Lebensbaum

Thuja occidentalis

Gehölz
Wildform
giftig
Frühblüher
Lebensbaum (Thuja occidentalis) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Nordamerika beheimateter Nadelbaum
  • Bei uns als Heckenpflanze besonders beliebt
  • Voll frosthart, pflegeleicht und anspruchslos
  • Aromatische Blättchen und eiförmige Zapfen
  • In allen Teilen giftig durch Thujon
  • Kann Hautreizungen hervorrufen
  • Gut schnittverträglich
  • Vermehrung mit Stecklingen möglich
  • Flachwurzler, braucht gegebenenfalls Windschutz
  • In der Homöopathie gegen Warzen und andere Hauterkrankungen verwendet
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 10 m
Breite: 2 - 3 m
Zuwachs: 20 - 40 cm/Jahr
schnittverträglich: ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal
Wasser: feucht
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Koniferen
Familie: Zypressengewächse
Gattung: Lebensbäume
ist giftig Zweigspitzen, Zapfen
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Abendländischer Lebensbaum?

Abendländischer Lebensbaum, Gewöhnlicher Lebensbaum oder meist nur kurz Thuja (Thuja occidentalis) genannt ist ein 2-10 Meter hoher konisch wachsender immergrüner Nadelbaum mit abgeflachten Sprossen und häufig hängenden Zweigen. Er gehört zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) und stammt aus Nordamerika, erfreut sich bei uns aber einer steten Beliebtheit als Zierpflanze in Gärten, Parks und Friedhöfen. Der Flachwurzler wird bei uns bis zu 200 Jahre alt und wächst ausgesprochen langsam.

Seine Rinde ist rotbraun, dünn und längsrissig und löst sich im Alter streifig ab. Die Nadeln sind eiförmig und schuppenartig mit einer leuchtend gelbgrünen Oberseite und einer blass- bis graugrünen Unterseite. Typisch ist eine auffällige Drüse auf der Oberseite, die nach Apfel riecht. Die Pflanzen sind einhäusig getrenntgeschlechtlich und tragen männliche und weibliche Blüten. Die reichlich produzierten weiblichen Zapfen sind hellbraun, eiförmig, einen Zentimeter lang, stehen aufrecht und weisen 8-10 Paar glatte Schuppen auf. Dagegen erreichen die rötlichen männlichen Zapfen nur eine Größe von 1-2 Millimetern. Bei der Reife öffnen sich die mit der Achse gelenkig verbundenen Schuppen der weiblichen Zapfen und entlassen die breit geflügelten, rotbraunen Samen.

Abendländischer Lebensbaum im Garten

Standort

Der Abendländische Lebensbaum ist wenig anspruchsvoll, gedeiht aber am besten auf einem tiefgründigen feuchten und durchlässigen Boden, vorzugsweise in voller Sonne. Vor kalten Winden sollte man ihn sicherheitshalber schützen, zumal ein Sturm die nur ein flaches Wurzelwerk aufweisenden Pflanzen umwerfen kann. Er ist voll frosthart. Beim Pflanzen an vielbegangenen Wegen und direkt an Haus oder Terrasse sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Kontakt mit dem Saft zu Rötungen und Juckreiz führt.

Schnitt

An Solitären wird man eher nicht herumschneiden, so lange sie nicht zu hoch werden, denn sie bleiben recht diszipliniert gut in Form. Hecken schneidet man im Frühjahr und Spätsommer zurück; der Lebensbaum ist gut schnittverträglich. Das ist erforderlich, damit die Hecken nicht von innen her braun werden. Beim Hantieren sollte man Handschuhe tragen, da der Pflanzensaft Hautreizungen hervorruft.

Vermehrung

Prinzipiell ist eine Vermehrung der Thuja mit Samen möglich, die man im späten Winter draußen auspflanzt. In der Regel greift man aber eher auf kleine Bäumchen aus Baumschule oder Gartencenter zurück. Hat man bereits einen Lebensbaum im Garten, kann man von den noch nicht vollständig verholzten Trieben Stecklinge abnehmen.

Verwendung

Die Thuja gibt sowohl schöne Solitäre im Garten wie sie sich auch in Gruppen als blickdichte Heckenpflanze gut macht. Kleine Sorten machen sich auch gut in Stein- oder Heidegärten und sind auf Friedhöfen äußerst beliebt.

