Perlmuttstrauch,Kolkwitzie

Kolkwitzia amabilis

Gehölz
Wildform
Perlmuttstrauch (Kolkwitzia amabilis) Alle 11 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Perlmuttstrauch

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In China beheimatetes Geißblattgewächs
  • Bildet bis zu drei Meter große Sträucher mit bogig überhängenden Ästen
  • Dunkelgrüne gegenständige Blätter, bis acht Zentimeter lang und elliptisch bis oval
  • Zahlreiche glockenförmige rosa Blüten im Sommer
  • Gute Bienenweide
  • Igelartige Kapselfrüchte
  • Keine besonderen Ansprüche an den Boden
  • Winterhart und resistent gegen Krankheiten und Schädlinge, braucht kaum Schnitt
  • Rauchhart, auch als Kübelpflanze, ansonsten als Solitär oder im Hintergrund von Stauden und Sträuchern
  • Leichte Vermehrung mit Stecklingen
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 3,5 m
Breite: 1,5 - 3,5 m
Zuwachs: 20 - 50 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
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f
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n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kardenartige
Familie: Geißblattgewächse
Gattung: Kolkwitzie
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Perlmuttstrauch?

Perlmuttstrauch oder Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) gehört zu einer monotypischen Gattung aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), die selten und endemisch in den felsigen Gebirgsregionen Zentral- Nordwestchinas vorkommt. Dort wächst sie in Wäldern, im Unterholz, an Berghängen und selbst an Straßenrändern in einer Höhe von 300 bis 1.300 Metern.

Die laubabwerfenden mittelgroßen Sträucher werden bis über drei Meter hoch und knapp vier Meter breit; sie haben lange, im Alter weit überhängende Triebe und schmal zulaufende, elliptische bis ovale gegenständige Blätter, die eine dunkelgrüne Farbe aufweisen und 3-8 Zentimeter lang werden. Der Blattstiel ist 1-2 Millimeter lang, der Blattrand schwach gesägt bis fast glatt, die Blattspreite beiderseits schwach behaart und an den Adern und am Rand dicht behaart und bewimpert. Die Herbstfärbung ist rotbraun, Nebenblätter werden nicht gebildet. Im Alter blättert die braune Rinde ab, und die Sträucher bilden zahlreiche Bodentriebe. Die Knospen sind spitz-eiförmig und abstehend, 2-5 Millimeter lang und von braunen und weiß behaarten Knospenschuppen bedeckt.

Geschätzt wird der Perlmuttstrauch wegen seiner überbordenden Fülle an prachtvollen Blüten, die im späten Frühling und Frühsommer in dichten doldenförmigen Schirmrispen an kurzen Seitenzweigen erscheinen. Sie erinnern an die der Weigelie: Sie sind bis zu 1,5 Zentimeter breit, glockenförmig und zygomorph mit doppelter fünfzähliger Blütenhülle. Oft sind zwei benachbarte Blüten am Grund miteinander verwachsen, wie das bei Geißblattgewächsen häufig vorkommt. Sie duften meist nur schwach und stehen auf 1-1,5 Zentimeter langen Stielen.

Die Kronblätter bilden eine kleine Glocke, in der zwei die Oberlippe und drei die Unterlippe bilden. Während die Außenseite kräftig rosa erscheint ist die Innenseite permuttartig hellrosa mit einem gelb-orangefarbenen, mit Haaren besetzten Schlund. Die Blütenkrone hat eine schmale Basis und verbreitert sich oberhalb der Mitte deutlich. Außen stehen schmal-lanzettliche und bis fünf Millimeter lange kurz und weich behaarte und am Grund miteinander verwachsene Kelchblätter. Die vier Staubblätter sind so lang wie die Kronröhre, und die flaschenförmigen, lang behalsten Fruchtknoten sind bei paarig stehenden Blüten unten verwachsen. Die kopfige Narbe der kurz behaarten Griffel überragt die Kronröhre ebenfalls nicht.

Als Früchte werden etwa einen Zentimeter lange, eiförmige und reichlich borstige Kapseln gebildet, die von den schnabelförmig vertrockneten Resten der Kelchblätter gekrönt werden und wie kleine braune Igel aussehen. Die Fruchtreife erfolgt im August und September.

