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Feld-Ulme (Ulmus minor)
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Super Insekten-pflanze

Feld-Ulme

Ulmus minor

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Gehölz winterhart Super Insektenpflanze essbar Frühblüher
  • Heimischer, bis zu 40 Meter hoch werdender Laubbaum
  • Kann im Garten auch als Ulmenhecke geschnitten werden
  • Büschlig stehende Blüten im Frühling bereits vor dem Laubaustrieb erscheinend
  • Blätter ulmentypisch asymmetrisch, mit gesägtem Rand und mit Bärtchen auf der Unterseite
  • Früchte sind Flügelnüsse, die vom Wind verbreitet werden
  • Braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort
  • Erde sollte nährstoffreich, durchlässig und feucht bis frisch sein, gerne mit Kalk
  • Honigbienen sammeln Honigtau und Nektar
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Pollenlieferant für Wildbienen, Käfer und Schwebfliegen
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
🌱 Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: aufrecht, ausladend, raschwüchsig
Höhe: 25 - 30 m
Breite: 18 - 25 m
Zuwachs: 30 - 40 cm/Jahr
frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Wurzelsystem: Tiefwurzler
🌼 Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
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m
a
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a
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o
n
d
Blütenform: scheindoldenförmig
🍊 Frucht
Fruchtreife:
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m
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a
s
o
n
d
🍃 Laub
Blattfarbe: dunkelgrün
Blattphase: sommergrün
Blattform: verkehrt eiförmig, zugespitzt, gesägt
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): mäßig häufig
Gefährdung (Rote Liste): ungefährdet
Raupen: 55 (davon 7 spezialisiert)
Schwebfliegen: 2
Käfer: 6
Pollenwert: 3/4 - viel

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🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
montan (500m-600m1 / 800m-1200m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
ist essbar Blätter, Rinde
Verwendung: Salat, Gemüse, Brotteigbeigabe
Pflanzen je ㎡: 1
Jahreszeitlich Aspekte: Herbstfärbung
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Ulmengewächse
Gattung: Ulmen

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Feld-Ulme?

Die Feld-Ulme ist ein heimischer Laubbaum, der in den vergangenen Jahren dank des Ulmensterbens in ganz Europa herbe Verluste verzeichnen musste. Ihre natürlichen Vorkommen erstrecken sich über ganz Europa mit Ausnahme des Nordens, Teile Westasiens und Nordafrikas, wo sie in nährstoff- und kalkreichen Laub- und Mischwäldern gedeiht.

In der freien Natur können die Bäume bis zu 40 Metern hoch werden; für einen kleinen Garten sind sie daher als Solitäre nur bedingt geeignet, sie lassen sich aber auch mit regelmäßigem Schneiden zu einer niedrigeren Hecke ziehen. Sie wachsen recht langsam, können aber ein Alter von 600 Jahren und mehr erreichen.

Ältere Feld-Ulmen haben einen geraden, weit in die weit ausladende rundliche Krone hineinreichenden Stamm mit locker stehenden Ästen. Junge Zweige zeigen auffällige Korkleisten und sind behaart und grün bis rotbraun, später erst werden sie grau und kahl. Typisch für Ulmen sind ihre asymmetrischen, in einer Spitze auslaufenden Blätter; hier sind sie bis zu zwei Zentimeter lang gestielt, mit einer dunkelgrünen Oberseite, einer helleren Unterseite mit deutlichen Achselbärten in den Winkeln der Blattnerven und einem gesägten Rand. Gegen Ende des Jahres bekommen sie eine prächtige gelbe Herbstfärbung.

Im Frühjahr erscheinen die recht unauffälligen, rötlich gefärbten zwittrigen Blüten noch vor dem Laubaustrieb an Kurztrieben in den Achseln von vorjährigen Knospenschuppen; sie stehen in kleinen Büscheln und sind nur kurz gestielt. Ihre extrem reduzierte Blütenhülle besteht nur noch aus 4-5 zu einem Glöckchen verwachsenen rotvioletten Zipfelchen. Aus ihnen entwickeln sich Büschel von flachen, rundum mit einem häutigen Rand versehenen Flügelnüsschen mit einem einzelnen Samen. Sie werden bereits reif, wenn sich das Laub gerade zu entfalten beginnt.

