Götterbaum

Ailanthus altissima

Gehölz
Wildform
Gute Bienenweide
lange Blühzeit
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Gesamte Pflanze von Götterbaum

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In China beheimateter, mit der Esche weitläufig verwandter Zierbaum
  • Langschäftige, schnell wachsende Bäume mit ausladender breiter Krone
  • Sehr lange gefiederte und gestielte Blätter mit Drüsen an den Zähnen am Rand
  • Unscheinbare Blüten, meistens zweihäusig und getrenntgeschlechtlich, mit unangenehmem Geruch
  • Gelbe Herbstfärbung
  • Gelblich-rötliche Früchte pergamentartig austrocknend und über Winter stehen bleibend
  • Schraubenflieger, vom Wind verbreitet
  • Reichlich Pollen und Nektar gebildet, vor allem von Honigbienen bestäubt
  • Liefert in großen Beständen Götterbaumhonig
  • Gilt als invasive Art
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 15 - 25 m
Breite: 10 - 20 m
Zuwachs: 25 - 50 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
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n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal bis lehmig
Wasser: feucht bis trocken
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Seifenbaumartige
Familie: Bittereschengewächse
Gattung: Götterbäume
Götterbaum gefährdet die Artenvielfalt in Deutschland

Götterbaum ist eine invasive gebietsfremde Art, welche heimische Arten verdrängt und die Biodiversität gefährdet (siehe BfN-Skripten 352).

Pflanze im Zweifelsfall lieber einheimische Gewächse, über die sich auch die Tierwelt in deinem Garten freut.

Was ist Götterbaum?

Götterbaum, Drüsiger Götterbaum, Stinkesche oder Himmelsbaum (Ailanthus altissima) gehört zur Gattung Ailanthus, die mit 10 Arten im südlichen und östlichen Asien beheimatet ist. Die Bäume gehören zur Familie der in Europa nicht heimischen Bitterholzgewächse (Simaroubaceae). In gemäßigten Klimaten wächst er oft invasiv und ist inzwischen weltweit auch in Australien, Afrika und Nord- und Südamerika zu finden. Bei uns ist er ein beliebter Zierbaum und oft verwildert als Pionierpflanzen auf Ruderalstellen und Trümmergrundstücken anzutreffen.

Es handelt sich dabei um einen ausladenden sommergrünen, langschäftigen und mäßig verzweigten Baum, der eine Höhe von bis zu 25 Metern erreicht. Die flache dünne Borke ist braun gemustert mit hellen Längsstreifen. Jung sind die gerieften kahlen Zweige leicht glänzend braun bis rötlich braun. Die Winterknospen sind flach und spärlich behaart und nur 1-2 Millimeter groß; Endknospen werden nicht gebildet.

Die kahlen Laubblätter stehen wechselständig an den Zweigen; sie sind unpaarig gefiedert, teilweise bis über einen Meter lang, mit 13-35 länglich-ovalen bis schief-lanzettlichen Fiederblättchen. Die Abschnitte haben eine Länge von 7-12 Zentimetern und eine Breite von bis zu sechs Zentimetern, der Rand ist ganz oder nahe der Basis mit ledliglich 1-4 drüsigen Zähnen versehen. Anfangs sind sie rotgrün, später auf der Oberseite dunkelgrün und unten blaugrün. Wenn sie abfallen, hinterlassen ihre Blattstiele eine große dreieckige Narbe an den Ästen. Beim Zerreiben verströmen die Blätter einen unangenehm ranzigen Geruch.

Die 7-8 Millimeter großen Blüten des Götterbaumes sind eher unscheinbar. Sie stehen in 10-20 Zentimeter langen, reich verzweigten Rispen und sind zwittrig oder häufiger eingeschlechtlich auf männlichen und weiblichen Bäumen, fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und sternförmig. Der Geruch vor allem der männlichen Blüten ist eher unangenehm; die weiblichen Blüten weisen oft Staubblätter ohne Staubbeutel auf.

Ihre grünen Kelchblätter sind zur Hälfte miteinander verwachsen, die gelblich-weißen Kronblätter deutlich länger. Im Inneren befinden sich ein scheibenförmiges Nektarium, fünf Staubblätter bei zwittrigen und 10 Staubblätter bei rein männlichen Blüten sowie 5-6 freistehende Fruchtblätter.

Aus ihnen erwachsen flache rundliche Nüsschen, die in der Mitte eines 4-5 Zentimeter langen und 1-1,5 Zentimeter breiten umlaufenden und in sich gedrehten Flügels stehen, ähnlich wie bei der verwandten Esche. Bevor sie pergamentartig eintrocknen leuchten sie in Grün-, Gelb- und Rottönen.

Götterbaum im Garten

Standort

Der Götterbaum ist ausgesprochen anspruchslos und robust. Er bevorzugt reichlich Licht und Wärme und wächst am besten auf einem steinigen und basenreichen, gut durchlässigen Boden, der nach Möglichkeit kalkhaltig sein sollte. Die Bäume sind winterhart, mögen aber keine strengen Fröste. Sie sollten etwas windgeschützt stehen, denn gerade im Alter können Stürme die Äste brechen lassen. Dann wird das Holz leicht kernfaul. Beim Pflanzen sollte man sicherheitshalber etwas Abstand von Haus und Terrasse halten – der Geruch der Blüten wird von den meisten Mitmenschen als unangenehm empfunden.

