Oleander,Rosenlorbeer

Nerium oleander

Gehölz
Wildform
giftig
lange Blühzeit
Oleander (Nerium oleander) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Zeynel Cebeci, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Drei bis sechs Meter hoher Strauch oder Baum
  • Gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse
  • Vom Mittelmeerraum bis nach China wild vorkommend
  • Bereits in der Antike bekannte Gift- und Zierpflanze
  • Ledrige, dunkelgrüne Blätter
  • Große duftende Blüten in verschiedenen Farben
  • Nur begrenzt winterhart, vorzugsweise im Haus oder unter Glas überwintern
  • Benötigt feuchten Lehmboden mit viel Sonne
  • In allen Teilen giftig, vor allem für Pferde gefährlich
  • Kann Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 3 - 6 m
Breite: 80 - 180 cm
Zuwachs: 20 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
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a
s
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n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Sonstiges
Ordnung: Enzianartige
Familie: Hundsgiftgewächse
Gattung: Oleander
ist giftig Blätter, Blüten, Rinde
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Oleander?

Oleander oder Rosenlorbeer (Nerium oleander) ist ein immergrüner aufrechter und ausladender Strauch oder Baum, der eine Höhe von 3-6 Metern erreicht und zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocyanaceae) gehört. In freier Wildbahn wachsen sie vom Mittelmeerraum bis nach China in periodisch überschwemmten Flussbetten und deren Ufern. In warmen Regionen ist er vielerorts verwildert.

Die schmalen, 6-20 Zentimeter langen Blätter sind lanzettlich, ledrig mit einer dunkelgrün glänzenden Oberseite, graugrünen Unterseite und glattem Rand und stehen zu dritt an kurzen Stielen.

Die 3-5 Zentimeter breiten, intensiv duftenden Blüten stehen in Trugdolden mit bis zu 80 Exemplaren. Sie sind fünfzählig, radiärsymmetrisch und zwittrig, mit kleinen dreieckigen Kelchblättern und trichterförmig verwachsenen und ausgebreiteten gelben, roten oder weißen Kronblättern. Bei den Früchten handelt es sich um bis zu 20 Zentimeter lange, trockene Balgfrüchte, die sich mit Klappen öffnen und die dicht behaarten kegelförmigen Samen freigeben.

Oleander im Garten

Standort

Im Freiland gedeiht der Oleander am besten in einem feuchten und nährstoffhaltigen, gut durchlässigen Boden mit reichlich Sonne. Im Wintergarten oder Gewächshaus hält man ihn in einer lehmhaltigen Erde mit ordentlich Feuchtigkeit, Düngung und Licht; im Winter sollte man ihn nur vorsichtig gießen.

Schnitt

Oleander gilt als gut schnittverträglich und muss ab und zu kräftig gestutzt werden, damit er schön buschig wächst und nicht blühfaul wird. Schneiden sollte man ihn im September und gegebenenfalls unter Glas im späten Winter oder zeitigen Frühjahr. Beim Hantieren sollte man Handschuhe tragen, denn der giftige Saft des Oleanders kann erhebliche Hautreizungen verursachen.

Vermehrung

Oleander kann man im Frühjahr mit Samen vermehren. Im Sommer lassen sich auch Stecklinge abnehmen, die man am besten mit reichlich Bodenwärme bewurzelt.

Verwendung

In wärmerem Klima lässt sich der Oleander als Hecke, Solitär oder in Rabatten mit anderen Sträuchern kultivieren. Bei Frostgefahr hält man ihn besser in Kübeln und Pflanzgefäßen und holt ihn im Winter in Gewächshaus oder Wintergarten.

Schädlinge

Draußen ist der Oleander recht unempfindlich und hat selten mit Schädlingen und Krankheiten zu tun. Unter Glas im Wintergarten oder im Gewächshaus treten mitunter Spinnmilben und Schild- sowie Schmierläuse auf, vor allem wenn er zu warm gehalten wird; im Winter sind 5-10 °C ideal. Oleandermotten (Syntomeida epilais) sind ein Fressfeind, der bei uns nicht vorkommt und der ihm nur in Nordamerika zum Problem werden kann. Hungrige Säugetiere wie Rehe und Kaninchen hält er sich mit seinen Toxinen erfolgreich vom Leib.

Ökologie

Die Blüten des Oleanders sind selbststeril und müssen von Insekten bestäubt werden, sie liefern allerdings trotz ihres hohen Schauwertes nur wenig Pollen und Nektar. Viele Besucher finden sich daher in unseren Breiten nicht ein. Die bisweilen geäußerte Befürchtung, dass Honigbienen am Oleander Pollen sammeln und damit den Honig vergiften ist daher unbegründet.

Bei uns tritt nur selten im Alpenraum der bunt gezeichnete und bis zu 12 Zentimeter lange Oleanderschwärmer (Daphnis nerii) als Wanderfalter auf; seine Raupen fressen Oleanderblätter und machen sich mit den darin enthaltenen Giftstoffen für Vögel und andere Fressfeinde ungenießbar. Spinnen und Wespen sind davon allerdings unbeeindruckt.

