Japanische Lavendelheide

Pieris japonica

Gehölz
Wildform
giftig
Frühblüher
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Gesamte Pflanze von Japanische Lavendelheide

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bis zu drei Meter hohes immergrünes Heidekrautgewächs aus Ostasien
  • Bildet rundliche Sträucher mit flachen Wurzeln
  • Lorbeerähnliche Blätter im frühjährlichen Austrieb rötlich gefärbt
  • Ab März dichte aufrechte oder überhängende Rispen mit weißen Blüten
  • Einzelblüten urnenförmig, bei der Wildart weiß, bei vielen Sorten rosa oder rötlich
  • In allen Teilen giftig, gefährlich vor allem für Haustiere und weidendes Vieh
  • Braucht einen durchlässigen sauren Boden und vorzugsweise Halbschatten
  • Am besten gleichmäßig feucht halten, winterhart bis -15 °C
  • Leichte Vermehrung mit Stecklingen
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: sauer
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 3 m
Breite: 2 - 3 m
Zuwachs: 10 - 15 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
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a
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o
n
d
Sonstiges
ist giftig
Klassifizierung
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Heidekrautgewächse
Gattung: Lavendelheide
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Japanische Lavendelheide?

Die Japanische Lavendelheide oder das Japanische Schattenglöckchen (Pieris japonica) ist ein Heidekrautgewächs (Ericaceae), das in den Bergwäldern im Osten Chinas, in Taiwan und namensgebend in Japan beheimatet ist und auf einer Höhe von 800 bis 1.900 Metern wächst.

Es handelt sich bei Pieris japonica um einen immergrünen gedrungen rundlichen Strauch mit filzigen flachen Wurzeln, der 2-3 Meter hoch wird – viele der im Gartenfachhandel erhältlichen Sorten bleiben deutlich kleiner. Die dicht verzweigten unregelmäßigen Äste stehen aufrecht; daran sitzen die ledrigen und glänzenden mittelgrünen, ähnlich wie bei Lorbeer aussehenden Blätter. Diese haben eine schmal verkehrt-eiförmige bis elliptische oder lanzettliche Form und werden bis zu neun Zentimeter lang. Im Austrieb sind sie rosa bis kupfern oder tief bronzefarben gefärbt und sehen aus der Ferne wie Blüten aus. Später erst werden sie grün.

Die strahlend weißen urnenförmigen Blüten erscheinen im zeitigen Frühjahr ab März kurz nach dem Laubaustrieb in 8-10 Zentimeter breiten, dicht gedrängten endständigen Rispen an den Ästen; die Blütenstände stehen aufrecht oder hängen leicht über. Sie stehen an kurzen kahlen Stielen und sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle, zwittrig und sternförmig. Die kleinen etwa einen Zentimeter großen Urnen werden von den fünf miteinander verwachsenen Kronblättern gebildet, die nur an der Spitze kleine stumpfe Zähnchen bilden und weiter unten die typische kleine aufgeblasene Glocke, die man auch von Erica und Besenheide kennt. Ein wenig erinnern sie an das nicht verwandte Maiglöckchen und duften sogar ganz ähnlich. Dagegen sind die Kelchblätter nur am Grund miteinander verwachsen und bilden kurze Kelchzipfel. Die Blüten sind Dauerblüher und halten mindestens zwei oder drei Wochen.

Bei den Früchten handelt es sich um braune gefächerte, 5-6 Millimeter große Kapseln, die sich bei Reife an ihrer Spitze öffnen und die kleinen Samen entlassen. Sie bleiben den ganzen Winter über stehen.

Japanische Lavendelheide im Garten

Standort

Die Japanische Lavendelheide benötigt im Garten eine mäßig nährstoffreiche, gleichmäßig feuchte, vor allem saure und humusreiche Erde, die zudem gut durchlässig sein muss. Sie steht vorzugsweise leicht geschützt vor der Sonne im Halbschatten. Trockenphasen verträgt sie deutlich besser als Staunässe. Im Winter muss man sie vor kalten austrocknenden Winden schützen, die der eigentlich frostharten Pflanze Schaden zufügen können; winterhart ist das Schattenglöckchen bis -15 °C. Besonders gefährlich sind Spätfröste, die im Frühjahr den frischen Austrieb erfrieren lassen. Achtung: Die Pflanzen sind giftig und für Gärten, in denen kleine Kinder und Haustiere herumlaufen nur begrenzt geeignet.