Feld-Ulme im Garten

Quelle: Vankich1/shutterstock.com

Standort

Im Garten braucht die Feld-Ulme bei aller Anspruchslosigkeit vor allem einen nährstoffreichen, gut durchlässigen und möglichst etwas Kalk enthaltenden Boden; er sollte ganzjährig feucht bis frisch, aber niemals stehend nass sein. Am liebsten steht sie in der Sonne oder im Halbschatten, Schatten verträgt sie gegebenenfalls ebenso, auch als Ulmenhecke. Im Winter verkraften die heimischen Laubbäume bis zu -28 °C.

Schnitt

Junge Ulmen kannst Du auch zu mehreren pflanzen und mit regelmäßigem Schnitt als Ulmenhecke niedrig halten. Ansonsten geben sie als Bäume in Einzelstellung einen prachtvollen Solitär, der eher etwas für größere Gärten ist. Das Schnittgut verrottet mit mäßigem Tempo auf dem Kompost, nicht zuletzt wegen der darin enthaltenen Gerbstoffe, die etliche Pilze abhalten.

Vermehrung

In aller Regel wirst Du der Einfachheit halber die Feld-Ulme als kleines Bäumchen im Gartenhandel oder einer Baumschule kaufen. So hast Du einen deutlichen Vorsprung gegenüber einer Aufzucht aus Samen, die trotz des recht flotten Wachstums zum Generationenprojekt wird. Auch Stecklinge vom noch grünen Holz sind möglich.

Verwendung

In Parks und Grünanlagen sieht man die Feld-Ulme als prachtvollen Solitär, auf landwirtschaftlichen Flächen bisweilen immer noch als Ulmenhecke gepflanzt. Daheim ist sie als Baum eher etwas für den großen Garten, wohingegen sie als Hecke auch in kleinen Anwesen Sichtschutz und Rückzugsort für Vögel und andere Tiere bietet.

Schädlinge

Blattläuse, Blutläuse, Schildläuse & Co. sind Dauergäste an den frischen Trieben, Blüten und Blättern der Feld-Ulme. Sie schaden den Bäumen allerdings nur, wenn sie Krankheiten übertragen. Ansonsten bilden sie jede Menge Honigtau, der von Honigbienen zu Honig verarbeitet wird. Zudem finden sich sporadisch durch Gallmücken hervorgerufene Gallen.

Abgesehen von einigen anderen Pilzerkrankungen gilt das Ulmensterben als die große Achillesferse unserer heimischen Ulmenbestände; insbesondere die nahe verwandte Berg-Ulme gilt als die bei uns am stärksten von dieser Krankheit betroffene Art.

Übertragen wird es durch den eigentlich harmlosen Ulmensplintkäfer Scolytus spec., der seine Eier in die Rinde legt. Die geschlüpften Raupen fressen am Splint des Holzes und übertragen dabei die Sporen von Pilzen der Gattung Ophiostoma, die im vergangenen Jahrhundert eingeschleppt wurden. Ophiostoma ulmi aus Asien wurde um 1910 unbeabsichtigt mit Verpackungsmaterial importiert, der „neuere“ Ophiostoma novo-ulmi in den 1960er Jahren aus Nordamerika mitgebracht. Der Erstere wächst noch wesentlich aggressiver als der neuere Feind; zu den prominentesten ersten Opfern gehörten seinerzeit die Alleebäume des Kurfüstendamms in Berlin, die groß in den Schlagzeilen erschienen.

Die Ophiostoma-Arten bilden giftige Toxine; noch schneller zum Problem werden die Hyphen, die beim Wachstum die Leitungsbahnen der Ulme verstopfen und sie so quasi verhungern und verdursten lassen. Immer mehr Blätter vertrocknen, dann auch die Äste, und zuletzt geben die Bäume komplett den Geist auf. Wie effektiv das passiert zeigen die Ulmenbestände in Nordamerika: Dort wurden die heimischen Weißulmen und Felsulmen praktisch ausgerottet.

Befallene Ulmen müssen konsequent gerodet und ihre „Untermieter“ unschädlich gemacht werden, wenn man das Ulmensterben nicht auch in Europa so weit gedeihen lassen will. Biologische Schädlingsbekämpfung versucht mit Erzwespen und Raubwanzen die Ulmensplintholzkäfer einzudämmen, den Ophiostoma-Befall mit dem Bakterium Pseudomonas syringae. Auf Dauer erfolgreicher dürfte aber die Züchtung und Selektion besondere resistenter Feld-Ulmen sein.

