Wacholder pflanzen
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Ratgeber

Wacholder pflanzen


Der geradezu unkaputtbare Wacholder ist ein beliebtes Gehölz für prächtige Solitäre und ansprechende Hecken; an einer ihm zusagenden Stelle gepflanzt gedeiht er jahrelang prächtig und braucht kaum Pflege. Bei der Erde ist er wenig wählerisch, nur viel Sonne möchte er haben.

Wacholder pflanzen: Welche Wuchsformen gibt es?

Wacholder im buschigen Wuchs
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Wacholder im buschigen Wuchs

Von Wacholder gibt es sehr unterschiedliche Wuchsformen zu kaufen; der klassische Gewöhnliche Wacholder wächst jung als straff aufrechter Strauch und geht mit zunehmendem Alter in die Breite. Darüber hinaus bekommt man von ihm und von anderen Wacholderarten Sorten, die klein und kompakt bleiben oder sich wie ein Bodendecker flach über dem Grund ausdehnen. Während die größeren Sorten einen schönen Solitär abgeben oder sich in einer Wacholderhecke pflanzen lassen sind die kleineren dem Steingarten oder Rabatten vorbehalten und können auch als Kübelpflanzen eingesetzt werden.

Wacholder pflanzen: Wo wächst er am besten?

An seinen natürlichen Vorkommen findet man Wacholder wie unseren einheimischen Heide-Wacholder vor allem auf sonnigen und eher trockenen, nährstoffarmen Standorten: Heiden, Mooren, Felsgebüschen, auf Magerwiesen und Magerweiden oder in lichten Nadelwäldern. Oft bildet er lockere Bestände, die in den Gebirgen bis auf eine Höhe von rund 2.000 Metern aufsteigen. Als Tiefwurzler erreicht der Wacholder an solchen Standorten immer noch irgendwo etwas Wasser und Nährstoffe, selbst wenn es an der Oberfläche staubtrocken ist.

In Heiden und Mooren wächst Wacholder häufig als Pioniergehölz – er kommt mit den widrigen Bedingungen gut zurecht, ganz im Gegensatz zu anderen Gehölzen wie Birken, Kiefern und Weiden, die eigentlich wesentlich konkurrenzstärker sind. Dass er in der Natur an solchen Stellen vorkommt heißt aber nicht, dass die Wachstumsbedingungen für ihn dort optimal sind: Vielmehr könnte er auch an feuchteren und nährstoffreicheren Orten wachsen, aber da ist die Konkurrenz übermächtig und verdrängt ihn. Im Garten wird das mit dem Überwuchern sicher nicht der Fall sein, so lange Du ein wachsames Auge auf Deine Pflanzen hast.

Wacholder pflanzen: Welcher ist der beste?

In Mitteleuropa wachsen lediglich zwei Arten von Wacholder wild: 

Gemeine Wacholder oder Heidewacholder
Juniperus communis Gemeine Wacholder oder Heidewacholder

der weit verbreitete

Stinkwacholder oder Sadebaum
Juniperus sabina Stinkwacholder oder Sadebaum

der hochgiftige

Allerdings hat die giftige Variante ihr Hauptverbreitungsgebiet in Asien und kommt bei uns nur in den Alpenländern, in Spanien und auf dem Balkan vor. Willst Du unbedingt (und vernünftigerweise) einen einheimischen Wacholder pflanzen wirst Du daher eine der zahlreichen Juniperus communis-Sorten kaufen.

Die beiden heimischen Arten sind nur ein kleiner Teil der weltweit wachsenden Wacholder – die Gattung Juniperus umfasst nicht nur rund 60 Vertreter, sondern kommt auf der gesamten Nordhalbkugel vor und hat das größte Verbreitungsgebiet aller Nadelbäume überhaupt. 

Dementsprechend gibt es im Gartenhandel ein ganzes Spektrum von Arten und Sorten, die Du für Deinen Garten kaufen kannst. In China werden einige der einheimischen Wacholder-Arten wie der Chinesische Wacholder (Juniperus chinensis) seit Jahrhunderten als Ziersträucher verwendet, während die modernen Wacholdersorten bei uns erst vor wenigen Jahrzehnten in Mode gekommen sind. 

