Spinnweb-Hauswurz

Sempervivum arachnoideum

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum) Alle 6 Fotos anzeigen
Blüte von Spinnweb-Hauswurz

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In den Alpen beheimatetes Dickblattgewächs
  • Bis zweieinhalb Zentimeter große Blattrosetten
  • Typische Spinnweben an den Enden der Blätter
  • Bildet dichte Teppiche
  • Rosetten wachsen zu Blütenständen aus
  • Rosa Einzelblüten mit dunkelrotem Strich in der Mitte
  • Vermehrung am einfachsten über die Tochterrosetten
  • Gute Bienenweide
  • Prädestiniert für Steingärten oder für die Dachbegrünung
  • Langsam wachsend, winterhart und pflegeleicht
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: Polster
Wuchs Konkurrenz: schwach
Höhe: 15 - 30 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
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d
Licht
Sonne
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: sauer bis kalkhaltig
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße klein
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Steinbrechartige
Familie: Dickblattgewächse
Gattung: Hauswurzen
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Spinnweb-Hauswurz?

Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum) gehört zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae). Man findet die kleinen Rosetten zerstreut in Pioniergesellschaften der alpinen Höhenstufe, in offenen Silikat-Magerrasen, auf Mauerkronen und Felsschutthalden des Allgäu und des Fichtelgebirges.

Die sukkulenten Pflanzen bilden dichte Polster und Matten aus 1-2,5 Zentimeter breiten Blattrosetten mit dickfleischigen, graugrünen und an der Spitze roten Blättern. Die mittelgrünen Rosettenblätter sind bis zu einem Zentimeter lang, an ihrer Spitze durch feine spinnwebige Haare miteinander verwoben und auf der Fläche fein drüsig behaart. Mit ihren Blütenständen erreicht die Spinnweb-Hauswurz eine Höhe von 15-30 Zentimetern; sie entstehen aus den Blattrosetten, indem diese in die Höhe auswachsen und am Ende der beblätterten Stängel Scheinrispen bilden. Der Blütenstand ist 5-18-blütig, mit 1-1,5 Zentimeter großen rosafarbenen und sternförmigen Einzelblüten, die einen deutlichen dunkleren Strich in der Mitte der Kronblätter haben. Nach der Blüte stirbt die Rosette ab und bildet seitlich neue Tochterrosetten.

Spinnweb-Hauswurz im Garten

Standort

Die Spinnweb-Hauswurz benötigt wenig Erde zum Wurzeln; sie bevorzugt einen trockenen, nährstoff- und basenarmen, kalkfreien sowie humus- und feinerdearmen Steinboden. Er sollte gut durchlässig sein und darf keine Staunässe halten. Wie anhand ihrer alpinen Heimat zu erwarten sind die Pflanzen vollkommen winterhart und überdauern unter Schnee und Eis problemlos. Längere Trockenzeiten machen ihnen dank ihrer Wasservorräte nichts aus. Sie brauchen viel Licht und Sonne und verkümmern im Schatten.

Schnitt

Ein Schneiden ist nur notwendig, um ab und zu abgeblühte Rosetten zu entfernen, oder wenn man Ableger machen möchte. Ansonsten ist die Pflanze extrem pflegeleicht.

Vermehrung

Eine Aussaat ist möglich, aber die vegetative Vermehrung ist schnell und unproblematisch mithilfe der Tochterrosetten möglich, die selbst auf den dürftigsten Erdansammlungen Wurzeln schlagen und gedeihen. Das nimmt man am besten im Frühjahr oder Frühsommer vor, ebenso wie eine Aussaat an Ort und Stelle. Beim Säen muss man berücksichtigen, dass die Pflanzen sehr langsam wachsen und schnell von anderen Arten überwuchert werden.

Verwendung

Mit ihrer Anspruchslosigkeit ist die Spinnweb-Hauswurz prädestiniert für Steingarten, Mauern und Geröllbeete. Auch als Dachbegrünung macht sie eine gute Figur und ist nicht kleinzukriegen. Sie gilt als gute Bienenweide und bietet auch in Schalen und Töpfen auf Balkon und Terrasse Futter für hungrige Insekten.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten können der robusten Spinnweb-Hauswurz wenig anhaben. Lediglich Rostpilze können zum Problem werden.

Ökologie

Die kleinen Blüten der Spinnweben-Hauswurz werden von Bienen gerne besucht. Den Pollen sammeln die beiden Wildbienen Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum) und Kleine Harzbiene (Anthidium strigatum). Ein guter Teil der Verbreitung erfolgt vegetativ, indem sich die Tochterrosetten ablösen und der Schwerkraft folgend wegrollen. Sogar über Eis und gefrorene Schneedecken kann sie der Wind weit forttragen.

Wissenswertes

Im Handel sind zahlreichen Sorten und Hybriden der Spinnweb-Hauswurz erhältlich. In den Alpen wild wachsende Exemplare stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden. Vergleichbare Blattsukkulenten sind in der Flora der Alpen höchst selten und haben ihre Hauptvorkommen in den Wüsten und Halbwüsten dieser Erde. Die fleischigen Blätter ermöglichen die Speicherung von Wasser, und die Verdunstung verhindern die Pflanzen mit einer derben Epidermis, eingesenkten Spaltöffnungen und die spinnwebigen Haare auf ihrer Oberseite.

Fotos

Blüte Spinnweb-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Spinnweb-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Blüte Spinnweb-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Spinnweb-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Spinnweb-Hauswurz
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Spinnweb-Hauswurz
Quelle: NaturaDB

Sorten Spinnweb-Hauswurz

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Spinnweb-Hauswurz (Wildform) rot
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Spinnweb-Hauswurz 'Alpha' -
Spinnweb-Hauswurz 'Beta' -
Spinnweb-Hauswurz 'Gamma' -
Spinnweb-Hauswurz 'Rheinkiesel' -
Spinnweb-Hauswurz 'Silberkarneol' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Spinnweb-Hauswurz giftig?

Nein, sie ist für Mensch und Tier ungefährlich, selbst in größeren Mengen. Früher hat man sie sogar als Heilpflanze eingesetzt, heute wird sie in der Naturheilkunde nicht mehr verwendet. Dabei ist sie nicht weniger heilkräftig als die zurzeit äußerst beliebte Aloe vera – auch mit der Hauswurz lassen sich kleine Wunden und Verbrennungen versorgen.

Wie oft muss man eine Hauswurz gießen?

Die Spinnweb-Hauswurz ist wie alle Hauswurz-Arten äußerst genügsam, denn sobald sie einiger Tropfen Wasser habhaft werden kann lagert sie diese in ihre fleischigen Blätter ein. So kann sie selbst wochen- und monatelange Dürrephasen überstehen. Eigentlich braucht man sie im heimischen Garten überhaupt nicht zu gießen – bei lange anhaltender Trockenheit ist sie aber trotzdem für einen kleinen Guss dankbar. Nur im Winter sollte man sie vor zu viel Feuchtigkeit schützen, denn die Pflanzen bleiben unter ihren spinnwebigen Haaren lange feucht und können dadurch Schaden nehmen.

Ökologischer Wert

Spinnweb-Hauswurz in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2