Schmalblättrige Ölweide

Elaeagnus angustifolia

Gehölz
Wildform
Gute Bienenweide
essbar
Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Le.Loup.Gris, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Asien beheimatetes und weltweit verbreitetes Ziergewächs
  • Wächst als bis zu acht Meter hoher dorniger Baum oder Strauch
  • Für sonnige und auch nährstoffarme Standorte
  • Typische silbrig behaarte lanzettliche Blätter und Früchte
  • Unscheinbare kleine wohlriechende und nektarreiche Blüten
  • Ausgezeichnete Bienenweide, wenig Pollen gebildet
  • Früchte essbar und in ihrer asiatischen Heimat als Lebensmittel und Heilmittel beliebt
  • Leichte Vermehrung mit Stecklingen
  • Winterhart, aber empfindlich gegenüber Spätfrösten
  • Kleinbleibende Sorten im Handel
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 6 - 8 m
Breite: 2 - 6 m
Zuwachs: 20 - 35 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Frucht
Fruchtreife:
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Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: feucht bis trocken
Salzverträglich: Ja
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Ölweidengewächse
Gattung: Ölweiden
ist essbar Frucht
Schmalblättrige Ölweide gefährdet möglicherweise die Artenvielfalt in Deutschland

Schmalblättrige Ölweide eine potenziell invasive gebietsfremde Art. Es liegt die begründete Annahme vor, dass sie heimische Arten verdrängt und die Biodiversität gefährdet (siehe BfN-Skripten 352).

Pflanze im Zweifelsfall lieber einheimische Gewächse, über die sich auch die Tierwelt in deinem Garten freut.

Was ist Schmalblättrige Ölweide?

Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia) ist der Namensgeber für die Familie der Ölweidengewächse (Eleagnaceae). Das in Zentralasien beheimatete Gewächs gelangte bereits im 17. Jahrhundert nach Europa und heute vor allem rund ums Mittelmeer mit Ausnahme Italiens häufig anzutreffen: in Kleinasien und Westasien bis Innerasien und die Wüste Gobi, in Russland, West- und Mitteleuropa häufig kultiviert und eingebürgert. Man findet sie vor allem an feuchten Standorten wie den Ufern und Auen von Flüssen und Seen, trockenen Flussbetten und an der Küste auf Dünen, oft vergesellschaftet mit Sanddorn und Tamariske. Im Gebirge steigt sie bis auf eine Höhe von maximal 2.000 Metern.

Es handelt sich dabei um einen sommergrünen, dornenbewehrten kleinen Baum oder großen Strauch, der eine Höhe von acht Metern erreichen kann und eine breite Krone mit überhängenden Ästen aufweist. Häufig erscheinen die Stämme gedreht. Die Wurzel ist pfahlförmig und reichlich verzweigt. Ihre Rinde ist graubraun und streifig längsrissig. Junge Triebe sind dicht mit silbrig grauen Schuppen besetzt. Die Hauptsprosse enden in 1-3 Zentimeter langen Dornen, die Kurztriebe sterben im Herbst ab und bleiben stehen. Die 3-4 Millimeter großen Winterknospen sind rundlich und silbrig behaart.

Die wechselständig stehenden Blätter sind schmal-lanzettlich, 4-10 Zentimeter lang und 1-3 Zentimeter breit, ganzrandig mit einem keilförmig in den 5-8 Millimeter langen Blattstiel verschmälerten Grund und einer abgerundeten Spitze. Auf der Oberseite sind sie matt dunkelgrün, auf der Unterseite dicht silberhaarig. Mit zunehmendem Alter fallen immer mehr dieser Haare ab und die Blätter werden dunkler grün.

Die wohlriechenden Blüten der Schmalblättrigen Ölweide sind radiärsymmetrisch, zwittrig oder rein männlich, vierzählig ohne Kronblätter und erscheinen einzeln oder zu 2-3 Exemplaren an kurzen Stielen in den Blattachseln der jungen Kurztriebe. Die Kelchblätter sind zu einer 8-10 Millimeter langen Glocke mit langen Zipfeln verwachsen; innen sind sie gelb, bisweilen mit wenigen bräunlichen Drüsen, außen silbrig wie die Blattunterseiten. Dabei stehen die vier Staubblätter mit ihren länglichen Staubbeuteln in der Röhre und ragen nicht hervor. Der oberständige Fruchtknoten weist einen langen Griffel auf.

