Cherimoya

Annona cherimola

Gehölz
Wildform

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Südamerika stammender immergrüner Baum
  • Bei uns nur als Zierpflanze, ansonsten bedeutender Obstbaum in tropischen und subtropischen Ländern
  • Braucht einen leicht sauren und gut durchlässigen Boden mit Sonne oder Halbschatten
  • Nicht frosthart, muss im Wintergarten oder Haus überwintern, oder fürs Gewächshaus
  • Langsam wachsend und einmal im Jahr die Blätter abwerfend
  • Dichte breite Krone, schon am Grund verzweigt
  • Blätter elliptisch und dünn behaart, mit glattem Rand und wechselständig in einer Ebene stehend
  • Magnolienähnliche weiße Blüten
  • Wohlschmeckende süße Früchte, grün und apfelförmig
  • Samen ungenießbar und giftig, in der traditionellen Volksheilkunde als Brech- und Abführmittel genutzt
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 1,5 - 4 m
Breite: 4 - 6 m
Zuwachs: 35 - 55 cm/Jahr
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Magnolienartige
Familie: Annonengewächse
Gattung: Annona
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Cherimoya?

Cherimoya, seltener als Rahmapfel, Annone oder Schuppenapfel (Annona cherimola) bezeichnet, ist ein aus Südamerika stammender Baum, den man bei uns weniger als seine charakteristischen Früchte kennt. Er gehört zur Familie der Annonengewächse (Annonaceae) und ist eher für ein tropisches bis subtropisches Klima geeignet als für unsere Breiten. Daher kann man ihn bestenfalls in Gewächshaus oder Wintergarten halten, oder als Kübelpflanze, die man im Haus überwintert. Anonnengewächse noch nie gehört? Sie gehören zu den Magnolienartigen (Mangoliales), von denen man bei uns vor allem die näher verwandten Magnolien im Garten findet.

Die langsam wachsenden immergrünen Bäume haben eine Pfahlwurzel und erreichen eine Höhe von 15-40 Metern; sie verzweigen bereits in Bodennähe. Bei uns bleiben sie deutlich kleiner. Ihre dichte un Krone ist breit, die Rinde graubraun und die jungen Zweige weisen eine rötliche Behaarung auf, die schon bald verschwindet.

Die ledrigen wechselständigen Blätter der Cherimoya werden zur Blütezeit alljährlich abgeworfen und erscheinen danach neu. Sie sind zweizeilig angeordnet, sodass ihre Spreiten mehr oder weniger in einer Ebene liegen. Auf einen 6-12 Millimeter langen behaarten Blattstiel folgt das eiförmige bis elliptische, 7-15 Zentimeter lange Laub mit glattem Rand. Die matt mittelgrüne Oberseite ist deutlich dunkler als die Unterseite, die bei jungen Blättern dicht kurz, im Altern nur noch an den Blattnerven kurzhaarig erscheint. Das Ende ist spitz, am Blattstiel sind sie gerundet. Beim Zerreiben riechen sie angenehm aromatisch. Nebenblätter werden nicht gebildet. Knospen können entweder Blätter oder Blüten hervorbringen.

Die drei Zentimeter langen fruchtig duftenden Cherimoya-Blüten erscheinen einzeln bis zu dritt an den Enden der Äste. Sie sind zwittrig und hängend, mit einem kurzhaarigen Blütenstiel und 2-4 Millimeter kleinen grünen und vergänglichen Kelchblättern und insgesamt sechs Kronblättern. Die drei äußeren sind länglich, drei Zentimeter lang, fleischig und außen haarig, mit einer grüngelben Farbe mit rötlicher Basis. Dagegen sind die drei inneren nur klein, rosafarben und schuppenförmig, oder sie fehlen sogar. Im Inneren stehen 150-200 dicke Staubblätter in einer dichten Spirale, und der oberständige Fruchtknoten mit ebenfalls spiralig angeordneten 100-200 Fruchtblättern weist pyramidenartig angeordnete Stempel mit freien Narben auf, die einen kompakten Kegel bilden.