Schnitt und Pflege

Der Flachwurzler hat etwas empfindliche faserige Wurzeln, die Du am besten in Ruhe lässt. Ein Umpflanzen verträgt sie nur mäßig gut, und ein Umgraben der Erde in unmittelbarer Nähe der Sträucher solltest Du unbedingt vermeiden – das nehmen sie schnell übel. Ein Schneiden ist überhaupt nicht notwendig, die Sträucher wachsen unbehelligt am schönsten und entwickeln sich auch ohne Formschnitt prächtig. Falls Du Dich trotzdem am Schneiden versuchen möchtest, trage sicherheitshalber Handschuhe, denn der Saft kann die Haut erheblich reizen und Brennen und Jucken verursachen. Mit regelmäßigen kleinen Gaben von gut gereiftem Kompost oder etwas Rindenhumus wächst die Japanische Lavendelheide am besten.

Vermehrung

Zum einen kann man Japanische Lavendelheide mit Samen vermehren, die man im Herbst oder Frühjahr ins Aussaatbeet oder in Töpfen ausbringt. Das funktioniert allerdings nur bei den reinen Arten, da bei den Sorten die Merkmale dank unterschiedlicher in Frage kommender Pollenspender in der Nachkommenschaft nicht zwangsläufig erhalten bleiben. Diese vermehrt man besser vegetativ. Stecklinge vom noch grünen Holz lassen sich im Frühsommer abnehmen, im Hochsommer halbverholzte Stecklinge. Sie bewurzeln mit etwas Bodenheizung am zuverlässigsten.

Verwendung

In Parks und Grünanlagen ist die Japanische Lavendelheide ebenso beliebt wie im heimischen Garten. Die hübschen Sträucher mit ihrem bronzefarbenen Austrieb und den über Herbst und Winter lange stehenden Kapselfrüchten machen sich in Gehölzgruppen oder unter Nadelbäumen am besten und fallen hier vor dem dunklen Hintergrund vor allem durch ihre weißen Glockenblüten auf. Sie lassen sich auch gut im Moorbeet pflanzen und mit Rhododendon kombinieren. Vor allem die kleiner bleibenden Sorten des Japanischen Schattenglöckchens geben zudem dekorative Kübelpflanzen, die man notfalls im Winter ins Haus holen kann.

Schädlinge

Neben Pflegefehlern mit zu feuchtem Stand oder zu kalter Überwinterung machen der ansonsten recht robusten Japanischen Lavendelheide vor allem Blattflecken und die Phythphthora-Fäule zu schaffen.

Ökologie

Für die Bestäubung der Lavendelheide sind vor allem Bienen zuständig. Die Verbreitung der Samen aus den braunen Kapseln zeichnet der Wind verantwortlich.

Wissenswertes

Was ist Lavendelheide und Schattenglöckchen?

Die bei uns nicht vorkommende Gattung Pieris besteht aus sieben Arten von immergrünen Sträuchern, Bäumen und Lianen, die in den Wäldern und Hängen Ostasiens, Nordamerikas und auf den Westindischen Inseln natürlich vorkommen. Ebenfalls in Gärten verbreitet ist die Amerikanische Lavendelheide oder das Amerikanische Schattenglöckchen Pieris floribunda, das in den Wäldern Nordamerikas beheimatet ist.

Verwandt mit Heidelbeere und Heidekraut

Ein altes Synonym für Pieris japonica ist Andromeda japonicaAndromeda-Arten wie die Polei-Gränke (Andromeda polifolia) kommen auch in unseren Breiten vor. Damit ist sie mit anderen einheimischen Erikagewächsen wie Besenheide, Preiselbeere und Heidelbeere verwandt.

