Cashew

Anacardium occidentale

Gehölz
Wildform
lange Blühzeit
Cashew (Anacardium occidentale) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Judgefloro, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bis zu 12 Meter hoher Baum aus der Familie der Sumachgewächse
  • In Mittel- und Südamerika beheimatet
  • In Rispen stehende sternförmige rot-grüne Blüten
  • Steinfrucht mit Cashewkern am Ende von verdickten Fruchtstielen erscheinend
  • Cashewapfel essbar, bei uns aber völlig unbekannt
  • Cashewkerne beliebte Zutat in vielen regionalen Küchen
  • Für die Zubereitung von veganem Milchersatz geeignet
  • Rohe Cashewkerne leicht giftig mit allergischem Potenzial
  • In unseren Breiten fast ausschließlich im Gewächshaus gehalten
  • Dabei nur etwa drei Meter hoch werdend
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 10 - 12 m
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: pink
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Klassifizierung
Ordnung: Seifenbaumartige
Familie: Sumachgewächse
Gattung: Anacardium
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Cashewbaum?

Der Cashewbaum (Anacardium occidentale) gehört zu den Sumachgewächsen (Anacardiaceae) und ist in Zentral- und dem nördlichen Südamerika sowie in der Karibik heimisch. Er wächst als bis zu zwölf Meter hoher, oft bizarr geformter Baum oder Strauch mit einem kurzen und ungleichmäßig geformten Stamm mit grauer Borke. Die eiförmigen ledrigen Blätter stehen spiralförmig wechselständig und sind 15-20 Zentimeter lang, dunkelgrün mit hellgrünen Nerven, die auffällig beinahe rechtwinklig zur Mittelachse stehen.

Die Blüten stehen in endständigen Rispen; sie sind erst grün, später leuchtend rot, fünfzählig und sternförmig, zwittrig oder rein männlich. Auffallend sind die unterschiedlich großen Staubblätter. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich nierenförmige Früchte, die an einem zu „Cashewapfel“ verdickten birnenförmigen Fruchtstiel sitzen. Dieser ist anfangs grün und wird mit der Zeit gelb bis rot. Die eigentliche Frucht ist eine Steinfrucht, die den als Cashewkern oder Cashewnuss bekannten Steinkern aufweist. Dieser ist hell gelblich-bräunlich, gebogen und zweiteilig.

Cashewbaum im Garten

Standort

Der Cashewbaum ist fürs Freiland in unseren Breiten ungeeignet, da er ganzjährig tropische Bedingungen braucht. Dazu gehört eine Mindesttemperatur von etwa 18 °C – auch in der Nacht. Daher hält man ihn am besten das ganze Jahr über unter Glas im Gewächshaus oder notfalls im Wintergarten. Die Luftfeuchtigkeit sollte möglichst hoch sein, was man in Letzterem kaum erzielen wird. Der Boden muss gleichmäßig feucht gehalten werden, allerdings ohne Staunässe; nur im Winter sollte man weniger gießen. Trotzdem wird der Cashewbaum in unseren Breiten normalerweise bestenfalls drei Meter hoch, und auch der Ertrag hält sich in Grenzen. Ein zweiter Baum schafft hier auch nicht für Abhilfe.

Schnitt

Ein Schnitt ist in der Regel bei den kleinen bei uns wachsenden Exemplare nicht erforderlich, außer man möchte sie in Form bringen oder vertrocknete Äste entfernen.

Vermehrung

Eine Vermehrung ist mit den unbehandelten Samen möglich – an den gerösteten und gesalzenen Nüssen wird man naturgemäß scheitern. Es handelt sich dabei um einen Lichtkeimer, der nicht vollständig mit Erde bedeckt werden darf. Ebenso ist eine Vermehrung mit Stecklingen möglich, aber extrem langwierig.

Verwendung

In unseren Breitengraden wächst der Cashewbaum nur unter Glas zuverlässig, vorzugsweise im Gewächshaus, wo auch hohe Luftfeuchtigkeit und ausreichende Temperaturen herrschen.

Schädlinge

Selbst im Gewächshaus ist der Cashewbaum bisweilen von Schildläusen geplagt. Spinnmilben treten eigentlich nur bei trockener Luft auf, die er ohnehin nicht mag.

Ökologie

Ökologisch ist der Cashewbaum bei uns als Exot vollkommen uninteressant, zumal er ohnehin nicht im Freiland gehalten wird. In seiner Heimat werden die Blüten von Bienen, Fliegen und Ameisen, seltener vom Wind bestäubt.

Wissenswertes

Cashew ist eine Verballhornung von acaju oder caju, das die Portugiesen aus der Tupí-Sprache der brasilianischen Stämme übernommen haben. Dementsprechend findet man für die Pflanze auch die Bezeichnungen Kaschubaum oder Acajubaum. Anacardia leitet sich vom griechischen ?ν?-, aná für gegen und καρδ?α, kardía für Herz ab und bezieht sich auf die herzförmige Form des Cashewapfels.

