Weinrebe

Vitis vinifera

Gehölz
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
Weinrebe (Vitis vinifera) Alle 3 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Weinrebe
  • Einheimischer, oft aus Kultur verwilderter Strauch mit lianenartigen Trieben
  • Bevorzugt sonnig-warme und frische Standorte
  • Blüten gelbgrün und unauffällig
  • Attraktives Herbstlaub
  • Vermehrung mit Stecklingen oder Ablegern
  • Anfällig für Pilzkrankheiten
  • Essbare säuerlich-süße Beeren
  • Weinbeeren in rot, blau oder grün
  • Lange Tradition bei der Weingewinnung
  • Zahlreiche Zuchtsorten mit unterschiedlichem Traubenaroma
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd
Höhe: 8 - 10 m
Breite: 6 - 8 m
Zuwachs: 1.2 - 1.5 m/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
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n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Weinrebenartige
Familie: Weinrebengewächse
Gattung: Weinreben

Was ist Weinrebe?

Die Weinrebe (Vitis vinifera) findet man in Deutschland wild vorwiegend als Auswilderung kultivierter Weinreben und nur noch äußerst selten in ihrer ursprünglichen Wildform. Als solche trifft man sie in Aufwäldern und an verlichteten Waldrändern auf warmen, trockenen bis frischen nährstoffreichen Böden. Sie ist der einzige einheimische Vertreter der Weingewächse (Vitaceae), von denen man im heimischen Garten sonst nur den Wilden Wein (Parthenocissus spec.) in verschiedenen Spielarten häufig anpflanzt.

Weinreben bilden lianenartige Sprosse, die strauchartig an umliegendem Gehölz winden und eine Höhe von zehn bis 20 Metern erreichen. Der Stamm ist holzig und entspringt einem reich verzeigten, tiefreichenden Wurzelstock. Seine Rinde ist braun, längsrissig und schuppt in streifigen Stücken ab. Die Blätter sind im Umriss herzförmig, tief eingeschnitten drei- bis fünflappig, mit grob gesägtem Rand. Auf ihrer Unterseite findet sich ein weißer Filz, die Oberseite ist kahl. Fast jedem Blatt steht am Stängel wechselständig ein zu einer Blattranke umgewandeltes Blatt gegenüber. Im Herbst färben sich die Blätter in kräftigen Gelb-, Orange- und Rottönen.

Die unscheinbaren gelbgrünen Blüten duften leicht und stehen in großen dichten Rispen. Aus ihnen entwickeln sich die länglichen Früchte, die Weinbeeren. Sie sind säuerlich-süß, von blauer, roter oder grüner Farbe und enthalten die birnenförmigen braunen Samen.

Weinrebe im Garten

Standort

Weinreben benötigen im Garten einen vollsonnigen Standort mit durchlässigem, nährstoffreichem und sandigem oder steinigem Boden. In kühleren Gegenden ist unter Umständen Winterschutz anzuraten.

Schnitt

Die Weinrebe ist gut schnittverträglich, wie der Weinbau mehrmals im Jahr beweist. Der Schnitt sollte von Februar bis März erfolgen, damit sich genügend junge neue Triebe bilden können. Blüten erscheinen nur am zweijährigen Holz, sodass man ältere Zweige getrost großzügig entfernen kann.

Vermehrung

Eine Vermehrung der Weinrebe erfolgt mit Stecklingen oder Ablegern, denn die Anzucht aus Samen ist mühevoll. Wurzelechte Ableger sind allerdings durch die aus Amerika eingeschleppte Reblaus gefährdet.

Verwendung

Weinreben lassen sich an sonnigen Stellen im Garten mit einer Rankhilfe pflanzen, etwa an Hängen, Mauern oder in der Nähe von Hauswänden. Südlage bevorzugt.

Schädlinge

Weinreben sind anfällig für Pilzkrankheiten, insbesondere Mehltau und Grauschimmel (Botrytis spec.). In Weinbaugebieten spielen Schäden durch die südostasiatische Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) eine wachsende Rolle, deren sich schnell entwickelnden Maden die Früchte anfressen und unbrauchbar machen.

