Indianerbanane,Pawpaw

Asimina triloba

Gehölz
Wildform
winterhart
essbar
Indianerbanane (Asimina triloba) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Photo by David J. Stang, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Nordamerika stammendes Annonengewächs
  • Bei uns als 2-4 Meter hohe Sträucher wachsend, in den USA wesentlich größer
  • Bis zu 30 Zentimeter lange Blätter an den Enden der Zweige
  • Braunviolette Blüten mit drei großen und drei kleinen Kronblättern und unangenehmem Geruch
  • An Papaya oder Bananen erinnernde Früchte, bei uns nur nach künstlicher Bestäubung
  • Braucht einen sonnigen Standort mit durchlässigem und feuchtem Boden
  • Bei uns winterhart bis -25 °C, pflegeleicht und robust, braucht kaum Schnitt
  • Fruchtfleisch cremig und nach Banane, Mango und Vanille schmeckend, für Desserts
  • „Indianerbananen“ ungleichmäßig reifend und nicht lange haltbar
  • Dunkelbraun bis schwarz glänzende bohnenförmige Samen giftig
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 4 m
Breite: 2 - 2,5 m
Zuwachs: 15 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: braun
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: humos
Wasser: feucht
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Magnolienartige
Familie: Annonengewächse
Gattung: Papau
ist essbar Frucht

Was ist Indianerbanane?

Indianerbanane oder Dreilappige Papau, korrekt eigentlich Pawpaw (Asimina triloba) ist ein bis zu sechs Meter hoher Baum oder Strauch, der im Osten der USA und Süd-Kanadas beheimatet ist. Sie gehört zur Familie der Annonengewächse (Annonaceae) und ist in ihren Ursprungsgebieten vor allem im Unterholz des Waldes in der Nähe von Flüssen zu finden. An gestörten Standorten wie Kahlschlägen fühlt sie sich besonders wohl.

In unseren Breiten wächst die Indianerbanane fast ausschließlich als Strauch und erreicht bestenfalls eine Höhe von nur 2-4 Metern; für einen baumförmigen Wuchs braucht sie viele sonnenreiche Tage mit reichlich Wärme, die sie bei uns selbst in den warmen Weinbauregionen kaum vorfindet. Die Stämmchen werden 20-30 Zentimeter dick und haben eine hellgraue, bisweilen fleckige und mit grauen Flecken überzogene Rinde; bei den jungen Trieben ist diese noch braun und rötlich getönt. Die Winterknospen lassen sich in spitze und eng an die Zweige anliegende Blattknospen und runde braune Blütenknospen unterscheiden.

Bezeichnend sind die mittelgrünen, bis zu 30 Zentimeter langen verkehrt-lanzettlichen Blätter mit keilförmig verschmälertem Grund, die spiralig und wechselständig an den Enden der Zweige stehen und der Pflanze ein charakteristisches schuppiges Aussehen verleihen. Sie sind kurz und kräftig gestielt, mit einer kleinen Spitze am Ende und einem glatten und meist leicht umgebogenen Rand. Die Unterseite junger Blätter ist fast immer leicht rostfarben behaart, die Oberseite nur an den Blattadern; beim Zerreiben riechen sie ebenso wie die Rinde eher unangenehm und leicht nach grüner Paprika, und gegen Ende des Jahres nehmen sie eine rostgelbe Herbstfärbung an. Nebenblätter werden nicht gebildet.

Im Frühjahr erscheinen die becherförmigen gestielten Blüten einzeln oder in kleinen Gruppen kurz vor oder zusammen mit dem Laubaustrieb an den Enden der vorjährigen Triebe in den Blattachseln. Angelegt werden die Knospen bereits im Vorjahr. Die offenen zwittrigen Blüten weisen drei große blassgrüne und behaarte Kelchzipfel auf, die relativ früh abfallen. Hinzu kommen drei große und drei kleine Kronblätter, die insgesamt an einen Dreispitz erinnern; sie haben eine anfangs grüne, dann kastanienbraune und zuletzt braunviolette Färbung mit deutlicher dunklerer Äderung. In der Mitte stehen auf dem großen halbkugeligen Blütenboden zahlreiche kurze und dicht angeordnete Staubblätter und bis zu zehn freie oberständige Fruchtknoten mit kurzem gebogenen Griffel und einer kopfigen Narbe. Letztere verändert während der Blüte ihre Farbe von grün nach dunkelviolett. Die Blüten riechen unangenehm.

