Pfeilkresse

Cardaria draba

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Pfeilkresse (Cardaria draba) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: Luis Fernández García, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Kreuzblütler, bis zu 60 Zentimeter hoch
  • Aufrechte Stängel und schirmtraubige Blütenstände
  • Kleine gelbe Blüten
  • Herzförmige Schötchen
  • Vermehrung durch Teilung oder mit Samen
  • Für trockene und sonnige Standorte
  • Bestäubung vor allem durch Fliegen
  • Wichtiger Pollenlieferant für 16 Wildbienen
  • Scharf schmeckende Samen früher als Ersatz für Pfeffer verwendet
  • Blätter essbar
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 60 cm
Breite: 10 - 30 cm
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütler
Gattung: Kressen
Pfeilkresse gefährdet die Artenvielfalt in Deutschland

Pfeilkresse ist eine invasive gebietsfremde Art, welche heimische Arten verdrängt und die Biodiversität gefährdet (siehe BfN-Skripten 352).

Pflanze im Zweifelsfall lieber einheimische Gewächse, über die sich auch die Tierwelt in deinem Garten freut.

Was ist Pfeilkresse?

Pfeilkresse oder Herzkresse (Cardaria draba) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Man findet sie zerstreut aber herdenbildend auf Unkrautfluren, an Wegen, Bahngleisen, Weinbergen und Hafenanlagen oder lehmigen Äckern.

Es handelt sich dabei um eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Höhe von 30-60 Zentimetern erreicht. Neben einer kräftigen Pfahlwurzel verfügt sie über ein reich verzweigtes System von Rhizomen, aus denen in der Umgebung zahlreiche Tochterpflanzen emporsprießen. Die aufrechten, kräftigen Stängel sind im unteren Teil behaart, nach oben hin zusehends kahl. In der grundständigen Halbrosette stehen bis zu zehn Zentimeter lange verkehrt-eiförmige, spatelförmige oder eiförmige Blätter; sie sind buchtig gelappt, dicht grau behaart und graugrün. Zur Blütezeit sind die untersten Blätter verdorrt. Die oberen lanzettlichen, linealischen oder eiförmigen Blätter umfassen den Stängel mit einem herz- bis pfeilförmigen Grund.

Bei den Blütenständen handelt es sich um Schirmtrauben mit den typischen vierzähligen Kreuzblüten. Diese haben längliche und kahle Kelchblätter mit weißem Rand und weiße, 2-4 Millimeter lange verkehrt-eiförmige und genagelte Kronblätter. Die Früchte sind verkehrt-herzförmige abgeflachte Schötchen mit zwei Fächern und zwei rotbraunen eiförmigen Samen.

Pfeilkresse im Garten

Standort

Die Pfeilkresse möchte einen eher trockenen, nährstoff- und basenreichen Boden mit viel Wärme. Sie wächst bevorzugt im Halbschatten, pralle Sonne schadet ihr aber auch nicht. Staunässe ist für sie absolut unverträglich.

Schnitt

Ein Schneiden ist bei der pflegeleichten Pfeilkresse nur zur Ernte erforderlich.

Vermehrung

Die Vermehrung der Pfeilkresse erfolgt am einfachsten durch Teilen vorhandener Bestände, die reichlich Wurzelsprosse bilden. Ebenso ist eine Aussaat möglich. Es handelt sich dabei um Lichtkeimer, daher sollte man die Samen nur leicht auf das Substrat andrücken.

Verwendung

Mit ihrem weitreichenden Wurzelsystem ist die Pfeilkresse ein guter Bodenfestiger. Im Garten pflanzt man sie eher selten; dabei gibt sie einen hübschen Blütenschmuck in Bauerngarten und Naturgärten und ist eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen.

Schädlinge

Die scharfen Senfölglykoside halten der Pfeilkresse die meisten Schädlinge vom Leib. Sie gilt als recht robust und widerstandsfähig.

Ökologie

Die Bestäubung der Pfeilkresse erfolgt vor allem durch Fliegen, auch Selbstbestäubung ist möglich. Umso wichtiger ist sie als Pollenquelle für 16 Wildbienen; insbesondere Sandbienen der Gattung Andrena sowie die Furchenbiene Lasioglossum politum sammeln hier Pollen, um damit ihre Brutnester mit Proviant für die Nachkommenschaft zu bestücken.

Wissenswertes

Mit ihren Senfölglykosiden schmecken die runden braunen Samen der Pfeilkresse scharf und pfeffrig. Sie waren ein beliebtes Gewürz, als der echte Pfeffer aus Fernost für den Großteil der Bevölkerung noch unerschwinglich war. Auch die Blätter sind essbar und haben einen kräftigen Geschmack.

Fotos

Gesamte Pflanze Pfeilkresse
Quelle: Luis Fernández García, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Pfeilkresse
Quelle: Karelj, Public domain, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Kann man Pfeilkresse essen?

Ja, sie ist ungiftig. Die Blätter haben ein scharfes, würziges Aroma und sind gut für Wildkräutersalat, Kräuterquark oder Pesto geeignet. Früher verwendete man die nicht minder scharfen Samen als Pfefferersatz.

Für was ist Pfeilkresse gut?

In der Naturheilkunde verwendet man die Pfeilkresse ähnlich wie Brunnenkresse zur Anregung des Appetits, als harntreibendes und entschlackendes Mittel sowie gegen Blähungen und Rheuma.

Ökologischer Wert

Pfeilkresse nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
16

Wildbienenpflanzen