Wein-Rose,Schottische Zaunrose

Rosa rubiginosa

Gehölz
Wildform
winterhart
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
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Blüte von Wein-Rose

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische, vor allem im Süden verbreitete Wildrose
  • Aufrechte bis drei Meter hohe Sträucher mit Stacheln und Borsten
  • Fiederteilige Blätter mit rotbraunen Drüsen charakteristisch nach Äpfeln riechend
  • Bis zu fünf Zentimeter große einfache Blüten in Rosa mit heller Mitte
  • Orange bis scharlachrote kugelige Hagebutten mit erhalten bleibenden abgespreizten Kelchblättern
  • Auch für trockene und kalkhaltige Böden geeignet
  • Leichte Vermehrung mit Stecklingen oder Absenkern
  • Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz
  • Hagebutten wichtiges Futter für Vögel und Säuger
  • Blüten von Hummeln, Bienen und Käfern besucht
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: Gehölz
Höhe: 1,5 - 3 m
Breite: 2 - 2,5 m
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: schalenförmig
Blütenduft ja
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform gefiedert, gesägt
Blatt aromatisch ja
Sonstiges
ist essbar rote essbare Früchte
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rosen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Wein-Rose?

Wein-Rose, Apfel-Rose, Zaunrose oder Schottische Zaunrose (Rosa rubiginosa) findet sich bei uns recht häufig in den Pioniergesellschaften und Dickichten von Kalk-Magerweiden, an Waldrändern, Böschungen und felsigen Hängen der Ebene bis in Höhenlagen von 1.200 Metern. Nur im Norden und Nordwesten Deutschlands ist die Wildrose eher selten. Ansonsten wächst der Vertreter aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) in Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens (bis 61°N) und Westasien und gilt in Nordamerika als eingebürgert.

Die Wein-Rose bildet einen gedrungenen lockerästigen Strauch mit aufrechten, später überhängenden Trieben mit hakenförmigen, bis zu einem Zentimeter breiten und am Grund scheibenartigen Stacheln sowie mit Borsten besetzt. 5-9 breit eiförmige bis elliptische und 1-3 Zentimeter lange Fiederblättchen mit gezähntem Rand bilden die gestielten und gefiederten 6-8 Zentimeter langen Blätter. Dabei sind die Blättchen am Grund breit abgerundet, seltener schmal oder sich keilförmig in den Blattstiel verschmälernd. Die Blätter sind matt und anfangs hellgrün, später werden sie dunkelgrün. Typischerweise riechen sie beim Zerreiben nach Apfel, ebenso wie die Blüten. Das liegt an dem ätherischen Öl der auf der Unterseite vorhandenen rotbraunen Drüsen. Besonders intensiv ist der Duft bei feuchtem Wetter, das die Drüsensekrete freisetzt.

Aus den länglichen rosafarbenen Knospen erwachsen im Juni und Juli 2,5-5 Zentimeter große einfache Blüten, die einzeln oder in kleinen doldenförmigen Gruppen von 2-7 Stück an den Stielen sitzen. Die fünf grünen und gefiederten Kelchblätter sind nach der Blüte aufgerichtet oder zurückgeschlagen und bleiben an der Butte lange Zeit erhalten. Die Kronblätter sind kräftig rosarot mit weißem Nagel, selten weiß. Ihr kurzer Griffel ist wollig behaart und bildet eine breite kopfige Narbe. Vor der weiß-rosa Kulisse kommen die zahlreichen gelben Staubbeutel besonders gut zur Geltung.

Fruchtstiele wie auch Hagebutten der Wein-Rose sind dicht mit gestielten Drüsen überzogen; erstere beide werden etwa einen Zentimeter lang. Die Früchte sind kugelig bis eiförmig mit einem Durchmesser von 1-2 Zentimetern, orange bis scharlachrot und enthalten 4-7 Millimeter lange hellbraune bis gelbe Samen.

Wein-Rose im Garten

Standort

Die Wein-Rose liebt kalkhaltige Böden. Das Substrat sollte mäßig trocken, basenreich, neutral bis mild sauer und humos sein. Sandige oder steinige Ton- und Lehmböden sind kein Problem, die Pflanzen gelten als Lehmzeiger. Drainage, Nährstoffe und Feuchtigkeit sind weniger wichtig als bei anderen Rosensorten. Bevorzugt stehen sie in der Sonne oder wenigstens im Halbschatten, im Schatten kümmert die Wein-Rose vor sich hin und blüht kaum. Die Pflanzen sind bei uns vollkommen frosthart.

Schnitt

Wie die meisten Wildrosen braucht auch die Wein-Rose so gut wie keine Pflege. Alte und abgestorbene Triebe solltest Du regelmäßig entfernen, und wenn sie mit ihrem Wachstum auszuufern droht kannst Du ihr einen vorsichtigen Rückschnitt verpassen. Viel Dünger benötigt sie auch nicht.

Vermehrung

Eine Vermehrung ist bei der Wein-Rose mit Stecklingen und Absenkern, aber auch durch Aussaat möglich. Stecklinge bewurzeln recht leicht.

Verwendung

Abgesehen von ihrer Elternschaft in vielen Züchtungen macht die Wein-Rose im Garten als Wildhecke im naturnahen Garten eine gute Figur und lässt sich auch zur Begrünung und Bodenfestigung an Böschungen und Hängen pflanzen.

Schädlinge

Gegenüber den bei vielen Rosen üblichen Pilzerkrankungen wie Rußtau und Mehltau oder Rostflecken ist die Wein-Rose relativ widerstandsfähig.

