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Gewöhnlicher Strandhafer (Ammophila arenaria)
Quelle: Robson90/shutterstock.com
Wichtige Insekten-pflanze

Gewöhnlicher Strandhafer

Ammophila arenaria

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Gras winterhart Wichtige Raupenfutterpflanze lange Blühzeit
  • Heimisches Gras für sonnige Standorte
  • Pionierpflanze von Sanddünen an der Küste
  • Aufrechter Wuchs, bis zu einem Meter hoch
  • Bildet reichlich Ausläufer
  • Filigrane graugrüne Blätter
  • Rispenförmige Blütenstände im Sommer
  • Braucht nährstoffarmen Boden mit guter Durchlässigkeit
  • Zur Begrünung von Flächen oder für den Steingarten
  • Robust, pflegeleicht und salzverträglich
  • Guter Bodenfestiger
🏡 Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Gras
Wuchs: aufrecht, ausläuferbildend
Höhe: 60 - 100 cm
Breite: 20 - 35 cm
frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Ausläufer

Thematisch passende Pflanzen:

🌼 Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: klein, unscheinbar
🍃 Laub
Blattfarbe: grau-grün
Blattphase: sommergrün
Blattform: lineal, spitz
Schneckenunempfindlich: ja
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): selten
Gefährdung (Rote Liste): ungefährdet
Schmetterlinge: 1
Raupen: 3 (davon 1 spezialisiert)
Käfer: 2

Thematisch passende Pflanzen:

🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage:

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 10
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Süßgrasartige
Familie: Süßgräser
Gattung: Strandhafer

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Gewöhnlicher Strandhafer?

Gewöhnlicher Strandhafer, meist kurz Strandhafer oder Seehafer genannt ist eines der bezeichnenden Gräser unserer Küsten, das vor allem auf Weißdünen große Bestände bildet. Wild wächst er an allen Küsten Europas und am Mittelmeer im Norden Afrikas auf sandigen Böden. Im Garten bewährt er sich vor allem mit seiner Vorliebe für trockene und sandige Böden mit reichlich Sonne und einer guten Salztoleranz.

Das Mitglied aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) bleibt auch im Winter grün; seine Horste stehen straff aufrecht und erreichen eine Wuchshöhe von etwas über einem Meter. Mit seinen weiß beschuppten, kräftigen Rhizomen und Ausläufern bildet er schnell große Rasen; die alten Wurzeln werden braun und holzig und erweisen sich spätestens beim Hantieren und Umgraben als äußerst stabil.

Auf Dünen wachsen Wurzeln und Rhizome tapfer in die Höhe, wenn sie von Sand überdeckt werden. Dabei wachsen auch die Blätter weiter. Ein Jahr unter dem Sand übersteht der Strandhafer ohne weiteres, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Küstenbewohnern. Die Pflanzen vertragen es auch, wenn sie bei Sturmfluten mit Meerwasser in Kontakt kommen.

Seine steifen blaugrünen Blätter werden 30-60 Zentimeter weit; typischerweise sind sie zum Wassersparen an den Rändern eingerollt, sodass sie 1-3 Millimeter breit erscheinen. Ebenso charakteristisch ist die feine Behaarung der Blattnerven auf der Oberseite und die großen gespaltenen Blatthäutchen (Ligulae).

Die 10-20 Zentimeter langen Blütenstände des Strandhafers sind allseitswendige, dicht zusammengezogene Rispen, die an den Enden der Halme erscheinen und ähnlich wie beim Fuchsschwanz aussehen. Darin stehen die Ährchen einzeln; sie weisen zwei raue spitze Hüllspelzen und eine begrannte Deckspelze auf. Im Spätsommer erscheinen die 3-4 Millimeter langen Karyopsen.

Gewöhnlicher Strandhafer im Garten

Standort

Der Gewöhnliche Strandhafer braucht einen durchlässigen und nährstoffarmen Boden; Staunässe ist ihm höchst zuwider, wohingegen er in trockenen Sommern mit längeren Dürrephasen problemlos zurechtkommt. Reichlich Sonne ist unbedingt erforderlich. Auch im Winter ist er robust und verträgt bis zu -28 °C.

Als Küstenbewohner ist er Salz im Boden gewöhnt – der Rand einer im Winter gestreuten Straße oder ein städtisch eingepökelter Vorgarten ist für ihn also kein Problem: bis zu einem Prozent Kochsalz im Boden kann er tolerieren.

Schnitt

Sommergrüne Gräser wie den Strandhafer brauchst Du normalerweise nicht zu schneiden, es sei denn aus ästhetischen Gründen. Falls Dich die abgestorbenen Reste stören solltest Du sie aber erst im Frühjahr eine Handbreit über dem Boden kappen; in der Zwischenzeit bietet er Kleinlebewesen wie Insekten Nahrung und Unterschlupf, und zudem schützt das vertrocknete Blattwerk den Wurzelbereich vor Kälte und Erosion. Die Überreste kannst Du zum Mulchen einsetzen oder sie kompostieren.

Vermehrung

Vermehren kannst Du den Strandhafer vegetativ oder sexuell. Er bildet reichlich Ausläufer, mit denen er an ihm zusagenden Standorten schnell die Umgebung erobert. Selbst kleine Stückchen des Rhizoms wachsen zuverlässig wieder an. Dadurch lässt er sich gut teilen und verpflanzen; zudem kannst Du Dich auch an einer Aussaat versuchen. In eigener Regie verbreitet er sich auch mit den reichlich gebildeten Samen, die allerdings nach einiger Zeit schnell ihre Keimfähigkeit verlieren. Sie sind Lichtkeimer und dürfen nur vorsichtig auf das sandige Substrat angedrückt werden.

