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Sand-Segge (Carex arenaria)
Quelle: Rose Makin/shutterstock.com
Wichtige Insekten-pflanze

Sand-Segge

Carex arenaria

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Gras bedingt winterhart Wichtige Raupenfutterpflanze
  • Heimisches Sauergras
  • Bewohner von sandigen Böden wie Küsten und Sandrasen
  • Bildet charakteristisch wie an einer Schnur aufgereihte Horste und lockere Rasen
  • Straff aufrechte Blätter und Halme
  • Braune Ähren an den Enden der Triebe
  • Leichte Vermehrung durch Teilen und Selbstausbreitung mit Ausläufern
  • Braucht einen trockenen und sandigen nährstoffarmen Boden mit Sonne oder Halbschatten
  • Für Steingarten, Heidegarten und sandige Böden
  • Guter Bodenfestiger
  • Alte Heilpflanze, heute nicht mehr gebräuchlich
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Gras
Wuchs: aufrecht Blütenstände, ausläuferbildend
Höhe: 15 - 30 cm
Breite: 40 - 50 cm
frostverträglich: bis -17 °C (bis Klimazone 7)
Wurzelsystem: Flachwurzler
🌼 Blüte
Blütenfarbe: braun
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: einfach, ährenförmig
🍃 Laub
Blattfarbe: graugrün
Blattphase: wintergrün
Blattform: lineal, schmal, zugespitzt, ganzrandig
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): mäßig häufig
Gefährdung (Rote Liste): ungefährdet
Raupen: 12 (davon 1 spezialisiert)
Käfer: 4

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🌐 Regionale Verbreitung der Art

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 6
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Süßgrasartige
Familie: Sauergrasgewächse
Gattung: Seggen

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Sand-Segge?

Wie der Name bereits verrät wächst die Sand-Segge in der freien Natur auf beweglichen sandigen Böden, namentlich Küstendünen, Küstenkieferwäldern und Binnendünen. Man findet sie in weiten Teilen Europas in der Nähe von Atlantik, Nordsee und Ostsee, im Landesinneren nur sehr zerstreut auf Flugsanden von Heiden und Sandrasen.

Die 10-40 Zentimeter hohen immergrünen und ausdauernden Gräser gehören zur Familie der Sauergräser (Cyperaceae); unterirdisch bildet sie dünne, aber bis über zehn Meter lange Rhizome, mit denen sie die Umgebung erobert und in regelmäßigen Abständen neue Horste hervorbringt. Aus den Rhizomen erheben sich die straff aufrechten, rauen und im Querschnitt dreikantigen Stängel mit ebenso starr aufrechten, 2-4 Millimeter breiten und 15-20 Zentimeter langen linealisch-rinnigen Blättern mit braunen Blattscheiden am Grund.

Auffällig sind die schnurgeraden Reihen, in denen die Horste dank des weithin kriechenden Rhizoms aufgereiht sind und im Sand besonders auffallen. Kein Wunder, dass der Volksmund sie scherzhaft als Soldatensegge bezeichnet.

An den Enden der Triebe erscheinen im Frühsommer die 2-5 Zentimeter langen spitzen Ähren mit 5-15 Ährchen; ungeachtet ihres fast identischen Aussehens tragen die unteren weibliche Blüten, die oberen männliche. In der Reife werden die Ähren braun und neigen sich herab, um ihre mit einem breiten Flügel und zwei Zähnchen gerandeten gelblichen, 4-5 Millimeter lange Karyopsen zu verstreuen.

Sand-Segge im Garten

Standort

Die Sand-Segge braucht einen kalkfreien sauren und sandigen, gut durchlässigen Boden mit wenig Nährstoffen und reichlich Licht und Wärme; im Schatten verkümmert sie ebenso wie mit stehender Nässe. Sie ist nicht besonders konkurrenzfähig und wird schnell von anderen wuchsstärkeren Pflanzen verdrängt. Im Winter verträgt der Küstenbewohner bis zu -17 °C.

Schnitt

Wintergrüne Gräser wie die Sand-Segge musst Du nicht unbedingt zurückschneiden; sie wachsen auch ohne Dein Zutun zuverlässig. Es reicht vollkommen aus, wenn Du die vertrockneten Anteile im Frühjahr entfernst.