Wissenswertes

Oleander ist in allen Teilen giftig und enthält herzwirksame Cardenolidglykoside wie Oleandrin und Neandrin. Der Saft kann beim Hantieren zu Hautreizungen führen. Die Giftwirkung war bereits in der Antike bekannt, und schon die alten Ägypter und Griechen nutzten Oleander als Heilpflanze, unter anderem als Gegenmittel bei Schlangenbissen. Entsprechende Hinweise auf medizinische Anwendungen finden sich bei Dioskurides, Plinius d. Ä. und Theophrast. Als Zierpflanze war er bei den Römern sehr beliebt, wie verschiedene Wandgemälde in Pompeji und Rom zeigen – ein Motiv, das auch spätere Künstler wie Vincent van Gogh und Gustav Klimt übernahmen.

Neben der Wildform gibt es über 400 Zuchtsorten im Gartenfachhandel. Es gibt einfache und gefüllte Blüten, weiße, rosafarbene, rote und fliederfarbene und auch Farben, die normalerweise nicht vorkommen wie gelb, apricot oder lachsfarben. Sie unterscheiden sich zudem in Frosthärte und Wuchshöhe.

Fotos

Gesamte Pflanze Oleander
Quelle: Zeynel Cebeci, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Oleander
Quelle: Alvesgaspar, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Oleander
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Oleander

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon
Oleander (Wildform) 3 - 6 m 80 - 180 cm
Oleander 'Belle Helene'
Oleander 'Cavalaire'
Oleander 'Emilie'
Oleander 'Emma'
Oleander 'La Fontaine'
Oleander 'Louis Pouget'
Oleander 'Nana Rosso'
Oleander 'Pink Beauty'
Oleander 'Roseum Plenum'
Oleander 'Soeur Elisabeth'
Oleander 'Villa Romaine'
Oleander 'Luteum Plenum'
Oleander 'Angiolo Pucci'
Oleander 'Isle of Capri'
Oleander 'Marie Gambetta'
Oleander 'Souvenier des Iles Canaries'
Oleander 'Mont Blanc'
Oleander 'Soeur Agnes'
Oleander 'Album Plenum'
Oleander 'Ed Barr'
Oleander 'Jardin du Luxembourg'
Oleander 'Papa Gambetta' Ja
Oleander 'Hardy Red'
Oleander 'General Pershing'
Oleander 'Geant des Batailles'
Oleander 'Emile Sahut'
Oleander 'Framboise'

Häufige Fragen

Welche Temperatur hält Oleander aus?

Die meisten Oleandersorten sind frostempfindlich und überstehen bestenfalls kurzfristig Temperaturen um den Gefrierpunkt. Daher muss man sie im Haus überwintern. Einige wenige Züchtungen vertragen Minusgrade bis ­10 °C

Wie pflege ich Oleander im Winter?

Im Winter hält man den Oleander vorzugsweise bei 5-10 °C und gießt ihn nur noch sparsam. Möglichst mit Belüftung und nicht im dunklen Keller, auch wenn er in der Ruhe nicht allzu viel Licht benötigt. Bei zu hohen Temperaturen könnte er austreiben, und die Gefahr eines Befalls mit Spinnmilben, Weiße Fliege oder Läusen wächst. Im Winter kann man die Zeit nutzen und ihn kräftig zurückschneiden.

Ist Oleander giftig?

Ja, in allen Teilen. Er enthält Cardenolidglykoside wie Oleandrin und Neandrin, die die Herztätigkeit beeinflussen und für Störungen im Magen-Darm-Trakt sorgen. Bereits das Hantieren mit der Pflanze, bei dem man mit dem Saft in Berührung kommt, führt zu schweren Hautreizungen und allergischen Reaktionen. Man darf den Schnitt auch nicht verbrennen, denn die Giftwirkung bleibt auch im Rauch erhalten und verursacht Atemprobleme und Bindehautentzündungen.

Bei einer innerlichen Vergiftung kommt es zu übermäßigem Speichelfluss, Krämpfen, Übelkeit und Erbrechen und Durchfällen, die Herztätigkeit steigt zunächst zu einem Rasen an, später verlangsamt sich der Puls. Hände und Füße werden infolge mangelnder Durchblutung eiskalt, und auch das Nervensystem wird in Mitleidenschaft gezogen. Muskelzittern und Schläfrigkeit münden schlimmstenfalls im Koma und können zum Tod führen. Die gute Nachricht: Oleander schmeckt so bitter, dass man nur schwerlich auf die Idee kommt, tödliche Dosen davon zu sich zu nehmen.

Ist Oleander für Tiere giftig?

Vögel und Nagetiere sind im Gegensatz zu Mensch, Hund und Katze relativ unempfindlich gegenüber den im Oleander enthaltenen Herzglykosiden. Am ehesten bedroht sind Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde, wenn Pflanzenteile ins Heu geraten. Bei einem Pferd gelten 100 Gramm getrocknete Oleanderblätter als tödliche Dosis – umso gefährlicher, als dass der Grünschnitt süß schmeckt und die Gifte beim Trocknen erhalten bleiben. Eine Vergiftung mit Oleander äußerst sich vor allem mit Durchfällen und einem beschleunigten, später abnorm verlangsamten Puls.

Ökologischer Wert

Oleander nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

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