Prachtspiere

Spiraea vanhouttei

Gehölz
Hybrid
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Gesamte Pflanze von Prachtspiere

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hybride aus asiatischen Spiersträuchern, beliebte Zierpflanze
  • Bis zu drei Meter hohe Sträucher mit bogig überhängenden Zweigen
  • Dunkelgrüne Blätter und zahlreiche Blütendolden im Frühjahr
  • Äste oft der Länge nach mit Blüten überzogen
  • Weiße Blüten mit sehr intensivem Geruch
  • Anspruchslos, kommt mit jeder Erde zurecht, braucht aber reichlich Sonne zum Blühen
  • Regelmäßiger Schnitt nach der Blütezeit erforderlich, sonst vergreisend
  • Robust, pflegeleicht und kaum von Schädlingen oder Krankheiten bedroht
  • Leichte Vermehrung mit Stecklingen, durch Teilung oder mit Absenkern
  • Vollkommen frosthart, nur Austrieb empfindlich gegenüber Spätfrösten
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 3 m
Breite: 1 - 2 m
Zuwachs: 20 - 50 cm/Jahr
schnittverträglich: ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Spiersträucher
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Prachtspiere?

Prachtspiere, Pracht-Spierstrauch oder Belgische Spiere (Spiraea x vanhouttei) ist eine Hybride zweier Spieren-Arten aus Ostasien: Kanton-Spiere (Spiraea cantoniensis) und Dreilappige Spiere (Spiraea trilobata). Sie wurde um 1862 erstmals erfasst und hat sich zu einer der beliebtesten Spiersträucher für den Garten entwickelt. In Deutschland tritt sie stellenweise verwildert auf. Sie gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist mit der bei uns inzwischen heimisch gewordenen Weidenblättrigen Spiere (Spiraea salicifolia) eng verwandt.

Es handelt sich dabei um einen gedrungenen, buschigen und mit bis zu drei Meter Höhe mittelgroßen sommergrünen Strauch mit aufrechten und schließlich überhängenden Zweigen. Das Gerüst ist eher schwach, aber der alljährliche Austrieb umso reichhaltiger. Mit ihren drei Metern ist die Prachtspiere ein Riese unter den Spiersträuchern und wird oft nur noch vom Pflaumen-Spierstrauch (Spiraea prunifolia) übertroffen.

Junge Zweige sind hellgrün und behaart, bei den älteren ist die Rinde matt rötlich bis dunkelbraun, und es werden Kurz- und Langtriebe gebildet. Das Wurzelwerk bleibt flach. An den Ästen stehen wechselständig die 4-5 Zentimeter langen rhombischen bis verkehrt-eiförmigen Blätter; sie sind auf der Oberseite dunkelgrün, unten matt blaugrün mit gebuchtetem oder gesägtem Rand und oftmals mit 3-5 Lappen am Ende. Der Blattstiel ist kurz, und Nebenblätter fehlen.

Die äußerst geruchsintensiven weißen Blüten erscheinen an den einjährigen Langtrieben. Sie sind mit wenigen Millimetern Durchmesser recht klein, aber sie erscheinen im Frühling in so großer Zahl, dass das Laub oftmals kaum noch zu sehen ist. Dabei stehen sie zu mehreren in doldenförmigen Scheinrispen, die sich wie Perlen an einer Schnur an den überhängenden Zweigen aufreihen. Ein einzelnes Döldchen ließe sich leicht mit Weißdorn verwechseln, der in die nähere Verwandtschaft gehört; dessen Sträucher haben aber niemals so überhängende Äste und einen derart reichhaltig aufgereihten Blütenschmuck.

Die einzelnen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle, zwittrig und sternförmig, mit freien grünen Kelchblättern und weit ausgebreiteten reinweißen Kronblättern. Die zahlreichen spiralig stehenden Staubblätter weisen jeweils ein langes dünnes Filament und einen winzigen gelben Staubbeutel auf.

Die freistehenden Fruchtblätter bilden nach der Bestäubung kleine Balgfrüchte, die zu viert oder fünft zusammenstehen. Reste der Blüte sind daran noch erkennbar. In ihrem Inneren bergen sie 2-5 spindelförmige Samen.

