Japanisches Geißblatt

Lonicera japonica

Gehölz
Wildform
giftig
lange Blühzeit
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Cbaile19, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Fernost beheimatetes Geißblattgewächs
  • Bis zu zehn Meter hoch kletternd
  • Im Alter hohle Stängel mit brauner Rinde
  • Eiförmige, paarig stehende Blätter
  • Intensiv nach Vanille duftende Blüten
  • Blauschwarze runde Früchte
  • Beeren leicht giftig
  • Blüten und Blätter wichtiges Mittel der Traditionellen Chinesischen Medizin
  • Bestäubung durch Nachfalter
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd, Schlinger
Höhe: 4 - 10 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kardenartige
Familie: Geißblattgewächse
Gattung: Heckenkirschen
ist giftig Beeren
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Japanisches Geißblatt?

Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica) ist eine wüchsige, verholzende und immergrüne oder halbimmergrüne Kletterpflanze, die eine Höhe von bis zu zehn Metern erklimmen kann. Sie ist, wie der Name bereits vermuten lässt, in Japan, China und Korea beheimatet und gehört zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae).

Die niederliegenden oder kletternden rotbraunen Triebe sind anfangs leicht behaart, später werden sie braun, innen hohl und haben eine sich in langen Streifen ablösende Borke. Die breit elliptischen oder eiförmigen, wechselständig in Paaren stehenden Blätter sind gestielt, dunkelgrün gefärbt und werden bis zu acht Zentimeter lang. Ihre Basis ist herzförmig, die Spitze meist auslaufend, der Rand fein bewimpert und oftmals leicht gewellt.

Im Frühjahr und Sommer erscheinen in den Blattachseln die paarig stehenden, lang gestielten und stark duftenden nach Vanille duftenden Blüten. Sie sind bis zu vier Zentimeter lang, zu einer Röhre verwachsen und oberseits mit einer Ober- und einer Unterlippe versehen; die Farbe ist weiß, oftmals mit einem deutlichen roten Hauch. Sie stehen zwischen eiförmig-elliptischen, 1-3 Zentimeter langen Tragblättern, Staubblätter und Griffel sind so lang wie die Krone oder wenig länger. Die 5-8 Millimeter großen Beeren sind blauschwarz und rund und enthalten zahlreiche braune eiförmige Samen.

Japanisches Geißblatt im Garten

Standort

Das Japanische Geißblatt bevorzugt einen fruchtbaren humusreichen und gut durchlässigen Boden mit reichlich Feuchtigkeit, vorzugsweise in Sonne oder Halbschatten. Am Boden wächst es so dicht, dass es das Keimen von Bäumen und anderen Pflanzen zuverlässig verhindert. An Bäumen und Sträuchern kann es die Photosynthese behindern und die Nachbarn zum Absterben bringen. Die Pflanzen sind winterhart bis -15 °C.

Schnitt

Ein regelmäßiger Schnitt ist nur alle paar Jahre erforderlich, um den buschigen Wuchs und die Blühfreudigkeit zu erhalten. Altes und totes Holz lässt sich jederzeit entfernen. Ansonsten ist ein Schneiden nur dann erforderlich, wenn sich das Japanische Geißblatt in seiner Nachbarschaft über Gebühr auszudehnen droht.

Vermehrung

Die Samen kann man im Frühling ausbringen, oder man nimmt in Frühjahr oder Winter Stecklinge vom alten Holz. Zudem breitet sich das Japanische Geißblatt mithilfe seines kriechenden Rhizoms in der näheren Umgebung aus.

Verwendung

Mit seinen rankenden Trieben und der langen Blütezeit ist das Japanische Geißblatt eine hübsche Kletterpflanze für Pergolen, Mauern, Zäune und umliegende Sträucher.

Schädlinge

Schädlinge und Erkrankungen findet man beim robusten Japanischen Geißblatt eher selten. Die Blätter werden bisweilen von Rostpilzen heimgesucht, und die jungen Blätter und Blüten sind häufig mit Blattläusen besetzt, die den Pflanzen in der Regel aber nicht nachhaltig schaden.

Ökologie

Wie bei allen Geißblattblüten ist der Nektar den Insekten vorbehalten, die einen ausreichend langen Rüssel vorweisen können. Das gilt insbesondere für Schmetterlinge, von denen sich vor allem die nachtaktiven Eulen von den gegen Abend immer intensiver duftenden Blüten angezogen fühlen. Honigbienen und Hummeln gehen üblicherweise leer aus, wissen sich aber zu helfen und holen sich den Nektar, indem sie die Blüten auf der Seite anzapfen.

Die Verbreitung der Samen übernehmen Vögel, denen das Japanische Geißblatt als ähnlich gutes Nährgehölz dient wie die einheimischen Geißblattarten. Sie bauen auch gerne ihre Nester in den dichten Gebüschen.

Kaninchen und Rehe fressen die nektarreichen Blüten, sofern sie diese erreichen.

Wissenswertes

Neben der Wildform bekommt man im Gartenfachhandel zahlreichen Zuchtsorten mit gefärbten Blättern, andersfarbigen Blüten und einer abweichenden Wuchsform und Wuchsfreudigkeit. Die Pflanze ist in allen Teilen giftig, essbar sind lediglich die süß schmeckenden nektarreichen Blüten. In der traditionellen Medizin seiner chinesischen und koreanischen Heimat dienen die Blätter und Blüten als Heildrogen. Dort bereitet man daraus auch ein Erfrischungsgetränk her.

Fotos

Blüte Japanisches Geißblatt
Quelle: Cbaile19, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Japanisches Geißblatt
Quelle: Qwert1234, Public domain, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Japanisches Geißblatt
Quelle: Cbaile19, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Japanisches Geißblatt
Quelle: Dinkum, CC0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wofür ist Japanisches Geißblatt gut?

Die getrockneten Blüten und Blätter des Japanischen Geißblattes j?nyínhu? verwendet die Traditionelle Chinesische Medizin in über 500 Zubereitungen in Form von Tee, Aufgüssen, alkoholischen Mazeraten und Salben gegen Fieber, Husten, Kopfschmerzen und Entzündungen von Haut und Schleimhäuten. Die Blüten enthalten etherische Öle und ebenso wie das Kraut Triterpensaponoside, Iridoidglykoside und Polyphenole. Dazu gehören Kaffeesäuren, Protocatechusäure, Chlorogensäure, das Saponin Lonicerosid, Hyperosid und andere biologisch aktive Substanzen.

Ökologischer Wert

Japanisches Geißblatt nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

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