Mit die beliebtesten Sorten von Wacholder sind:

  • Irischer Wacholder ‚Hibernica‘ (Juniperus communis ‚Hibernica‘) ist wegen seiner schmalen Säulenform und den nicht stechenden Blättern bekannt und beliebt. Die Sorte wird 3-4, selten sogar fünf Meter hoch und wird erst im Alter breiter kegelförmig. Mit seinen silbrig-weißen Nadeln und der übersichtlichen Größe ist er für den Stein- und Heidegarten geradezu prädestiniert.
  • Schwedischer Säulen-Wacholder ‚Suecica (Juniperus communis ‚Suecica‘) hat hingegen stechende Blätter; er wächst breiter säulenförmig und seine Triebspitzen hängen nickend herunter.
  • Kriechender Heidewacholder ‚Hornibrooki (Juniperus communis ‚Hornibrooki‘) ist eine Zwergsorte, die höchstens einen halben Meter hoch und einen ganzen Meter breit wird und beinahe waagerecht abstehende Äste aufweist. Mit der geringen Größe ist er besonders gut für den Steingarten oder als Kübelpflanze geeignet.
  • Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis) bleibt noch niedriger und ist ebenso für Steingarten und Kübel zu gebrauchen; gleiches gilt für seine beliebten Sorten wie Blauer Teppich-Wacholder ‚Glauca‘ oder Teppichwacholder ‚Wiltonii‘, die Du auch als Bodendecker einsetzen kannst.

Kann man Wacholder mit Samen vermehren?

Die meisten Gärtner kaufen Wacholder und pflanzen die Containerware im Garten. Kein Wunder, mit einem „fertigen“ Exemplar bekommt man deutlich schneller einen dekorativen Strauch in den Garten als mit Samen. Zudem werden die beliebten Ziersträucher in großen Mengen produziert, sodass sie vergleichsweise billig zur Verfügung stehen. 

Wacholder mit Samen vermehren ist aber ebenfalls eine Option. Dabei solltest Du folgendes wissen:

  • Bei der Aussaat ist etwas Geduld gefragt: Vollreife Samen brauchen nach dem Setzen gut zwei Jahre, bis sie überhaupt keimen. 
  • Schnellmethode: Oft keimen sie bereits im kommenden Frühjahr, wenn man sie noch nicht vollständig ausgereift, also in der Zeit von August bis November erntet und im Garten ausbringt. Persönliche Anmerkung: Ich haben keinen blassen Schimmer, wieso das funktionieren soll.
  • Sie sind Kaltkeimer, die erst einmal eine Kältephase zur Stratifizierung benötigen, damit sie überhaupt zuverlässig keimen. Daher kannst Du sie problemlos gleich an Ort und Stelle im Garten aussäen und sich selbst überlassen, die winterliche Kälte kommt ihnen gerade recht.

Wie macht man Ableger von Wacholder?

Halbverholzte Stecklinge schneidest Du am besten von Spätsommer bis Herbst, einige Quellen empfehlen auch eine Stecklingsvermehrung im Frühjahr. In einer sandigen und gut wasserdurchlässigen Erde wurzeln die Ableger schnell und zuverlässig, wenn Du das Substrat gleichmäßig feucht hältst; stelle die Stecklinge nur nicht in die pralle Sonne, da trocknet der Boden zu schnell aus.

Wie macht man Absenker von Wacholder?

Stecklinge sind die eine, Absenker die andere Möglichkeit, Wacholder vegetativ zu vermehren. Von niedrig hängenden Ästen lassen sich solche Ableger einfach gewinnen, vor allem von den breit buschig wachsenden Sorten und Bodendeckern, die dafür eher prädestiniert sind als die hoch säulenförmigen.

Für Absenker vom Wacholder musst Du etwas Erde auf dem am Boden liegenden Ast anhäufeln und ihn mit einem Stein beschweren. Es dauert allerdings eine Weile, bis er reichlich Wurzeln geschlagen hat und Du ihn abtrennen und verpflanzen kannst.

Standort und Pflege

Wacholder stellt keine besonderen Ansprüche; der Boden sollte nur gut durchlässig, der Standort möglichst sonnig sein. Bei einer schweren Gartenerde musst Du mit Sand oder Kies dafür sorgen, dass der Boden lockerer wird und das Wasser gut abläuft; Trockenheit macht dem Wacholder nichts aus, aber Staunässe erweist sich rasch als tödlich. Ein wechselfeuchter oder frischer Boden ist optimal für sein Wachstum.

