Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius)
Quelle: Leslie J. Mehrhoff, University of Connecticut, Bugwood.org, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Japanische Weinbeere

Rubus phoenicolasius

Gehölz
nicht heimisch
Wildform
winterhart
essbar
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Ostasien beheimatete Verwandte unserer Himbeere und Brombeere
  • 2-3 Meter hohe aufrechte und kletternde ausdauernde Sträucher
  • Ausbreitung mit Ausläufern, wurzelnden Trieben und Samen
  • Braucht einen durchlässigen humosen Boden und reichlich Wasser
  • Typische rot beborstete Triebe, zweijährig wachsend mit drei- oder fünfteilig gefiederten Blättern
  • Unscheinbare Blüten in Schirmrispen an den Triebenden
  • Himbeerähnliche, aber etwas kleinere rote oder orangene Früchte
  • Robust, winterhart und pflegeleicht
  • Beeren essbar, geschmacklich an Weintrauben erinnernd
  • In einigen Ländern als invasiver Neophyt eingebürgert

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Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: humus
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 1,8 - 2 m
Breite: 1 - 2 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
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n
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Blütenform: tellerförmig
Selbstbefruchter ja
Frucht
Fruchtreife:
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Laub
Blattfarbe dunkelgrün
Blattphase sommergrün
Blattform gefiedert, wechselständig
Sonstiges
ist essbar Frucht
Verwendung: Beeren, Marmelade, Gelees
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rubus

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Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Japanische Weinbeere?

Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius) ist eine asiatische Verwandte unserer Himbeere und Brombeere und gehört wie diese zur Gattung Rubus aus der Familie der Rosengewächse. Oft wird sie auch als Rotborstige Himbeere bezeichnet, was auf eines der deutlichsten Unterscheidungsmerkmale zu unseren einheimischen Gartenhimbeeren darstellt: Die 2-3 Meter hoch wachsenden Sträucher sind über und über mit rotbraunen Haaren bedeckt, zwischen denen sich vereinzelte Stacheln und reichlich Drüsenborsten verstecken. Sie stammen aus China, Korea und Japan, wo sie auf feuchten Böden in lichten Wäldern und an Waldrändern wachsen.

Die Japanische Weinbeere wächst mehrjährig, aber ihre Stängel werden nur zwei Jahre alt – im ersten wachsen sie zu voller Höhe heran und bilden nur Blätter, im zweiten folgen Seitentriebe, Blüten und Früchte, danach sterben die Ruten im Winter ab. Anfangs wachsen sie aufrecht, danach beginnen sie an umliegenden Bäumen, Sträuchern und Mauren hochzuklettern. Ihre Laubblätter sind drei- oder fünfzählig gelappt, auf der Oberseite dunkelgrün und unterseits weißfilzig sowie auf den stacheligen Blattnerven drüsig behaart. Der endständige Lappen ist am größten, 4-8 Zentimeter lang und 2-5 Zentimeter breit, die seitlichen deutlich kleiner. Am Grund der 2-7 Zentimeter großen Blattstiele stehen kleine behaarte Nebenblätter.

Ihre eher unscheinbaren, 6-10 Millimeter großen Blüten treibt die Japanische Weinbeere im Frühsommer in Schirmrispen in den Blattachseln an den Enden der Ruten; sie sehen immer ein wenig aus wie bereits verblüht. Das liegt vor allem an den großen, dicht behaarten lanzettlichen Kelchblättern, zwischen denen die deutlich kleineren weißen bis rosafarbenen Kronblätter kaum zum Vorschein kommen. Letztere sind ebenso lang wie die kurzen Staubblätter, nur der Griffel ragt etwas darüber hinaus. Aus ihnen entwickeln sich orangefarbene bis rote, 1-2 Zentimeter große Früchte, die unseren heimischen Himbeeren bis auf die Farbe zum Verwechseln ähnlich sehen. Die botanisch korrekt als Sammelsteinfrüchte zu bezeichnenden Beeren sind süß, saftig und wohlschmeckend; sie reifen ab Frühsommer.

Japanische Weinbeere im Garten

Standort

Die Japanische Weinbeere möchte einen wasserdurchlässigen, humusreichen und mäßig fruchtbaren Boden mit reichlich Sonne oder wenigstens mit Halbschatten. Nur der Wurzelbereich sollte im Schatten liegen, damit er nicht so schnell austrocknet. Daher solltest Du sie im Sommer bei trockenem Wetter auch gründlich gießen. Ein Spalier ist hilfreich beim Hochranken, ansonsten wächst sie freistehend mit der Zeit auch so in die Höhe. Rubus phoeniculasius ist vollkommen winterhart, nur frisch gesetzte Pflanzen brauchen im ersten Winter noch etwas Schutz in Form von angehäufeltem Laub oder Reisig.

