vor allem in den Wurzeln große Mengen Alkaloide. Diese Aristolochiasäuren beeinträchtigen die Nierenfunktion und führen bei Frauen zu Blutungen der Gebärmutter. Vor allem wirken sie mutagen, sodass sie auch Krebs auslösen können.

Ökologischer Wert

Pfeifenwinde ist nicht heimisch

Fotos

Blüte Pfeifenwinde
Quelle: Maja Dumat from Deutschland (Germany), CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Blatt Pfeifenwinde
Quelle: Salicyna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Pfeifenwinde
Quelle: Athantor, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kletterpflanzen zur Begrünung von Fassaden und Zäunen