Dach-Hauswurz

Sempervivum tectorum

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
lange Blühzeit
Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) Alle 6 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Dach-Hauswurz

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Dickblattgewächs
  • Bis heute oft auf Dächern angepflanzt, im Volksglauben auch als Blitzschutz
  • Unzerstörbare Pflanze für Steingärten und Trockenmauern
  • Polsterbildend und genügsam
  • Benötigt kaum Wasser, aber viel Sonne
  • Zahlreiche kleine Rosetten aus fleischigen Blättern
  • Einzelne Rosetten blühen nur einmal und sterben danach ab
  • Futterpflanze für den vom Aussterben bedrohten Apollofalter
  • Alte Heilpflanze mit ähnlicher Wirkung wie Aloe
  • Vermehrung mit Tochterrosetten
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: Polster
Wuchs Konkurrenz: sehr stark
Höhe: 15 - 30 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße klein
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Steinbrechartige
Familie: Dickblattgewächse
Gattung: Hauswurzen
Aussaat:
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d
Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Dach-Hauswurz?

Dach-Hauswurz, Echte Hauswurz oder Donnerwurz (Sempervivum tectorum) gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Er ist in den europäischen Gebirgen heimisch und kommt bei uns nur im Allgäu, im Moseltal sowie in Hessen selten wild vor.

Es handelt sich dabei um eine rosettig wachsende polsterbildende Pflanze, die nur mit ihren Blütenständen eine Höhe von 15-30 Zentimetern erreicht. Sie bildet gesellige Blattrosetten von 5-7 Zentimetern Durchmesser. Diese bestehen aus länglich-lanzettlichen bis verkehrt-eiförmigen fleischigen, beidseits konvex geformten Blättern. Sie haben eine hellgrüne Grundfarbe, oft mit roten Spitzen, und färben sich je nach Sonneneinstrahlung kräftig rot. Die Blätter sind 20-60 Millimeter lang und 10-15 Millimeter breit, mit glattem Rand und randständigen Wimpern.

Bei der Blüte wachsen die Rosetten zu langgestreckten Blütenständen heran, die rundherum weiter mit Blättern bedeckt bleiben. An ihrem Ende stehen dichte Rispen mit 40-100 Einzelblüten. Diese sind zwittrig, sternförmig radiärsymmetrisch und zehn- bis selten 16zählig. Die Kelchblätter sind grün, bewimpert und im unteren Teil miteinander verwachsen. Darüber erheben sich die rosafarbenen bis purpurnen, selten weißen Kronblätter. Diese sind linealisch-lanzettlich, 9-12 Millimeter lang und 1-2 Millimeter breit, mit flaumigen Haaren am Ansatz. Nach der Blüte werden Früchte und Samen gebildet, danach stirbt die Rosette ab.

Dach-Hauswurz im Garten

Standort

Die Dach-Hauswurz bevorzugt einen warmen und trockenen, nährstoff- und basenreichen humosen und feinerdearmen Steinboden. Sie steht am liebsten in der prallen Sonne, gedeiht aber auch im Halbschatten. Staunässe bringt die Pflanzen nach kurzer Zeit um.

Schnitt

Ein gärtnerischer Eingriff ist bei der absolut pflegeleichten Dach-Hauswurz bestenfalls erforderlich, um die alten vertrockneten Blüten zu entfernen.

Vermehrung

Für ihre Vermehrung sorgt die Dach-Hauswurz mit fleißig gebildeten Ablegern, die an langen Stielen seitlich an den Blattrosetten erscheinen. Sie lassen sich problemlos einpflanzen. Ebenso ist eine Teilung der Polster möglich, was wegen des flachen Wurzelwerks kein Problem darstellt. Zur Not kann man sogar noch aus einzelnen Blättern neue Pflanzen ziehen.

Verwendung

Die Dach-Hauswurz ist ideal für Steingärten und trockene Mauern und lässt sich natürlich wie ihr Name sagt auch auf Dächern pflanzen – heutzutage eher als Dachbegrünung denn als Aufsetzer auf Ziegeln und Schindeln. Auch auf Balkon und Terrasse macht sie in flachen Schalen und Töpfen eine gute Figur.

