Feuerbohne,Wollbohne

Phaseolus coccineus

Einjährige
Wildform
Bienenweide
giftig
lange Blühzeit
Feuerbohne (Phaseolus coccineus) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Danny Steven S., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Südamerika stammende Nutz- und Zierpflanze
  • Zwei bis vier Meter hoch
  • Hülsenfrüchtler mit dekorativen feuerroten Blüten
  • Schoten mit großen hell braunroten, dunkler gefleckten Samen
  • Roh giftig, nur gekocht genießbar
  • Benötigen eine Rankhilfe zum Hochklettern
  • Besser winterhart als die Gartenbohne
  • Vermehrung mit den Samen als Vorzucht oder an Ort und Stelle
  • „Käferbohnen“ typisch für die steirische Küche
  • Beliebt bei Schnecken, aber wenig anfällig für Bohnenrost
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Wuchs: kletternd
Höhe: 2 - 7 m
Breite: 30 - 40 cm
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Phaseolus
ist giftig Blätter, unreife rohe Früchte
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Feuerbohne?

Feuerbohne (Phaseolus coccineus), in Österreich auch als Käferbohne bekannt, ist eine aus Südamerika stammende Nutzpflanze, die man vielerorts auch als Zierpflanze im Garten setzt. Das Mitglied der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) wächst meist einjährig, bei milden Wintern auch zwei- bis mehrjährig und hat eine rübenförmige Knolle. Der Stängel klimmt ähnlich wie bei der Gartenbohne mit suchenden Bewegungen linkswindend an Mauern, Sträuchern oder sonstigen Rankhilfen empor und erreicht eine Höhe von zwei bis vier, selten bis zu sieben Metern. Jung ist er sechskantig und flaumig behaart, mit zunehmendem Alter rundet er ab und wird kahl.

Ebenfalls sechskantig ist der Stiel der Blätter, die aus drei breit eiförmigen Fiederblättern bestehen. Die Blätter sind herzförmig, oberseits dunkelgrün glänzend und behaart, unterseits kahl, matt und heller grün. Ihre Nebenblätter am Grund des Blattstieles sind wenig ausgeprägt.

Die aufrecht stehenden Blütenstände sind 25-35 Zentimeter lang und bestehen aus bis zu zehn Blütenpaaren. Die Blüten selbst sind typische Schmetterlingsblüten mit Fahne, Flügel und Schiffchen und selbststeril. Sie sind feuerrot und haben dem Bohnengewächs zu seinem Namen verholfen. Daraus entwickeln sich paarweise stehend die bis zu 25 Zentimeter langen Hülsen mit nierenförmigen Samen. Die Feuerbohnen sind meistens hell braunrot mit charakteristischer schwarzvioletter Zeichnung.

Feuerbohne im Garten

Standort

Die Feuerbohne freut sich über einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit nährstoffreicher lehmiger und leicht feuchter Erde. Ansonsten ist sie wenig anspruchsvoll und nimmt mit jeder normalen Gartenerde vorlieb. Im Sommer muss man gegebenenfalls gießen, damit sie ihre Blätter nicht hängen lässt.

Schnitt

Ein Schnitt ist nur zur Ernte notwendig, oder wenn die Pflanzen den Winter nicht überstanden haben und vertrocknet sind. Entfernt man regelmäßig die abgeblühten Teile, lässt sich die Blütezeit deutlich verlängern – allerdings auf Kosten der Ernte.

Vermehrung

Die Vermehrung der Feuerbohne erfolgt mit den Samen, die man nach den Eisheiligen direkt an Ort und Stelle im Freien aussät. Alternativ dazu kann man sie schon vorher im Haus in Töpfen vorziehen. Bei normaler Raumtemperatur und ausreichender Feuchtigkeit keimen sie schon nach zwei oder drei Tagen und lassen sich draußen auspflanzen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Im Herbst lassen sich die trockenen ausgereiften Samen als Aussaat für das nächste Jahr gewinnen.

Verwendung

Die Feuerbohne dient sowohl als Nutzpflanze als auch als Zierpflanze – oder beides. Nichts spricht dagegen, sich an der feuerroten Blütenpracht zu erfreuen und die Hülsen und Samen hinterher in der Küche zu verarbeiten. Man kann die schnellwüchsigen Hülsenfrüchtler im Nutzgarten oder mit Rankhilfen an Mauern und Gehölz hochwachsen lassen. Sie ist auch für Pflanzgefäße geeignet und lässt sich mit Kübeln und Containern auf Terrasse oder Balkon bringen.