Aus ihnen bildet sich eine Sammelfrucht aus Beeren, die bei uns des Öfteren als exotische Frucht in den Handel kommt. Sie ist apfelähnlich rund konisch bis herzförmig und wird bis zu 20 Zentimeter lang. Die Kanten auf den Früchten zeigen, wo die Fruchtblätter aneinanderstoßen. Im Durchschnitt wiegen sie 200-800 Gramm, besonders große Exemplare bringen aber auch schon mal bis zu drei Kilo auf die Waage. Ihre fragile hellgrüne bis dunkelgrüne Schale ist charakteristisch gefeldert und fest, und im Inneren liegt ein weißes, in der Reife cremiges und äußerst aromatisches Fruchtfleisch mit bohnenartigen, 1-2 Zentimeter langen schwarz glänzenden Samen, die sich an der Luft schokoladenbraun verfärben. Deren Endosperm ist stark ölhaltig, und sie bilden ein fleischiges Samenanhängsel.

Cherimoya im Garten

Standort

Die Cherimoya wächst am besten auf einem durchlässigen, sandigen oder tonhaltigen, gerne auch steinigen und leicht sauren Boden. Sie kann in der vollen Sonne stehen, verträgt aber auch Halbschatten. In unseren Breiten ist der Baum frostempfindlich. Trotzdem braucht er, wie in seinen heimatlichen Anden, kältere Perioden, damit er gut wächst. Schnee verträgt er jedenfalls nicht, wie die Andenbewohner zu berichten wissen. Im Garten sollte ein Cherimoya-Baum windgeschützt stehen – zu scharfe Winde mag er nicht.

Allgemein gelten als optimale Wachstumsbedingungen, auch im tropischen Obstanbau: Trockenes Klima – nicht allzu viel Regen – keine extreme Hitze oder Kälte – feuchte Luft. Voraussetzung für die Bildung von Früchten sind eine Temperatur von 25-28 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 60-70 % in der Blütezeit. Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt (-2 °C) sind tödlich für die frostempfindlichen Bäume.

Schnitt und Pflege

Viel zu schneiden gibt es bei einem Cherimoya-Bäumchen nicht. Du kannst die Krone in Form bringen und licht halten; verdrehte und überkreuzende wie auch tote Äste sollte man entfernen. Im Erwerbsanbau schneidet man die Kronen trichterförmig für optimalen Fruchtansatz und dünnt die fruchtbaren Zweige vor dem neuerlichen Austrieb gründlich aus.

Als Kübelpflanze ist Cherimoya dankbar für einen gut zersetzten organischen Dünger, wie etwa gut abgehangenen Mist. Gelbe Blätter können auf einen Kaliummangel hindeuten, und für die Fruchtbildung sind Calcium und Magnesium wichtig.

Vermehrung

Eine Vermehrung aus den bohnenförmigen Samen ist ohne weiteres möglich. Es dauert allerdings eine Weile, bis daraus ein stattlicher oder gar früchtetragender Baum wird. Wenn Du reife Früchte in der Küche verwendest, ist das allemal einen Versuch wert und vor allem für die Kinder spannend. In der Regel wird man für den heimischen Garten eher ein fertiges kleines Cherimoyabäumchen im Gartenfachhandel kaufen.

Verwendung

Da es bei uns an den tropischen Temperaturen mangelt wird man die Cherimoya bestenfalls im Gewächshaus, im Wintergarten oder als Kübelpflanze, die man warm überwintert, vorfinden. Spätestens vor den ersten Frösten musst Du die Pflanzen ins Haus holen, denn schon -2 °C vertragen sie nicht.

Schädlinge

Cherimoya ist leider sehr anfällig für Pilzerkrankungen, zumal die Bedingungen in unseren Breiten nicht wirklich optimal sind. Vor allem vor der Phytophthora-Welke muss man sich hüten, daher solltest Du auch die Wurzeln beim Hantieren pfleglich behandeln und möglichst wenig verletzen. Ebenso kann an den Blättern Mehltau auftreten.

Schädlinge wie Fruchtfliegen, Schmier- und Wollläuse spielen nur im Anbau eine markante Rolle, im heimischen Gewächshaus oder auf der Terrasse sind sie eher unbedeutend.

Ökologie

Die Blüten der Cherimoya sind proterogyn, heißt die Fruchtknoten sind vor den Staubblättern reif. Das soll eine Selbstbestäubung verhindern. Schlecht, wenn niemand für eine Fremdbestäubung sorgt: Da es in den Anbaugebieten meist an heimischen Bestäubern mangelt werden die Blüten oft mühsam von Hand bestäubt. Eine Windbestäubung ist möglich, aber wenig effektiv. Solltest Du wirklich Blüten bekommen, rentiert sich der Versuch mit einem Pinsel.

Auch in unseren Breiten wird man ohne manuelles Nachhelfen nie zu Früchten kommen: In den Anden werden die Blüten der Cherymoya von Glanzkäfern (Nitidulidae) bestäubt, die den Pollen fressen und dabei auf die Narben übertragen. Bei uns vergleichsweise häufig ist aus dieser Familie der am Raps anzutreffende Rapsglanzkäfer (Meligethes aeneus), der sich allerdings für die Exoten nicht interessiert. Diese Käfer sind mit wenigen Millimetern sehr klein; unsere Honigbienen scheitern daran, dass die inneren Blütenblätter die kleinen Pummelchen nicht durchlassen.

Die Cherimoya schmeckt nicht nur dem Menschen, sondern auch den heimischen Tieren, die so für die Verbreitung der Samen sorgen. Unzerkaut passieren sie Magen und Darm unbeschadet, zerkleinert sind sie hingegen giftig und rufen Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle hervor. Auch diese Samenverbreiter fallen in unserer Region weg.

Wissenswertes

Kalte Samen

Der Name Cherimoya wie auch das lateinische cherimola ist aus der indigenen Sprache abgeleitet; auf Quechua heißt chiri kalt, muya Samen, also kalte Samen. Das liegt daran, dass die Samen auch in großen Höhen trotz niedriger Temperaturen keimen.

Alte Nutzpflanze der Inka

Die Pflanzen stammen aus den südamerikanischen Anden und waren bereits bei den alten Inka beliebt. Dort wurden sie nachweislich bereits im zweiten nachchristlichen Jahrhundert kultiviert. In den Tropen wachsen sie bevorzugt in einer Höhe von 700-2.400 Metern, wo es etwas kühler ist als im Dschungel. Angebaut wurde sie in der präkolumbianischen Zeit in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile. Neueren Forschungen zufolge stammt sie allerdings aus Mittelamerika, auch wenn sie dort heute eher selten wild vorkommt. Interessant: An den Osthängen der Anden wachsen sie nur schlecht, da der dort häufige Regen die Blüte und Fruchtbildung verhindert.

Cherimoya im Abau

Die ersten Exemplare wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von den spanischen Kolonisatoren nach Europa gebracht. Im Supermarkt erhältliche Cherimoyas stammen meistens aus Spanien, das 80 % der weltweiten Produktion liefert. Erst danach kommen Israel, Italien und Sizilien, weltweit werden sie in Süd- und Zentralamerika, Australien, am Mittelmeer vor allem in Nordafrika sowie auf Madeira angebaut, wo die Pflanzen inzwischen eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung als Obstpflanze haben.

Anekdotisch sei vermerkt, dass die erste größere Lieferung von Cherimoya nach Deutschland aus Chile stammte – 1978 wurden 422 Kilogramm eingeführt. Heute gibt es den Exoten doch wesentlich häufiger.

Zum Reifen begasen

Besonders praktisch ist die Tatsache, dass die Früchte der Cherimoya unreif geerntet in der Wärme nachreifen. Ähnlich wie bei Bananen lässt sich mit etwas gasförmigem Ethylen der Reifeprozess beschleunigen. So überstehen sie den Transport gut gekühlt und frisch begast und werden erst beim Endverbraucher genussreif. Trotzdem sind die Früchte bei nahender Reife sehr druckempfindlich und bekommen schnell undekorative braune Flecken. Daher gelangen sie meistens in Obststiegen in den Handel, sodass ein überflüssiges Hantieren entfällt.

Cherimoya medizinisch

So lecker die Früchte auch sind, die Samen sollte man lieber nicht mit verzehren. Sie sind nicht ausgesprochen giftig, enthalten aber eine Reihe von Polyphenolen und Alkaloiden, die zu Übelkeit und Erbrechen führen können. Das kann man sich allerdings auch bei Hautparasiten wie der Krätze und gegen Schadinsekten zunutze machen. In ihrer südamerikanischen Heimat dienen sie als traditionelles Medikament, das als Brech- und Abführmittel genutzt wird.

Neueren wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wirkt ein Extrakt aus den Samen gegen Leukämie, indem er in den Tumorzellen den Programmierten Zelltod auslöst. Älter ist die Anwendung der Cherymoya gegen Diabetes, wie sie in der traditionellen Medizin Mexikos üblich ist. Einer Studie von 2020 zufolge könnte da sogar etwas dran sein.