Vermeiden sollte man auch zu viele Nährstoffe; daher ist ein übermäßiges Düngen schädlich. Ein Überangebot lässt die Zweige vergeilen, sodass der Wacholder aus der Form gerät und dabei nicht nur schwaches Holz bildet, sondern zudem für Schädlinge und Krankheiten wesentlich empfänglicher wird als normalerweise üblich.

Ähnliches gilt für Schatten – Wacholder ist ein echter Sonnenanbeter und möchte so viel helles Licht abbekommen wie nur irgend möglich. Bei schattigem Stand vegetiert er auf Dauer vor sich hin und treibt kaum noch aus, verliert aber dafür rasch die Form und wird unansehnlich, zumal an so einem Standort Wacholder schnell kahl wird.

Wind ist für den Tiefwurzler kein Problem. Selbst an unwirtlichen und besonders exponierten Standorten kann ein Sturm einer Wacholderhecke selten etwas anhaben.

Ist Wacholder winterhart?

Wacholder im Winter
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Wacholder im Winter

Um ausreichende Kälteresistenz brauchst Du Dir bei den Wacholderarten keine Sorgen zu machen – so verträgt der weit verbreitete Heidewacholder (Juniperus communis) ebenso wie seine Sorten bis zu -45,5 °C, entsprechend Klimazone 2. In unseren Breiten werden diese Minusgrade dank der Klimaerwärmung bestenfalls noch in den Alpen erreicht, wo Zwergsorten wie der Alpen-Wacholder bis auf 4.000 Meter Höhe aufsteigen.

Einige andere Arten von Wacholder sind nicht ganz so frostverträglich, aber Temperaturen bis -20 °C oder -30 °C sind normalerweise unproblematisch. Du kannst also ohne Bedenken Wacholder pflanzen, im Garten wird er so schnell nicht erfrieren.

Wie viel Sonne braucht Wacholder?

Gerne reichlich – die robusten und anspruchslosen Gehölze fühlen sich an einer sonnigen oder absonnigen Stelle am wohlsten. Auch in den typischen Heidelandschaften oder im Gebirge steht der Wacholder besonders sonnenexponiert, das ist er gewöhnt und braucht es sogar. Im Schatten wird er schnell kahl, da die Nadeln keine Photosynthese betreiben können und abgeworfen werden. Dass der Boden an so einem Standort im Sommer schnell trocken wird stört ihn nicht – er gilt als gut trockenverträglich. Das alles macht Wacholder zu einer idealen Pflanze für trockene sonnige Vorgärten, für den Friedhof oder zur Dachbegrünung.

Ist Wacholder rauchhart?

Ja – einer der großen Pluspunkte, weswegen Du ihn als Wacholderhecke oder mit Zwergwacholder & Co. im Vorgarten selbst an vielbefahrenen Straßen pflanzen kannst. Mit den Abgasen und dem Feinstaub kommen die Sträucher problemlos klar, sie gelten sogar als besonders rauchhart. Dementsprechend kann man die kleineren Sorten in der Stadt auch zur Dachbegrünung einsetzen – hier kommt ihnen zudem ihre Trockenresistenz und Vorliebe für reichlich Sonne zugute. Ebenso lässt sich in der Innenstadt Wacholder als Kübelpflanze auf einem Balkon halten.

Welche Erde für Wacholder?

Fruchtbare Erde für den Anbau von Pflanzen
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Fruchtbare Erde für den Anbau von Pflanzen

Generell braucht Wacholder eine durchlässige und nicht zu nährstoffreiche Erde und dazu reichlich Sonne. Ansonsten ist er äußerst anspruchslos, genau wie in der freien Natur. Dort finden sich die meisten Wacholder-Arten auf trockenen, sandigen, steinigen oder moorigen Standorten. Dort kann sich das relativ konkurrenzschwache Gehölz gut gegen andere, wüchsigere Pflanzen behaupten. Auf Freiflächen mit sandigen Böden, trockenen Wiesen und Moorflächen wächst er als Pioniergehölz und wird schnell dominant.

