Bunte Kronwicke (Securigera varia)
Quelle: Cbaile19, CC0, via Wikimedia Commons

Bunte Kronwicke,Keilwicke

Securigera varia

Staude
heimisch
Wildform
winterhart
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Wickenart
  • Gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler
  • Bis zu 120 Zentimeter lange, rankende Triebe
  • Gefiederte Blätter
  • Dolden mit zahlreichen rot-violett-weißen Blüten
  • Vierkantige, lang geschnäbelte Bruchschoten
  • Gute Bienenweide und Pollenquelle für Wildbienen
  • Wichtiges Raupenfutter für 19 Schmetterlinge
  • Giftig vor allem für Pferde
  • Für Wiederkäuer unbedenkliche Futterpflanze

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Standort
Licht: Sonne
Boden: normal bis humus
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: stark
Höhe: 40 - 120 cm
Breite: 70 - 90 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: schmetterlingsartig
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform länglich
Ökologie
Bienen: Bienenweide (9 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (19 Arten)
Raupenfutterpflanze: 19 Arten
Säugetiere: 19 fressende Arten
Klassifizierung
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Securigera
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Bunte Kronwicke?

Bunte Kronwicke (Securigera varia) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Man findet sie zerstreut in Wald- und Gebüschsäumen, an Böschungen und Dämmen, Wegrändern, Steinbrüchen, Halbtrockenrasen und in lichten Gebüschen.

Die mehrjährige krautige Pflanze hat ein ausgeprägtes Wurzelsystem, wird 40-120 Zentimeter hoch und rankt sich an umliegenden Gebüschen empor. Ihre aufsteigenden Stängel sind kantig und mit wechselständig stehenden Blättern versehen. Diese sind 6-12 paarig gefiedert, mit ovalen bis linealischen Fiederblättchen. Ihre Blütenstände erscheinen erst ab dem zweiten Jahr; es sind Dolden mit 15-20 Einzelblüten. Diese Blüten sind typische fünfzählige zwittrige und zygomorphe Schmetterlingsblüten mit rötlicher Fahne, violetter Schiffchenspitze und weißen Flügeln. Als Früchte bilden sie 2-5 Zentimeter lange vierkantige Schoten mit gebogenem Schnabel und Einschnürungen um die Samen. Bei der Reife brechen sie an diesen Bruchstellen auseinander.

Bunte Kronwicke im Garten

Standort

Die Bunte Kronwicke wächst am liebsten auf einem basenreichen, neutralen bis milden, gut durchlässigen Boden und mit viel Licht.

Schnitt

Wenn die Pflanzen sparrig werden, sollte man sie bis zum Grund zurückschneiden und so verjüngen.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt mit Samen oder mit nicht voll verholzten Stecklingen. Es handelt sich dabei um Kältekeimer, die man am besten im Herbst an Ort und Stelle im Garten aussät. Die Pflanze vermehrt sich auch vegetativ durch Wurzelausläufer.

Verwendung

Die Bunte Kronwicke macht sich mit ihrem rankenden Wuchs gut in Staudenbeeten oder an Mauern und Zäunen. Sie ist auch ein guter Bodenfestiger für Böschungen und Hänge und bindet mit ihren Wurzelknöllchen Stickstoff aus der Luft, sodass man sie auch zur Bodenverbesserung einsetzen kann. Darüber hinaus ist sie eine ausgezeichnete Bienenweide und Raupennahrung für Schmetterlinge.

Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge spielen bei der robusten Bunten Kronwicke keine Rolle.

Ökologie

Die selbststerile Bunte Kronwicke wird vor allem durch Bienen bestäubt. Sie dient neun Wildbienen als Pollenquelle, die zu den Gattungen Megachile, Anthidium, Osmia und Xylocarpa gehören. 19 Schmetterlinge nutzen sie als Raupenfutter. Hierzu zählen auch bedrohte Arten und einige Bläulinge, Weißlinge und Widderchen. Die Verbreitung der Samen erfolgt mit Tieren.