Häufige Fragen

Wie bereitet man eine Cherimoya zu?

Cherimoya schmeckt mild bis säuerlich süß und birgt je nach Sorte fruchtige Aromen nach Ananas, Banane, Apfel, Birne, Papaya, Mango und Erdbeere. Das Fruchtfleisch hat eine cremige Konsistenz und eine cremeweiße Farbe. Am besten isst man sie leicht gekühlt direkt aus der Schale – ohne die ungenießbaren schwarzen Samen.

Was kann man mit Cherimoya machen?

In südamerikanischen Ländern macht man daraus Eis und Joghurt, in Gläser eingemacht Konserven oder stellt daraus Desserts, Kuchen, Säfte und Spirituosen her. Bei uns isst man sie meistens roh aus der Schale oder macht daraus Obstsalat und Eiscreme.

Wie schmeckt Cherimoya?

Am besten leicht gekühlt – und dann nach einer ganzen Obstschale mit leicht vanilleartigem Unterton: Mango, Ananas, Banane, Papaya, Erdbeere, reife Birnen und Äpfel. Das Fruchtfleisch ist süß und aromatisch und oft auch ein wenig säuerlich. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Cherimoya auch als Puddingapfel bezeichnet wird.

Wann ist eine Cherimoya reif?

Im reifen Zustand gibt die grüngelbe Cherimoya auf leichten Druck nach. Drücken und Stoßen führt schnell zu braunen Flecken; daher sollte man sie zeitnah verzehren, sobald sie reif ist. Mit völlig braun gewordener Schale schmeckt der Inhalt nicht mehr wirklich. Im Handel werden sie unreif geerntet, kühl transportiert und erst kurz vor der Auslieferung mit Ethylen begast, damit sie ähnlich wie die grünen Bananen nachreifen.

Die optimale Temperatur zum Lagern liegt bei 8-12 °C, und die Luftfeuchtigkeit sollte bei 90-95 % liegen. Im heimischen Gemüsefach ist eine frisch gekaufte Frucht also besser aufgehoben als in der Obstschale. Zu kalten Aufbewahrung ist kontraproduktiv, denn dadurch wird das Fruchtfleisch dunkel und mehlig und schmeckt nicht mehr besonders. Hast Du so eine Cherimoya erwischt, hat irgend jemand in der Lieferkette das mit der Niedrigtemperatur übertrieben.

Essen sollte man sie allerdings bei Zimmertemperatur oder nur leicht gekühlt, dann schmeckt sie am besten. Wer einer noch viel zu festen Cherimoya auf die Sprünge helfen möchte: Genau wie bei Bananen wirken einige Äpfel in der Nähe Wunder beim Reifeprozess. Sie geben große Mengen Ethylen ab, die den Vorgang beschleunigen.

Ist die Cherimoya gesund?

Ja, wie alle Früchte enthält sie reichlich Vitamine und Mineralstoffe und ist dank des hohen Wassergehaltes ungeachtet ihres süßen Geschmacks kalorienarm. Eine rohe Cherimoya enthält 79 % Wasser, 18 % Kohlenhydrate, 2 % Eiweiß – ungewöhnlich viel für eine Frucht - und 1 % Fett. Und das alles mit rund 75 kcal pro 100 Gramm. Hinzu kommen reichlich Vitamin B6 (20 % der Tagesmenge), Vitamin C, Riboflavin und Ballaststoffe. Damit gelten sie auch als verdauungsfördernd. In erster Linie sind die exotischen Früchte aber eines: Lecker.

Übertreiben sollte man es mit dem Genuss allerdings lieber nicht – inzwischen geht man davon aus, dass regelmäßiger Verzehr zu einem atypischen Parkinson führt. Dieser tritt in der Karibik beispielsweise auf Guadeloupe auf und dürfte auf den geringen Gehalt an neurotoxischen Acetogeninen wie Annonacin zurückzuführen sein, das zu einer vermehrten Ablagerung des Tau-Proteins, einer sogenannten Tauopathie führt. Allerdings werden dort traditionell nicht nur die Früchte gegessen, sondern auch die offenbar nicht ganz harmlosen Blätter zu Tee verarbeitet.

Ökologischer Wert

Cherimoya nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.