Schnitt

Den Schnitt führt man beim Götterbaum, sofern überhaupt erforderlich, in der Ruhephase, also vorzugsweise im Winter oder zeitigen Frühjahr durch. Dabei entfernt man schiefe und überkreuzende Zweige. Je nach Beschnitt kann man ihn auch als Hochstamm oder als reichverzweigten Strauch ziehen.

Vermehrung

Am schnellsten fährt man beim Götterbaum mit einem jungen Exemplar aus der Baumschule oder dem Gartenhandel. Oft finden sich in der Nähe des Baumes bereits junge Keimlinge, die man an anderer Stelle einpflanzen kann; sie gelten allerdings als etwas heikel beim Anwachsen. Ansonsten brauchen die Samen hohe Temperaturen zum Keimen; man setzt sie bei Reife oder im Frühjahr.

Die jungen Bäume wachsen anfangs rasant und legen oft mehrere Meter pro Jahr zu, sie gelten als die in Mitteleuropa am schnellsten wachsenden Bäume. Bereits im ersten Jahr werden sie oft ein oder zwei Meter hoch. Dafür werden sie aber meistens nur 40-50 Jahre alt, selten auch mal über 100. Erste Blüten und Früchte erscheinen bereits nach 3-4 Jahren.

Verwendung

Der Götterbaum eignet sich mit seinem ausladenden Wuchs vor allem für große Gärten, in denen er als prächtiger Solitär gut zur Geltung kommt. Je wärmer und sonniger er steht, umso schneller wächst er und umso mehr von seinen leuchtend gelb-roten Früchten bildet er. Zudem haben seine Blätter eine leuchtend gelbe Herbstfärbung. Für Parks und Anlagen hat er sich mit seiner Verträglichkeit gegenüber Abgasen und Streusalz bewährt, und unter Imkern gilt er als gute Bienenweide.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten wird man beim äußerst robusten Götterbaum vergeblich suchen. Die meisten Insekten und Pilze, die sich für die Pflanze interessieren, kommen in unseren Breiten nicht vor. Lediglich einige Verticillium-Arten können den Bäumen bei uns gefährlich werden.

Ökologie

Die Blüten des Götterbaumes sind reich an Pollen und Nektar und ziehen zahlreiche Insekten an. Extraflorale Nektarien auf der Unterseite der Zähne der Fiederblättchen ergänzen das Nahrungsangebot der Blüten. Sie werden auch von Ameisen fleißig genutzt, die dafür im Gegenzug Fressfeinde fernhalten.

Als wichtigste Bestäuber gelten Honigbienen; bei größeren Beständen reicht der gesammelte Nektar der guten Bienenweide mitunter sogar für einen Sortenhonig aus. Götterbaumhonig ist hellgelb bis grünlichgelb, cremig und sehr aromatisch. Den Geruch empfinden viele als eher gewöhnungsbedürftig, dafür schmeckt er umso besser. Der Pollen kann bei empfindlichen Menschen Allergien hervorrufen.

Für einen Fruchtansatz werden männliche und weibliche Blüten benötigt. Die Früchte bleiben oft bis ins darauffolgende Frühjahr stehen; der Wind löst sie nach und nach, und die großen Flügel halten die propellerartigen Schraubendrehflieger lange in der Luft.

Wissenswertes

Den Namen Drüsiger Götterbaum hat Ailanthus altissima den außerhalb der Blüten gelegenen Nektarien an den wenigen Zähnen der Fiederblättchen zu verdanken. In China verwendet man die Blätter zum Füttern von Seidenraupen, die Rinde als Heilmittel und festen Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und das Holz unter anderem für die für die asiatische Küche typischen Dampfgarer-Körbchen. Er ist leicht giftig.

Die ersten Exemplare des Götterbaumes gelangten Mitte des 18. Jahrhunderts nach Europa und verbreiteten sich schnell in den botanischen Gärten: 1740 in Paris, 1751 in London, 1780 in Berlin und 1784 mit einem Sprung über den Atlantik in Philadelphhia. Dabei war der Import streng genommen ein Irrtum: Der französische Jesuit Pierre d’Incarville war der Meinung, dass es sich dabei um den Lieferanten für den in China gebräuchlichen Möbellack handelt. Dafür wird allerdings der Saft des Lackbaumes Rhus verniciflua verwendet. Später nutzte man ihn vor allem forstwirtschaftlich zur Bodenfestigung und nicht zuletzt zum Füttern der nach Europa importierten Seidenraupen des Götterbaum-Spinners (Samia cynthia).