Ökologie

Die meisten Weinreben sind einhäusig mit zwittrigen Blüten. Das vereinfacht die Bestäubung erheblich. Dessen ungeachtet finden sich zahlreiche Insekten an den duftenden, aber sonst recht unscheinbaren Blüten ein. Dazu gehören neben Honigbienen die Wildbienen Erzfarbene Sandbiene (Andrena nigroaenea) und die Acker-Schmalbiene (Lasioglossum pauxillum).

Die Feldholz-Weißdorneule (Allophyes oxyacanthae) nutzt den Weinstock als Nektarpflanze, fünf weitere Eulen wie der Mittlere Weinschwärmer (Deilephila elpenor) und die Gammaeule (Autographa gamma) als Raupenfutter. Die Trauben sind ein willkommenes Futter für Vögel, aber auch andere Tiere wie Kleinsäuger und Insekten.

Wissenswertes

Botanisch unterscheidet man zwischen der einheimischen, wildvorkommenden Wilden Weinrebe (Vitis vinifera ssp. sylvestris) und der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera ssp. vinifera), deren Vorkommen man am Mittelmeer vermutet. Sie wurde von den alten Römern nach Deutschland gebracht und sind dort seit nunmehr über 2000 Jahren in Kultur. Die Geschichte des Weinbaus reicht in weit frühere Zeit zurück, denn bereits die Ägypter und Mesopotamier tranken das berauschende Getränk mit Vorliebe.

Die aus Nordamerika eingeschleppte Reblaus (Daktuloshaira vitiifoliae) hat die europäischen Weinreben Mitte des 19. Jahrhunderts an den Rand der Ausrottung gebracht. Die Blattlaus-ähnlichen Tiere saugen an den Wurzeln und schädigen die Leitungsbahnen, sodass die Pflanzen verhungern und vertrocknen. Sie ließen sich nur erfolgreich bekämpfen, indem man die europäischen Weinreiser auf Reblaus-resistente amerikanische Unterlagen pfropfte.

Fotos

Gesamte Pflanze Weinrebe
Quelle: NaturaDB
Frucht Weinrebe
Quelle: NaturaDB
Blatt Weinrebe
Quelle: NaturaDB

Häufige Fragen

Wann kann man Weinreben pflanzen?

Eine Weinrebe kann man von Frühjahr bis Herbst in die Erde bringen, aber das Frühjahr ist zu bevorzugen. Dann hat die Pflanze genügend Zeit zur Ausbildung eines weit verzweigten Wurzelsystems und neuer Triebe, bevor der Winter hereinbricht.

Wann trägt eine Weinrebe erstmals Trauben?

Das hängt vor allem davon ab, wie weit die Weinrebe bereits entwickelt ist und wie ihr der Standort gefällt. Bei den im Handel üblichen vorgezogenen Exemplaren dauert es in sonniger Lage mit ausreichend Feuchtigkeit meist nur zwei oder drei Jahre, bis sich die erste Ernte gewinnen lässt. Dann trägt sie viele Jahre zuverlässig Früchte. Im Weinbau gelten Weinstöcke mit zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren als nicht mehr rentabel und werden ersetzt. Sie können allerdings über 300 Jahre alt werden.

Wann sollte man Weinreben spritzen?

Ein Spritzen der Weinreben ist im erwerbsmäßigen Anbau üblich und findet mehrfach im Jahr statt. Im heimischen Garten gilt es vor allem bei Bedarf den verbreiteten Pilzkrankheiten wie Mehltau und Grauschimmel vorzubeugen. In der Regel reicht es, wenn man im Frühjahr nach dem Ausbilden der Blätter einmal behandelt.

Ökologischer Wert

Weinrebe ist in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Dient als Futterplanze für Raupen:
5
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Obstgehölze und Beerensträucher

Themen

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