Japanischer Blumen-Hartriegel

Cornus kousa

Gehölz
Wildform
winterhart
essbar
Japanischer Blumen-Hartriegel (Cornus kousa) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Ostasien beheimateter Zierstrauch aus der Familie der Hartriegelgewächse
  • Bildet kleine Bäume oder kurzstämmige Sträucher mit breiter Krone
  • Nur sehr langsam wachsend, einige Sorten auch kleinbleibend
  • Für durchlässige und nährstoffreiche Böden mit nicht allzu viel Sonne
  • Besonders dekorativ durch vier große Hochblätter unter den kleinen unscheinbaren Blütenständen
  • Zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Farben der Hochblätter und des Herbstlaubes
  • Auch mit bunten panaschierten Blättern erhältlich
  • Gut zu kombinieren mit Rhododendron
  • Früchte essbar, aber mit harter bitterer Schale und großem Kern, meist weiterverarbeitet
  • Bienenweide und Vogelschutzgehölz
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 3 - 6 m
Breite: 3 - 4 m
Zuwachs: 20 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer
Sonstiges
Ordnung: Hartriegelartige
Familie: Hartriegelgewächse
Gattung: Hartriegel
ist essbar Frucht,Blatt

Was ist Japanischer Blumen-Hartriegel?

Japanischer Blumen-Hartriegel oder Asiatischer Blüten-Hartriegel (Cornus kousa) ist ein Blumen-Hartriegel oder Blüten-Hartriegel – eine der Hartriegelarten, die besonders durch ihre blütenblattartigen Hochblätter dekorativ erscheinen. Diese Art gehört wie alle anderen Hartriegel zur gleichnamigen Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae) und stammt ursprünglich aus Korea und Japan. Einheimisch und eher durch ihr dekoratives Laub und Geäst glänzend sind hingegen die nahe verwandte Kornelkirsche (Cornus mas) und der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea).

Es handelt sich dabei um einen 3-6 Meter hohen laubabwerfenden Baum oder kurzstämmigen großen Strauch mit locker verzweigten Ästen und einer breit konischen Krone. Die Stämmchen können einen Durchmesser von 30-40 Zentimetern erreichen und wachsen recht langsam. Mit zunehmendem Alter ordnen sich die Zweige in Etagen an. Sie sind nur jung leicht behaart und werden schnell kahl. Die glatte und unbereifte braune Borke schülfert in langen Streifen ab.

Die bis zu acht Zentimeter langen und halb so breiten ovalen Blätter sind dunkelgrün und haben einen ganzen und gewellten Rand; sie sind meistens kurz und dicht anliegend behaart. Typisch für einen Hartriegel sind die in Richtung Blattspitzen verlaufenden Blattnerven. Gegen Ende des Jahres zeigt das Laub eine prächtige gelbe bis scharlachrote Herbstfärbung.

Die grünen und unscheinbaren Blüten erscheinen im Sommer lange nach dem Laubaustrieb zu 20-40 Exemplaren in etwa einen Zentimeter breiten, kugelig-doldenartigen Blütenständen. Auffällig werden sie erst durch die vier umgebenden Hochblätter: diese sind weiß, ei-lanzettlich geformt und 2-5 Zentimeter lang.

Die fleischigen Steinfrüchte erinnern an kleine Erdbeeren oder Maulbeeren und haben eine rote oder orangegelbe Farbe. Sie weisen einen langen Stiel auf und bestehen aus mehreren Teilfrüchten mit jeweils einem Samen und einer harten ledrigen Schale. Insgesamt erreichen sie einen Durchmesser von 2-4 Zentimetern.

Japanischer Blumen-Hartriegel im Garten

Standort

Wie alle Hartriegel-Sorten verträgt auch der Japanische Blumen-Hartriegel einiges an Sonne, aber für etwas Halbschatten oder im Tagesverlauf zeitweise Beschattung sind sie doch dankbar. Der Boden muss humos, nährstoffreich und vor allem gut durchlässig sein. Kalk ist streng zu meiden, den mögen die Pflanzen überhaupt nicht, ebenso wie Staunässe. Im Sommer muss man für eine ständige leichte Feuchte sorgen, denn Trockenheit wirkt sich schnell negativ auf die Blüten und Blätter aus.