Gemeiner Wacholder wächst wie die meisten anderen Arten an seinen natürlichen Standorten in einer basischen und karbonatreichen Erde oder auf einem feuchten und humosen flachgründigen Lehm- oder Tonböden, während man den auf Gebirge beschränkten Zwerg-Wacholder auf dem Silikatgestein von trockenen und sonnigen Felshängen vorfindet. 

Generell gilt für alle Wacholderarten:

  • Ein sandiger bis schotteriger Boden ist immer willkommen, Hauptsache er ist gut durchlässig.
  • Der Boden sollte für Wacholder mild sauer bis leicht basisch sein.
  • Er wächst auch auf Sand, Stein und Torf.
  • Der Untergrund sollte flach- bis mittelgründig ausfallen.
  • Die Erde muss vorwiegend trocken oder wechselfeucht sein und darf gerne zwischendurch antrocknen.
  • Längere Trockenphasen machen ihm nichts aus, Staunässe hingegen sehr wohl.
  • Zu viele Nährstoffe sind schädlich, daher nur sehr sparsam oder überhaupt nicht düngen.

Gerade der Gemeine Wacholder ist äußerst genügsam – ansonsten hätte er sich sicherlich nicht zu der prägenden Charakterpflanze von Landschaften wie der Schwäbischen Alb oder der Lüneburger Heide entwickelt. Im botanischen Sinne ist Letztere eine Steppe, die mit ihren kargen Wasserverhältnissen einer Wüste nahekommt. So wurde die norddeutsche Heidelandschaft auch von den Zeitgenossen wahrgenommen, nachdem der ursprüngliche Hainbuchen-Mischwald in den Salzsiedereien Lüneburgs verheizt worden war: Ein deprimierender Ort, den man möglichst schnell mit der Kutsche durchquerte und in dem die Heidjer ein karges Leben führten.

Sinkende pH-Werte und Verhärtung des Oberbodens ließen nur noch wenige Pflanzen wie Besenheide (Calluna vulgaris) und Heide-Wacholder (Juniperus communis) gedeihen. Erst mit dem Heide-Dichter Hermann Löns (1866-1914) fand man Gefallen an der eigensinnigen Kulturlandschaft. Die wesentlich konkurrenzstärkeren Kiefern, Birken und Weiden werden heute von Heidschnucken kurzgehalten, um das einzigartige und gefährdete Ökosystem zu erhalten – Wacholder mögen die nämlich nicht.

Wohin mit dem Wacholder?

Mit seiner Genügsamkeit und Widerstandsfähigkeit lässt sich der dekorative Wacholder an vielen Stellen im Garten pflanzen.

  • Kein Heidegarten oder Steingarten ohne Wacholder und Heidekraut! Die zahlreichen Wacholder-Arten sind dafür so selbstverständlich wie Rosen für ein Rosenbeet. Dabei lassen sich sowohl niedrig-buschige als auch hohe säulenförmige Sorten einsetzen.
  • Einzeln oder in kleinen Gruppen gepflanzt gibt Wacholder im Garten oder Vorgarten einen dekorativen Blickfang.
  • In Rabatten pflanzt man zumeist kleinere Wacholder ein, die neben Stauden und Blumen während des ganzen Jahres für immerwährendes und pflegeleichtes Grün sorgen. Einige wachsen sogar als Bodendecker.
  • Als Hecke bietet Wacholder an der Grundstücksgrenze immergrünen Blickschutz. Näheres dazu erfährst Du in unserem Ratgeber Wacholder als Hecke.
  • Als Kübelpflanze lässt sich Wacholder auf Balkon und Terrasse bringen. Dort ist er leicht transportabel und kann ebenfalls als Sichtschutz und/oder Windschutz genutzt werden.

Kann man Wacholder als Kübelpflanze halten?

Wacholder im Kübel/Topf
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Wacholder im Kübel/Topf

Ja, kein Problem. Für Topf und Kübel sind vor allem die kleineren Varianten von Wacholder geeignet wie einige Sorten von Heide-Wacholder (Juniperus communis):

Sie lassen sich bei Bedarf auch auf Balkon und Terrasse pflanzen und spenden bei der richtigen Höhe nicht nur Schatten, sondern halten auch den Wind ab und dienen als Blickschutz.

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