Schädlinge

Die Dach-Hauswurz ist ein Überlebenskünstler und gilt als unkaputtbar – das gilt auch für ihre geringe Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Sogar Schnecken machen einen Bogen um die Pflanze.

Ökologie

Ein in der Fauna selten gewordener Vertreter legt seine Eier an der Dach-Hauswurz ab: Der Apollofalter (Parnassius apollo) nutzt ihn als Raupenfutter.

Wissenswertes

Die Dach-Hauswurz wird seit alters her kultiviert und unter anderem in den Alpen gerne auf Dächern gepflanzt, wo sie auch mit wenig Substrat gut auskommt. Sie sollten den Donnergott gnädig stimmen und Blitze von den Häusern fernhalten – daher auch der Name Donnerwurz. In der Landgüterverordnung Karls des Großen wird sie ausdrücklich als Dachbepflanzung empfhlen.

Darüber hinaus ist sie eine uralte Heilpflanze, die die mittelalterlichen Autoren in ihren Kräuterbüchern ausführlich behandeln. Der Name Sempervivum bedeutet ewig lebend und bezieht sich auf ihre schiere Unverwüstlichkeit, tectorum ist der Genitiv von Dach, also auf Dächern wachsend.

Fotos

Gesamte Pflanze Dach-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Dach-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Blüte Dach-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Dach-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Dach-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
 Dach-Hauswurz
Quelle: NaturaDB

Sorten Dach-Hauswurz

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Dach-Hauswurz (Wildform) rosa
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n
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Dach-Hauswurz 'Atropurpureum' -
Dach-Hauswurz 'Atroviolaceum' -
Dach-Hauswurz 'Commander Hay' -
Dach-Hauswurz 'Metallicum Giganteum' -
Dach-Hauswurz 'Monstrosum' -
Dach-Hauswurz 'Noir' -
Dach-Hauswurz 'Seerosenstern' -
Dach-Hauswurz 'Violaceum' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist die Hauswurz giftig?

Die Dach-Hauswurz ist nicht giftig, aber auch nicht besonders wohlschmeckend. Viel größeren Anklang findet das unverwüstliche Kraut als Heilpflanze, denn sie galt bereits im Mittelalter als hervorragendes Wundheilmittel mit entzündungshemmender und kühlender Wirkung. Sie ist vielleicht nicht so bequem in der Anwendung wie die schwer in Mode gekommene Aloe vera, aber mindestens genauso effektiv.

Wie oft muss man einen Hauswurz gießen?

In der freien Natur überhaupt nicht – sie kommt mit dem wenigen Wasser gut klar und übersteht sogar lange Trockenperioden. Trotzdem freut sie sich natürlich über eine kleine Wassergabe, wenn der Sommer allzu trocken gerät. Nur totgießen darf man sie nicht; der Überlebenskünstler verträgt so ziemlich alles außer Staunässe, zuviel Dünger und einen verschatteten Standort.

Für was ist der Hauswurz gut?

Die Dach-Hauswurz ist eine alte Heilpflanze, die man im Mittelalter wesentlich häufiger verwendete als heutzutage. Sie hat eine ähnliche Wirkung wie die exotische Aloe vera und gilt als gutes Mittel zur Wundheilung. Im Volksglauben sollte sie Blitze fernhalten, daher pflanzte man sie gezielt auf die Dächer von Häusern und Scheunen. So ist sie auch zu ihrem Namen gekommen, ebenso wie zur Bezeichnung Donnerwurz.

Wie pflegt man Dachwurz?

Am besten gar nicht – sie kommt gut alleine klar. Zuviel kümmern bringt sie eher um, etwa mit zu reichlichem Düngen oder Gießen. Ansonsten überdauert sie auch lange Trockenperioden und wächst fröhlich Ausläufer treibend und Blüten bildend. Wenn sie verblüht sind, sterben die Blattrosetten unwiderruflich ab; dann kann man die vertrockneten Reste entfernen. Will man sie verpflanzen, gelingt das bereits mit wenigen einzelnen Rosetten, die sich schnell ausbreiten.

Ökologischer Wert

Dach-Hauswurz in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Themen

Balkon und Terrasse
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere