Himbeere

Rubus idaeus

Gehölz
Wildform
winterhart
Super Insektenpflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Himbeere (Rubus idaeus) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Peace656, Public domain, via Wikimedia Commons
  • Pflegeleichter Strauch aus der Familie der Rosengewächse
  • Unterscheidung in Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren
  • Gute Bienenweide und Vogelschutzgehölz
  • Für den Nutzgarten oder als Kübelpflanze für Balkon und Terrasse
  • Sonniger, windgeschützter Standort
  • Leichte Vermehrung mit Ausläufern
  • Rankhilfe benötigt
  • Rote, gelbe und schwarze Zuchtsorten
  • Schnitt nach der Ernte im Herbst
  • Himbeeren pflanzen vorzugsweise im Herbst
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 60 - 150 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Äusläufer
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Selbstbefruchter ja
Licht
Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rubus
ist essbar Früchte
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was sind Himbeeren?

Die Himbeere ist ein einheimischer mehrjähriger Halbstrauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der bis zu zwei Metern Höhe erreicht. In Europa und Asien ist sie weit verbreitet und charakteristisch für Waldlichtungen, Wegränder und Ruderalstellen, wo sie dichte und stachelige, undurchdringliche Gebüsche bilden. Im Winter überdauern die unteren verholzten Abschnitte und die Rhizome, während die jungen krautigen Ruten im Winter absterben. Die unpaarig gefiederten Blätter sind gestielt und bestehen aus gezähnten Fiederblättchen. Die kleinen weißen Blüten der Himbeere sind fünfzählig, geruchlos und stehen in kurzen Rispen. Der Blütenboden wölbt sich stark hervor, sodass die daran erscheinenden roten Sammelfrüchte innen hohl erscheinen. Sie bestehen aus kelchartig angeordneten Steinfrüchtchen mit winzigen Samen.

Himbeere im Garten

Standort

Wie an Waldrändern bevorzugt die Himbeere sonnige, windgeschützte Standorte mit lockerem, humosem Boden. Allzuviel Kalk verträgt sie nicht, da ein alkalischer Untergrund zu Chlorose führt. Gleichmäßige Feuchtigkeit dankt sie mit reichhaltigem Wachstum und vielen Früchten, Staunässe ist für sie tödlich.

Schnitt

Himbeersträucher schneidet man vorzugsweise im Herbst nach der Ernte. Der Schnitt unterscheidet sich bei Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren: Letztere stutzt man bis nahe an den Boden, bei den frühtragenden Himbeeren entfernt man die alten Ruten, die bereits Früchte gebildet haben und im Folgejahr nicht mehr fruchten. Von den frischen Trieben lässt man maximal fünf pro Pflanze übrig.

Vermehrung

Die Vermehrung der Himbeere erfolgt aus Samen, Wurzelausläufer oder Absenker. Für Letzteres legt man einen Stein oder ein Stück Holz auf einen Trieb, der nach einer Weile Wurzeln zieht. Ausläufer sind noch einfacher zu handhaben.

Verwendung

Himbeeren pflanzt man meist im Nutzgarten an, wo sie in lockeren Reihen für leckere Beeren sorgen. Ebenso leicht lassen sich damit der Unterwuchs von Gehölzen oder Mauern begrünen. Auch für Balkon und Terrasse sind Himbeersträucher in Kübeln geeignet und eine willkommene Bienenweide.

Schädlinge

Himbeeren werden häufig von Pilzen und Viren heimgesucht, etwa Grauschimmel, Wurzelfäule oder Rutenkrankheit. Blattläuse sind vor allem an den jungen Trieben zu finden, und Spinnmilben breiten sich bei länger anhaltender Trockenheit aus. Vögel wissen die leckeren Beeren ebenso zu schätzen wie der Mensch – wer bei der Ernte sichergehen will kann sich mit einem Vogelnetz der Konkurrenz erwehren. Findet man Maden in den Früchten, handelt es sich dabei um die Larven des Himbeerkäfers (Byturus tomentosus).