Ökologie

  • Der für einen heimischen Laubbaum extrem späte Laubaustrieb gegen Ende Mai ist für die Feld-Ulme kein Nachteil: Photosynthese kann sie bereits mit den früh erscheinenden, ebenfalls grünen Früchten Ganz schön raffiniert!
  • Honigbienen sind große Fans der Feld-Ulme; sie holen sich nicht nur im Frühling den Nektar von den unscheinbaren büscheligen Blüten, sondern auch den Honigtau der oft in großer Zahl hier lebenden Blattläuse. Lindenhonig enthält sowohl Nektar als auch Honigtau, der wesentlich hellere Lindenblütenhonig vorwiegend den Nektar.
  • Ebenso wichtig ist der Pollen für viele Insekten, denn er enthält im Gegensatz zum zuckerreichen Nektar auch Aminosäuren und Fette. Den holen sich neben den Honigbienen auch Wildbienen, Käfer und Schwebfliegen, die im Frühjahr die Lindenblüten ebenso fleißig umschwirren.
  • Das Grün der Bäume dient Schmetterlingen als Raupenfutter. Einige tragen bereits die Ulme im Namen, wie die Weißflecken-Ulmeneule Cosmia diffinis, Blomers Ulmen-Blattspanner Discoloxia blomeri oder der Ulmen-Zipfelfalter Satyrium w-album. Auch bei Laien noch wesentlich bekannter sind der Große Fuchs Nymphalis polychloros und der C-Falter Polygonia c-album.
  • Sowohl als Baum als auch als Hecke bietet die Feld-Ulme jeder Menge Tiere Unterschlupf, vor allem auch Vögeln, die sich hier gut verstecken können und Platz und Material zum Nestbau
  • Die Verbreitung der im Sommer reifenden Flügelnüsschen übernimmt der Wind; dank ihre häutigen Randes werden sie über große Strecken davongetragen und können in weiter Ferne eine neue Heimat finden.

Wissenswertes

  • Die Feld-Ulme hat man schon früher gerne zum Parzellieren von Ackerflächen eingesetzt; das Laub konnte man so zudem an die Schafe verfüttern.
  • Schon im Mittelalter kannte man auch die Verwendung als Heilpflanze; in den Kräuterbüchern jener Zeit wurde sie bereits ausführlich behandelt und ihre Rinde als Mittel gegen Durchfall und andere Erkrankungen genutzt.
  • Die Rinde wie auch andere Pflanzenteile enthalten Gerbstoffe, Schleimstoffe, Phytosterine und etliche antioxidativ wirksame Substanzen.
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Fotos (6)

Gesamte Pflanze Feld-Ulme
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Feld-Ulme
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Feld-Ulme
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Feld-Ulme
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Feld-Ulme
Quelle: Vankich1/shutterstock.com
Frucht Feld-Ulme
Quelle: Traveller70/shutterstock.com

Sortentabelle

Ulmus minor
Quelle:AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Ulmus minorFeld-Ulme
  • heimisch
Ulmus minor 'Jacqueline Hillier'
Quelle:Nijboer, CC0, via Wikimedia Commons
Ulmus minor 'Jacqueline Hillier'Ulme 'Jacqueline Hillier'
  • heimisch
Ulmus minor 'Wredei'
Quelle:cristo95/shutterstock.com
Ulmus minor 'Wredei'Gold-Ulme
  • heimisch
PflanzeWuchsStandortFrucht & ErnteKaufen
Feld-UlmeUlmus minorsehr windfest, frosthart, hitzeverträglich

aufrecht, ausladend, raschwüchsig
25 - 30 m
18 - 25 m


Mai - Juni

ab 6,20 €
Ulme 'Jacqueline Hillier'Ulmus minor 'Jacqueline Hillier'besondere Krone, kleines Blattwerk

strauchförmig, breitbuschig, dicht verzweigt
4 - 6 m
2 - 3 m


Kübel geeignet

Gold-UlmeUlmus minor 'Wredei'goldgelbes, gedrehtes, gewelltes Laub

aufrecht, säulenförmig, langsam wachsendd
8 - 10 m
3 - 4 m

Häufige Fragen

Wo kann man Feld-Ulme kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Feld-Ulme kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Wert für Insekten und Vögel

Feld-Ulme ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlingsraupen

Raupen spezialisiert:
0
Raupenarten:
0
Schwebfliegenarten:
0
Käfer:
0

Schmetterlingsarten

Schwebfliegen

Käfer

Vögel

Feld-Ulme kaufen

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
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Stand:
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