Prachtspiere im Garten

Standort

Die Prachtspiere ist genügsam und kommt mit fast jedem Gartenboden klar. Am liebsten möchte sie eine fruchtbare und feuchte, gut durchlässige Erde und reichlich Sonne. Halbschatten ist ebenso möglich, aber je mehr Sonne, desto mehr Blüten darfst Du erwarten. Vorübergehende Trockenheit im Sommer ist kein Problem, nur Staunässe erweist sich schnell als tödlich – daher unbedingt auf lockeren und gut drainierten Boden achten.

Sie ist vollkommen frosthart, nur späte Fröste können dem frischen Austrieb Schaden zufügen. Beim Pflanzen in der Nähe von Haus oder Terrasse solltest Du bedenken, dass der strenge Geruch der Blüten nicht jedermanns Sache ist.

Schnitt und Pflege

Die frühblühenden Spiersträucher blühen stets an den einjährigen Langtrieben, und mit zunehmendem Alter werden die Zweige immer langsamer im Wachstum und immer fauler mit dem Blühen. Nach drei, spätestens nach fünf Jahren sind die bodennahen Triebe vergreist und machen die Pflanze undekorativ.

Daher ist für einen reichhaltigen Blütenansatz ein regelmäßiger Schnitt erforderlich. Dazu musst Du spätestens alle 2-3 Jahre die ältesten Triebe bodennah kürzen und jedes Jahr unmittelbar nach der Blüte die abgeblühten Zweige abschneiden. Selbst einen radikalen Rückschnitt nehmen die schnittverträglichen Sträucher problemlos hin. Abgestorbene und vergreiste Triebe solltest Du immer gleich weit unten fast am Boden entfernen. Junge Bodentriebe kommen ohnehin schnell nach.

Vermehrung

Eine Vermehrung der Prachtspiere mit Stecklingen ist einfach. Schneide dazu im Sommer Grünstecklinge oder im Herbst verholzte Steckhölzer und bewurzele sie in gleichmäßig feucht gehaltener Erde. Große Sträucher lassen sich auch teilen, und wenn die Äste ohnehin schon bis auf den Boden reichen kannst Du Dir auch mit Absenkern behelfen.

Willst Du sie erst einmal in Deinem Garten ansiedeln, so geht das mit den jungen Sträuchern aus Baumschule und Gartenfachhandel am schnellsten. Die beliebte Spiraea x vanhouttei wirst Du mit einiger Sicherheit im Sortiment finden.

Verwendung

Die robuste und genügsame Prachtspiere ist vielseitig verwendbar; unter anderem ist sie ideal für Staudenrabatten und lässt sich auch als auffällig weißblühende Hecke zwischen anderen Heckenpflanzen einsetzen. Im Sommer bietet sie ausreichend Sichtschutz. Ebenso gut kommt sie in kleinen Gruppen oder einzeln gepflanzt zur Geltung. Die Frühblüher gelten als mäßig rauchhart und sind daher für den Garten in der Stadt bedingt geeignet.

Schädlinge

Die Prachtspiere ist ausgesprochen robust; Schädlinge und Krankheiten wirst Du an ihr nur höchst selten finden. Die allgegenwärtigen Blattläuse schaden ihr nicht wesentlich, und Mehltau tritt vor allem unter ungünstigen Standortbedingungen auf.

Ökologie

Trotz ihres Blütenreichtums interessiert sich unsere einheimische Insektenfauna nur mäßig für die Blüten. Vielleicht liegt das auch an dem Geruch, der bei der Hauptbestäuberin der beiden Eltern in ihrer Heimat, der Asiatischen Honigbiene offensichtlich besser ankommt.

Wissenswertes

Spirae und Spirale

Die Gattung Spiraea umfasst etwa 80 Arten laubabwerfender oder halbimmergrüner Sträucher. Den Namen haben sie vom griechischen speíra, das wir von der Spirale kennen: Die Balgfrüchte sind häufig in sich spiralförmig verdreht.

Asiatische Schönheit

Spiersträucher sind auf der Nordhalbkugel weit verbreitet und haben das Zentrum ihrer Verbreitung in Ostasien. Hierher kommen auch die beiden Eltern der Prachtspiere, die Kanton-Spiere aus China und die Dreilappige Spiere oder Weiße Zwergspiere aus Sibirien und Nordchina. Botanisch korrekt wäre Spiraea x vanhouttei als Spiraea cantoniensis x Spiraea trilobata zu bezeichnen.