Ökologie

Die Himbeere vermehrt sich durch Selbstbefruchtung oder Fremdbefruchtung. Bei Letzerem sind Wildbienen, Hummeln und Honigbienen wie auch Schmetterlinge gerne behilflich. Bei größeren Himbeerfeldern liefern die Pflanzen so viel zuckerreifen Nektar, dass sich ein sortenreiner Himbeerhonig ernten lässt.

Himbeerhecken dienen mit ihrer Dichte und dornigen Bewehrung als Zufluchtsstätte für Vögel und Kleinsäuger. Nester sind hier gut vor Fressfeinden geschützt. Die Tiere sorgen zudem für die Verbreitung der Samen.

Wissenswertes

Die Himbeere ist eine wichtige Obstpflanze. Ihre Früchte sind reich an Vitamin C, Glykosiden und Fruchtsäuren, die Blätter an Gerbstoffen und Flavonoiden. Beide wurden bereits im Mittelalter medizinisch verwendet, und noch heute findet man Himbeerblätter in vielen Früchtetees.

Die meisten Gartenhimbeeren haben mit der wilden Himbeere aus dem Wald nicht mehr viel gemein. Fast immer handelt es sich dabei um Kreuzungen der europäischen mit amerikanischen Unterarten. Für den Gärtner wichtig ist die Unterscheidung in Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren, die sich in der Zeit der Fruchtbildung unterscheiden. Einige Sorten tragen zweimal im Jahr, die sogenannten Twotimer.

Fotos

Frucht Himbeere
Quelle: Peace656, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Himbeere
Quelle: Martin Kozák, Public domain, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Himbeere
Quelle: Matti Virtala, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Himbeere
Quelle: Nefronus, CC0, via Wikimedia Commons

Sorten Himbeere

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon Fruchtreife
Himbeere (Wildform) 60 - 150 cm
Violette Himbeere 'Glen Coe' 1 - 2 m Jun
Violette Himbeere 'Purple Royalty' Jul
Zwerg-Himbeere Lowberry ® 'Goodasgold' 80 - 100 cm Ja
Himbeere 'Twotimer ® Sugana ®' 1.2 - 1.8 m

Häufige Fragen

Welche Herbsthimbeeren sind die besten?

Herbsthimbeeren sind immer beliebter, weil sie nicht nur an den vorjährigen Trieben Früchte bilden, sondern auch an denen des laufenden Jahres. Es gibt sie außer in Rot auch in Gelb und Schwarz. „Aroma Queen“ ist besonders ertragreich und aromatisch, die schwarzen „Black Jewel“ robust und anspruchslos, während die gelbe „Golden Everest“ mit besonders großen Früchten aufwartet.

Welcher Standort für Himbeeren?

Himbeersträucher haben es gerne halbschattig bis sonnig und windgeschützt. Der Boden sollte humusreich und gut durchlässig sein. Zudem sind sie für eine Rankhilfe dankbar, an der sie hochklettern können.

Wie pflanzt man Himbeeren richtig?

Hat man Himbeerpflanzen gekauft, sollte man sie vor dem Einpflanzen gründlich wässern. Bei der Pflanztiefe sollte man beachten, dass die frischen Knospen ein paar Zentimeter unter der Erde liegen. Der Abstand zwischen zwei Pflanzen sollte einen halben Meter betragen, die Pflanzreihen eineinhalb Meter auseinanderliegen. Ein nährstoffreicher humoser Boden fördert das Wachstum, und eine lockere Beschaffenheit verhindert Wurzelerkrankungen.

Ökologischer Wert

Himbeere ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
12
Anzahl Schmetterlingsarten:
74
Nektarwert:
4
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
77
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
2

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Anzahl fressende Vogelarten:
39
Anzahl fressende Säugetierarten:
20

Schmetterlingspflanzen

Themen

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