Nach der Bestäubung stirbt der obere Teil der Kelchröhre ab, der den Fruchtknoten umgebende Anteil wächst fleischig heran. Bei der Frucht handelt es sich um eine elliptische, 7-14 Millimeter lange und 5-10 Millimeter breite Steinfrucht. Um den einzelnen festen Samen befindet sich ein gelbes bis rotbraunes mehliges Fruchtfleisch, das bei Reife süßlich-säuerlich schmeckt.

Schmalblättrige Ölweide im Garten

Standort

Die Schmalblättrige Ölweide bevorzugt einen mittel- bis tiefgründigen, frischen und gut durchlässigen Lehm- oder Sandboden, der gerne kiesig und steinig sein darf. Sie steht am liebsten in voller Sonne. Flache und kalkhaltige Böden können zu Chlorose führen. Trockenphasen und selbst scharfe Winde machen der robusten Pflanze nichts aus, nur Schatten mag sie nicht. Sie gilt als winterhart und verträgt bis zu -40 °C, aber Spätfröste nach dem frühjährlichen Austrieb können ihr schaden.

Schnitt

Schneiden sollte man die Ölweide, so lange sie noch in der Ruhephase ist, also vom Frühjahr bis zum frühen Sommer. Dabei reicht es vollkommen, schiefe und überkreuzende Äste und Totholz zu entfernen.

Vermehrung

Eine Vermehrung mit Grünstecklingen ist im späten Frühjahr oder frühen Sommer problemlos möglich, mit halbverholzten Stecklingen im Hochsommer. Schösslinge kann man im Herbst vorsichtig umpflanzen. Die Samen sät man im Herbst aus. Die ersten Blüten erscheinen nach etwa drei Jahren. Sorten lassen sich wie üblich nur vegetativ vermehren.

Verwendung

Im heimischen Garten macht sich die Schmalblättrige Ölweide vor allem als repräsentativer Solitär oder in Strauchrabatten gut. Attraktiv ist sie vor allem wegen ihrer silbrigen Behaarung, den duftenden Blüten, der dunklen Rinde und essbaren Früchte.

Schädlinge

Die Schmalblättrige Ölweide ist eigentlich kaum von Schädlingen und Krankheiten betroffen. Empfindlich reagiert sie lediglich auf die Rotpustelnkrankheit, die mit ihren Pilzsporen über offene Wunden und Schnittstellen eindringt. Erreger ist der Rotpustelpilz Nectria cinnabaria, der viele Laubbäume befallen kann.

Ökologie

Die angenehm nach Honig riechenden Blüten entfalten vor allem nachts ihren Duft. Trotzdem wird die Ölweide vor allem von Honigbienen bestäubt. Für einen sortenreinen Ölweidenhonig reichen die Bestände selten aus; er ist hocharomatisch, cremig und bernsteinfarben. Ein Hektar Ölweide liefert etwa 80 Kilogramm Honig. Dagegen wird Pollen eher spärlich produziert.

Ein Teil des Geheimnisses, warum die Ölweide auch auf ausgesprochen kargen mineralischen Böden wächst: Die Wurzelknöllchen binden mit Hilfe von Bakterien der Gattung Frankia Stickstoff aus der Luft.

Einheimische Schmetterlinge können sich für den Exoten nicht erwärmen; dafür dient die Schmalblättrige Ölweide im Hochgebirge von Tibet und China dem Nachtfalter Lachana alpherakii als Raupenfutter.

Die reifen Früchte werden mit Vorliebe von Vögeln verzehrt; da sie auch im Winter erhalten bleiben gilt die Schmalblättrige Ölweide als gutes Vogelnährgehölz. Vögel gelten als die Hauptverbreiter der Samen, die den Verdauungstrakt unbeschadet überwinden. Mit ihren wehrhaften Dornen hält die Ölweide auch viele Fressfeinde ab, was die gefiederten Gesellen für Nestbau und Unterschlupf nutzen.

Wissenswertes

In China wird die Schmalblättrige Ölweide seit Menschengedenken als Zierpflanze kultiviert; nach Deutschland kamen die ersten Exemplare 1736.

