Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica)
Quelle: Wouter Hagens, Public domain, via Wikimedia Commons

Brennende Liebe,Scharlachlichtnelke, Malteserkreuz, Jerusalemer Kreuz

Lychnis chalcedonica

Staude
nicht heimisch
Wildform
winterhart
Schmetterlingspflanze
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beliebte Zierpflanze mit auffällig roten Blüten
  • Überdauert mit kurzem Rhizom
  • Stängel meist unverzweigt, rund und behaart
  • Behaarte sitzende eiförmige bis lanzettliche Blätter
  • Blüten mit bis über 30 Exemplaren in dichten Scheinrispen
  • Bei der Wildform knallrot, bei Sorten auch orange, rosa oder weiß, mitunter gefüllt
  • Rückschnitt nach der Blüte sorgt für weitere Blüten im Herbst
  • Winterhart, robust und pflegeleicht
  • Braucht einen durchlässigen Boden mit Sonne oder Halbschatten
  • Leichte Vermehrung mit Samen oder durch Teilung, auch Selbstaussaat
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht, unverzweigt
Höhe: 60 - 100 cm
Breite: 20 - 30 cm
schnittverträglich: ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
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Laub
Blattfarbe mittelgrün
Blattphase sommergrün
Blattform eiförmig, lanzettlich
Schneckenunempfindlich ja
Ökologie
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide
Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 7
Anwendung im Beet: Strukturpflanze
Stütze: Pflanze benötigt eine Stütze oder kräftige Pflanzpartner
Klassifizierung
Ordnung: Nelkenartige
Familie: Nelkengewächse
Gattung: Pechnelken

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Brennende Liebe
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Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Brennende Liebe?

Brennende Liebe, Malteserkreuz, Jerusalemer Kreuz oder Scharlach-Lichtnelke (Lychnis chalcedonica) wächst wild in lichten feuchten Wäldern und Gebüschen von Russland bis nach Westchina. Der Vertreter aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) ist im Garten wegen seiner auffälligen leuchtend roten, bisweilen auch rosa oder weißen Blüten beliebt.

Die Brennende Liebe ist eine mehrjährige krautige Pflanze mit einem kurzen überdauernden Rhizom. Ihre meist unverzweigten steif behaarten Stängel sind aufrecht und rund; daran sitzen gegenständige und stängelumfassende, 5-12 Zentimeter lange und 2-5 Zentimeter breite eiförmige mittelgrüne Blätter mit herzförmigem Grund und einer kleinen Spitze am Ende. Grundständig bilden die Blätter eine Rosette; hier sind sie oval bis lanzettlich.

An den Enden der Stängel erscheinen von Mai bis Juli die stieltellerförmigen Blüten in flachen doldenartigen Scheinrispen mit lanzettlichen Tragblättern. Dort stehen sie zu 10-30 Exemplaren; sie sind 1-3 Zentimeter breit, sternförmig, zwittrig und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind grün, dreieckig-lanzettlich, 1-2 Zentimeter lang und unten miteinander verwachsen. Wie bei Lichtnelken üblich sind die Kronblätter tief gespalten und bilden am Grund eine Röhre; ihre Farbe ist feuerrot, bei Sorten auch heller rosa oder weiß. Am Übergang zur Kelchröhre steht eine zweireihige kleine Nebenkrone. Überragt wird diese von zehn Staubblättern, die aus der Kelchröhre hervorschauen; hier finden sich auch fünf Griffel mit ebenso vielen Narben. Die Platten der Kronblätter sind etwa 1,5 Zentimeter lang.

Aus den Blüten entwickeln sich 8-10 Millimeter große eiförmige Kapselfrüchte, die sich eingetrocknet an ihrer Spitze mit fünf Klappen öffnen und die warzigen, nierenförmigen und braunroten Samen entlassen.

Brennende Liebe im Garten

Standort

Die Brennende Liebe brennt für einen frischen, nährstoff- und humusreichen Boden mit Sonne oder Halbschatten. Staunässe wird nicht vertragen; schwere Böden solltest Du daher mit Kies oder Sand drainieren. Große Pflanzen brauchen eine Stütze und einen windgeschützten Standort, damit sie nicht so schnell umknicken. Sie sind vollkommen frosthart bis -34 °C; gerade im Winter darf die Brennende Liebe nicht zu nass stehen.

Schnitt

Für eine zweite Blüte kannst Du sorgen, indem Du die verblühten Dolden regelmäßig abknipst oder kurzerhand die ganzen Pflanzen nach der ersten Blütezeit bis auf eine Handbreit über dem Boden radikal zurückschneidest. Dadurch treiben die Pflanzen noch einmal aus und blühen im Herbst gleich noch einmal, wenn auch nicht mehr so reichhaltig wie im Sommer. In diesem Fall solltest Du ihr nach dem Schnitt eine Portion Dünger gönnen, damit sie genug Nährstoffe für den Neuaustrieb bekommt.

Vermehrung

Brennende Liebe kannst Du mit Samen vermehren; sie sorgt auch kräftig für Selbstaussaat. Die Aussaat erfolgt am besten im Herbst unmittelbar nach der Samenreife oder im darauffolgenden Frühjahr direkt im Freiland oder in Töpfen. Eine Selbstaussaat ist durchaus erwünscht, denn allzu langlebig sind die schönen Stauden leider nicht. Bei den Sorten ist nur eine vegetative Vermehrung möglich. Hierfür kannst Du die Bestände nach der Blütezeit teilen und versetzen.

Verwendung

Brennende Liebe ist unverzichtbarer Bestandteil jedes klassischen Bauerngartens. Sie lässt sich auf freien Flächen, im Steingarten, in Krautrabatten oder als Begleiter anderer Stauden im Staudengarten einsetzen, wo sie in kleinen Gruppen gepflanzt am besten zur Geltung kommt.

Die leuchtend rote Farbe der Blüten lässt sich wunderbar mit anderen ähnlich prägnanten Farben kombinieren, etwa mit weißer Schafgarbe und Margeriten, blauem Rittersporn oder gelben Nachtkerzen. Weiße und rosa Sorten sind besonders schön, wenn man sie mit anderen weiß oder rosa blühenden Pflanzen zusammenstellt. Ebenso passen dekorative Gräser wie Federborstengras und Rutenhirse dazu.

Die Brennende Liebe gibt auch eine dekorative Schnittblume für die Vase, zumal ihre Blüten lange haltbar sind.

Schädlinge

Brennende Liebe wird von verschiedenen Pilzkrankheiten heimgesucht, die ebenso wie Viruserkrankungen für Flecken auf den Blättern sorgen. Wurzelgallen sind auf die Aktivität von Wurzelgallälchen zurückzuführen. Andererseits machen Schnecken meistens einen Bogen um die Pflanze.

Ökologie

Die langen Kronröhren machen den Nektar nur Insekten mit langen Rüsseln zugänglich, vor allem Schmetterlingen und großen Hummeln.

In einigen Teilen der USA und Kanadas gilt die Brennende Liebe als eingebürgerter Neophyt. Interessanterweise fand man die Pflanzen bei uns früher wesentlich häufiger ausgewildert. Das mag damit zusammenhängen, dass Lychnis chalcedonica in der Vergangenheit wesentlich öfter gepflanzt wurde als heute, aber auch mit weniger geeigneten Lebensräumen. Die heutigen deutschen Bestände sind klein und sehr unbeständig.

Wissenswertes

Die Brennende Liebe hat man bereits im 16. Jahrhundert in Gärten gehalten; importiert wurde sie aus der Türkei, daher auch der Artname chalcedonica, also aus der Stadt Chalcedon nahe Konstantinopel stammend. Der erste schriftliche Nachweis stammt vom Schweizer Naturforscher Conrad Gessner (1516-1565), der die türkischen Mitbringsel in seinem Garten kultivierte.

Als Malteserkreuz bezeichnet man sie, weil die Blüten mit ihrer Form und Farbe an das typische Kreuz des Malteserordens erinnern. Bis ins Biedermeier war die Brennende Liebe äußerst gefragt und fand sich auch in Goethes Garten am Weimarer Frauenplan; später ebbte die Beliebtheit deutlich ab, um in der Neuzeit eine Renaissance zu erfahren.

Heute gibt es neben der knallig roten Wildform auch zahlreiche Sorten mit rosa, orangefarbenen oder weißen Blüten, zum Beispiel Lychnis chalcedonica ‚Rosea‘ und Lychnis chalcedonica ‚Alba‘. Auch gefüllte Blüten sind im Handel erhältlich. Hier läuft die Brennende Liebe bisweilen noch unter ihrem alten Namen Silene chalcedonica. Die beliebte Zierpflanze hat auch den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society gewonnen.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

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Fotos (3)

Gesamte Pflanze Brennende Liebe
Quelle: Wouter Hagens, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Brennende Liebe
Quelle: chipmunk_1 from Boston, USA, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Blatt Brennende Liebe
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Lychnis chalcedonica
Quelle:Wouter Hagens, Public domain, via Wikimedia Commons
Lychnis chalcedonica 'Carnea'
Quelle:Matt Hopkins/shutterstock.com
Rosablühende Brennende Liebe 'Carnea'
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
Brennende LiebeWildform

aufrecht, unverzweigt
60 - 100 cm
20 - 30 cm

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ab 3,66 €
Rosablühende Brennende Liebe 'Alba'

80 - 100 cm
50 - 60 cm


Kübel geeignet

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Rosablühende Brennende Liebe 'Carnea'

60 - 90 cm
20 - 30 cm

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Rosablühende Brennende Liebe 'Rosea'

aufrecht
40 - 60 cm
20 - 30 cm

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Häufige Fragen

Wann pflanzt man Brennende Liebe?

Die Brennende Liebe kann man mit Samen vermehren – die bringt man im Herbst oder im Frühjahr nach der Samenreife direkt im Freiland oder in Töpfen aus. Sie keimen schnell und zuverlässig; ohne Dein Zutun sorgt die Brennende Liebe auch für reichhaltige Selbstaussaat. Damit stellt sie sicher, dass sie lange Jahre im Garten bleibt, denn länger als ein paar Jahre halten die sommergrünen Zierstauden nicht.

Wie sieht die Blume Brennende Liebe aus?

Die Brennende Liebe wird im Volksmund gerne auch als Malteserkreuz bezeichnet – wegen ihrer charakteristischen Blüten. Die sind zwar fünfzählig und haben nicht vier Arme wie ein klassisches Kreuz, sie sind aber ebenso wie das Kreuz des Malteserordens knallrot mit ausladenden Armen. Die Kronblätter sind wie bei Lichtnelken üblich tief geschlitzt, sodass sie eine windmühlenartige Form bekommen. Sie stehen in großen doldenartigen Scheinrispen an den Enden unverzweigter aufrechter Stängel. Diese sind ebenso wie die eiförmigen bis lanzettlichen Blätter leicht behaart, und in der Erde verbirgt sich ein kurzes Rhizom, mit dem die Brennende Liebe den Winter überdauert.

Wert für Insekten und Vögel

Brennende Liebe ist nicht heimisch, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

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Quelle: Tamara Lopes/shutterstock.com