Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox)
Quelle: Photo by David J. Stang, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Chinesische Winterblüte

Chimonanthus praecox

Gehölz
nicht heimisch
Wildform
giftig
Frühblüher
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Ostasien stammender Zierstrauch
  • Sparrig wachsend mit graubrauner Rinde und großen glänzenden Blättern
  • Gelbe glockenförmige, nach Vanille duftende Blüten
  • Extrem frühe Blütezeit von Januar bis März
  • Kürbisähnliche Früchte mit bohnenartigen Samen
  • Leichte Vermehrung mit Samen und Stecklingen
  • Braucht einen durchlässigen, lehmig-humosen Boden mit möglichst viel Sonne
  • Als Solitär oder für Gehölzgruppen
  • In allen Teilen giftig, ähnlich wie Strychnin
  • Alte Heilpflanze der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: ja
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: aufrechter, sparriger Strauch
Höhe: 2 - 3 m
Breite: 1,5 - 2,5 m
Zuwachs: 15 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: glockenförmig
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform elliptisch bis eiförmig
Sonstiges
ist giftig in allen Teilen giftig, vor allem die Samen giftig
Klassifizierung
Ordnung: Lorbeerartige
Familie: Gewürzstrauchgewächse
Gattung: Winterblüte

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Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Chinesische Winterblüte?

Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox) ist ein wüchsiger und breit aufrechter, 2-3 Meter hoher sparriger Baum, in unseren Breiten eher Strauch aus der bei uns weitgehend unbekannten Familie der Gewürzstrauchgewächse (Calycanthaceae). Wild wächst sie in feuchten tropischen und subtropischen Wäldern von China, Korea und Japan.

Chimonanthus praecox hat eine hell graubraune, mit zunehmendem Alter leicht rissige Rinde und sommergrüne 5-30 Zentimeter lange und 2-12 Zentimeter breite einfache eiförmige bis elliptische, beiderseits zugespitzte Blätter. Sie stehen gegenständig, sind glänzend mittelgrün, von ledriger Konsistenz und kurz gestielt mit einem glatten borstigen Rand. Die Oberseite ist durch Drüsen etwas rau, die Unterseite glatt. Nebenblätter sind nicht vorhanden. Gegen Ende der Saison bekommen die Blätter eine gelbe Herbstfärbung und fallen vor der Blütezeit ab.

Unverkennbar sind die charakteristischen glockenförmigen und nach Vanille riechenden Winterblüten – sie erscheinen bereits im Januar lange vor dem Laubaustrieb in großer Zahl. Sie stehen direkt an den mindestens zweijährigen Kurztrieben und blühen bis in den März hinein. Die 2-3 Zentimeter breiten hängenden wachsartigen Blüten haben schraubig stehende, gleichförmig gestaltete Hüllblätter; die 15-21 gestielten freistehenden Tepalen sind schwefelgelb oder gelblichgrün und weisen eine braun oder purpurrot gestreifte Mitte auf. Dort stehen auch zahlreiche Staubblätter und ein freier, schlanker Griffel mit einer trockenen Narbe.

Als Verbreitungseinheiten dienen vier Zentimeter lange längliche, etwas an kleine Kürbisse erinnernde rotbraune Früchte, die von dem stark vergrößerten Blütenbecher umgeben sind. Im Inneren sitzen bohnengroße giftige Samen. Bei uns werden die Früchte nur selten gebildet, zumal die Bestäuber fehlen und das Wetter nicht optimal ist.

Chinesische Winterblüte im Garten

Standort

Die Chinesische Winterblüte braucht einen fruchtbaren und gut drainierten, sandig-lehmigen und humosen Boden mit reichlich Sonne oder notfalls Halbschatten; ungewöhnlicherweise blüht sie aber sogar im Schatten. Der pH-Wert kann sauer oder basisch ausfallen. Am liebsten ist ihr eine gleichmäßige Feuchtigkeit, stehende Nässe mag sie noch weniger als zu viel Trockenheit – immerhin kommt sie aus asiatischen Wäldern mit hoher Luftfeuchtigkeit. Sie gilt als frosthart, aber das noch nicht ausgereifte Holz und die Blüten können in kalten Wintern bei heftigen Frösten abfrieren. Vor allem Kübelpflanzen sollten mit Vlies umwickelt und vor zu viel Regen und schneidenden kalten Winden geschützt werden.

Schnitt

Hier ist die Chinesische Winterblüte pflegeleicht – Du brauchst sie kaum zu schneiden. Am besten kümmerst Du Dich darum, wenn die letzten Blüten verblüht sind. Dann kannst Du schiefe, parallele und überkreuzende Zweige entfernen, damit die Krone schön gleichmäßig und offen bleibt. Auch ein tiefergehenderer Rückschnitt ist problemlos möglich. Sind unterholzte Zweige im Winter abgefroren müssen auch die abgeschnitten werden.

Vermehrung

Üblicherweise wirst Du eine kleine Chinesische Winterblüte kaufen, um sie in Deinem Garten anzusiedeln; als Containerware findet man sie im Gartenfachhandel immer öfter. Hast Du Samen ergattert, so lassen sich diese im Herbst in Töpfen pflanzen und mit nur wenig Erde bedecken; die Lichtkeimer und Kaltkeimer brauchen erstmal einen kalten Ansporn, damit sie sich überhaupt zum Keimen überreden lassen. Trotzdem: Für ein Gehölz lässt sich die Winterblüte ungewöhnlich leicht aus Samen ziehen. Bis zur ersten Blüte kann es allerdings schon mal 5-8 Jahre dauern. Unverholzte Stecklinge lassen sich im Sommer abnehmen und bewurzeln.