Mit seiner Anspruchslosigkeit und reichlich gebildeten Samen wurde er zu einer beliebten Zierpflanze, die häufig auswildert und sich als Pionierpflanze auf Brachland und Trümmergrundstücken findet. In Deutschland hat der Trümmerschutt nach dem Zweiten Weltkrieg für eine rasche Ausbreitung von Ailanthus altissima gesorgt. Selbst wenn man die Bäume fällt treibt das weitreichende Wurzelsystem alsbald wieder neue Schösslinge.

Vor allem in wärmeren Klimaten gilt er als invasive Art, die andere einheimische Pflanzen verdrängt; bei uns ist es dafür meist zu kalt, aber in den Mittelmeerländern erweist er sich regelmäßig als problematisch. In der Schweiz steht er bereit auf der Schwarzen Liste der unerwünschten invasiven Neophyten, und in der Europäischen Union darf er nicht gehandelt werden. Mit seinem Wärmebedürftnis findet man ihn häufig an Autobahnen, Bahnstrecken und im städtischen Bereich.

Fotos

Gesamte Pflanze Götterbaum
Quelle: NaturaDB
Blatt Götterbaum
Quelle: NaturaDB
Rinde Götterbaum
Quelle: NaturaDB
Rinde Götterbaum
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Götterbaum
Quelle: Darkone (talk · contribs), CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Blüte Götterbaum
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Götterbaum
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Rinde Götterbaum
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Häufige Fragen

Wie sieht der Götterbaum aus?

Der Drüsige Götterbaum hat eine breit ausladende Krone und wird bis zu 25 Metern hoch. Typisch sind seine fein gemusterte dünne braune Rinde und die langen gefiederten Blätter, die an ihren wenigen Zähnen nektarreiche Drüsen tragen. Die eher unscheinbaren grünlichen Blüten wachsen im Herbst zu großen Büscheln aus anfangs gelben bis rötlichen, geflügelten Samen aus. Sie bleiben oft bis ins folgende Frühjahr stehen und lösen sich nach und nach ab; dabei fliegen sie propellerartig weit von der Mutterpflanze weg.

Warum heißt der Götterbaum Götterbaum?

Den botanischen Namen Ailanthus altissima hat der Götterbaum der volkstümlichen Bezeichnung auf den Molluken zu verdanken: dort heißt er ailanto. „Sehr hoch“ bedeutet das Art-Epitheton altissima im Lateinischen. Drüsiger Götterbaum heißt er wegen der reichlich vorhandenen Nektarien an den Zähnen der Fiederblättchen, die vor allem für Ameisen eine Attraktion darstellen.

Wie vermehrt sich der Götterbaum?

Im Vermehren bringt der Götterbaum Spitzenleistungen. Er breitet sich vegetativ reichlich durch Wurzelsprossen aus. Sie sorgen selbst dann noch für einen Stockaustrieb, wenn man den Baum fällt. Zudem bildet er reichlich Samen, die dank ihrer großen Flügel weit fliegen und an entfernter Stelle keimen. Sie sorgen auch auf kargen und trockenen Böden von Ruderalstellen und Trümmergrundstücken für schnelle Vermehrung – einer der Gründe, warum sich der Götterbaum in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg als Pionierpflanze auf den Schuttbergen der zerstörten Städte schnell ausbreitete.

Vor allem in warmen Klima wachsen die jungen Bäume rasant und legen bereits im ersten Jahr ein bis zwei Meter Höhe zu. Damit gilt der Götterbaum als die am schnellsten wachsende Baumart in Mitteleuropa. Als invasiver Neophyt ist er daher nicht gerne gesehen.

Wo wächst der Götterbaum?

Ursprünglich ist der Götterbaum in China beheimatet. Nachdem die ersten Exemplare Mitte des 18. Jahrhunderts nach Europa kamen hat er sich schnell weltweit verbreitet und gedeiht mittlerweile vor allem in den gemäßigten und wärmeren Klimaten. Man findet ihn auch in Australien und Amerika, wo er als invasiver Neophyt vielerorts geächtet ist.

Wie schnell wächst ein Götterbaum?

Der Götterbaum ist der am schnellsten wachsende Baum in Mitteleuropa. Ursprünglich aus China eingeschleppt hat er sich rasant vermehrt, nicht zuletzt wegen seiner reichlich gebildeten Wurzelsprosse, die selbst bei gefällten Bäumen fleißig neu austreiben. Nicht minder effektiv sind die geflügelten Samen mit ihrem häutigen Rand, die reichlich produziert und mit dem Wind fliegend weite Strecken zurücklegen und selbst auf unwirtlichen Böden von Ruderalstellen und Brachland keimen. Sie werden bereits im ersten Jahr ein bis zwei Meter hoch und legen auch in den kommenden Jahren fleißig zu. Die Bäume können über 25 Meter hoch werden und haben eine ausladende, mäßig verzweigte Krone. Allerdings werden sie meistens nur 40-50 Jahre alt, wobei auch weit über hundert Jahre alte Exemplare vorkommen können.

Ökologischer Wert

Götterbaum nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

Insekten

Nektarwert:
3
Pollenwert:
2

Bienenweiden mit Nektar- und Pollenwerten