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Gewöhnliche Pechnelke (Silene viscaria)
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Wichtige Insekten-pflanze

Gewöhnliche Pechnelke

Silene viscaria

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Staude winterhart Wichtige Raupenfutterpflanze lange Blühzeit
  • Nelkengewächs mit dichten Horsten
  • Mehrjährige Staude mit buschigem Wuchs
  • Gegenständige linealische Blätter
  • Endständige Rispen mit roten oder rosafarbenen Blüten
  • Für trockene und sonnige Standorte
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Gute Bienenweide
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Sollte regelmäßig geteilt werden
  • Schützt Nachbarn vor Schädlingen und Krankheiten
🏡 Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Kübel/Balkon geeignet: ja

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: rosettenartig, aufrechte Blütenstängel
Höhe: 30 - 60 cm
Breite: 10 - 20 cm
frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
🌼 Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
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d
Blütenform: rispenförmig

Thematisch passende Pflanzen:

🍃 Laub
Blattfarbe: grün
Blattphase: wintergrün
Blattform: lanzettlich
🐝 Ökologie
Wildbienen: 12 (Nektar und/oder Pollen, davon keine spezialisiert)
Schmetterlinge: 3
Raupen: 12 (davon 7 spezialisiert)
Schwebfliegen: 1
Käfer: 2
Nektarwert: 1/4 - gering
Pollenwert: 1/4 - gering
🌐 Regionale Verbreitung der Art

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
montan (500m-600m1 / 800m-1200m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 10
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Nelkenartige
Familie: Nelkengewächse
Gattung: Leimkräuter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Gewöhnliche Pechnelke?

Die Gewöhnliche Pechnelke ist eine ausdauernde horstbildende Staude aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Wild wachsend findet man sie auf Magerweiden und Magerrasen, Heideflächen, Felsfluren und Weinbergen, wo es einen trockenen und kalk- und nährstoffarmen Boden gibt. Vor allem in Ostdeutschland ist sie weit verbreitet, wohingegen sie im Norden vielerorts bereits verschwunden ist. Außer in Europa wächst sie in weiten Teilen Asiens bis nach Sibirien hinein.

Die langlebigen Stauden bilden ein dickes verholzendes Rhizom mit Seitenwurzeln und Adventivwurzeln; die meisten der kreuzgegenständigen linealisch-lanzettlichen Blätter befinden sich in der bodennahen Blattrosette, die im Winter erhalten bleibt. Weiter oben an den aufrechten und wenig verzweigten, innen hohlen und an den Knoten verdickten Stängeln werden sie zusehends kleiner. Ein einzelner Horst kann bis über 100 Triebe enthalten, von denen rund die Hälfe Blüten hervorbringt.

Die Blütenstände sind Trauben oder Rispen, in denen jeweils 20-25 einzelne Blüten in zweiarmig geteilten Quirlen stehen. Sie sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle, zwittrig und sternförmig, mit einem Durchmesser von 14-22 Millimetern und breit-lanzettlichen Hochblättern an jeder Verzweigung. Die grünen Kelchblätter weisen deutliche Quernerven auf, die rosafarbenen oder roten Kronblätter sind schmal genagelt mit einer eiförmigen, gestutzten oder ausgerandeten Platte. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich eiförmige bis elliptische, bis zu einem Zentimeter lange Kapseln, die sich an der Spitze mit acht Zähnen öffnen und die nierenförmigen dunkelbraunen und warzigen Samen freizusetzen.

Gewöhnliche Pechnelke im Garten

Quelle: Bernt Fransson, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Standort

Die Gewöhnliche Pechnelke bevorzugt einen nährstoffarmen und durchlässigen, vorwiegend trockenen und sandigen Lehmboden, der möglichst einen neutralen bis sauren pH-Wert aufweisen sollte. Kalk mag sie ebenso wenig wie stehende Nässe oder Schatten, in dem sie kümmert. Viel sommerliche Wärme und reichlich Licht sind ihr deutlich lieber. Im Sommer verträgt sie ohne weiteres längere Durststrecken ohne Regen, und im Winter erträgt sie bis zu -34 °C.

Schnitt

Pechnelken überwintern mit ihrem Rhizom und bodennahen Überwinterungsknospen. Du kannst sie im Frühjahr eine Handbreit über dem Boden kappen, bevor sich der neue Austrieb zeigt.

Ansonsten empfiehlt es sich, die Horste alle zwei bis drei Jahre zu teilen, damit sie wuchsfreudig und blühstark bleiben. Zudem bleiben sie so besser resistent gegenüber Schädlingen und Krankheiten.

Vermehrung

Am einfachsten gelingt die Vermehrung der Pechnelke durch Teilung der Horste. Ebenso gut kannst Du sie mit Samen vermehren, sie keimen im Frühling schnell und zuverlässig, sobald die Temperaturen wieder ansteigen. Zudem sorgt sie fleißig für Selbstaussaat.