Schnitt

Obwohl die Ruten von Rubus phoenicolasius nur zwei Jahre halten musst Du die Hecken ab und zu zurückschneiden, sonst nehmen sie mit der Zeit überhand. Unbeaufsichtigt machen sie sich mit Ausläufern und wurzelnden Trieben schneller in Deinem Garten breit als Dir lieb ist. Notfalls musst Du ihrem Ausbreitungsdrang mit einer Rhizomsperre Einhalt gebieten. Denke beim Schneiden immer daran, dass die Ruten zweijährig wachsen. Lass daher die einjährigen stehen, denn diese werden im nächsten Jahr blühen.

Vermehrung

Sich selbst vermehrt die Japanische Weinbeere vor allem mit Hilfe von fleißig gebildeten Ausläufern, mit denen sie die Umgebung schnell erobert. Wie bei unseren einheimischen Rubus-Arten können niederliegende Triebe bei Bodenkontakt Wurzeln schlagen und unabhängige Tochterpflanzen produzieren. Auch die Samen sorgen für die weitere Verbreitung. Falls Du eine im Garten ansiedeln möchtest, wirst Du aber in aller Regel eine junge Japanische Weinbeere kaufen; man findet sie inzwischen immer häufiger im Gartenfachhandel. Danach kannst Du auch Stecklinge bewurzeln oder Absenker machen.

Verwendung

Dem Kletterdrang der Triebe hilft man am besten mit Stöcken, Drähten und Spalieren nach – die Japanische Weinbeere ist ein immer beliebter werdendes Spalierobst. Sie ist mit ihren roten Haaren, rosa Blüten und leuchtenden Früchten nicht nur sehr dekorativ, die Weinbeeren sind auch zur Fruchtgewinnung geeignet.

Schädlinge

Die dichte Behaarung und die Drüsenborsten kommt nicht von ungefähr – sie hält viele Insekten von den Pflanzen fern, die durch das dichte Gestrüpp mit dem Drüsensekret nicht hindurchgelangen und hungrig weiterziehen. Ähnliches gilt auch für die Beerenfrüchte; der sie nach der Bestäubung umhüllende Kelch bildet Tröpfchen einer klebrigen Flüssigkeit, ähnlich wie bei einer fleischfressenden Pflanze, allerdings ohne hungrige Hintergedanken: Wer ihnen auf den Leim geht bleibt darin hängen und kann keinen Unfug mit der jungen Frucht anstellen. Daher findet man in den Weinbeeren wesentlich seltener Maden von Himbeerkäfer (Byturus tomentosus) und anderen unliebsamen Gesellen als in unseren heimischen Himbeeren. Sogar die reifen Früchte sind noch von diesem Klebstoff geschützt, wie man beim Berühren feststellen kann.

Auch sonst erweist sich die ostasiatische Schönheit als recht robust und widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und Krankheiten. In den USA gilt sie als Überträger der Himbeerblattflecken, einen durch den Rostpilz Sphaerulina rubi hervorgerufene Krankheit, die auch andere Rubus-Arten befällt. In Deutschland ist diese bisher (noch) nicht aufgetreten. Dafür kommt es bei uns bisweilen zu einem Befall mit der aus den USA eingeschleppten Brombeergallmilbe (Acalitus essigi), die ähnlich wie bei der Brombeere an den Früchten parasitiert und diese nicht ausreifen lässt. Eine pestizidfreie Bekämpfung ist mit Rapsöl möglich.

Ökologie

Bestäubt werden die winzigen Blüten der Japanischen Weinbeere in unseren Breiten so ähnlich wie unsere Rubus-Arten: Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen bedienen sich am leicht erreichbaren Nektar und Pollen. Falls nicht – auch kein Problem: Rubus phoeniculasius ist auch selbstbefruchtend, wenngleich der Ertrag bei dieser Methode deutlich geringer ausfällt.

Vögel machen gerne von den haarig-stacheligen Hecken Gebrauch, um sich darin zu verstecken oder ihre Nester zu bauen. Beutegreifer machen meistens einen großen Bogen um das unwirtliche Vogelschutzgehölz. Sobald die Beeren reif werden sind Vögel und Kleinsäuger dankbare Abnehmer; sie sorgen auch für die Fernausbreitung der Japanischen Weinbeere, indem sie die Samen der Sammelsteinfrüchte unverdaut wieder ausscheiden.

