Große Sternmiere

Stellaria holostea

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Große Sternmiere (Stellaria holostea) Alle 7 Fotos anzeigen
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Nelkengewächs
  • Wild häufig vorkommend, aber auch als Zierpflanze beliebt
  • Brüchige Stängel mit lanzettlichen Blättern
  • Charakteristische weiße Blüten mit tief geschlitzten Kronblättern
  • Nektarpflanze für Bienen und Schmetterlinge
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Anspruchslos und pflegeleicht
  • Winterhart, Blätter bleiben im Winter grün
  • Vermehrung vegetativ oder mit Samen
  • Alte Heilpflanze, Blätter und Blüten essbar
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: sehr stark
Höhe: 10 - 30 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
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a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: humos bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Nelkenartige
Familie: Nelkengewächse
Gattung: Sternmieren
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Dunkelkeimer, Warmkeimer, Kaltkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Große Sternmiere?

Große Sternmiere oder Echte Sternmiere (Stellaria holostea) ist ein einheimisches mehrjähriges Kraut, das zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) zählt. Man findet das bis zu 30 Zentimeter hohe Gewächs häufig und gesellig in lichten und krautreichen Laub- und Mischwäldern, auf Lichtungen und in den Säumen von Hecken und Gebüschen.

Aus den weithin kriechenden Rhizomen erheben sich die aufsteigenden vierkantigen und recht schwachen Stängel mit zahlreichen gestielten Blüten. Die frischgrünen Blätter sind 3-8 Zentimeter lang, steif, schmal-lanzettlich, an der Basis kurz gestielt, am Stängel ungestielt und am Rand und am Mittelnerv wimperig behaart. Sie bleiben im Winter erhalten.

Bei den Blütenständen handelt es sich um Trugdolden mit 6-15 Einzelblüten. Die radiärsymmetrischen fünfzähligen Blüten haben einen Durchmesser von 2-3 Zentimetern und bestehen aus grünen oval-lanzettlichen Kelchblättern und am Grund grünen, weiter oben weißen, tief über die Mitte hinaus gespaltenen Kronblättern, die doppelt so lang sind wie der Kelch. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich sechsklappige rundliche Kapseln mit orangefarbenen, dicht gehöckerten Samen.

Große Sternmiere im Garten

Standort

Die Große Sternmiere bevorzugt einen frischen bis mäßig trockenen, mäßig nährstoffreichen und möglichst kalkarmen, humosen sandigen oder reinen Lehmboden. Halbschatten wird bevorzugt.

Schnitt

Die Blätter der Großen Sternmiere bleiben im Winter erhalten; wenn man sie ab und zu etwas zurückschneidet dankt sie es mit reicher Blütenpracht und vergreist nicht. Damit verhindert man auch eine Selbstaussaat.

Vermehrung

Die Vermehrung der Großen Sternmiere erfolgt vegetativ mithilfe der Rhizome, sodass man alte Bestände teilen kann. Darüber hinaus ist eine Vermehrung mit Samen möglich. Man kann sie im Herbst leicht mit den reifenden Kapseln sammeln.

Verwendung

Die hübschen weißen Blüten der Großen Sternmiere machen sich gut in Blumenbeeten, Bauerngärten und als bodendeckende Unterpflanzung am Rand von Gehölz.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten machen der Großen Sternmiere selten zu schaffen – selbst die gefräßigen Schnecken machen einen Bogen um die Pflanze.

Ökologie

Die Bestäubung der Großen Sternmiere erfolgt vor allem durch Honigbienen und Nachtfalter. 18 Wildbienen sammeln hier Pollen als Proviant für ihre Brut, vor allem Sandbienen (Andrena spec.) und Schmalbienen (Lasioglossum spec.). Sieben Schmetterlingsarten legen an der Großen Sternmiere ihre Eier ab; die Blätter dienen als Raupenfutter für den Sternmieren-Blattspanner (Euphyia biangulata), die Lederbraune Bandeule (Noctua comes), Triangel-Erdeule (Xestia triangulum) und andere.

Wissenswertes

Der Gattungsname leitet sich von lateinisch stella, Stern ab und bezieht sich auf die Form der tief geschlitzten weißen Blüten. Die Artbezeichnung ?λ?στεον, holósteon bedeutet griechisch ganzer Knochen und verweist auf die brüchigen Knoten der Stängel, die leicht zerbrechen. Daher verwandte man sie gemäß der mittelalterlichen Signaturenlehre als Heilpflanze gegen Knochenbrüche. In der Naturheilkunde verwendet man sie wegen ihrer Saponine und Flavonoide vor allem äußerlich bei Hämorrhoiden, Furunkeln, Gicht und Rheuma.

Die Große Sternmiere soll besonders gut in Ameisennestern gedeihen. Der Grund dafür ist allerdings nicht bekannt.

Fotos

Gesamte Pflanze Große Sternmiere
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Große Sternmiere
Quelle: Nicolas Weghaupt, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Große Sternmiere
Quelle: Der Michels, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Große Sternmiere
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Große Sternmiere
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Große Sternmiere
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Große Sternmiere
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Kann man Große Sternmiere essen?

Kann man, wobei man sich auf die jungen Triebe, Blätter und Blüten beschränken sollten, denn mit zunehmendem Alter werden sie zäh und faserig. Sie schmecken nussig-mild nach Erbsen. Man sollte es mit dem Genuss nicht übertreiben, denn die Sternmiere wirkt wegen ihrer seifenartigen Saponine leicht abführend; einige Autoren sehen sie daher als schwach giftig an.

Wofür ist die Große Sternmiere gut?

Die Stängel der Großen Sternmiere brechen besonders leicht, was man im Mittelalter als Hinweis auf eine Verwendung bei Knochenbrüchen ansah. Die Ansichten der Signaturenlehre sind längst überholt, und heute verwendet die Naturheilkunde die Große Sternmiere vor allem bei Rheuma und Hauterkrankungen.

Ökologischer Wert

Große Sternmiere in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
18
Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Dient als Futterplanze für Raupen:
6
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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