Kiwi

Actinidia deliciosa

Gehölz
Wildform
bedingt winterhart
essbar
Kiwi (Actinidia deliciosa) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Rob Hille, Public domain, via Wikimedia Commons
  • Aus China stammende Schlingpflanze
  • Bildet schnellwüchsige Triebe, die unten verholzen
  • Benötigt eine Rankhilfe
  • Große dekorative Blätter und wohlriechende Blüten
  • Früchte erscheinen erst nach vier bis fünf Jahren
  • Bedingt winterhart, Frostschutz gegebenenfalls notwendig
  • Für Kübel geeignet und so leichter zu überwintern
  • Benötigt viel Licht und einen durchlässigen, nahrhaften Boden
  • Vermehrung über Samen
  • Pflegeleicht und anspruchslos
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd
Höhe: 5 - 10 m
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -17 °C (bis Klimazone 7)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Strahlengriffelgewächse
Gattung: Strahlengriffel
ist essbar Frucht

Was ist Kiwi ?

Kiwi (Actinidia deliciosa) ist ein Exot, der wegen seiner Früchte zusehends in deutschen Gärten zu finden ist. Die bis zu zehn Meter Höhe erklimmende Schlingpflanze stammt ursprünglich aus dem Süden Chinas und ist als Vertreter der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae) bei uns noch am nächsten mit dem Efeu verwandt.

Die ähnlich wie die Früchte dicht behaarten Lianen verholzen mit der Zeit und ranken an Pfosten, Bäumen und Sträuchern in die Höhe. Im Frühjahr erscheinen die 15 Zentimeter großen, unterseits samtig behaarten und meist breit herzförmigen, mit einer zulaufenden Spitze versehenen Blätter. Kiwi ist zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Exemplare. Bei beiden entspringen die Blüten einzeln oder zu mehreren aus den Blattachseln der Triebe des Vorjahres. Sie erreichen bis zu fünf Zentimeter Durchmesser, sind weiß und duftend.

Nach der Bestäubung bilden sich an weiblichen Exemplaren die wohlbekannten walzenförmigen Beeren mit dichten kurzen Haaren auf der dünnen braunen Schale. Das Fruchtfleisch ist grün bis gelb, weiß in der Mitte und dazwischen sitzen die zahlreichen schwarzen, millimetergroßen länglichen Samen.

Kiwi  im Garten

Standort

Der Boden sollte für die Kiwipflanze nährstoffreich, durchlässig und gleichmäßig feucht sein. Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und ist bedingt winterhart. Wer Früchte ernten will, muss Männchen und Weibchen im Garten haben. Für die Bestäubung sorgt der Wind.

Schnitt

Kiwi ist pflegeleicht – man braucht nur abgestorbene Triebe zu entfernen und muss gegebenenfalls ausuferndes Wachstum mit der Schere begrenzen.

Vermehrung

Prinzipiell kann man eine Kiwi aus den Samen einer reifen Frucht heranziehen. Das ist allerdings eine recht langwierige Angelegenheit. Mit einer Jungpflanze aus der Gärtnerei kommt man deutlich schneller zu einer ersten Ernte. Kindern kann man mit Kiwi selber aus Samen ziehen auf jeden Fall eine Freude machen.

Verwendung

Als Liane pflanzt man die Kiwi am besten an Zäunen, einer Pergola, mit Spanndrähten oder einer vergleichbaren Kletterhilfe, an der sie sich hochranken kann. Das kann auch in einem Kübel erfolgen, der die Überwinterung erleichtert. Optisch sollte man beachten, dass die Triebe mit der Zeit verholzen und keine neuen Blätter bilden. Grün bleiben also nur die jüngeren Anteile.

Schädlinge

Schnecken machen sich nur über die jungen Pflanzen her, die älteren verholzten sind für sie uninteressant. An den Blättern finden sich in heißen Sommern mitunter Spinnmilben. Braune Blattränder sind selten auf eine Erkrankung zurückzuführen, sondern zumeist auf Wassermangel.

Ökologie

Als Windbestäuber ist die Kiwi für unsere einheimische Insektenwelt uninteressant. Nur bei den reifen Früchten muss man darauf achten, dass nicht Bienen, Wespen und Vögel den Exoten für sich entdecken.