Schädlinge

Junge frische Feuerbohnen sind zum Leidwesen des Gärtners bei Schnecken äußerst beliebt. Dafür sind sie aber weniger empfindlich gegenüber Rostpilzen als die Gartenbohne.

Ökologie

Der ökologische Wert der südamerikanischen Exotin hält sich bei uns in Grenzen, zumal nur recht schwere Insekten den Bestäubungsmechanismus der Feuerbohne auslösen können. Neben Honigbienen und Hummeln gehört dazu unter den Wildbienen nur die Heide-Mörtelbiene (Megachile ericetorum). Die leichten und eleganten Schmetterlinge gehen an dem Hebelwerk der Blüten leer aus, und auch die Raupen einheimischer Arten interessieren sich nicht für das Blattgrün.

Wissenswertes

Die Feuerbohnen vertragen Kälte wesentlich besser als Buschbohnen oder Stangenbohnen. In der Alpenrepublik Österreich haben sie daher frühzeitig besonderen Anklang gefunden. Hier nennt man die hellroten, schwarzviolett gescheckten Samen Käferbohnen. Ebenso wie beim Streirischen Kürbiskernöl gilt Steirische Käferbohne als geschützte Bezeichnung. Beide sind mit Zwiebeln und Essig verrührt unverzichtbarer Bestandteil des steirischen Käferbohnensalates.

Die großen weißen Gigantes aus der griechischen Küche sind Mutanten der Feuerbohnen, denen die entsprechenden Farbpigmente fehlen. Sowohl die Blüten als auch die Samen sind reinweiß. Die Riesenbohnen sind bis zu 2,5 Zentimeter lang, glatt und matt glänzend.

Fotos

Gesamte Pflanze Feuerbohne
Quelle: Danny Steven S., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Feuerbohne
Quelle: Danny Steven S., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Feuerbohne
Quelle: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Kann man die Feuerbohne essen?

Die Samen in den ausgereifen Früchten der Feuerbohne wie auch die jungen Schoten kann man ohne weiteres essen, sie sollten nur wegen ihres Gehaltes an Lektinen gekocht werden und sind im rohen Zustand giftig. Samen und Schoten verarbeitet man genau wie bei Busch- oder Stangenbohnen zu Salaten oder Eintöpfen.

Sind Feuerbohnen Kidneybohnen?

Kidneybohnen sind eine Sorte der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris), die in ihrer Gestalt und Farbe Nieren (englisch kidney) ähneln. Sie sind weich und mehlig. Dabei verwendet man nur die Samen alleine, niemals die harten ungenießbaren Hülsen.

Dagegen sind Feuerbohnen (Phaseolus coccineus) eine andere Art mit ebenfalls nierenförmigen, aber heller roten oder braunen Samen, die oftmals schwarz-violett gescheckt sind. Deswegen bezeichnet man sie in Österreich auch als Käferbohnen; in Griechenland sind die vollständig weißen Gigantes (Riesenbohnen) eine lokale Spezialität. Bei Feuerbohnen kann man sowohl die ganzen Schoten als auch nur die Bohnenkerne in der Küche verwenden.

Sowohl Feuerbohnen als auch Kidneybohnen sind roh giftig und müssen gekocht werden, um die darin enthaltenen Lektine zu zerstören.

Warum heißt die Feuerbohne Feuerbohne?

Hat man die prächtigen Blüten einmal gesehen, wird man sich stets daran erinnern: Sie haben mit ihrer weithin sichtbaren feuerroten Farbe der Feuerbohne zu ihrem Namen verholfen.

Woher kommt die Feuerbohne?

Feuerbohnen stammen wie auch Tomate, Kartoffel und Kürbis aus Südamerika und wurde von den spanischen Konquistadoren nach Europa gebracht. Eine besondere Anzucht hat man sich von den Indios abgeschaut: Man kann sie zusammen mit Mais anpflanzen, an dem die Bohnen hochranken. Dadurch entfällt die zusätzliche Arbeit mit Stangen, Drähten oder anderen Rankhilfen.

Sind Feuerbohnen mehrjährig?

Das kommt auf den Winter an. Strenger Frost macht den vorjährigen Exemplaren den Garaus, aber bei milden Wintern kann die Feuerbohne zwei oder sogar mehrere Jahre alt werden. Was die Winterhärte angeht, so gilt die Faustregel, dass sie etwas unempfindlicher ist als Busch- oder Stangenbohnen.

Ökologischer Wert

Feuerbohne nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1

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Quelle: Foto von Kampus Production von Pexels
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