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Wasserfeder (Hottonia palustris)
Quelle: kristof lauwers/shutterstock.com

WasserfederWasserprimel

Hottonia palustris

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Staude winterhart
  • Heimische Wasserpflanze mit filigranen Blättern und hübschen weißen Blüten
  • Fiederschnittige Blätter wachsen unter der Wasseroberfläche, nur die Blütenstände ragen hervor
  • Verankert sich im Schlamm mit verzweigtem Wurzelsystem
  • Wuchert nicht und damit auch für kleine Teiche geeignet
  • Braucht einen schlammigen, leicht sauren Boden und fließendes oder stehendes Wasser
  • Wächst sowohl in voller Sonne als auch im Schatten
  • Auch zur Kübelbepflanzung und für Aquarien geeignet
  • Futterquelle für die Gewöhnliche Schmalbiene
  • Versteck für Jungfische und Insektenlarven
  • Überlebt im Wasser auch eingefroren
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Schatten
Boden: normal bis lehmig
Wasser: Wasserpflanze
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer
Kübel/Balkon geeignet: ja

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: flach, ausgebreitet, kriechend, submers
Höhe: 8 - 10 cm
Breite: 30 - 40 cm
frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Ausläufer
🌼 Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: strahlenförmig, einfach
Blütenduft: ja
🍃 Laub
Blattfarbe: hellgrün
Blattphase: sommergrün
Blattform: fiederteilig, lineal, ganzrandig, weich, zart
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): mäßig häufig
Gefährdung (Rote Liste): Vorwarnliste
Wildbienen: 1 (Nektar und/oder Pollen, davon keine spezialisiert)
🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
kollin (100m-300m1 / 300m-800m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 5
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Primelgewächse
Gattung: Wasserfedern

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Wasserfeder?

Die Wasserfeder ist ein recht ungewöhnliches Kraut – schaut man sich die Blütenstände der Wasserpflanze näher an, so fällt eine gewisse Ähnlichkeit mit Schlüsselblumen auf, und tatsächlich zählt sie zur Familie der Schlüsselblumengewächse (Primulaceae). Allerdings sehen die unter Wasser wachsenden Blätter, wie der Name bereits verrät, wie grüne Federn aus.

Wild wächst die Wasserfeder im klimatisch gemäßigten Europa mit Ausnahme des Nordens und des Mittelmeerraumes, in Kleinasien und in Asien bis zum Kaukasus. Die Vorkommen sind sehr zerstreut; man findet die Pflanzen in seichten und nicht allzu nährstoffreichen Gewässern wie Moorseen, Altarmen von Flüssen, Gräben und Tümpeln.

Die ausdauernden krautigen Wasserpflanzen wachsen untergetaucht und stecken mit feingliedrigem Wurzelwerk im sumpfigen Untergrund. An den Knoten der Sprossachsen stehen die kammförmig gefiederten, hellgrünen Laubblätter in kleinen Rosetten; die Blattspreiten sind oft gegabelt und nur einen Millimeter breit. Auffällig sind die weißen Borsten und roten gestielten Drüsen.

Die doldentraubigen Blütenstände der Wasserfeder sind üblicherweise der einzige Pflanzenteil, der über die Wasseroberfläche hinausragt. Ihre 3-7 Blüten sind zwittrig und fünfzählig, mit einer weißen bis blassrosa Krone, die einen Durchmesser von rund zwei Zentimetern hat und etwa so lang ist wie der unauffällige Kelch. Die Kronblätter sind stumpf eiförmig und am Ende etwas ausgerandet. Nach der Bestäubung bilden sich kugelige Kapselfrüchte mit eiförmigen oder stumpfkantigen braunen Samen, die mit fünf Klappen auf der Oberseite entlassen werden.

Wasserfeder im Garten

Quelle: ChWeiss/shutterstock.com

Standort

Der Boden sollte nährstoffreich und lehmig oder torfig sein, das Wasser stehend oder fließend und vorzugsweise leicht sauer. Hier wachsen die Pflanzen bevorzugt im wenige Zentimeter tiefen Wasser. Im Winter überlebt die Wasserfeder voll beblättert, ohne bei den Minusgraden Schaden zu nehmen. Sie gilt als frostverträglich bis -23 °C. Beim Licht verträgt sie so ziemlich alles von praller Sonne bis zum Schatten.

Achtung: Salz verträgt die Wasserfeder überhaupt nicht! Der Teich sollte also außer Reichweite von gestreuten Gehwegen liegen.