Beliebte Prachtspieren

Im Garten sind sie alle wegen ihrer Genügsamkeit und Robustheit beliebt – kein Wunder, dass es jede Menge Hybriden und Zuchtsorten gibt, von denen die Prachtspiere nur eine der in deutschen Gärten verbreitetsten ist.

Mit der ebenfalls oft als Prachtspiere oder Prunkspiere bezeichneten Astilbe, die zu den Steinbrechgewächsen (Saxifragaceae) gehört, hat diese Hybride nichts zu tun.

Fotos

Gesamte Pflanze Prachtspiere
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Prachtspiere
Quelle: NaturaDB
Blüte Prachtspiere
Quelle: NaturaDB
Blatt Prachtspiere
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Prachtspiere
Quelle: NaturaDB
Blatt Prachtspiere
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Frucht Prachtspiere
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Prachtspiere
Quelle: NaturaDB
Blatt Prachtspiere
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Prachtspiere
Quelle: NaturaDB

Häufige Fragen

Sind Prachtspiere winterhart?

Ja, Minusgrade sind für sie kein Problem. In der Heimat ihrer Eltern ist es auch öfters ordentlich kalt – die Weiße Zwergspiere wächst wild in Sibirien, und davon hat die Tochter etwas mitbekommen. Nur bei Spätfrösten muss man aufpassen; haben die Pflanzen gerade frisch ausgetrieben und es kommt noch mal unvermutet zu Tiefsttemperaturen, so schädigt das den Austrieb. Die Pflanze selber übersteht das aber unbeschadet. Schneide in einem solchen Fall einfach die in Mitleidenschaft gezogenen Triebspitzen ab, und die Prachtspiere wächst munter weiter.

Wann pflanze ich Prachtspiere?

Die im Handel zumeist übliche Containerware kannst Du von Frühjahr bis Herbst pflanzen, nur nicht gerade vor den ersten Nachtfrösten. Achte darauf, dass das Loch tief genug und der Boden schön locker ist. Willst Du stattdessen Deine Prachtspiere im Garten vegetativ vermehren, so kannst Du das durch Teilung des alten Strauches nach der Blüte. Oder mit noch nicht voll verholzten Stecklingen im Sommer oder mit bereits holzigen Steckhölzern im Herbst. Sie wachsen sehr zuverlässig an und bilden schon in wenigen Jahren prachtvolle Hecken.

Wie pflege ich eine Prachtspiere?

Prachtspieren sind pflegeleicht, wenn man vom regelmäßigen Schneiden absieht. Im Garten machen sie sich gut als einzelnstehende Blühhecke oder als sommergrüner Sichtschutz, in gemischten Hecken dank ihrer relativ späten Blüten, aber ebenso in Staudenbeete. Boden: egal, sie verträgt so ziemlich alles, was nicht vollkommen aus der Reihe tanzt. Nur durchlässig und nicht zu nährstoffreich sollte er sein. Wichtig ist vor allem viel Sonne – sie wächst zwar auch noch im Halbschatten, aber sie blüht umso reichhaltiger, je mehr Sonne und Wärme sie abbekommt.

Die Sträucher solltest Du jedes Jahr nach der Blütezeit kräftig zurückschneiden, damit im nächsten Jahr wieder reichlich Blüten gebildet werden. Dazu werden die abgeblühten Äste entfernt. Alte Zweige kannst Du tief unten kappen, denn sie vergreisen ohnehin, treiben kaum noch aus und blühen immer weniger. Im Sommer sind die Prachtspieren für Gießen an heißen Tagen dankbar, aber sie überstehen auch trockene Tage; nur übertreiben darf man es nicht mit dem Wasser, denn Staunässe ist absolut tödlich und macht die Pflanzen zudem empfindlich für Mehltau.

Wann Prachtspiere zurückschneiden?

Am besten schneidest Du die Prachtspiere jedes Jahr, und zwar sobald die Blütezeit vorbei ist. Weg mit den verblühten Trieben, dann bleibt der Strauch auch schön buschig und vergreist nicht. Um Letzteres zu verhindern ist es auch wichtig, etwa alle 2-3 Jahre die ältesten Zweige nah am Boden abzuschneiden. Ein Erziehungsschnitt ist ohnehin obsolet, da die Äste schnell altern und unbrauchbar werden und dafür umso mehr neue Triebe hervorkommen. Blühen wird sie ohnehin vorwiegend an den Langtrieben, die aus dem Vorjahr stammen und kaum noch am älteren Holz.

Ökologischer Wert

Prachtspiere nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.