Wissenswertes

Botaniker haben die Gattung Securigera erst vor einigen Jahren neu aufgestellt, früher lief die Bunte Kronwicke unter der Bezeichnung Coronilla varia. Als Heilpflanze spielt sie wegen der schwankenden Giftstoffgehalte keine Rolle mehr; früher nutzte man sie in der Volksheilkunde gegen rheumatische Beschwerden und als Brechmittel. Für Pferde ist sie giftig, wohingegen Wiederkäuer wie Kühe und Schafe die Pflanzen unbeschadet fressen können. Bei diesen werden die toxischen Nitroverbindungen von den Pansenbakterien abgebaut und unschädlich gemacht. Dagegen leiden Pferde nach dem Genuss größerer Mengen an Wachstumsstörungen und Lähmungen, die im Extremfall zum Tod führen können.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

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Fotos (6)

Blüte Bunte Kronwicke
Quelle: Cbaile19, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Bunte Kronwicke
Quelle: Cbaile19, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Bunte Kronwicke
Quelle: ??????? ??????, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Bunte Kronwicke
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Bunte Kronwicke
Quelle: Rigel7, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Bunte Kronwicke
Quelle: Konrad Lackerbeck, CC0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist Bunte Kronwicke giftig?

Auf das Essen von Kronwicken sollte man lieber verzichten – die Pflanzen bilden eine Reihe von Giftstoffen, die ähnlich wie die des Fingerhutes die Herzfunktion angreifen. Das gilt insbesondere für die Samen, die Hydroxycumarine und Glykoside wie Coronillosid enthalten. Daher sind die Pflanzen auf der Weide für Pferde giftig, bei großen Mengen mitunter sogar tödlich. Dagegen können Rinder, Schafe oder Ziegen die Bunte Kronwicke unbeschadet fressen, denn bei Wiederkäuern machen die Mikroorganismen des Pansens die toxischen Nitroglykoside unschädlich.

Wert für Insekten und Vögel

Bunte Kronwicke ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
9
Anzahl Schmetterlingsarten:
19
Dient als Futterplanze für Raupen:
19

Schmetterlingsarten

Foto Wander-Gelbling
Quelle: Predrague/shutterstock.com
Colias croceus
Wander-Gelbling
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Goldene Acht
Quelle: Roberto Dani/shutterstock.com
Colias hyale
Goldene Acht
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Kronwicken-Dickkopffalter
Quelle: Ivan Marjanovic/shutterstock.com
Erynnis tages
Kronwicken-Dickkopffalter
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Großpunkt-Bläuling
Quelle: Sleepyhobbit/shutterstock.com
Glaucopsyche alexis
Großpunkt-Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • gefährdet
Foto Leguminosen-Weißling
Quelle: diwali/shutterstock.com
Leptidea sinapis
Leguminosen-Weißling
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Lygephila craccae
Randfleck-Wickeneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • gefährdet
Lygephila viciae
Marmorierte Wickeneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • gefährdet
Foto Kleiner Silberfleck-Bläuling
Quelle: Rudmer Zwerver/shutterstock.com
Plebeius argus
Kleiner Silberfleck-Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Kronwicken-Silberfleckbläuling
Quelle: Manfred Ruckszio/shutterstock.com
Plebeius argyrognomon
Kronwicken-Silberfleckbläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Himmelblauer Bläuling
Quelle: Alpio/shutterstock.com
Polyommatus bellargus
Himmelblauer Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • monophag
  • gefährdet
Foto Zahnflügel-Bläuling
Quelle: ibrahim kavus/shutterstock.com
Polyommatus daphnis
Zahnflügel-Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • monophag
  • gefährdet
Foto Gemeiner Bläuling
Quelle: SanderMeertinsPhotography/shutterstock.com
Polyommatus icarus
Gemeiner Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Gewöhnlicher Würfeldickkopf
Quelle: Kenan TALAS/shutterstock.com
Pyrgus malvae
Gewöhnlicher Würfeldickkopf
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • Vorwarnliste
Rusina ferruginea
Dunkle Waldschatteneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Ungeringtes Kronwicken-Widderchen
Quelle: Maik KREUTZKAM/shutterstock.com
Zygaena angelicae
Ungeringtes Kronwicken-Widderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Foto Beringtes Kronwicken-Blutströpfchen
Quelle: Karen Faljyan/shutterstock.com
Zygaena ephialtes
Beringtes Kronwicken-Blutströpfchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Foto Erdeichel-Widderchen
Quelle: Miroslav Hlavko/shutterstock.com
Zygaena filipendulae
Erdeichel-Widderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Foto Beilfleck-Widderchen
Quelle: Ihor Hvozdetskyi/shutterstock.com
Zygaena loti
Beilfleck-Widderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Hufeisenklee-Widderchen
Quelle: Matej Ondov/shutterstock.com
Zygaena transalpina
Hufeisenklee-Widderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag

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