Perlmuttstrauch im Garten

Standort

Die Kolkwitzie ist ungeachtet ihrer Blütenpracht ausgesprochen robust und anspruchslos; sie nimmt im Garten mit so ziemlich jeder Erde vorlieb, egal ob sauer oder alkalisch. Am meisten sagt ihr ein lehmiger, frischer und nährstoffreicher Boden zu. Sie gedeiht in der Sonne ebenso gut wie im Halbschatten, im Schatten werden nur wenige Blüten gebildet. Am besten räumst Du ihr von vornherein reichlich Platz ein, damit die überhängenden Zweige und die rosa Blüten gut zur Geltung kommen können. Im Sommer solltest Du vor allem während der Blütezeit bei trockenem Wetter die Gießkanne bereithalten. Nicht übertreiben, Staunässe ist ihr ausgesprochen unnzuträglich.

Der Perlmuttstrauch ist in unseren Breiten frostbeständig, wobei der junge Austrieb im Frühjahr von Spätfrösten bedroht ist. Junge Pflanzen sind noch besonders empfindlich, ältere können oberhalb der Schneeoberfläche abfrieren und trotzdem neu austreiben.

Schnitt

Wenn man im Alter die typischen weit überhängenden Äste mit zahlreichen Blüten haben möchte sollte man den Perlmuttstrauch am besten so gut wie gar nicht schneiden; ansonsten sieht er irgendwann nach einem struppigen Besen aus. Lediglich erfrorene Äste und die sich im Alter in zunehmender Zahl zeigenden Bodentriebe solltest Du regelmäßig entfernen, da sie sonst die Basis der Sträucher zu sehr schattieren und diese verkahlen lassen.

Dessen ungeachtet ist die Pflanze gut schnittverträglich. Gegebenenfalls kannst Du sie ab und zu vorsichtig auslichten; abgestorbene Äste oder überkreuzende Triebe lassen sich bei dieser Gelegenheit ebenfalls entfernen. Wenn überhaupt schneidet man die Kolkwitzie grundsätzlich erst nach der Blütezeit. Hinweis: Die meisten Blüten erscheinen an den einjährigen Seitentrieben der zwei- und dreijährigen Langtriebe, die einjährigen blühen noch nicht.

Vermehrung

Am einfachsten lässt sich der Perlmuttstrauch vegetativ mit Stecklingen vermehren. Das gilt für die Wildform ebenso wie für die im Handel erhältlichen Sorten, die ohnehin nur auf diese Weise ihre typischen Eigenschaften weitergeben. Am besten wurzeln die Stecklinge vom grünen Holz im Juni, später dauert es deutlich länger. Achtung, frische Stecklinge sind noch besonders frostgefährdet und müssen vor den ärgsten Minusgraden geschützt werden.

Vegetativ vermehrte Kolkwitzien blühen nach 3-4 Jahren, die aus Samen gezogenen Büsche erst nach etwa 15 Jahren. Eine Vermehrung mit Samen erfolgt am besten durch Auspflanzen im Herbst, damit sie eine Kälteperiode zum Keimen mitbekommen.

Verwendung

Aus Parks und Grünanlagen ist der Perlmuttstrauch nicht wegzudenken. Im Garten macht sich die Kolkwitzie gut als Solitär, der im Sommer mit seiner Blütenpracht alle Blicke auf sich zieht. Ebenso bildet sie einen schönen Hintergrund für Strauchrabatten und Staudenbeete. Sie ist rauchhart und daher auch für den Stadtgarten geeignet. Auch als Kübelpflanze macht sie eine gute Figur, auch wenn sie auf Balkon und Terrasse nie die Ausmaße wie im Freiland annimmt.

Schädlinge

Der Perlmuttstrauch ist ausgesprochen robust und widerstandsfähig und hat mit Schädlingen oder Krankheiten nur höchst selten etwas zu tun.

Ökologie

Die zahlreichen Blüten der Kolkwitzie werden im Sommer von Bienen und anderen Insekten gerne besucht; sie ist eine gute Bienenweide. Die Verbreitung der beborsteten Igelfrüchte erfolgt in erster Linie durch Tiere, in deren Fell die Kapseln hängenbleiben.

In ihrer chinesischen Heimat gilt der Perlmuttstrauch als gefährdet. Seine ohnehin kleinen natürlichen Bestände sind durch Überweidung, Abholzung, Brandrodungen und Bergbau bedroht.

Wissenswertes

Seltsamerweise war der seltene Perlmuttstrauch trotz seiner Blütenfülle im alten China nicht als Gartenpflanze bekannt. Nach Europa gelangten die ersten Exemplare dank des italienischen Paters Giuseppe Giraldi; Paul Graebner (1871-1933), der Direktor des Botanischen Gartens in Berlin-Dahlem, benannte 1901 die neue Gattung nach dem Botaniker Richard Kolkwitz (1873-1956). Der lateinische Artname amabilis bedeutet sinngemäß liebenswert. Richtig beliebt wurde sie bei uns erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Neben der Wildart, die bisweilen auch unter dem Synonym Linnaea amabilis im Handel angeboren wird, ist im Garten besonders die Sorte Kolkwitzia amabilis ‚Pink Cloud‘ beliebt, die sich durch leuchtend tiefrosa Blüten und besondere Blütenfülle auszeichnet. Diese Variante hat auch den prestigeträchtigen Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society gewonnen.