Beim Pflanzen musst Du unbedingt das mit dem durchlässigen Boden beachten. Bodenverdichtung etwa in der Nähe von vielbegangenen Wegen, der Terrasse oder an der Straße nimmt er übel. Dafür sind die Hartriegel auch vollkommen winterhart und widerstehen auch strengen Frösten.

Schnitt und Pflege

Der Japanische Blumen-Hartriegel ist gut schnittverträglich und lässt sich ohne weiteres einen Formschnitt verpassen. Allerdings gedeiht er am prächtigsten, wenn man ihn in Ruhe gewähren und wachsen lässt. Ein Zurückschneiden oder ein Auslichten ist auch kaum notwendig, da die Großsträucher vor allem in jungen Jahren nur recht langsam wachsen.

Ansonsten sind die Pflanzen sehr pflegeleicht, wenn man von regelmäßigem Feuchthalten im Sommer absieht.

Vermehrung

Eine Vermehrung mit Samen ist problemlos möglich; es handelt sich dabei um einen Kaltkeimer, der niedere Temperaturen zum Keimen beansprucht. Allerdings wird man nur selten Samen aus den Früchten ernten können, denn diese bildet der Japanische Blumen-Hartriegel eher spärlich, und die wenigen fallen meist den hungrigen Vögeln zum Opfer. Kein Problem, denn die Pflanzen lassen sich auch sehr leicht mit Stecklingen oder Absenkern vermehren. Oder greife einfach auf ein junges Bäumchen aus der Baumschule zurück, das geht nach wie vor am schnellsten und kostet nicht die Welt. Dafür bekommst Du auch einen dankbaren, pflegeleichten und allzeit dekorativen Begleiter für Deinen Garten.

Verwendung

Mit seinen auffälligen „Blüten“ eignet sich Japanischer Blumen-Hartriegel für die Präsentation vor Nadelbäumen, Rhododendren und anderen schlichten Hintergründen. Zum Kombinieren in Hecken sollte man keine Gehölze wählen, die um die gleiche Zeit herum blühen, damit er auch gut zur Geltung kommt.

Schädlinge

Der Japanische Blumen-Hartriegel ist recht robust und wird nur selten von Krankheiten und Schädlingen geplagt. Lästig werden vor allem Schildläuse, die unter ihren kleinen Deckelchen vor Brennnesselbrühe und Schachtelhalmsud gut geschützt sind.

Gegenüber der eingeschleppten Anthraknose oder Blattbräune, die durch den Pilz Discula destructiva hervorgerufen wird, sind die Pflanzen einigermaßen resistent, ganz im Gegensatz zu anderen Hartriegelarten.

Anthraknose am Hartriegel im Garten? Bisher ist diese Krankheit noch vorwiegend auf Nordamerika beschränkt und tritt nur in Einzelfällen außerhalb davon auf. Der Name des Pilzes lässt Böses erahnen: Nach anfänglichem Braunwerden der Blattspitzen und Triebe kommt es zum Absterben der Zweige. Solltest Du diese Krankheit rechtzeitig feststellen, lässt sich die weitere Ausbreitung durch gründliches Entfernen der befallenen Äste verhindern. Dabei musst Du tief ins gesunde Holz zurückgehen. Desinfiziere Deine Baumschere und entsorge die Reste bloß nicht auf dem Kompost, sondern werfe sie in den Restmüll. Schnittflächen solltest Du grundsätzlich mit einer vor Pilzen schützenden Lösung behandeln.

Ökologie

Die großen auffälligen Brakteen dienen als optischer Ersatz für die winzigen Blütenblätter und locken Bestäuber bereits aus weiter Ferne an. Bei uns zeigen sich vor allem Honigbienen interessiert. Ansonsten sind die Sträucher ein gutes Vogelschutzgehölz, und auch die Beeren werden nicht verschmäht.

Wissenswertes

Während die Blumen-Hartriegel wie Cornus kousa, Cornus florida und der Teppich-Hartriegel Cornus canadensis mit ihren großen Scheinblüten hervorstechen machen sich andere Hartriegel-Arten mit einer ähnlich bunten Herbstfärbung und teilweise mit einer leuchtend gefärbten Rinde und besonders frühen Blüten auf sich aufmerksam, etwa die heimische Kornelkirsche Cornus mas und der Rote Hartriegel Cornus sanguinea. Ebenfalls aus Ostasien stammt der Weiße Hartriegel Cornus alba mit einer leuchtend roten Rinde.

