Mongolei-Waldrebe,Goldwaldrebe

Clematis tangutica

Gehölz
Wildform
lange Blühzeit
Mongolei-Waldrebe (Clematis tangutica) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: AggieDt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus dem Westen Chinas stammendes Hahnenfußgewächs
  • Klettert als Liane an umliegenden Strukturen hoch
  • Gefiederte hellgrüne Blätter
  • Anfangs glockige, später ausgebreitete goldgelbe Blüten
  • Zweite Blütezeit im Herbst
  • Früchte mit langen silbrigen und fedrigen Fortsätzen
  • Gute Insektenweide und beliebtes Nistmaterial für Vögel
  • Giftig und hautreizend durch Protoanemonin
  • Vermehrung mit Samen und Stecklingen möglich
  • Pflegeleicht und winterhart, sollte regelmäßig zurückgeschnitten werden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd
Höhe: 2 - 4 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Waldreben
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Mongolei-Waldrebe?

Mongolei-Waldrebe oder Gold-Waldrebe (Clematis tangutica) ist ein bis zu vier Meter lange Lianen bildender Verwandter unserer einheimischen Gemeinen Waldrebe Clematis vitalba. Sie stammt aus dem mittleren Westen Chinas, wo sie in Wäldern, Gebüschen und Wiesen entlang von Flüssen und Bächen auf kiesigen Untergründen wächst und an umstehenden Bäumen und Sträuchern emporrankt oder auf nährstoffarmen Böden Zwergsträucher bildet. Die Pflanze gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Die sommergrünen Kletterpflanzen sind mäßig wüchsig und weisen eine dicke Hauptwurzel mit leicht verzweigten Seitenwurzeln und eher dünne und rötlich gefurchte Triebe auf; anfangs sind sie kurz weichhaarig, später kahl und verholzt. Die gegenständigen Blätter sind kahl, einfach oder doppelt gefiedert, mit eiförmigen bis lanzettlichen hellgrünen Fiederblättchen, die einen gezähnten Rand aufweisen. Ihre Endfieder ist stets größer als die beiden Seitenfiedern.

Die erst üppige Blütezeit reicht von Juni bis Juli, danach blühen sie ein weiteres Mal, aber weniger reichhaltig von September bis Oktober. Dabei bilden sie zahlreiche nickende gelbe Blüten, die vier Zentimeter lang und 2-6 Zentimeter breit werden und die zu 1-3 Exemplaren an langen Stielen in den Blattachseln stehen. Jede davon besteht aus vier dicken eiförmigen bis lanzettlichen Hüllblättern von 15-40 Millimetern Länge und 6-14 Millimetern Breite; auf der Außenseite sind sie bisweilen weiß filzig, innen jedoch stets kahl. Anfangs bilden sie eine breite Glocke, später stehen sie weit auseinander. Aus den zahlreichen länglichen Fruchtknoten mit langen schnabelartigen Griffeln entwickeln sich die Clematis-typischen, 4-5 Zentimeter langen Balgfrüchte, die mit ihren langen gebogenen und behaarten Fortsätzen in dichten wolligen Knäueln beieinanderstehen. Sie sind auffallend silbrig glänzend und bleiben bis weit in den Winter stehen.

Mongolei-Waldrebe im Garten

Standort

Bei der Pflanzung sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Waldrebe umliegende Pflanzen reichlich überwuchern kann und ihnen Licht und Luft wegnimmt. Sie benötigt einen nährstoffreichen und frischen, gut durchlässigen Boden mit Sonne oder Halbschatten. Die Wurzeln sollten nicht in der prallen Sonne stehen, da die Pflanzen übermäßige Fußwärme nicht vertragen. Sie sind völlig winterhart.

Schnitt

Man sollte beim Schneiden beachten, dass die Blüten bei der Mongolei-Waldrebe immer an den diesjährigen Trieben erscheinen. Die älteren kann man also, wenn es nach dem Blütenansatz geht, getrost abschneiden – im Winter oder im zeitigen Frühjahr. Sie ist gut schnittverträglich und nimmt es auch nicht übel, wenn man sie kräftig stutzt. Beim Hantieren sollte man sicherheitshalber Handschuhe tragen, da der Pflanzensaft hautreizend wirkt.