Fotos

Gesamte Pflanze Perlmuttstrauch
Quelle: NaturaDB
Rinde Perlmuttstrauch
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Perlmuttstrauch
Quelle: NaturaDB
Blüte Perlmuttstrauch
Quelle: NaturaDB
Blüte Perlmuttstrauch
Quelle: NaturaDB
Blatt Perlmuttstrauch
Quelle: NaturaDB
Blüte Perlmuttstrauch
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Perlmuttstrauch
Quelle: NaturaDB
Blatt Perlmuttstrauch
Quelle: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Perlmuttstrauch
Quelle: Bernt Fransson, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Perlmuttstrauch
Quelle: Père Igor, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wie schnell wächst ein Perlmuttstrauch?

Der Perlmuttstrauch legt pro Jahr etwa 20-50 Zentimeter zu, sodass die Äste zuletzt malerisch überhängen und die passende Kulisse für die frühjährlichen Wasserfälle von rosa Glockenblüten bieten. Die Büsche werden im Alter kugelig und erreichen eine Höhe und Breite von etwa dreieinhalb Metern.

Wann pflanzt man einen Perlmuttstrauch?

Am besten wurzelt die Kolkwitzie im Juni. Das gilt nicht nur für die jungen Sträucher aus dem Gartenfachhandel, sondern auch für Grünstecklinge, die man am besten zu dieser Zeit schneidet. Gerade die Sorten lassen sich ohnehin nur vegetativ vermehren. Später eingepflanzt geht die Bewurzelung deutlich langsamer. Mit der frühen Pflanzung nach der Blüte haben die Sträucher genug Zeit, sich im Boden heimisch zu fühlen, bevor der kalte Winter kommt. Einmal etabliert ist der Perlmuttstrauch frosthart, aber im Frühjahr sind die frischen grünen Austriebe von Spätfrösten gefährdet.

Ist die Kolkwitzie giftig?

Über Giftstoffe im Perlmuttstrauch ist nichts bekannt. Besonders einladend sind die Blüten und Blätter allerdings auch nicht. Wenn Hund oder Katze mal daran knabbern fallen sie also mit einiger Sicherheit nicht gleich tot um.

Wann wird die Kolkwitzie geschnitten?

Wenn, dann erst nach der Blüte. Ansonsten hält man sich am besten mit den Schnittmaßnahmen zurück, denn dann bilden sich die schönsten überhängenden Zweige mit den im Sommer reichlich erscheinenden Blüten. Ab und zu etwas auslichten schadet dem Perlmuttstrauch aber nicht, er gilt als ausgesprochen gut schnittverträglich. Allerdings geht jeder Schnitt auf Kosten des Blütenreichtums; die Blüten erscheinen an den einjährigen Seitentrieben der zwei- und dreijährigen Langtriebe. Heißt viel schneiden – weniger Blüten in den Folgejahren.

Warum blüht meine Kolkwitzie nicht?

Meistens liegt es am Schatten, dass der Perlmuttstrauch nicht blüht. Ansonsten fällt es recht schwer, die Sträucher vom Blühen abzuhalten. Die Bodenstruktur ist ihnen relativ egal, solange die Erde nicht zu trocken und nicht zu feucht ausfällt. Vielleicht ist auch der Schnitt schuld – die Blüten erscheinen an den Langtrieben, die zwei oder drei Jahre alt sind und knubbeln sich dort an den einjährigen Seitentrieben. Hat man die im Jahr vorher eingekürzt wird es nichts mit der Blüte.

Ist die Kolkwitzie bienenfreundlich?

Ja, für einen Exoten schon. Der Nektarwert wie auch der Pollenwert liegt bei zwei. Dementsprechend steuern Bienen und Hummeln die rosaroten Blüten bei der Nahrungssuche an.

Welche Erde für Perlmuttstrauch?

Die Kolkwitzie ist ausgesprochen anspruchslos und wächst auf fast jeder Erde, die nicht gerade staubtrocken oder tropfend nass ausfällt. Am liebsten ist ihr ein gleichmäßig feuchter, nährstoffreicher Lehmboden mit reichlich Sonne oder wenigstens mit Halbschatten.

Ökologischer Wert

Perlmuttstrauch nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

Insekten

Nektarwert:
2
Pollenwert:
2

Bienenweiden mit Nektar- und Pollenwerten