Verwendung

Mit seiner Vorliebe für trockene und magere Böden mit reichlich Sonne ist der Gewöhnliche Strandhafer für den Steingarten, für trockene Rasenflächen und ähnlich exponierte Standorte geeignet. An Hängen und Böschungen macht sich sein starkes Wurzelsystem bemerkbar, denn er gibt einen ausgezeichneten Bodenfestiger – wer Dünen zum Stillstand bringt schafft das an einem lockeren Hang erst recht. Auch für den Vorgarten ist er prädestiniert, wenn dieser unmittelbar an einem im Winter gestreuten Bürgersteig liegt; hier kommt ihm seine hohe Salztoleranz zugute.

Schädlinge

Schädlinge oder Erkrankungen machen diesem ausgesprochen robusten und widerstandsfähigen Gras seltener zu schaffen als falsche Pflege. Besonders fatal sind Überdüngung, Schatten und stehende Nässe, die den Strandhafer schnell und zuverlässig umbringen.

Ökologie

  • Die eingerollten und mit einer dicken Kutikula versehenen Blätter stellen eine Anpassung an trockene Standorte dar; sie helfen beim Wassersparen und reduzieren zudem die UV-Einstrahlung.
  • Der harten Oberfläche können auch Sandkörner und Wind, die sonst alles glattschleifen, nur wenig anhaben.
  • Wie alle Gräser setzt auch der Gewöhnliche Strandhafer bei der Bestäubung auf den Wind. Pollen und Nektar gibt es daher für Insekten hier nicht zu holen.
  • Dafür bietet er an seinen natürlichen Standorten mit großen Vorkommen jede Menge Futter und Versteckmöglichkeiten für alle möglichen Kleintiere von Insekten und Spinnen bis zu kleinen Säugern.
  • Strandhafer ist die einzige Nahrungspflanze für die Raupen der Strandhafer-Weißadereule Mythimna litoralis, für die Küstensandzirpe Psammomettix maritimus und die Strandhafer-Spornzikade Gravesteiniella boldi. Zudem dient sie der dünenbewohnenden Weichwanze Trigonotylus psammaecolor als Futterpflanze.
  • Die Verbreitung der Samen übernimmt der Wind, bisweilen auch das Wasser, denn sie vertragen auch längere Schwimmphasen in salzigem Wasser – eine Anpassung an die speziellen Standorte in Küstennähe. Zudem bleiben sie wie Kletten im Fell von Tieren hängen und werden von diesen bisweilen weit wegtransportiert.
  • Der Strandhafer ist eine Pionierpflanze, die an der Küste auch auf bewegtem Sand von Dünen wächst und den Untergrund festigt – er sorgt dabei sogar dafür, dass sich Flugsand in den dichten Horsten absetzt. Erst so haben andere Pflanzen überhaupt eine Chance, sich auf dem instabilen Untergrund zu etablieren und eine Besiedelung einzuleiten.
  • Aus genau diesem Grund hat man ihn weltweit vielerorts eigens angesiedelt, um mit Schutzdünen Meeresküsten zu befestigen. Ob das für die heimische Flora immer so unbedingt positiv war steht zu bezweifeln, denn er gilt als invasiver Neophyt.
  • Ist die Düne erst einmal verfestigt und konnten sich andere Gewächse ansiedeln steht es zumeist schlecht um den Strandhafer; er ist wenig konkurrenzstark und kann sich nur dank seiner speziellen Anpassungen an extreme Lebensräume halten.

Falls Du Dich wunderst, dass der Strandhafer im Garten wenig blüht und fruchtet: Das kann am unbewegten Untergrund liegen. Die meisten Rispen erscheinen, wenn der Boden wie bei einer Weißdüne ständig in Bewegung ist. Man nimmt an, dass das etwas mit dem Überhandnehmen von Fadenwürmern und Pilzen im Wurzelgeflecht zu tun hat, die sich erst in ruhendem Grund vermehren können. Dekorativ bleibt das Gras aber zweifelsohne trotzdem.

Wissenswertes

  • Reeperbahn lässt grüßen: Reep nennt man geflochtene Seile und Taue – als Material dafür hat man früher die Wurzeln des oft in Massen auftretenden Strandhafer genutzt.
  • Zudem verwendete man die blühenden Stängel zum Dachdecken von Reetdächern, zum Korbflechten und zum Binden von Besen.
  • Aus den Fasern der Stängel wurde Papier
  • Die Rhizome sind essbar, aber ziemlich faserig.
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Fotos (3)

Gesamte Pflanze Gewöhnlicher Strandhafer
Quelle: Robson90/shutterstock.com
Blüte Gewöhnlicher Strandhafer
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnlicher Strandhafer
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wo kann man Gewöhnlicher Strandhafer kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Gewöhnlicher Strandhafer kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Wert für Insekten und Vögel

Gewöhnlicher Strandhafer ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge und Schmetterlingsraupen

Schmetterlinge:
0
Raupen spezialisiert:
0
Raupenarten:
0
Käfer:
0

Schmetterlingsarten

Käfer

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
21.11.2023