Ökologie

Als Wildrose bieten die einfachen Blüten der heimischen Wein-Rose Pollen und Nektar für Bienen, Hummeln, Käfer, Schwebfliegen und andere Insekten. Bei Vögeln erfreuen sich die Hagebutten großer Beliebtheit, die auch im tiefsten Schnee ihrem Ruf als Vogelschutzgehölz gerecht werden und den hungrigen Fliegern lange an den Sträuchern verbleibendes Winterfutter bieten. Im Frühling und Sommer bieten sie Unterschlupf und Platz zum Nestbau.

Die Verbreitung der Samen übernehmen vor allem Vögel und Kleinsäuger, die sie unbeschadet wieder ausscheiden. So kann die Wein-Rose weit von ihrem ursprünglichen Standort neue Hecken bilden.

Je nach Standort kann sich die Wein-Rose zum invasiven Neophyten entwickeln. Während sie bei uns gerade im Norden selten vorkommt und in Portugal sogar als gefährdet gilt, macht sie sich unter anderem in Südafrika, Australien und Neuseeland derzeit unbeliebt. In einigen Regionen sind Handel und Anbau mittlerweile behördlich verboten. Das zeigt, wie empfindlich die Ökosysteme reagieren: Vögel, Rinder und Opossums verbreiten die Samen, indem sie die Hagebutten verspeisen und ihre Samen wieder ausscheiden, und die mit der Wein-Rose an ihren heimischen Standorten konkurrierenden Weiden werden von den ebenfalls eingeschleppten Kaninchen kurz gehalten. Alles in allem also eine höchst unglückliche Konstellation.

Wissenswertes

Wein-Rose in der Küche

Aus den Hagebutten lassen sich wie bei vielen anderen Wildrosen Marmelade, Kompott oder Gelée herstellen. Getrocknet geben sie einen guten Hagebuttentee ab oder lassen sich mit anderen getrockneten Früchten zu Früchtetee verarbeiten. Dabei sind die Pflanzen recht ergiebig: Eine einzelne Wein-Rose liefert mehr als drei Kilo Hagebutten pro Jahr.

Rosa rubiginosa in der Rosenzucht

In der Rosenzüchtung wurde die Wein-Rose vor allem im 19. Jahrhundert häufig eingekreuzt. Bis heute sind zahlreiche Sorten und Hybriden im Handel erhältlich. Mitunter werden Edelrosen auf Wein-Rose veredelt.

Achtung, Verwechslungsgefahr

Nach den Blüten kann man die Wein-Rose mit der Apfelrose (Rosa villosa) verwechseln. Die riecht allerdings nicht nach Äpfeln, sondern harzig, die Stacheln sind gerade statt hakenförmig, die Blätter auf der Unterseite filzig behaart und die Hagebutten deutlich borstig.

Rosenwasser und Hagebuttenöl

In Tunesien stellt man aus den Blüten der Wein-Rose Rosenwasser her, und in Chile und Argentinien baut man die rosa mosqueta eigens für Hagebuttenmarmelade und Kosmetikprodukte an. Die Früchte enthalten Carotinoide, Flavonoide und ein duftendes ätherisches Öl und natürlich eine Menge Vitamin C und Vitamin A.

Für Pflegeprodukte verwendet man vor allem das rötliche Hagebuttenöl aus den Samen, das reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure und Linolensäure ist. Viel davon gibt es nicht: Eine Tonne Hagebutten von der Wein-Rose liefert 230 Kilo Samen, aus dem man kaltgepresst gerade mal 10 Kilo Hagebuttenöl gewinnen kann.

Fotos

Blüte Wein-Rose
Quelle: NaturaDB
Blatt Wein-Rose
Quelle: NaturaDB
Blatt Wein-Rose
Quelle: NaturaDB
Blüte Wein-Rose
Quelle: NaturaDB
Blatt Wein-Rose
Quelle: NaturaDB

Sorten Wein-Rose

Sorte Höhe Breite
Wein-Rose (Wildform) 1.5 - 3 m 2 - 2.5 m
Wein-Rose 'Duplex' 2 - 2.5 m
Wein-Rose 'Goldbusch' 1.5 - 2 m
Wein-Rose 'Hebe´s Lip' 1.5 - 2 m
Wein-Rose 'Magnifica'
Wein-Rose 'Manning´s Blush' 1 - 1.5 m
Wein-Rose 'Meg Merrilies' 2 - 2.5 m
Wein-Rose 'Robbie Burns' 1 - 1.4 m
Wein-Rose 'Amy Robsart' 1.5 - 1.8 m

Häufige Fragen

Wie schnell wächst Rosa rubiginosa?

Die Wein-Rose oder Zaun-Rose legt pro Jahr etwa einen halben Meter an Höhe zu. Im Endeffekt wird sie 1,5-3 Meter hoch und 2-2,5 Meter breit. Dabei wächst sie gedrungen mit lockeren Ästen, die zunächst aufrecht stehen und später bogig überhängen.

Ist Wein-Rose giftig?

Im Gegenteil, die Hagebutten sind wie die aller Wildrosen essbar. Sie liefern mit ihrem Fruchtfleisch Material für Marmelade, Gelée oder Kompott, und aus den Samen kann man Hagebuttenöl pressen, das besonders reich an ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure und Linolensäure ist und vor allem für Pflegeprodukte verwendet wird.

Ökologischer Wert

Wein-Rose ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Vögel

Insekten

Nektarwert:
2
Pollenwert:
2

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
27
Anzahl fressende Säugetierarten:
27

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