Herbstzeitlose

Colchicum autumnale

Zwiebel
Wildform
Bienenweide
giftig
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: ??????? ???????? / Dimìtar Nàydenov, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches, im Herbst blühendes Knollengewächs
  • Vor allem auf feuchten, sonnigen Wiesen vorkommend
  • Im Frühjahr erscheinen Blätter und Fruchtkapseln
  • Kraut ist zur Blütezeit nicht mehr vorhanden
  • Blüten sehen ähnlich aus wie Krokusse
  • In allen Teilen hochgiftig, auch für Haustiere
  • Alte Heilpflanze gegen Gicht und Rheuma
  • Für Wiesen und Kübel geeignet
  • Ausmerzung durch Ausreißen und regelmäßige Mahd
  • Verwechslungsgefahr mit Bärlauch
Wuchs
Pflanzenart: Zwiebel
Höhe: 10 - 30 cm
Wurzelsystem: Zwiebel
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Lilienartige
Familie: Zeitlosengewächse
Gattung: Zeitlose
ist giftig Knolle, Samen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Herbstzeitlose?

Die auf europäischen Wiesen weit verbreitete Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) gehört zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchiaceae). Als solche bildet sie eine mit braunen Schuppen besetzte Sprossknolle, die bis zu sieben Zentimetern lang wird. Mit ihr überdauert sie mehrere Jahre, in denen sie erst die Blätter und erst nach deren Vergehen Blüten bildet.

Die zumeist zu dritt erscheinenden, breitlanzettlichen und steifen Blätter werden bis zu 30 Zentimeter lang. Sie haben keinen echten Stiel, täuschen einen solchen aber durch die eingerollten bodennahen Anteile vor. Im Frühsommer kommen sie zusammen mit den unreifen grünen Fruchtkapseln des Vorjahres zum Vorschein. Diese reifen kurz vor der Blütezeit aus und werden dann braun.

Die Blüten zeigen sich vom späten August bis in den Oktober hinein und erinnern an zart lilafarbene Krokusse, die zu groß geraten und spät dran sind. Sie bestehen aus sechs am Grunde miteinander verwachsenen Hüllblättern. Erst im darauffolgenden Jahr bilden die Fruchtknoten die leicht kantigen Fruchtkapseln, die zahlreiche kleine schwarzbraune Samen enthalten.

Herbstzeitlose im Garten

Standort

Die Herbstzeitlose ist winterhart und bevorzugt einen leicht kalkhaltigen, lehmig-humosen Boden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein.

Schnitt

Eingriffe sind nur notwendig, wenn man die Herbstzeitlose loswerden möchte. Ausreißen oder Mähen der Wiese bringt sie mit der Zeit um.

Vermehrung

Die im Gartenfachhandel erhältlichen Knollen, fälschlich oft als Zwiebeln bezeichnet, bringt man am besten im Spätsommer aus.

Verwendung

Die Herbstzeitlose macht sich am besten in Gruppen angepflanzt auf Wiesen oder am Rand von Gehölzen. Dabei muss man beachten, dass das hochgiftige Kraut nicht Kindern oder Haustieren in die Quere kommt. Kleinere Sorten lassen sich auch im Kübeln auf Terrasse oder Balkon kultivieren.

Schädlinge

Dank ihrer Alkaloide ist die Herbstzeitlose so giftig, dass sie kaum Fressfeinde hat. Selbst Schnecken suchen sich lieber eine Mahlzeit, die weniger im Magen liegt.

Ökologie

Die Blüten der Herbstzeitlose sind selbstbestäubend und daher nicht auf die Mithilfe von Insekten angewiesen. Dessen ungeachtet werden die großen Blüten gerne von Wildbienen und Fliegen aufgesucht. Die Bienen haben es dabei außer auf den Nektar auf die gelben Staubblätter mit ihrem Pollen abgesehen. Ameisen interessieren sich für das nahrhafte Elaisosom der Samen und tragen so zur Verbreitung bei.

Wissenswertes

Giftpflanze des Jahres 2010: Die Herbstzeitlose ist dank ihrer Alkaloide, vor allem dem namensgebenden Colchicin hochgiftig. Den höchsten Alkaloidgehalt haben die Blüten. Die Giftstoffe bleiben auch beim Trocknen erhalten, sodass Herbstzeitlosenblätter im Heu Tieren schaden können. Für Menschen sind fünf Gramm Colchicum-Samen tödlich.

Dessen ungeachtet ist die Herbstzeitlose eine alte Heilpflanze, das bereits die antiken griechischen Ärzte erwähnten. Bis vor wenigen Jahren waren aus den Samen gewonnene Präparate mit Colchicum das bevorzugte Mittel bei akuten Gichtanfällen – bekannt war diese Wirkung bereits bei Hildegard von Bingen. Die Homöopathie verwendet Colchicum-Globuli gegen Gicht, Rheuma sowie – Gleiches mit Gleichem heilen - Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Fotos

Gesamte Pflanze Herbstzeitlose
Quelle: ??????? ???????? / Dimìtar Nàydenov, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Herbstzeitlose
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Herbstzeitlose
Quelle: Nefronus, CC0, via Wikimedia Commons

Sorten Herbstzeitlose

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Herbstzeitlose (Wildform) rosa
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Herbstzeitlose 'Album' weiß
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Häufige Fragen

Wie giftig ist die Herbstzeitlose?

Alle Teile der Herbstzeitlose sind hochgiftig, da sie das Alkaloid Colchicin enthalten. Es unterdrückt die Zellteilung, indem es die Ausbildung des Spindelapparates verhindert. Nach Schluckbeschwerden mit Übelkeit, Erbrechen und blutigen Durchfällen kommt es zum Tod durch Atemlähmung und Kreislaufversagen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung muss man umgehend einen Arzt verständigen.

Am häufigsten haben die Giftnotrufzentralen mit Verwechslungen mit Bärlauch zu kämpfen, der ähnliche Blätter hat. Diese sind jedoch gestielt und nicht gerollt, wesentlich zarter als die derben Blätter der Herbstzeitlose und zeichnen sich durch das charakteristische Knoblaucharoma aus. Der Mensch ist allerdings in guter Gesellschaft – auch bei Nutztieren und Haustieren kommt es vor allem bei unerfahrenen Jungen regelmäßig zu schweren Vergiftungen.

Was kann ich gegen Herbstzeitlose machen?

Wer seine Kaninchen im Garten herumhoppeln lässt oder Schafe und Ziegen hält sollte sich besser von den farbenfrohen Blüten verabschieden. Zur Bekämpfung der Herbstzeitlose muss man die Knollen ausgraben und alle Reste davon entfernen. Weniger aufwändig ist das regelmäßige Rupfen oder Mähen der unten typisch gerollten Blätter – dafür dauert es wesentlich länger, bis die geschwächten Rhizome endgültig den Geist aufgeben. Achtung: Wegen der Gifte sollte man beim Hantieren sicherheitshalber Handschuhe tragen!

Ökologischer Wert

Herbstzeitlose in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
2

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