Verwendung

Die winterblühenden Sträucher sind für europäische Gärten eine Sensation – um diese Zeit blüht bestenfalls Zaubernuss, erst später Forsythie, die als Frühblüher schlechthin gelten. Als Solitär gepflanzt kommt die Chinesische Winterblüte am besten zur Geltung, sie lässt sich aber auch ebenso gut in Strauchrabatten eingliedern. Als Kübelpflanze lässt sich der Exot auch auf Balkon und Terrasse bringen.

Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge sind bei der schönen Exotin kaum zu befürchten. Die meisten Fressfeinde hält sich die Winterblüte mit ihren Giftstoffen vom Leib.

Ökologie

In ihrer asiatischen Heimat wird die Chinesische Winterblüte vor allem von Käfern bestäubt, die sich über den reichlich gebildeten Pollen hermachen. Über die Bestäubung in unseren Breiten liegen uns zu diesem Exoten keine Daten vor. Die frühe Blütezeit wäre sicher für einige Insekten interessant, aber im Januar trauen sich normalerweise noch keine Bienen oder Hummeln aus ihrem Bau. Mit zunehmendem Klimawandel könnte das aber bald der Fall sein.

Wissenswertes

Unbekannte Calycanthaceae

In Europa ist die Familie der Gewürzsträucher unbekannt; sie wachsen lediglich in Nordamerika und Ostasien. Neben der Chinesischen Winterblüte finden sich davon in unseren Gärten bestenfalls noch der Echte Gewürzstrauch oder Carolina-Nelkenpfeffer (Calycanthus floridus) oder der Fruchtbare Gewürzstrauch (Calycanthus fertilis) aus den USA.

Vorzeitiger Blütenerguss: Prämierte Sorten von Chimonanthus praecox

Chinesische Winterblüte gilt immer noch als Geheimtipp für unsere Gärten. Dass die prächtigen Pflanzen zum Ziel züchterischer Bemühungen wurden ist kaum verwunderlich; so bekommt man im Gartenhandel eine Reihe von Sorten mit unterschiedlich gefärbten Blüten. Dazu gehören Chinomanthus praecox ‚Grandiflorus‘ mit 4-5 Zentimeter langen, kastanienbraun gestreiften Blütenblättern, Chinomanthus praecox ‚Luteus‘ oder ‚Concolor‘ mit sich weit öffnenden reingelben Glocken. Beide wurden bereits mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society ausgezeichnet. Chinomanthus praecox ‚Parviflorus‘ hat nur einem Zentimeter breite blaßgelbe Blüten.

Winterblüte als Giftpflanze und Heilpflanze

Die Winterblüte ist ebenso dekorativ wie giftig. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Samen, Blüten, Blätter und Rinde verwendet, unter anderem gegen Verbrennungen. Die Pflanzen enthalten als Hauptwirkstoff das giftige Alkaloid Calycanthin. Es wirkt ähnlich wie Strychnin und führt zu Muskelzittern, Krämpfen und Atemnot. In neuerer Zeit wurden auch antibakteriell wirksame Terpenoide identifiziert.

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Fotos (5)

Gesamte Pflanze Chinesische Winterblüte
Quelle: Photo by David J. Stang, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Chinesische Winterblüte
Quelle: Luigi Chiesa, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Rinde Chinesische Winterblüte
Quelle: KENPEI, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Chinesische Winterblüte
Quelle: Photo (c)2007 Derek Ramsey (Ram-Man), CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Blüte Chinesische Winterblüte
Quelle: M a n u e l from Valdemoro, Spain, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Woher kommt der Name Chimonanthus?

Den botanischen Gattungsnamen Chimonanthus hat die Winterblüte ihrer Winterblüte zu verdanken: chemôn heißt auf Griechisch Winter, anthos Blüte. Der Artname der Chinesischen Winterblüte praecox bedeutet vorzeitig und bezieht sich ebenso auf die Blütezeit.

Ist Winterblüte giftig?

Allerdings – in allen Teilen, wobei die Samen als besonders giftig gelten. Sie enthalten das Alkaloid Calycanthin, das ähnlich wie Strychnin die Nervenleitung beeinträchtigt und die Muskulatur zittern und krampfen lässt. Im Extremfall kommt es zum Tod durch Atemlähmung. In einer neuseeländischen Publikation wird vom Tod einiger Ziegen berichtet, die Winterblütenblätter gefressen hatten. Auch für Haustiere wie Hunde und Katzen ist die Winterblüte giftig, sodass man sie auf keinen Fall daran knabbern lassen sollte.

Dessen ungeachtet werden die giftigen Blätter, Rinde, Blüten und Samen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als Heilmittel gegen Verbrennungen und andere Krankheiten verwendet.

Wie schnell wächst Chinesische Winterblüte?

Die Chinesische Winterblüte wächst in ihrer asiatischen Heimat als Baum oder Strauch, unter unseren klimatischen Bedingungen fast immer als Strauch, der eine Höhe von bis zu drei Metern und eine Breite von 2,5 Metern erreicht. Sie ist recht wüchsig und legt an einem ihr zusagenden Standort mit feuchter nahrhafter Erde und reichlich Sonne pro Jahr bis zu 30 Zentimeter zu.

Wert für Insekten und Vögel

Chinesische Winterblüte ist nicht heimisch. Wir haben leider keine genauen Daten zum Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. Häufig haben aber heimische Pflanzen einen höheren ökologischen Nutzen.

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