Die an Zwergbananen oder Mini-Papayas erinnernden länglich-eiförmigen bis -flaschenförmigen Fruchte werden bis zu 12 Zentimeter lang; die Sammelbeeren sind anfangs gelblich grün, mit zunehmender Reife verfärben sie sich gelbbraun bis braun. In dem weißlich-gelben Fruchtfleisch stecken 10-20 glänzend orangebraune bis schwarze Samen, die eine eiförmige bis elliptische Form haben und mit 15-25 Millimetern Bohnengröße erreichen. Mit schweren Früchten behangen biegen sich die Äste der Asimina nach unten.

Indianerbanane im Garten

Standort

Blühen und Früchte bilden will die Indianerbanane nur bei viel Sonne, sodass man sie bei uns vor allem wegen ihrer dekorativen Blätter pflanzt. Sie ist frosthart bis -25 °C und braucht eine humose feuchte, gut drainierte und nährstoffreiche Erde mit neutralem oder saurem pH-Wert. Man sollte sie in die Sonne, aber nicht zu heiß stellen. Staunässe mag sie überhaupt nicht, ungeachtet ihres natürlichen Standortes in der Nähe von Flussufern. Andererseits fallen im Sommer die Früchte bei zu trockenem Stand ab.

Schnitt

Der Schnitt erfolgt, sofern überhaupt notwendig, im zeitigen Frühjahr. Dabei solltest Du die schiefen und überkreuzenden Zweige entfernen, alte und abgestorbene lassen sich jederzeit beseitigen.

Vermehrung

Bisweilen bekommt man im Gartenfachhandel die Samen der Indianerbanane. Wenn Du Dein Glück versuchen willst, pflanze sie im Herbst ins Aussaatbeet oder setze sie erstmal in feuchten Sand. Sie brauchen drei Monate Kälte, damit sie zuverlässig keimen. Die stratifizierten Samen kannst Du dann im Frühjahr einsäen. Trotzdem ist das ein Geduldsspiel: Die Samenschale ist so dick, dass es bis zu 18 Monaten bis zur Keimung dauern kann. In der ersten Zeit brauchen die Jungpflanzen unbedingt etwas Kälteschutz. Kleiner Haken bei der Aussaat: Die Samen verlieren ihre Keimfähigkeit, wenn ihr Wassergehalt unter fünf Prozent sinkt, und nach drei Jahren keimen sie ohnehin kaum noch.

Hast Du bereits eine Asimia im Garten, kannst Du im Herbst Absenker machen oder im Winter Wurzelschnittlinge schneiden. Stecklinge wachsen erfahrungsgemäß nicht an. Sorten lassen sich nur mit Letzteren vermehren oder veredeln. In der freien Natur vermehrt sich die Indianerbanane vor allem durch ihre Schösslinge.

Verwendung

Die Indianerbanane macht sich am besten in Strauchrabatten oder am lichten Rand von Hecken und Gehölz. Sie fällt vor allem mit ihren ungewöhnlichen Blätter und sonderbaren Blüten auf – und wenn man in der Nähe steht durch deren Geruch.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten wird man bei der Indianerbanane so gut wie nie finden – sie ist nicht nur von Natur aus robust und unempfindlich, in unserer Region fehlen auch die Schädlinge, die ihr in ihrer Heimat zu schaffen machen. Dazu gehört beispielsweise der Nachtfalter Dolba hyloeus, ein Schwärmer, dessen Raupen sich von Asimina triloba und Amerikanischer Winterbeere (Ilex verticillata) ernähren.

Ökologie

Die sonderbare braune Farbe ist für Bienen vermutlich ebenso wenig attraktiv wie für uns Menschen. Dagegen fühlen sich Schmeißfliegen und Aaskäfer davon magisch angezogen, zumal sie herrlich nach verwesendem Fleisch duften. In den USA lockt man in den Plantagen die Bestäuber eigens an, indem man Fischbrühe versprüht oder Hühnerhälse aufhängt.

Zu einer erfolgreichen Bestäubung kommt es allerdings mit den bei uns heimischen Fliegenarten nicht. Wer Indianerbananen ernten möchte ist daher in unseren Breiten auf eine künstliche Bestäubung angewiesen. Dann kann man bereits nach sieben bis acht Jahren die ersten Früchte ernten. In den USA liefert eine Indianerbanane ab dem 10. Lebensjahr bis zu 15 Kilo. Allerdings sind die meisten Bäume nicht selbstkompatibel und brauchen einen genetisch unterschiedlichen Nachbarn für den Fruchtansatz.

