Was ist Japanische Lavendelheide?
Die Japanische Lavendelheide oder das Japanische Schattenglöckchen (Pieris japonica) ist ein Heidekrautgewächs (Ericaceae), das in den Bergwäldern im Osten Chinas, in Taiwan und namensgebend in Japan beheimatet ist und auf einer Höhe von 800 bis 1.900 Metern wächst.
Es handelt sich bei Pieris japonica um einen immergrünen gedrungen rundlichen Strauch mit filzigen flachen Wurzeln, der 2-3 Meter hoch wird – viele der im Gartenfachhandel erhältlichen Sorten bleiben deutlich kleiner. Die dicht verzweigten unregelmäßigen Äste stehen aufrecht; daran sitzen die ledrigen und glänzenden mittelgrünen, ähnlich wie bei Lorbeer aussehenden Blätter. Diese haben eine schmal verkehrt-eiförmige bis elliptische oder lanzettliche Form und werden bis zu neun Zentimeter lang. Im Austrieb sind sie rosa bis kupfern oder tief bronzefarben gefärbt und sehen aus der Ferne wie Blüten aus. Später erst werden sie grün.
Die strahlend weißen urnenförmigen Blüten erscheinen im zeitigen Frühjahr ab März kurz nach dem Laubaustrieb in 8-10 Zentimeter breiten, dicht gedrängten endständigen Rispen an den Ästen; die Blütenstände stehen aufrecht oder hängen leicht über. Sie stehen an kurzen kahlen Stielen und sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle, zwittrig und sternförmig. Die kleinen etwa einen Zentimeter großen Urnen werden von den fünf miteinander verwachsenen Kronblättern gebildet, die nur an der Spitze kleine stumpfe Zähnchen bilden und weiter unten die typische kleine aufgeblasene Glocke, die man auch von Erica und Besenheide kennt. Ein wenig erinnern sie an das nicht verwandte Maiglöckchen und duften sogar ganz ähnlich. Dagegen sind die Kelchblätter nur am Grund miteinander verwachsen und bilden kurze Kelchzipfel. Die Blüten sind Dauerblüher und halten mindestens zwei oder drei Wochen.
Bei den Früchten handelt es sich um braune gefächerte, 5-6 Millimeter große Kapseln, die sich bei Reife an ihrer Spitze öffnen und die kleinen Samen entlassen. Sie bleiben den ganzen Winter über stehen.
Japanische Lavendelheide im Garten

Quelle: Lawson Solution/shutterstock.com
Standort
Die Japanische Lavendelheide benötigt im Garten eine mäßig nährstoffreiche, gleichmäßig feuchte, vor allem saure und humusreiche Erde, die zudem gut durchlässig sein muss. Sie steht vorzugsweise leicht geschützt vor der Sonne im Halbschatten. Trockenphasen verträgt sie deutlich besser als Staunässe. Im Winter muss man sie vor kalten austrocknenden Winden schützen, die der eigentlich frostharten Pflanze Schaden zufügen können; winterhart ist das Schattenglöckchen bis -15 °C. Besonders gefährlich sind Spätfröste, die im Frühjahr den frischen Austrieb erfrieren lassen. Achtung: Die Pflanzen sind giftig und für Gärten, in denen kleine Kinder und Haustiere herumlaufen nur begrenzt geeignet.
Schnitt und Pflege
Der Flachwurzler hat etwas empfindliche faserige Wurzeln, die Du am besten in Ruhe lässt. Ein Umpflanzen verträgt sie nur mäßig gut, und ein Umgraben der Erde in unmittelbarer Nähe der Sträucher solltest Du unbedingt vermeiden – das nehmen sie schnell übel. Ein Schneiden ist überhaupt nicht notwendig, die Sträucher wachsen unbehelligt am schönsten und entwickeln sich auch ohne Formschnitt prächtig. Falls Du Dich trotzdem am Schneiden versuchen möchtest, trage sicherheitshalber Handschuhe, denn der Saft kann die Haut erheblich reizen und Brennen und Jucken verursachen. Mit regelmäßigen kleinen Gaben von gut gereiftem Kompost oder etwas Rindenhumus wächst die Japanische Lavendelheide am besten.