Fotos

Gesamte Pflanze Japanischer Blumen-Hartriegel
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Japanischer Blumen-Hartriegel
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Japanischer Blumen-Hartriegel
Quelle: Alpsdake, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Japanischer Blumen-Hartriegel

Sorte Höhe Breite
Japanischer Blumen-Hartriegel (Wildform) 3 - 6 m 3 - 4 m
Chinesischer Blumen-Hartriegel 5 - 10 m 4 - 8 m

Häufige Fragen

Ist Japanischer Blumen-Hartriegel giftig?

Nein, die erdbeerähnlichen Scheinfrüchte kann man sogar essen. Sie schmecken sogar recht angenehm süß und aromatisch und erinnern an Kaki oder Sharonfrucht. Allerdings ist das Fruchtfleisch gelartig, der Steinkern groß und hart und die Hülle recht fest und leicht bitter, sodass man sie eher selten roh verzehrt. In Japan stellt man lieber einen Fruchtlikör daraus her oder verwendet sie für Kompott, Marmeladen, Säfte und Saucen. Dort isst man auch die jungen Blätter.

Welche Sorten von Japanischer Blumen-Hartriegel gibt es?

Die Stammform Cornus kousa var. kousa ist in Japan und Korea beheimatet. Dort wachsen die Büsche bevorzugt an Flussufern und an Straßenrändern.

Neben der beschriebenen Wildform gibt es noch eine vorwiegend aus China stammende Varietät, die als Cornus kousa var. chinensis oder Chinesischer Blumenhartriegel im Handel erhältlich ist. Bei dieser kräftigeren Variante hängen die Zweige leicht über, die Blätter sind größer und die Hochblätter noch auffälliger. Letztere sind um die fünf Zentimeter lang, zugespitzt und öffnen sich cremeweiß, um danach erst weiß und in einigen Fällen rosa nachzufärben.

Einige der Kultivare haben 2017 den renommierten Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society gewonnen. Zu den beliebten Sorten des Japanischen Blumen-Hartriegels gehören:

  • Ben Fuji‘ hat dunkelrosa bis rote Hochblätter.
  • China Girl‘ mit 8-10 Zentimeter langen Hochblättern und rotem Herbstlaub.
  • Elizabeth Lustgarten‘ und ‚Lustgarten Weeping‘, mit einer rundlichen Krone, nur einen halben Meter hoch und mit herabhängenden Ästen
  • Gold Star‘ hat weiße Hochblätter und dunkelgrüne Laubblätter mit auffälligen gelben Flecken
  • Little Beauty‘ bleibt mit nur 40 Zentimetern vergleichsweise klein.
  • Milky Way‘ zeichnet sich durch cremeweiße Hochblätter und besonders reichhaltigen Fruchtansatz aus. Bei dieser Sorte finden sich während der Blütezeit mitunter mehr Hochblätter als Laubblätter. Eine der häufigsten Sorten des Japanischen Blumen-Hartriegels.
  • Miss Satomi‘, oft auch kurz ‚Satomi‘ genannt, mit purpurfarbener und dunkelroter Herbstfärbung, mittelgroß. Je nach Wetter im Sommer werden die Hochblätter hellrosa bis dunkelrosa. Ebenfalls sehr beliebte Sorte.
  • Rosabella‘ siehe ‚Miss Satomi
  • Schmetterling‘ hat seinen Namen den riesigen weißen Hochblättern zu verdanken, die an die Flügel von Schmetterlingen erinnern.
  • Snowboy‘ hat graugrüne Blätter mit einem breiten Rand und rosa und roter Herbstfärbung.
  • Summer Stars‘, bis über 60 Zentimeter hoch, mit reichlich Brakteen, die kleiner sind als bei der Wildform, aber deutlich länger halten.
  • Tempel Jewel‘ mit weißen Hochblättern und anfangs grün, gelb und rosa marmorierten Blättern, die später grün werden. Dichte Büsche, bis 60 Zentimeter hoch.
  • Wolf Eyes‘ oder ‚Wolfsauge‘, bei uns nur selten erhältlich, mit Blättern mit weißem gewelltem Rand, im Herbst rosa bis rot. Wächst nur etwa 30 Zentimeter hoch und bleibt niedrig, verbrennt leicht in der Sonne und braucht daher einen halbschattigen Standort.

Ökologischer Wert

Japanischer Blumen-Hartriegel nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.