Schnitt

ist bei Wasserfedern nicht erforderlich – natürlich kannst Du die Bestände im Gartenteich ausdünnen, wenn sie Dir zu viel Platz in Anspruch nimmt. Die Gefahr ist allerdings gering, denn als wild wuchernd kann man sie beim besten Willen nicht bezeichnen.

Vermehrung

Selbst vermehrt sich die Wasserfeder vor allem vegetativ, indem sie reichlich verzweigt und lebensfähige Tochterpflanzen mitsamt Wurzeln bildet. Einmal im Gartenteich angesiedelt kannst Du sie also getrost ihrem Schicksal überlassen.

Verwendung

Mit ihrer aquatischen Lebensweise empfiehlt sich die ungewöhnliche Wasserfeder für den Gartenteich und setzt dort mit ihren hübschen Blüten Akzente auf der Wasserfläche. Zudem kannst Du sie in großen Kübeln mit reichlich Wasser auch auf Balkon und Terrasse platzieren. Ebenso ist sie eine beliebte Zierpflanze für kalte bis tropische Aquarien.

Schädlinge und Krankheiten

sind bei der Wasserfeder weniger das Problem als unzuträgliche Umweltbedingungen. Sie ist für so eine zarte Pflanze recht hart im Nehmen, und Wasserverschmutzung macht ihr deutlich mehr zu schaffen als ein paar Wasserschnecken.

Ökologie

Mit ihrem zarten Blattwerk bietet die Wasserfeder kleinen Wassertieren wie kleinen Fischen und Insektenlarven Schutz und Unterschlupf. Und natürlich dient sie einigen davon auch als Nahrung.

Die Schlüsselblumen-artigen Blüten der Wasserfeder sind nicht nur recht auffällig, sie werden auch gerne von Insekten besucht. Als Bestäuber finden sich insbesondere Fliegen und Schwebfliegen hier ein, denn bei den kleinen Blüten ist der Nektar auch ohne lange Rüssel leicht erreichbar. Aus ungeklärten Gründen bleiben die Blüten bisweilen geschlossen und sorgen für Selbstbestäubung.

Keine Angst vor Wasserpflanzen hat die Gewöhnliche Schmalbiene Lasioglossum calceatum: Sie holt sich den Pollen der Wasserfeder als Proviant für ihre Brut. Sie gehört übrigens zu den Wildbienen, die erste soziale Verhaltensweisen zeigen: Sie bringen Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen hervor und bauen kleine Waben in ihren Erdnestern.

Die Samen der Wasserfeder sind schwimmfähig und keimen problemlos nach längeren Episoden im Wasser. Sie werden mit der Strömung davongetrieben oder bleiben an Füßen und Gefieder von Wasservögeln hängen, die sie so über weite Strecken davontragen.

Besonders rosig haben sich die ohnehin schon stark lückigen Bestände der Wasserfeder in den letzten Jahren nicht entwickelt; sie ist mittlerweile so selten geworden, dass sie seit 1996 auf der Roten Liste als besonders geschützt geführt wird. Du darfst also keine Exemplare aus der freien Natur mit nach Hause nehmen. Aber kein Problem, Du bekommst die schöne Schwimmerin auch für wenig Geld im Gartenhandel bei den Teichpflanzen.

Wissenswertes

Die fedrigen Blätter dienen der Oberflächenvergrößerung – dadurch können sie wesentlich effektiver Nährstoffe aufnehmen und Kohlendioxid gegen Sauerstoff austauschen.

Fällt der Wasserstand über Gebühr wird die Sumpffeder eher unfreiwillig zur Sumpfpflanze. Auch diese eher trockenen Zeiten übersteht sie eine ganze Weile, so lange die Angelegenheit nicht allzu trocken wird. Dafür überlebt sie es im Winter auch problemlos, wenn sie im Eis einfriert – Frostschutz in den Blättern sei es gedankt.

Was sind mehrjährige Stauden?
Markus Wichert

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Markus Wichert Naturgärtner
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Fotos (4)

Gesamte Pflanze Wasserfeder
Quelle: kristof lauwers/shutterstock.com
Gesamte Pflanze Wasserfeder
Quelle: ???? ?????????, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wasserfeder
Quelle: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wasserfeder
Quelle: ChWeiss/shutterstock.com

Häufige Fragen

Wo kann man Wasserfeder kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Wasserfeder kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Wert für Insekten und Vögel

Wasserfeder ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen

Wildbienenarten

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Teichpflanzen

Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
20.12.2023