Die Früchte werden von Säugern und Vögeln verzehrt, die auch für die Verbreitung der Samen sorgen: Eichhörnchen, Waschbären, Graufüchse, Opossums und Schwarzbären. Bei uns kommen diese Amerikaner bestenfalls im Zoo vor, und als invasiver Neophyt wird die Indianerbanane hier kaum eine Chance haben. Die Samen sind ebenso wie der Rest der Pflanze mit Ausnahme des Fruchtfleisches giftig. Ein nordamerikanischer Schmetterling, der zebraartig schwarz-weiße und lang geschwänzte Ritterfalter Protographium marcellus macht sich damit bereits als Raupe gezielt giftig für Fressfeinde; ihm selbst machen die Inhaltsstoffe nichts aus.

Ähnliches gilt offenbar auch für Kaninchen, Ziegen und Rehe, die zumindest in den USA die Blätter der Asimina triloba fressen. Interessanterweise wachsen sie dort am besten, wo viele Hirsche vorkommen. Diese fressen zwar nicht die Blätter oder Rinde der Indianerbanane, aber die von konkurrierenden Gewächsen.

Wissenswertes

Die dicksten Dinger der USA

Die Gattung Asimina umfasst acht kleine Bäume oder große Sträucher und kommt vor allem im Süden des östlichen Nordamerikas vor. Asimina triloba ist die Art, die es am weitesten in den Norden geschafft hat und die einzige, die in nennenswertem Ausmaß in europäischen Gärten wächst.

In einigen Ländern wird sie nicht nur wegen ihres wegen der unverwechselbaren Blätter und ungewöhnlichen Blüten als Zierpflanze, sondern auch wegen ihrer essbaren Früchte angebaut – daher auch der Name Indianerbanane. Sie laufen daheim unter der Bezeichnung pawpaw, von der sich auch der Name Papau ableitet. In Nordamerika sind die Früchte der Indianerbanane die größten der einheimischen Flora.

Pawpaw und die liebe Verwandtschaft

Bekannter sind die ihrer näheren Verwandtschaft: Auch die Cherimoya (Annona cherimolia) aus Ecuador und Peru liefert exotische Früchte, die man bei bisweilen im Supermarktregal findet. Bei der Indianerbanane ist das zumindest bisher nicht der Fall.

Die Namensähnlichkeit Pawpaw/Papau erinnert nicht von ungefähr an einen weiteren Exoten, die Papaya (Carica papaya): Tatsächlich leitet sich Papau davon ab, wegen der Ähnlichkeit der Früchte und der bei beiden auffallend großen Blätter. In den USA findet sich pawpaw in vielen Ortsbezeichnungen, etwa dem Paw Paw River oder dem Paw Paw Lake in Michigan, an deren Ufern die Bäume reichlich wachsen, den Ortschaften Paw Paw in Illinois, Missouri und Kentucky und etliche andere.

Woher der Name kommt

Auch wenn die Indianerbanane bei uns relativ wenig bekannt ist, wurde Asimina triloba bereits 1753 von Carl von Linné in seinem Buch Species plantarum beschrieben. Asimina leitet sich von der indianischen Bezeichnung assimin ab. Der Artname triloba, dreilappig bezieht sich auf die dreizähligen Blüten.

Fotos

Blatt Indianerbanane
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Indianerbanane
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Indianerbanane
Quelle: Scott Bauer, USDA, Public domain, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Indianerbanane
Quelle: Photo by David J. Stang, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Indianerbanane

Sorte Höhe Breite
Indianerbanane (Wildform) 2 - 4 m 2 - 2.5 m
Indianerbanane 'Sunflower'

Häufige Fragen

Wie schmeckt Indianerbanane?

Das weißgelbe Fruchtfleisch der Indianerbanane erinnert in Farbe, Geschmack und Konsistenz tatsächlich etwas an Bananen; in voller Reife wird es breiig, ansonsten schmeckt es süßlich-fruchtig-säuerlich nach einer Mischung aus Vanillepudding, Banane und Mango. Der Legende nach waren gekühlte Indianerbananen das Lieblings-Dessert des ersten US-amerikanischen Präsidenten George Washington, und sein Nachfolger Thomas Jefferson pflanzte sie eigens im Garten seines Hauses in Monticello, Virginia an.