Giftig vor allem für Tiere

Im Gegensatz zu den essbaren Verwandten ist sie aber wie die Polei-Gränke in allen Teilen giftig. Sie enthält unter anderem Grayanatoxin (Asebotoxin), Acetylandromedol und Andromedotoxin, die Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle und im Extremfall Atemlähmung hervorrufen. Bereits der Saft kann auf der Haut ein Brennen und Jucken hervorrufen.

Besonders gefährlich ist sie für Tiere, insbesondere für Weidetiere wie Pferde, Kühe und Ziegen, aber auch Hund und Katze sollte man nicht an den Pflanzen knabbern lassen. Dagegen sind Vergiftungserscheinungen beim Menschen äußerst selten – so einladend sind die Blätter und Blüten nicht. Abkochungen der Pflanze werden in der lokalen Volksheilkunde als Mittel gegen Läuse, Flöhe und Krätzmilben verwendet.

Sorten von Lavendelheide

Im Gartenfachhandel bekommt man eine ganze Reihe von Sorten, die sich durch oft kleineren Wuchs, besonders dunkle oder panaschierte Blätter und rosafarbene bis rote Blüten auszeichnen. Einige davon haben den berühmten Award of Garden Merit der britischen Royal Horticultural Society gewonnen.

Fotos

Gesamte Pflanze Japanische Lavendelheide
Quelle: NaturaDB
Blatt Japanische Lavendelheide
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Japanische Lavendelheide
Quelle: NaturaDB
Blüte Japanische Lavendelheide
Quelle: 5snake5, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Japanische Lavendelheide
Quelle: 5snake5, CC0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Woher kommt der Name Pieris?

Der Gattungsname Pieris geht auf die Pieriden der griechischen Mythologie zurück, besser bekannt als die neun Musen. Was sich der schottische Botaniker David Don (1799 – 1841) bei der Benennung gedacht hat ist leider nicht überliefert.

Wie pflege ich Japanische Lavendelheide?

Mit minimalem Aufwand. Die auch als Schattenglöckchen bezeichneten Pflanzen sind ausgesprochen pflegeleicht. So brauchen sie beispielsweise nie einen Schnitt und entwickeln sich auch ohne Formgebung prächtig zu kugeligen Büschen, die bis drei Meter bei der Wildform, bei vielen Sorten deutlich kleiner werden. Die Erikagewächse brauchen einen sauren und humusreichen, gut durchlässigen Boden, der möglichst gleichmäßig feucht sein sollte, aber auch vorübergehende Trockenheit schadet ihnen nicht.

Im Wachstum sind sie dankbar, wenn sie ab und zu etwas reifen Kompost oder Rindenmulch zum Nachsäuern bekommen. Im Winter sind sie frosthart bis -15 °C, wobei kalte scharfe Winde Blattwerk und Boden auszutrocknen drohen. Die jungen Austriebe sind im Frühjahr durch Spätfröste gefährdet.

Wie hoch wird Japanische Lavendelheide?

Die Wildform Pieris japonica wird zwei bis drei Meter hoch, viele der im Gartenfachhandel noch wesentlich weiter verbreiteten Sorten bleiben deutlich kleiner. Damit lassen sie sich übersichtlich vor der dunklen Kulisse von Nadelbäumen und anderen Gehölzen platzieren, vor der die weißen und lange haltenden Blüten besonders gut zur Geltung kommen.

Ist Lavendelheide winterhart?

Das Japanische Schattenglöckchen oder Lavendelheide ist winterhart bis -15 °C. Gefährlich sind vor allen Spätfröste, die im Frühjahr die neu austreibenden Triebe schädigen können. Ansonsten trocknen kalte Winde an sonnigen Tagen im Winter die Erde und die Blätter aus, sodass die Pflanzen Schaden nehmen können. Wer auf Nummer sicher gehen will kann die Lavendelheide als Kübelpflanze halten, dann ist man maximal mobil und kann sie bei unvermutet kaltem Wetter im Winter ins Haus holen.

Ist die Japanische Lavendelheide giftig?