Vermehrung

Eine Vermehrung mit Samen ist prinzipiell möglich, aber langwierig. In der Regel wird man eher auf die jungen Exemplare aus dem Gartenfachhandel zurückkommen. Auch Stecklinge lassen sich schneiden, sie bewurzeln schnell und bilden neue Pflanzen. Allerdings muss man hier berücksichtigen, dass viele der im Handel erhältlichen Exemplare gepfropft sind – Stecklinge haben daher nicht unbedingt die gleichen guten Wuchseigenschaften wie ihre Mutterpflanze.

Verwendung

Im heimischen Garten braucht die Mongolei-Waldrebe etwas, woran sie hochklettern kann. Rankhilfen wie Gitter und Pergola oder Mauern und Zäune nimmt sie ebenso in Anspruch wie umliegende Pflanzen. Dekorativ sind sie nicht nur wegen ihrer leuchtend gelben Blüten, sondern auch mit ihren perückenähnlichen Fruchtbüscheln, die bis lange in den Winter stehenbleiben. In Containern und Kübeln lässt sie sich sogar auf Balkon oder Terrasse ausbringen.

Schädlinge

Bisweilen kommt bei der Mongolei-Waldrebe der Feind von unvermuteter Stelle – Mäuse knabbern mit Vorliebe an den jungen Trieben, ebenso wie verschiedene Raupen. Sie sind weniger anfällig für Clematiswelke als andere Waldreben. Die Pilzerkrankung äußert sich zunächst mit kleinen gelben Flecken auf den Blättern und lässt diese vertrocknen, bis auch die Triebe verhungern. Verantwortlich sind Pilze aus den Gattungen Phoma und Fusarium. Befallene Teile müssen umgehend entfernt und über den Hausmüll entsorgt werden, denn die Sporen verbreiten sich auch über Erde und Kompost.

Ökologie

Die attraktiven gelben Blüten der Mongolei-Waldrebe ziehen eine Vielzahl von Insekten an, vor allem Fliegen und Käfer, aber auch Bienen und Hummeln. Sie gilt trotz ihrer exotischen Herkunft als gute Bienenweide; insbesondere die späte Herbstblüte kommt den Tieren zugute, wo andere Nektarquellen allmählich versiegen. Die Verbreitung der fedrigen Früchte übernimmt der Wind, der sie dank ihrer haarigen Fortsätze weit fortträgt, oder sie bleiben wie Kletten im Fell von Tieren hängen. Vögel verwenden die federigen Büschel aus dem Vorjahr gerne zum Ausstaffieren ihrer Nester.

Wissenswertes

Neben der Wildform finden sich im Gartenfachhandel vor allem diverse Zuchtsorten der Gold-Waldrebe, wie die preisgekrönten Kultivare ‚Bill MacKenzie‘ und ‚Lambton Park‘. Bisweilen läuft sie fälschlich unter der Bezeichnung Clematis orientalis – diese hat aber reichhaltigere Blütenstände mit 3-15 Einzelblüten, deren Petalen kurz weich behaart sind.

Fotos

Blüte Mongolei-Waldrebe
Quelle: AggieDt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Mongolei-Waldrebe
Quelle: Evalowyn, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Mongolei-Waldrebe
Quelle: Dominicus Johannes Bergsma, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Mongolei-Waldrebe
Quelle: Wolfgang Sauber, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist Mongolei-Waldrebe giftig?

Wie alle Clematis-Arten enthält auch die Mongolei-Waldrebe das Lacton Protoanemonin, das für viele Hahnenfußgewächse typisch ist. Bei empfindlichen Menschen kann der Saft schwere Hautreizungen hervorrufen, bei Einnahme kommt es Schwindel und Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen.

Ökologischer Wert

Mongolei-Waldrebe nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

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