In den gemäßigten Zonen mit milden Wintern erweist sich die Japanische Weinbeere als ausgesprochen durchsetzungsstark. In Südeuropa, Brasilien, USA und Südafrika gilt sie stellenweise als eingebürgert und macht sich als invasiver Neophyt zusehends unbeliebt. Sie bildet in Wäldern, auf Feldern und an Bächen große undurchdringliche Dickichte, in denen die heimischen Arten kaum eine Chance haben. In den Staaten Connecticut und New York sind Besitz und Verkauf von Rubus phoeniculasius gesetzlich verboten.

Wissenswertes

So lange kennt man die Japanische Weinbeere im Rest der Welt außerhalb Ostasiens noch gar nicht – die Erstbeschreibung von Rubus phoenicolasius stammt aus dem Jahr 1872. So benannt wurde die fremdländische Himbeere vom baltischen Botaniker Carl Johann Maximowicz (1827-1891), der Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche neue Pflanzen von seiner Reise nach China, Korea und Japan mitbrachte. Der ziemlich ungebräuchliche Artname phoeniculasius kommt vom lateinischen phoenicus, rot, passend zur Farbe der typischen Borsten.

In Europa wird sie seit 1876 kultiviert. Vielerorts verwendet man sie auch als Zuchtmaterial für neue Himbeersorten. Japanische Weinbeeren schmecken süßlich-herb und erinnern geschmacklich eher an Weintrauben als an unsere Himbeeren – daher auch der Name. Auch in der Küche lassen sie sich ähnlich verwenden, am besten frisch oder zu Marmelade oder Gelee verarbeitet. Kleiner Kunstgriff: Früher verwendete man die farbstoffreichen Beeren zum Färben von Wein.

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Fotos (4)

Gesamte Pflanze Japanische Weinbeere
Quelle: Leslie J. Mehrhoff, University of Connecticut, Bugwood.org, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Japanische Weinbeere
Quelle: Rob Hille, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Japanische Weinbeere
Quelle: Rob Hille, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Japanische Weinbeere
Quelle: ?64, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wo kann man Japanische Weinbeere kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Japanische Weinbeere kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Wie gesund ist die Japanische Weinbeere?

Obst und Beeren sind eigentlich immer gesund – da macht die Japanische Weinbeere keine Ausnahme. Die Früchte sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und enthalten zudem reichlich Ballaststoffe.

Wie schmeckt Japanische Weinbeere?

Der Geschmack ist der Grund, warum die Japanische Weinbeere bei uns öfter als Weinbeere und nicht als Rotborstige Himbeere bezeichnet wird: Die vergleichweise kleinen und leicht klebrigen Früchte schmecken eher nach Weintrauben als nach Himbeeren oder Brombeeren. Auf jeden Fall sind sie aber süß-säuerlich und sehr aromatisch.

Ist die Japanische Weinbeere winterhart?

Ja, da braucht man in unseren Breiten keine Bedenken zu haben. Nur Jungpflanzen solltest Du nach dem Ausbringen in den Garten im ersten Jahr mit etwas Reisig oder Laub schützen, danach sind sie vollkommen frosthart.

Wann blüht die Japanische Weinbeere?

Die Japanische Weinbeere Rubus phoeniculasius blüht bei uns im Juni und Juli und bildet an den Enden der Ruten blütenreiche Schirmrispen. Unmittelbar danach bis in den Herbst hinein reifen dann die Früchte. Nicht wundern: Die eher unscheinbaren Blüten sehen eigentlich immer aus, als wären sie bereits verblüht. Das liegt daran, dass die rothaarigen Kelchblätter deutlich größer sind als die wesentlich kürzeren rosafarbenen Kronblätter.

Kann man die Japanische Weinbeere essen?

Die Japanische Weinbeere ist essbar, vielerorts wird sie sogar eigens zum Verzehr angebaut. Der Geschmack ist recht charakteristisch und erinnert eher an Weintraube als an Himbeere. Man kann sie frisch verzehren oder zu Marmelade und Gelee verarbeiten – eigentlich ganz ähnlich wie unsere heimischen Himbeeren auch.

Wert für Insekten und Vögel

Japanische Weinbeere ist nicht heimisch. Wir haben leider keine genauen Daten zum Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. Häufig haben aber heimische Pflanzen einen höheren ökologischen Nutzen.

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