Schädlinge

Der Lebensbaum ist recht anfällig für Blatt- und Schildläuse, und diverse eingeschleppte Käfer haben sich auf Holz und Rinde spezialisiert. Des Weiteren treten mitunter krebsartige Geschwüre an der Rinde infolge eines Befalls mit dem Pilz Coryneum cardinale und Phytophthora-Fäule an den Wurzeln auf. Andere Pilzerkrankungen führen zum Absterben von Ästen bis hin zu ganzen Pflanzen.

Ökologie

Die Verbreitung der mit breiten Flügeln versehenen Samen übernimmt der Wind. Auch bei der Bestäubung verlassen sich die archaischen Nadelbäume noch nicht auf tierische Hilfe.

Wissenswertes

Neben dem Abendländischen gibt es auch einen Morgenländischen Lebensbaum, Thuja orientalis. Bei ihm sind die weiblichen Zapfen flaschenförmig, grau und etwa zwei Zentimeter lang und die Nadeln geruchlos. Die vier weiteren Arten der Gattung Thuja trifft man in deutschen Gärten vergleichsweise selten an.

In seiner nordamerikanischen Heimat wird die Thuja noch wesentlich älter und größer als in unseren Breiten. Das größte bekannte lebende Exemplar ist 34 Meter hoch, und die Jahresringe eines toten Baumes deuteten auf ein Alter von über 1.600 Jahren hin.

In der Kultur der an den Großen Seen ansässigen Anishinabe-Indianern spielt der Abendländische Lebensbaum eine wichtige Rolle; er liefert das meistverwendete Holz zum Bauen von Hütten, Kanus und sonstigen Alltagsgegenständen, und das etherische Öl verwendet man für Pflegeprodukte, als Desinfektionsmittel und zur Abwehr von Insekten. Tee aus den Triebspitzen soll bei Kopfschmerzen und Verstopfung helfen.

Unerfahrene Europäer sollten von entsprechenden Selbstversuchen absehen: Der Lebensbaum ist in allen Teilen giftig und enthält das Monoterpen Thujon. Das Nervengift führt bereits bei Kontakt mit der Haut zu einer Dermatitis und kann zudem bereits bestehende allergische Reaktionen noch weiter verstärken. In der Homöopathie verwendet man Thuja-Tinkturen und Globuli gegen Warzen und anderen Erkrankungen von Haut und Schleimhäuten.

Im Gartenfachhandel bekommt man eine Vielzahl von Sorten, die unterschiedlich schnell wachsen, verschiedene Wuchsformen haben und sich durch diverse Färbung der Blätter auszeichnen.

Fotos

Gesamte Pflanze Lebensbaum
Quelle: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Blüte Lebensbaum
Quelle: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Blatt Lebensbaum
Quelle: File:Cedar_Needles.JPG: Nomadluapderivative work: MPF, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Lebensbaum

Sorte Höhe Breite
Lebensbaum (Wildform) 2 - 10 m 2 - 3 m
Lebensbaum 'Smaragd' 4 - 6 m 70 - 150 cm

Häufige Fragen

Ist ein Lebensbaum giftig?

Ja, er enthält in allen Teilen Thujon, vor allem in den frischen Trieben und Zapfen. Es handelt sich dabei um ein Monoterpen, das den Hauptbestandteil des aromatischen, angenehm riechenden Öls ausmacht. Bereits der Hautkontakt kann zu geröteten und juckenden Stellen führen. Dramatischer ist die Wirkung beim Verschlucken: Thujon reizt die Schleimhäute und führt zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Während der Mensch eher schwerlich auf die Idee kommt, etwas von dem Grün zu essen kann der Lebensbaum bei Tieren tödliche Vergiftungen hervorrufen. Sie gehen mit Krämpfen und Schwindel einher und schädigen Gehirn, Leber und Nieren.

Wie schnell wächst der Lebensbaum?

Der Lebensbaum wächst recht langsam – das Nadelholz legt in jungen Jahren 10-30 Zentimeter zu und sprießt mit zunehmendem Alter immer langsamer. Langsam aber stetig ist die Devise; eine Thuja kann um die 200 Jahre alt werden, in ihrer nordamerikanischen Heimat sogar weit über 1000. Besonders attraktiv macht sie die Tatsache, dass sie auch im Alter gut in Form bleibt und als Solitärpflanze praktisch nicht geschnitten werden muss. Falls doch: auch nicht schlimm, die Bäume sind ausgesprochen gut schnittverträglich.

Ökologischer Wert

Lebensbaum nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

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