Vermehrung
Zum einen kann man Japanische Lavendelheide mit Samen vermehren, die man im Herbst oder Frühjahr ins Aussaatbeet oder in Töpfen ausbringt. Das funktioniert allerdings nur bei den reinen Arten, da bei den Sorten die Merkmale dank unterschiedlicher in Frage kommender Pollenspender in der Nachkommenschaft nicht zwangsläufig erhalten bleiben. Diese vermehrt man besser vegetativ. Stecklinge vom noch grünen Holz lassen sich im Frühsommer abnehmen, im Hochsommer halbverholzte Stecklinge. Sie bewurzeln mit etwas Bodenheizung am zuverlässigsten.
Verwendung
In Parks und Grünanlagen ist die Japanische Lavendelheide ebenso beliebt wie im heimischen Garten. Die hübschen Sträucher mit ihrem bronzefarbenen Austrieb und den über Herbst und Winter lange stehenden Kapselfrüchten machen sich in Gehölzgruppen oder unter Nadelbäumen am besten und fallen hier vor dem dunklen Hintergrund vor allem durch ihre weißen Glockenblüten auf. Sie lassen sich auch gut im Moorbeet pflanzen und mit Rhododendon kombinieren. Vor allem die kleiner bleibenden Sorten des Japanischen Schattenglöckchens geben zudem dekorative Kübelpflanzen, die man notfalls im Winter ins Haus holen kann.
Schädlinge
Neben Pflegefehlern mit zu feuchtem Stand oder zu kalter Überwinterung machen der ansonsten recht robusten Japanischen Lavendelheide vor allem Blattflecken und die Phythphthora-Fäule zu schaffen.
Ökologie
Für die Bestäubung der Lavendelheide sind vor allem Bienen zuständig. Die Verbreitung der Samen aus den braunen Kapseln zeichnet der Wind verantwortlich.
Wissenswertes
Was ist Lavendelheide und Schattenglöckchen?
Die bei uns nicht vorkommende Gattung Pieris besteht aus sieben Arten von immergrünen Sträuchern, Bäumen und Lianen, die in den Wäldern und Hängen Ostasiens, Nordamerikas und auf den Westindischen Inseln natürlich vorkommen. Ebenfalls in Gärten verbreitet ist die Amerikanische Lavendelheide oder das Amerikanische Schattenglöckchen Pieris floribunda, das in den Wäldern Nordamerikas beheimatet ist.
Verwandt mit Heidelbeere und Heidekraut
Ein altes Synonym für Pieris japonica ist Andromeda japonica – Andromeda-Arten wie die Polei-Gränke (Andromeda polifolia) kommen auch in unseren Breiten vor. Damit ist sie mit anderen einheimischen Erikagewächsen wie Besenheide, Preiselbeere und Heidelbeere verwandt.
Giftig vor allem für Tiere
Im Gegensatz zu den essbaren Verwandten ist sie aber wie die Polei-Gränke in allen Teilen giftig. Sie enthält unter anderem Grayanatoxin (Asebotoxin), Acetylandromedol und Andromedotoxin, die Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle und im Extremfall Atemlähmung hervorrufen. Bereits der Saft kann auf der Haut ein Brennen und Jucken hervorrufen.
Besonders gefährlich ist sie für Tiere, insbesondere für Weidetiere wie Pferde, Kühe und Ziegen, aber auch Hund und Katze sollte man nicht an den Pflanzen knabbern lassen. Dagegen sind Vergiftungserscheinungen beim Menschen äußerst selten – so einladend sind die Blätter und Blüten nicht. Abkochungen der Pflanze werden in der lokalen Volksheilkunde als Mittel gegen Läuse, Flöhe und Krätzmilben verwendet.
Sorten von Lavendelheide
Im Gartenfachhandel bekommt man eine ganze Reihe von Sorten, die sich durch oft kleineren Wuchs, besonders dunkle oder panaschierte Blätter und rosafarbene bis rote Blüten auszeichnen. Einige davon haben den berühmten Award of Garden Merit der britischen Royal Horticultural Society gewonnen.