Allerdings, wobei Vergiftungserscheinungen bei Menschen selten vorkommen. Wesentlich bedrohlicher ist die in allen Teilen toxische Giftpflanze vor allem für Tiere, die eher an Grün und Blüten knabbern als Kinder. Das gilt insbesondere für Hunde und Katzen und vor allem für weidendes Vieh. Die Giftstoffe wie Grayanatoxin und Andromedotoxin führen bei Verzehr zu Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen und Durchfällen, im Extremfall tritt der Tod durch Lähmung der Atemmuskulatur ein. Pferde, Kühe und Ziegen sollten daher auf keinen Fall in die Nähe der glänzend grünen Blätter gelassen werden, damit sie nicht auf dumme Ideen kommen und an den ihnen unbekannten Exoten aus Fernost herumfressen.

Wann schneidet man Lavendelheide?

Am besten eigentlich gar nicht, dann entwickeln sich die bis zu drei Meter hohen immergrünen Sträucher am besten. Wenn schon, dann vorzugsweise im Sommer nach der Blüte. Dann kann man auch die Stecklinge zur Nachzucht verwenden. Im Frühsommer schneidet man sie von den grünen Trieben, im Hochsommer von den bereits halb verholzten. Bewurzeln lassen sie sich am zuverlässigsten mit etwas Bodenheizung.

Was passt zu Lavendelheide?

Die Lavendelheide kommt in Garten, Parks und Grünanlagen vor allem vor dem dunklen Hintergrund von Gehölz gut zur Geltung, etwa vor Nadelbäumen oder hohen Sträuchern. Das gilt insbesondere vor Rhododendron, vor den man den japanischen Exoten besonders gerne pflanzt.

Welcher Dünger für Lavendelheide?

Pieris japonica hat gerne einen sauren Boden und mäßig fruchtbare Erde – unterstützen kannst Du sie dabei mit regelmäßigen Gaben von Rindenmulch oder von Kompost, der schon richtig schön abgehangen ist.

Wann blüht Schattenglöckchen?

Das erste, was man im Jahr vom Schattenglöckchen zu Gesicht bekommt ist der neue Austrieb. Die jungen Blätter sind auffallen rötlich, oft wie Kupfer oder Bronze getönt und sehen in ihren Quirlen Blüten zum Verwechseln ähnlich. Die ersten richtigen Blüten erscheinen bereits im März. Danach blühen sie fleißig weiter, bis in den Sommer hinein. Besonders bemerkenswert: Die einzelnen urnenförmigen Blüten in den überreichen Rispen sind so dauerhaft wie wenige andere – sie halten mindestens zwei oder drei Wochen. Selbst nach der Blütezeit sorgen die vertrockneten Blüten und danach die zahlreichen Kapselfrüchte für Dekoration; diese bleiben im Herbst und Winter lange an den Sträuchern.

Welche Erde für Schattenglöckchen?

Das Japanische Schattenglöckchen Pieris japonica benötigt einen humosen sauren, durchlässigen und mäßig nährstoffreichen, vorzugsweise gleichmäßig feuchten Boden. Im Sommer kannst Du ab und zu etwas alten Kompost oder Rindenmulch spendieren, um die Versorgung mit Nährstoffen zu sichern. Lange in den Boden einsickern müssen diese nicht, denn die Lavendelheide ist ein Flachwurzler und kommt so schnell an die Nährstoffe ran. Umgraben solltest Du dabei nicht – das faserige Wurzelsystem mag so etwas gar nicht.

Die Erde alleine sorgt noch nicht für optimale Bedingungen – dazu gehören auch viel Licht und Wärme. Am besten steht das Schattenglöckchen im Halbschatten und etwas vor Wind geschützt, vor allem im Winter, wo an sonnigen Tagen die trockene Luft den Boden auszutrocknen droht.

Ökologischer Wert

Japanische Lavendelheide ist nicht heimisch. Wir haben leider keine genauen Daten zum Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. Häufig haben aber heimische Pflanzen einen höheren ökologischen Nutzen.

Immergrüne Sträucher