Wissenswertes

Der Name Kiwi ist ein Marketinggag – eigentlich heißt die Frucht in China Makakenpfirsich und in Europa Chinesische Stachelbeere, wegen ihrer Ähnlichkeit mit den Früchten unserer einheimischen Stachelbeere (Ribes ucva-crispa). Die ersten Früchte kamen in den 1970er Jahren als Exoten aus Neuseeland nach Europa und erfreuten sich alsbald großer Beliebtheit. Den unaussprechlichen Namen verkürzte man auf den Wappenvogel Neuseelands, den Kiwi, dessen gedrungener Körper mit braunem Federkleid der Exotenfrucht ähnelt. Im Heimatland China spielt der Anbau übrigens nur für den Export eine Rolle – hier sammelt man die Früchte lieber wild direkt vom Strauch.

Rohe Kiwifrucht verträgt sich überhaupt nicht mit Milchprodukten – das Enzym Actinidain zersetzt das Milcheiweiß zu bitter schmeckenden Peptiden, wie sie auch beim Verderb auftreten. Kurzes Blanchieren beendet die Enzymaktivität.

Der gewerbsmäßige Anbau hat inzwischen eine große Zahl von Zuchtsorten hervorgebracht, von denen man einige im Gartenfachhandel erwerben kann. Die beliebten Gold-Kiwis gehören allerdings zur verwandten Actinidia chinensis.

Fotos

Gesamte Pflanze Kiwi
Quelle: Rob Hille, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Kiwi
Quelle: A. Barra, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Kiwi
Quelle: SABENCIA Guillermo César Ruiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Kiwi

Sorte Höhe
Kiwi (Wildform) 5 - 10 m
Kiwi 'Solo'
Kiwi 'Jenny'
Kiwi 'Hayward'

Häufige Fragen

Wann blühen Kiwis das erste Mal?

Aus Samen herangezogene Kiwis blühen bei guter Pflege nach vier bis fünf Jahren zum ersten Mal und können erst dann Früchte liefern – wenn es sich um weibliche Exemplare handelt und ein Pollenspender in luftiger Reichweite zur Verfügung steht.

Warum hat meine Kiwi keine Früchte?

Möglicherweise ist die fruchtlose Kiwi einsam? Die Pflanzen sind getrenntgeschlechtlich, und Früchte erscheinen nur nach Bestäubung der weiblichen Blüten. Für die Weitergabe des Pollens sorgt der Wind, aber es muss mindestens ein männliches und ein weibliches Exemplar vorhanden sein. Oder die Pflanze ist noch nicht geschlechtsreif – die ersten Blüten erscheinen nach vier oder fünf Jahren.

Wie lange dauert es, bis eine Kiwi Früchte trägt?

Kiwis blühen ab dem vierten oder fünften Lebensjahr, je nach Standort und Pflege. Dann erscheinen erstmals die wunderbar duftenden kleinen weißen Blüten. Da die Pflanze zweihäusig ist, bekommt man nur bei weiblichen Kiwipflanzen eine Ernte. Ein Männchen muss als Pollenspender in der Nähe stehen, den Rest erledigt der Wind;

Ist eine Kiwi winterhart?

Kiwis sind nur bedingt winterhart. In warmen Gegenden überdauern sie gut, bei Frostgefahr sollte man sie aber gut schützen. In den deutschen Weinbauregionen findet man die Pflanze recht häufig im Garten. Am sichersten geht man, wenn man sie in Kübeln anpflanzt und vorzugsweise mitsamt Rankhilfe in Keller oder Garage überwintert.

Wie wächst die Kiwi?

Kiwi ist ein Lianengewächs und benötigt daher eine Rankhilfe. Um die schlingt sie sich mit ihren Trieben und strebt nach oben. Im Erdreich hat sie nur ein flaches Wurzelwerk. Das Wachstum ist unter optimalen Bedingungen ziemlich rasant – viele Gärtner wundern sich, wie die Triebe im Sommer tagtäglich ein ordentliches Stück zulegen.

Wann schneidet man Kiwi zurück?

Abgeerntete Triebe bilden im Folgejahr keine neuen Früchte. Die alten Kurztriebe kann man daher bedenkenlos abschneiden. Für einen reichen Ertrag sollte man ausuferndes Wachstum auf einen oder zwei Haupttriebe beschränken – dann gibt es wesentlich mehr Blüten und Früchte.

Ökologischer Wert

Kiwi ist nicht heimisch

Insekten

Nektarwert:
2
Pollenwert:
2

Obstgehölze und Beerensträucher

Themen