Bei den Kulturformen der Schmalblättrigen Ölweide werden die Steinfrüchte teilweise bis über zwei Zentimeter groß. Auf orientalischen Märkten findet man sie häufig; das Fruchtfleisch enthält reichlich Eiweiße, Glukose, Fruktose, Kalium und Phosphor. Die gelbe Farbe ist auf das Carotinoid Lycopin zurückzuführen. In der regionalen Küche werden sie geschmort, zu Gebäck verarbeitet oder vergoren zu Schnaps verarbeitet. Im Iran verwendet die traditionelle persische Medizin das aus den getrockneten Früchten gewonnene Pulver gegen rheumatische Erkrankungen und Gelenkbeschwerden.

Die wohlriechenden Blüten werden für die Herstellung von Parfüm genutzt. Ölweidenholz hat einen dunklen Kern und einen hellgelben Splint und wird gerne für Drechslerarbeiten und Musikinstrumente genutzt.

Den deutschen Namen hat die Schmalblättrige Ölweide ihren schmalen silbrigen Blättern und der Ähnlichkeit der Blätter mit denen von Ölbaum und Weide zu verdanken. Der Ölbaum ist auch im lateinischen Namen Elaeagnus enthalten: elaios ist griechisch für den Olivenbaum, hagnos bedeutet so viel wie keusch oder rein.

Die allenthalben an der Ölweide zu findenden silbergrauen Haare erweisen sich unter dem Mikroskop als hübsche Sternhaare, die an einem zentralen Stiel sitzen. Sie gehören zur Grundausstattung an Präparaten für alle Anfänger auf der Reise in den Mikrokosmos.

Im Garten ist neben der Wildform vor allem die Sorte ‚Quicksilver‘ beliebt. Dabei handelt es sich vermutlich um eine spontane, auf jeden Fall sterile Hybride aus Elaeagnus angustifolia und Elaeagnus commutata. Sie wächst besonders schnell und hat eine offene, pyramidenförmige Krone und bildet reichlich Schösslinge. Schon die Triebe und Blätter sind noch reichlicher behaart als ursprünglich, und die silbrigen Knospen öffnen sich zu leuchtend gelben Blüten. Die Variante bleibt mit etwa vier Metern Höhe und Breite vergleichsweise klein.

Eine Naturhybride ist Elaeagnus x ebbingei (Elaeagnus x submacrophylla), die häufig als Heckenpflanze gesetzt wird und oftmals verwildert. Hier sind die Blüten cremefarben und erscheinen erst im Spätsommer und Herbst. Zudem sind die Blätter breiter als bei der Schmalblättrigen Ölweide selbst.

Fotos

Gesamte Pflanze Schmalblättrige Ölweide
Quelle: Le.Loup.Gris, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Schmalblättrige Ölweide
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Schmalblättrige Ölweide
Quelle: ???, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Schmalblättrige Ölweide
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wie schnell wächst die Schmalblättrige Ölweide?

Die Schmalblättrige Ölweide bildet einen kleinen Baum oder reich verzweigten Strauch, der bis zu acht Metern Höhe erreicht und eine breit ausladende Krone aufweist. Ihre mit Dornen besetzten Zweige legen pro Jahr 20-30 Zentimeter Länge zu. Bei Jungpflanzen erscheinen die ersten Blüten und Früchte nach etwa drei Jahren.

Wie hoch wird eine Ölweide?

Die Schmalblättrige Ölweide wird bis zu acht Metern hoch. Im Gartenfachhandel bekommt man auch kleinere Kultivare, die sich für kleinere Garten und Staudenbeete besser eignen.

Ist Ölweide giftig?

Die Ölweide ist ungiftig. Auf die Idee die silbrig behaarten Blätter zu verzehren wird man wohl eher nicht kommen, aber die Früchte sind sogar ausgesprochen lecker. Das Fruchtfleisch der einsamigen Steinfrüchte ist leicht mehlig und hat einen süßlich-sauren Geschmack und ein intensives Aroma. Es schmeckt ähnlich wie das des nahe verwandten Sanddorns. In der orientalischen Küche sind sie getrocknet und frisch sehr beliebt und dienen der Herstellung von Backwaren, Dessert und anderen Lebensmitteln. Die vergorenen Früchte kann man auch zu Schnaps destillieren, und im Iran verwendet man das aus den getrockneten Früchten gewonnene Pulver als Heilmittel gegen Rheuma und Gelenkschmerzen.

Ökologischer Wert

Schmalblättrige Ölweide nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

Insekten

Nektarwert:
3
Pollenwert:
1

Bienenweiden mit Nektar- und Pollenwerten