Ist Indianerbanane winterhart?

Ja, bis -25 °C. Sie wächst im Osten der USA und damit in einer ähnlichen Klimazone, wie sie bei uns herrscht. Trotzdem brauchen Jungpflanzen etwas Schutz vor der Kälte.

Wann erntet man Indianerbanane?

Die Wildform wie auch die Sorten der Asimina werden in unseren Breiten im September reif. Am besten pflückt man sie vor der Vollreife, bei der sich dunkle Punkte bilden, denn sie fallen auch schon vorher leicht ab. Gegebenenfalls kann man sie nachreifen lassen, am schnellsten indem man einige Äpfel danebenlegt. Sie sondern gasförmiges Ethylen ab, das man im Lebensmittelhandel auch für die künstliche Reifung von Bananen verwendet.

Wann sind Indianerbananen reif?

Als reif gelten die Früchte, sobald sie ähnlich wie „richtige“ Bananen die ersten dunklen Flecken auf ihrer dünnen Fruchtschale bekommen. Zugleich sind sie nicht mehr steinhart, sondern geben auf Druck leicht nach. Die Transport- und Lagerfähigkeit ist sehr gering und sie reifen sehr ungleichmäßig, was wohl das Fehlen als exotische Frucht im Supermarkt erklärt.

Wie gesund sind Indianerbananen?

Das Fruchtfleisch der Indianerbanane ist reich an Vitamin A, Vitamin C und Aminosäuren. Ansonsten: 19 % Kohlenhydrate, 1 % Eiweiß, 1 % Fett und 79 % Wasser. Hinzu kommen Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Mangan und Eisen. Dabei haben die Früchte einen Brennwert von nur 80 Kalorien/100 Gramm.

Die orangebraunen Kerne sollte man allerdings nicht mitessen, sie enthalten giftige Ketolide wie Annonacin, die eine neurotoxische Wirkung haben.

Welche Erde für Indianerbanane?

Die Indianerbanane braucht vor allem eine gut durchlässige, humose und gleichmäßig feuchte, aber nicht nasse Erde, die neutral oder leicht sauer sein sollte. Sie braucht viel Wärme und steht am liebsten in der Sonne.

Wie isst man eine Indianerbanane?

Das Fruchtfleisch löffelt man direkt aus der Schale oder nimmt es heraus und verarbeitet es zu Desserts. Die Samen sollte man jedenfalls nicht mitessen – sie sind giftig, jedenfalls wenn man sie zerkaut. Das Geheimnis der Tierausbreitung besteht darin, dass Vögel und Säuger sie im Ganzen herunterschlucken und unbeschadet wieder ausscheiden.

Was macht man mit Indianerbananen?

Leider sind die Früchte der Indianerbanane nur begrenzt transport- und lagerfähig. Daher isst man sie vorwiegend frisch, und bei uns ist sie kaum anzutreffen. Das nach Banane und Mango schmeckende aromatische und süß-säuerliche Fruchtfleisch lässt sich direkt aus der Frucht löffeln oder zu Desserts verarbeiten. Sie werden oft ähnlich Banane in Gerichten gebacken, zu Eis verarbeitet oder in Pfannkuchen, genauer pancakes verarbeitet.

Die Samen, Rinde und jungen Triebe verwendet man als Insektizid, beispielsweise als Shampoo gegen Läuse, und aus der zähen und faserigen inneren Rinde der Asimina haben die amerikanischen Ureinwohner und europäischen Siedler früher Seile, Matten und Fischernetze hergestellt.

Ist Indianerbanane giftig?

Die Früchte nicht, wenn man von den Samen absieht – mitessen sollte man die lieber nicht. Sie werden aber ebenso wie die jungen Triebspitzen und die Rinde gegen Schadinsekten eingesetzt; sie enthalten Acetogenine wie Annonacin, Asiminin und Asiminacin, Nervengifte aus der Familie der Polyketide, die für viele Annonengewächse typisch sind. In Shampoos verarbeitet nutzt man die insektizide Wirkung gegen Kopfläuse. Die Raupen eines in den USA heimischen Schmetterlings, des Schwalbenschwanz-ähnlichen Ritterfalters Protographium marcellus fressen sie unbeschadet und lagern sie ins Gewebe ein. Damit machen sie sich auch als ausgewachsene Schmetterlinge für Vögel und andere Fressfeinde ungenießbar.

Ökologischer Wert

Indianerbanane nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.