Wegen ihrer Größe und Form nennt man die Cashewkerne auch Elefantenläuse. Sie werden zu den Edelnüssen gezählt und werden vor allem in der südamerikanischen und asiatischen Küche vielfältig verwendet. Sie finden sich in Pasten für indische Curries, in der thailändischen und chinesischen Küche. Philippinisches Antipolo ist mit Cashewkernen versetzter Klebreis in Bananen- oder Kokosblättern, turrones de casuy besteht aus Marzipan in einer dünnen weißen Waffel. Immer größerer Beliebtheit auch bei uns erfreut sich Cashewmilch als veganer Milchersatz.

Bei uns sind die Cashewnüsse vor allem geröstet und gesalzen als Knabberei beliebt. Davon kann ein einzelner Cashewbaum pro Jahr über einen Zentner liefern. Sie enthalten kaum Kohlenhydrate, aber reichlich fette Öle – bis über 40 Prozent machen sie zu einer Kalorienbombe, die mit über 500 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche schlägt.

Die Schale der Samen enthalten Anacardsäure, die eine Kontaktdermatitis und heftige allergische Reaktionen auslösen kann. Gleiches gilt auch für die Nüsse selbst, die bei Nussallergikern schlimmstenfalls einen anaphylaktischen Schock auslösen. Sie gelten aber als weniger allergen als Erdnuss oder Haselnuss. Das Cashewnuss-Schalenöl ist ein Nebenprodukt des Cashewanbaus und dienst als Rohstoff für Arzneimittel oder die Behandlung von Holz gegen Termiten und Pilze.

Auch die als Cashewäpfel bezeichneten Früchte, genauer Fruchtstiele, sind essbar, aber recht weich und nicht lange haltbar, sodass sie nur in der regionalen Küche der Anbauländer eine Rolle spielen. Die marañón werden getrocknet oder zu Süßigkeiten, Saft, Sirup oder Kompott verarbeitet. In seiner brasilianischen Heimat gewinnen die Ureinwohner daraus ein berauschendes Getränk zu, und in Kambodscha isst man die Früchte lediglich gesalzen. Indisches feni oder fenny ist ein aus den vergorenen Früchten hergestellter Schnaps, ähnlich wie muchekele aus Mosambik.

Fotos

Gesamte Pflanze Cashew
Quelle: Judgefloro, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Cashew
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Cashew
Quelle: Atamari, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Cashew
Quelle: Ariel Palmon, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Sind Cashewkerne ungesund?

Für Allergiker bisweilen schon – sie enthalten Substanzen, die allergische Reaktionen hervorrufen können. Sie gelten als weniger allergen als Erdnüsse und Haselnüsse, aber trotzdem sollten Allergiker vorsichtig sein. Beim Erhitzen wird der größte Teil dieser Substanzen abgebaut – daher kommen Cashewkerne bei uns fast ausschließlich geröstet in den Handel, was sie zudem besser haltbar macht.

Sind Cashewkerne gut zum Abnehmen?

Schwerlich – dafür sind sie etwas zu kalorienreich. 100 Gramm Cashewnüsse enthalten über 40 Gramm Fett und über 500 kcal. Das wird auch der hohe Gehalt an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen schwerlich rausreißen.

Wie wird Cashewbaum bestäubt?

Bei uns in der Regel gar nicht, da man ihn meistens im Gewächshaus hält, wo die Zahl der Insekten eher spärlich ausfällt. In seiner mittel- und südamerikanischen Heimat wird er vom Wind, häufiger von Fliegen, Bienen und Ameisen bestäubt.

Wie groß wird ein Cashewbaum?

Bei uns schaffen die Exoten aus Mittel- und Südamerika selten mehr als drei Meter. In ihrer Heimat und den tropischen Anbaugebieten weltweit werden sie bis zu zwölf Metern hoch und höher. Der größte Cashewbaum der Welt hat es bis ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft: Der Cajueiro de Pirangi steht in Rio Grande do Norte in Brasilien und bedeckt eine Fläche von 7.300 Quadratmetern. Diese Größe konnte er auch nur erreichen, weil seine niederliegenden Äste Wurzeln schlagen und sich so nach und nach ausbreiten. Vermutlich wurde er nicht, wie die Legende besagt, erst 1888 gepflanzt, sondern ist bereits um die tausend Jahre alt. Dieses Monstrum produziert schätzungsweise über 60.000 Früchte im Jahr.

Ökologischer Wert

Cashew ist nicht heimisch. Wir haben leider keine genauen Daten zum Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. Häufig haben aber heimische Pflanzen einen höheren ökologischen Nutzen.

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Themen

Quelle: Foto von Laura MacNeil auf Unsplash