Vermehrung

Die unterirdisch kriechenden Rhizome senden in regelmäßigen Abständen Sprosse aus, die mit Adventivwurzeln neue Pflanzen bilden. Du kannst die Bestände problemlos teilen und verpflanzen. Ebenso lassen sich die Samen zur Aussaat verwenden; sie brauchen einige Zeit zum Keimen und dürfen dabei nicht austrocknen. Kein Wunder, dass sich die Sand-Segge selbst vorwiegend vegetativ mit ihren Klonen und nur in geringem Maße sexuell mit ihren Karyopsen vermehrt.

Verwendung

Für besonders sandige und trockene, dafür aber sonnige Stellen im Steingarten ist die Sand-Segge geradezu prädestiniert. Dort bildet sie die für sie typischen lockeren Grasnarben, in denen die Horste in regelmäßigen Abständen stehen An den Küsten setzt man sie wegen ihrer bodenfestigenden Wirkung auch zur Befestigung von Dünen ein.

Schädlinge

Schädlinge oder Krankheiten spielen bei der ausgesprochen robusten und widerstandsfähigen Sand-Segge keine Rolle. Eher machen ihr Pflegefehler wie zu viel Wasser und zu viel Dünger zu schaffen.

Ökologie

  • Wie alle Gräser verlässt sich die Sand-Segge bei der Bestäubung vor allem auf den Wind; allerdings gehört sie zu den wenigen Sauergräsern, bei denen die Blüten einen deutlichen Duft Daher kann man davon ausgehen, dass der Insekten als zusätzliche Bestäuber anlocken soll. Möglicherweise ein erster Versuch der Evolution, von der Windbestäubung auf die ressourcenschonendere Insektenbestäubung umzustellen.
  • Für das Kraut als Raupenfutter interessiert sich die mit dunkel gemusterten Vorderflügeln gut getarnte Trockenrasen-Grasbüscheleule Apamea furva, die ihre Eier sonst auch gerne auf Festuca-Arten ablegt.
  • Die Verbreitung der Samen erfolgt vor allem mit Wind und Wasser; der Flügelrand bietet dem Wind eine gute Angriffsfläche, und zudem sind sie schwimmfähig. Zudem sind die Karyopsen mit einem kleinen zweizähnigen Schnabel versehen, mit dem sie sich im Fell von Tieren oder im Gefieder von Vögeln verhaken können.
  • Die Stolonen weisen tiefreichende Wurzeln auf, mit denen Carex arenaria ihren Stand im ungefestigten Sand von Dünen sichert.
  • Ökologisch ist die Sand-Segge als Pionierpflanze wichtig, denn sie festigt mit ihrem umfangreichen Wurzelwerk sandigen Boden und fängt mit ihren Horsten Flugsand ein. Erst danach können sich andere Pflanzen auf dem beweglichen Untergrund etablieren.
  • In Nordamerika wurden die Pflanzen als invasive Neophyten

Wissenswertes

  • Die Sand-Segge ist eine alte Heilpflanze, deren Wurzeln man früher in der traditionellen Volksheilkunde als blutreinigendes, harn- und schweißtreibendes Mittel bei Bronchitis, Rheuma und Gicht verwendete.
  • Sie enthalten ein ätherisches Öl mit dem typisch duftenden Cineol, Methysalicylat, Harz, Schleimstoffe, Zucker und Gerbstoffe.
  • Klassische Zubereitung: Dreimal täglich eine Tasse Sandseggentee aus drei Gramm getrockneter Wurzel.
  • Heute spielt der Tee in der modernen Naturheilkunde und Phytotherapie keine Rolle mehr.
  • In großen Mengen sollte man sie wegen ihrer Saponine ohnehin nicht einsetzen, da diese dann giftig wirken können.
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Fotos (4)

Gesamte Pflanze Sand-Segge
Quelle: Rose Makin/shutterstock.com
Blüte Sand-Segge
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Sand-Segge
Quelle: David MERCIER, CC BY-SA 2.0 FR, via Wikimedia Commons
Blüte Sand-Segge
Quelle: Rose Makin/shutterstock.com

Häufige Fragen

Wo kann man Sand-Segge kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Sand-Segge kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Wert für Insekten und Vögel

Sand-Segge ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlingsraupen

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkongärtner
Stand:
29.11.2023