Verwendung

Mit ihrer Vorliebe für trockene und sonnige Standorte qualifiziert sich die Gewöhnliche Pechnelke für einen Platz im Steingarten, Heidegarten, auf Trockenmauern oder an trockenen Hängen und Böschungen. Ebenso gut kannst Du sie in Kübeln und Kästen auf Balkon und Terrasse halten, und auch für die Dachbegrünung ist die genügsame und robuste Nelke bestens geeignet. Zudem ist sie eine beliebte Schnittblume, die in der Vase eine halbe Ewigkeit frisch bleibt.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten sind bei der Gewöhnlichen Pechnelke eher die Ausnahme. Gefährlich wird ihnen bestenfalls ein Befall mit dem Pilz Ustilago violaceae (Microbotrium violaceum), der die Pflanzen steril macht und ihren Pollen in Pilzsporen umwandelt. Ein massiver Befall kann einen ganzen Nelkenrasen vernichten. Weniger bedenklich ist Ramularia didymarioides, der braune Flecken auf den Blättern hervorruft.

Ökologie

Quelle: LG Nyqvist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Namensgeber der Pechnelke sind die klebrigen Stängel, die in der Tat kleben wie Pech. Diese natürlichen Leimringe halten krabbelnde Schädlinge von den Blüten und Blättern fern.
  • Bei Hasen, Kaninchen, Rehen und Schafen hilft das Geklebe nicht – sie fressen die Pechnelke mit besonderer Vorliebe.
  • Als Hauptbestäuber der Blüten gelten Honigbienen und Schmetterlinge.
  • Dabei gelangen die Honigbienen wegen ihrer eher kurzen Mundwerkzeuge nur dann an den Nektar, wenn die Blüten gut gefüllt sind. Trotzdem gilt sie als gute Bienenweide.
  • Diese Probleme haben Schmetterlinge nicht; zudem nutzen sechs Nachtfalter das Kraut als Raupenfutter, vor allem Kapseleulen der Gattung Hadena.
  • Zwölf Wildbienen bedienen sich am Pollen, vor allem Schmalbienen (Lasioglossum spec.) und Sandbienen (Andrena spec.).
  • Die Samen werden vom Wind und von Tieren aus ihren Kapseln geschüttelt. Ameisen, die sich für das Elaisom interessieren, tragen sie noch weiter fort.
  • An der Tierausbreitung sind auch Vögel beteiligt, die die Samen aus den Kapseln herauspicken.
  • In Europa sind die Bestände der Gewöhnlichen Pechnelke im Schwinden begriffen, da ihre natürlichen Lebensräume reduziert werden. Schuld daran sind vor allem Überweidung und Überdüngung, die sie beide nicht verträgt.
  • Dagegen macht sie sich in Nordamerika als invasiver Neophyt unbeliebt, der dort optimale Bedingungen vorfindet und bei der heimischen Flora und Fauna für Probleme sorgt.

Wissenswertes

  • Die Gewöhnliche Pechnelke gilt als Wundermittel, mit dem sich die pflanzliche Nachbarschaft unterstützen lässt. Sie bildet jede Menge Phytohormone, die beispielsweise Tomaten vor Grauschimmel und Gurken vor Mehltau schützen. Aus diesem Grund sind im Handel auch spezielle Pechnelken-Extrakte erhältlich, die als biologische Pflanzenstärkungsmittel verkauft werden.
  • Neben der Wildart sind im Handel zahlreiche Sorten erhältlich, die sich vor allem in Wuchshöhe und Blütenfarbe unterscheiden.
  • Essen sollte man die hübschen Blüten besser nicht – sie gelten als schwach giftig.
Was sind mehrjährige Stauden?
Markus Wichert

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Markus Wichert Naturgärtner
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Fotos (4)

Gesamte Pflanze Gewöhnliche Pechnelke
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gewöhnliche Pechnelke
Quelle: George Chernilevsky, Public domain, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Pechnelke
Quelle: Bernt Fransson, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gewöhnliche Pechnelke
Quelle: LG Nyqvist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Silene viscaria
Quelle:Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Silene viscariaGewöhnliche Pechnelke
  • heimisch
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
Gewöhnliche PechnelkeSilene viscarialange Blühzeit

rosettenartig, aufrechte Blütenstängel
30 - 60 cm
10 - 20 cm


Kübel geeignet

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Gewöhnliche Pechnelke 'Snow Cloud'Silene viscaria 'Snow Cloud'immergrün, winterhart

aufrecht, leicht buschig
30 - 60 cm
30 - 60 cm


Kübel geeignet

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ab 11,80 €

Häufige Fragen

Wert für Insekten und Vögel

Gewöhnliche Pechnelke ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Schmetterlingsraupen

Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen
Schmetterlinge:
0
Raupen spezialisiert:
0
Raupenarten:
0
Schwebfliegenarten:
0
Käfer:
0

Wildbienenarten

Schmetterlingsarten

Schwebfliegen

Käfer

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Themen

Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkongärtner
Stand:
22.01.2024