Persischer Ehrenpreis

Veronica persica

Einjährige
Wildform
Bienenweide
Frühblüher

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus der Kaukasusregion stammendes Wegerichgewächs
  • Weithin kriechende Ausläufer mit herzförmigen, gekerbten Blättern
  • Einzelne himmelblaue Blüten an langen Stielen
  • Ausgerandete platte Früchte mit weiterhin wachsenden Stielen, die sich vom Licht abwenden
  • Ursprünglich als Zierpflanze eingebürgert, heute weit verbreitet
  • Einjährig, aber in milden Wintern häufig überdauernd
  • Oft bis in den Winter hinein blühend
  • Bestäubung durch zahlreiche Insekten, vor allem Bienen und Schwebfliegen
  • Verbreitung der Samen mit Ameisen
  • Als Heilpflanze bisweilen analog zu einheimischen Arten verwendet.
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 10 - 40 cm
Breite: 10 - 30 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: humos bis lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Wegerichgewächse
Gattung: Ehrenpreis
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Persischer Ehrenpreis?

Persischer Ehrenpreis (Veronica persica) ist ein ursprünglich im Kaukasus beheimatetes Wegerichgewächs (Plantaginaceae), das sich bei uns seit dem frühen 19. Jahrhundert weit ausgebreitet und eingebürgert hat. Heute findet man ihn vorwiegend auf Getreidefeldern und Äckern, in Weinbergen, Gärten und frischen Ruderalstellen.

Es handelt sich um eine einjährige, zeitweise überwinternde niederliegende Pflanze, die mit ihren weithin reichenden Ausläufern nicht wurzelt. Die Hauptwurzeln sind faserig und reichen um die dreißig Zentimeter in die Erde, die kräftigen Triebe werden bis zu 40 Zentimeter lang und ragen aufsteigend meist nur etwa zehn Zentimeter hoch. Seine Blätter sind 1-3 Zentimeter lang, unten gegenständig, weiter oben am Stängel zusehends wechselständig. Sie sind einfach breit herzförmig, mit deutlich hervortretenden Nerven und grob gekerbtem Rand.

Die Blüten des Persischen Ehrenpreises erscheinen einzeln in den Blattachseln. Sie sind mit Stiel versehen, der eineinhalb bis zweimal so lang ist wie ihre Tragblätter. Diese sind ebenso geformt wie die Laubblätter, nur etwas kleiner. Die Einzelblüten sind 8-10 Millimeter breit, mit ei-lanzettlichen grünen Kelchblättern und leicht asymmetrischen Kronblättern. Diese sind himmelblau, mit einer deutlichen dunkleren Längsaderung und einem helleren, fast weißen Grund. Sie bilden zahlreiche mehrsamige, stumpfwinkelig ausgerandete Kapselfrüchte, die ebenso wie die Blüten auffällig weit aus den Blattachseln hervorragen und 8-10 Millimeter breit und 4-6 Millimeter lang sind. Sie sind reich an millimetergroßen gelblich-braunen, länglichen und mit einer rauen Oberfläche versehen Samen.

Persischer Ehrenpreis im Garten

Standort

Der Persische Ehrenpreis ist ein Lehmzeiger und wächst am liebsten auf frischen bis mäßig trockenen, nährstoff- und basenreichen, wenig humosen Lehmböden, vorzugsweise mit reichlich Wärme und Sonne oder Halbschatten.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Persischen Ehrenpreis nur erforderlich, wenn man vertrocknete Teile entfernen oder ihn in seinem ausufernden Wachstum begrenzen möchte.

Vermehrung

Die Vermehrung des Persischen Ehrenpreises erfolgt mit Ausläufern oder mit Samen.

Verwendung

Der Persische Ehrenpreis ist eine hübsche, niedrig bleibende Zierpflanze, die sich in niedrigen Blumenbeeten ausgezeichnet macht und auf allen frischen und offenen lehmigen Stellen im Garten dankbar wächst.

Schädlinge

Er gilt als recht robust; junge Pflanzen sind aber vor Schnecken nicht gefeit, und bei allzu feuchtem Stand können Pilzkrankheiten wie Mehltau auftreten.

Ökologie

Auffällig ist die lange Blütezeit, die bei warmen Jahren bis weit in den Winter hineinreichen kann. Damit bietet er den zahlreichen Insekten, die die kleinen aber nektarreichen Blüten gerne besuchen, selbst im späten Herbst noch eine Futterquelle. Für die Bestäubung sorgen vor allem Honigbienen und Schwebfliegen, die den freiliegenden Nektar gut erreichen. Den Pollen sammelt die Sandbiene Andrena fulvata für die Verköstigung ihrer Brut.

Bemerkenswert ist auch der Wuchs der langen Fruchtstiele – sie wenden sich stets vom Licht ab und drücken so die reifenden Früchte in Ritzen, Löcher und Spalten, wo ihre Samen im Folgejahr umso leichter auskeimen können. Diese werden zudem wegen ihrer nahrhaften Elaiosomen von Ameisen verschleppt.

Wissenswertes

Kein lehmiger und frisch umgegrabener Acker, kein Getreidefeld und kein Weinberg, an dem nicht der Persische Ehrenpreis sprießen würde. Dabei ist bei uns noch gar nicht so lange heimisch – erst Anfang des 19. Jahrhunderts ist er aus den Botanischen Gärten ausgebüchst, vermutlich aus dem von Schloss Karlsruhe. Seine reichhaltig gebildeten Samen und seine Unverwüstlichkeit haben zu seiner rasanten Ausbreitung beigetragen.

Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Wofür ist Persischer Ehrenpreis gut?

Bei uns ist er eine allgegenwärtige Pflanze, die man in Feldern und Äckern häufig vorfindet und die sich in Gärten großer Beliebtheit erfreut. Es handelt sich dabei um einen Neubürger, der sich erst seit dem frühen 19. Jahrhundert in Mitteleuropa etabliert hat. Als Heilpflanze hat er eigentlich keine eigene Geschichte, aber häufig verwendet ihn die Naturheilkunde ebenso wie die anderen, einheimischen Ehrenpreisarten zum Abführen, bei Husten oder zur Anregung der Verdauung.

Ökologischer Wert

Persischer Ehrenpreis nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1

Wildbienenpflanzen