Echtes Eisenkraut,Taubenkraut, Katzenblutkraut, Sagenkraut, Verbene, Wunschkraut

Verbena officinalis

Staude
Wildform
Bienenweide
lange Blühzeit
Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) Alle 9 Fotos anzeigen
Blüte von Echtes Eisenkraut

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches, namensgebendes Eisenkrautgewächs
  • Bis zu 80 Zentimeter hohes ein- bis mehrjähriges Kraut
  • Typische sparrig abstehende Blütenstände
  • Zahlreiche kleine helle Blüten, von weiß über rot bis blau
  • Verbreitung mit Klausen durch Tiere und Menschen
  • Bestäubung vor allem durch Honigbienen
  • Kulturfolger seit der Steinzeit
  • Alte Heilpflanze
  • Früher auch bei Kulthandlungen und bei der Eisenherstellung verwendet
  • In der Schwangerschaft kontraindiziert
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 20 - 80 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: lila
Blühzeit:
j
f
m
a
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a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: normal bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Eisenkrautgewächse
Gattung: Verbenen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Echtes Eisenkraut?

Echtes Eisenkraut oder Verbene (Verbena officinalis) ist ein Vertreter aus der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Man findet die Pflanzen weit verbreitet auf lückigen Unkrautfluren, an Wegen, Mauern und Zäunen sowie auf nährstoffreichen Viehweiden.

Es handelt sich dabei um eine einjährige, seltener mehrjährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 20-80 Zentimetern erreicht. Sie entspringt einer bis zu 60 Zentimeter langen, verzweigten Pfahlwurzel. Die flaumig behaarten Stängel ragen aufrecht empor, sie sind vierkantig, rutenartig, mit gegenständigen Blättern. Diese sind papierartig dünn, länglich, die mittleren dreispaltig fiederspaltig, mit unregelmäßig gekerbtem Rand und behaarten Blattnerven.

Die Blütenstände stehen am Ende der Stängel und sehen von weitem aus wie Ähren. In Wirklichkeit handelt es sich um Thyrsen mit ährigen Teilblütenständen. Ihre Blüten sind klein, fünfzählig zygomorph, mit verwachsenen und drüsig behaarten grünen Kelchblättern und weißen bis hell blauen, violetten oder rosafarbenen Kronblättern. Letztere sind zu einer 4-8 Millimeter langen Kronröhre verwachsen. Die länglichen Früchte zerfallen zu vier samenhaltigen Klausen.

Echtes Eisenkraut im Garten

Standort

Das Echte Eisenkraut bevorzugt einen frischen und nährstoffreichen, vorzugsweise humosen sandigen oder reinen Ton- und Lehmboden. Es steht am liebsten in voller Sonne.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Echten Eisenkraut nur zur Ernte oder zum Entfernen verwelkter Triebe erforderlich.

Vermehrung

Die Vermehrung nimmt man am besten mit den zahlreich gebildeten Samen vor.

Verwendung

Mit seinen dekorativen Blüten ist das Echte Eisenkraut ein Muss für jeden Apothekergarten und macht sich auch in sonnenbeschienenen Blumenbeeten und Rabatten gut.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten sind beim Eisenkraut eher selten; die Blütenstände werden oft von Blattläusen verunziert, und an den Blättern können bisweilen Rostflecken und Mehltau auftreten.

Ökologie

Die Bestäubung des Echten Eisenkrautes übernehmen vor allem Honigbienen. Bei größeren Beständen sind die nektarreichen Blüten Imkern eine willkommene Beitracht zu vielen Blütenhonigen. Auch eine Selbstbestäubung ist möglich. Den Pollen sammelt die Schwarzglänzende Keulhornbiene Ceratina cucurbitina als Proviant für ihre Larven. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch den Wind und durch Anhaften der Klausen an vorüberstreifenden Tieren. Trittausbreitung durch den Menschen macht es zu einem alten Kulturfolger, der sich demzufolge häufig an Wegen und in der Nähe menschlicher Siedlungen findet – und das seit der Steinzeit.

Wissenswertes

Den Namen hat das Echte Eisenkraut wegen der ihm nachgesagten Wirkung auf Verwundungen mit Schwertern und anderen eisernen Waffen, vor denen es zudem schützen sollte. Zudem gab man es in die Eisenschmelze. Bei kultischen Handlungen spielte es in der Antike eine große Rolle, und bis ins hohe Mittelalter hinein verwendete man es bei Beschwörungszeremonien.

Oft wird das Echte Eisenkraut mit der nahe verwandten Zitronen-Verbene (Alosyia citrodora) verwechselt; diese hat jedoch ein typisches zitroniges Aroma und schmeckt als Tee nicht so bitter wie das Echte Eisenkraut.

Fotos

Blüte Echtes Eisenkraut
Quelle: NaturaDB
Blüte Echtes Eisenkraut
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Echtes Eisenkraut
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Echtes Eisenkraut
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Echtes Eisenkraut
Quelle: Helge Klaus Rieder, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Echtes Eisenkraut
Quelle: NaturaDB
Blatt Echtes Eisenkraut
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Gesamte Pflanze Echtes Eisenkraut
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Echtes Eisenkraut
Quelle: NaturaDB
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Was ist Eisenkraut?

Eisenkraut, genauer das Echte Eisenkraut, bezeichnet man in der Botanik als Verbena officinalis. Es hat der Familie der Eisenkrautgewächse Verbenaceae ihren Namen gegeben. Es ist eine uralte Heilpflanze, der man in der Antike zudem beschwörende Eigenschaften zuschrieb. Den Namen hat es von seiner Nutzung bei der Herstellung von Schmiedeeisen und wegen seiner angeblich wundheilenden Wirkung bei Verletzungen, die auf den Gebrauch von Waffen aus Eisen zurückzuführen waren. Zudem sollte es magisch vor diesen Verwundungen schützen.

Ist Eisenkraut giftig?

Eisenkraut ist nicht giftig, sondern eine alte Heilpflanze, die zudem einen bitteren, aber schmackhaften Tee ergibt. Er gilt als Adstringens, Diuretikum und Antineuralgikum. Schwangere dürfen ihn nicht trinken, denn er wirkt auch wehenfördernd – was man sich bei einer anstehenden Geburt natürlich auch zunutze machen kann.

Für was ist Eisenkraut gut?

Das Echte Eisenkraut ist eine uralte Heilpflanze, die man bereits in der Antike zu nutzen wusste und die auch in den Kräuterbüchern des Mittelalters eine große Rolle spielte. Man verwendet sie bis heute in der Naturheilkunde vor allem wegen ihrer harntreibenden Wirkung; sie regt die Galle an und hilft bei Rheuma, Erkältungen und Schlaflosigkeit. Wegen ihrer wehenfördernden Eigenschaften sollte man Eisenkraut in der Schwangerschaft tunlichst nicht als Tee trinken. Es enthält das bittere Iridoid-Glykosid Verbalin, Gerb- und Schleimstoffe, Saponine, etherisches Öl und Chinone.

Wie schaut Eisenkraut aus?

Das Echte Eisenkraut Verbena officinalis ist eine uralte Heilpflanze, die zur gleichnamigen Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) gehört. Es handelt sich dabei um eine bis zu 80 Zentimeter hohe krautige Pflanze mit einer bodenständigen Blattrosette und langgezogenen, sparrigen Blütenständen. Die Blüten selbst sind klein, weiß bis hell lila, blau oder rosa mit verwachsenen Kronblättern.

Ökologischer Wert

Echtes Eisenkraut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1

Wildbienenpflanzen