Feldrose,Kriechrose

Rosa arvensis

Gehölz
Wildform
winterhart
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
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Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Wildrose mit reinweißen Blüten
  • Meist siebenteilige mattgrüne Fiederblätter
  • Spreizklimmer mit hakigen Stacheln, bis zu zwei Meter hoch kletternd
  • Kugelige bis elliptische Hagebutten mit charakteristischer Griffelsäule
  • Stammart vieler moderner Kletterrosen und reichlich Hybriden bildend
  • Kommt in der Natur vor allem an Feld- und Wegrändern und in Wäldern vor
  • Pollen- und Nektarlieferant für Honigbienen und Wildbienen
  • Wichtiges Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz
  • Braucht einen feuchten Lehmboden ohne pralle Sonne
  • Pflegeleicht und robust, leichte Vermehrung mit Stecklingen
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd, Spreitzklimmer
Höhe: 50 - 100 cm
Breite: 1 - 2 m
Zuwachs: 20 - 40 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: schalenförmig
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform eiförmig bis länglich-elliptisch, gefiedert, gesägt
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rosen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Feldrose?

Feldrose, Acker-Rose oder Kriechende Rose sind recht bezeichnende deutsche Namen für die Rosa arvensis. Bei dem Vertreter aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) handelt es sich um eine einheimische Wildrose, die vor allem mit ihrem bogig niederliegenden oder kletternden Wuchs und ihrer Vorliebe für die Ränder von Äckern, Feldern, Wiesen und Wegen heraussticht. Man findet die bei uns häufige Art aber auch in lichten und krautreichen Eichen- und Hainbuchenwäldern, seltener in Buchenwäldern oder Nadelmischwäldern auf Lichtungen. Sie ist ein wichtiger Elternteil der meisten heute im Garten beliebten Kletterrosen.

Als sommergrüner ausdauernder Busch erreicht die Feldrose mit ihren schlanken grünen Trieben eine Höhe von bis zu einem, an umliegenden Sträuchern oder Mauern empor kletternd sogar bis zu zwei Metern. Behilflich bei den Kletterübungen sind die kräftigen hakenförmigen Stacheln, vor allem da, wo es reichlich Licht und voraussichtlich etwas zum Einhaken gibt. Dagegen ist die Bestachelung an den blühenden Zweigen und im Schatten vergleichsweise spärlich.

Die matt hellgrünen, nicht glänzenden Blätter der Acker-Rose sind meist siebenzählig gefiedert, mit stumpfgrünen eiförmigen und aus breitem Grund kurz zugespitzten Fiederblättchen. Im Austrieb sind sie meist rot übertönt. Ihr Rand ist einfach oder doppelt gezähnt. Am Grund des Blattstiels stehen Nebenblätter mit einem glatten oder höchstens gezähnten Rand.

Die 3-5 Zentimeter breiten, weit ausgebreiteten weißen Blüten erscheinen meist einzeln, seltener in mehrblütigen schirmartigen Doldentrauben; sie duften schwach. Ihre Knospen sind kugelig und weiß mit rotem Hauch. Dabei sind die dünnen, meist mit kurzen Drüsen bestandenen Blütenstiele deutlich länger als die reifenden Hagebutten. An diesen fehlen die vergänglichen Kelchblätter schon bald nach der Reife; vorher sind diese kahl und dreieckig, mit mehr oder weniger fädigen Anhängseln, die nach der Blüte zurückgeschlagen erscheinen. An den herzförmigen weißen Kronblättern fällt ein gelbes Saftmal auf. Die weit aus dem Blütenbecher herausragenden Griffel sind zu einer verlängerten keulenförmigen Säule mit kopfiger Narbe verwachsen, die nach der Bestäubung vertrocknet und lange erhalten bleibt. Auf dem hellen Untergrund der Krone fallen die zahlreichen gelben Staubblätter umso mehr auf.

Wie alle Hagebutten sind auch die der Feldrose Scheinfrüchte mit einem saftigen Fruchtfleisch und hellbraunen Samen im Inneren. Hier haben sie eine kugelige bis elliptische Form und eine hellrote bis ziegelrote Farbe; sie reifen ab September und sind außen kahl. Wie bereits beschrieben fallen sie vor allem durch den Rest ihrer Griffelsäule auf, wohingegen die Kelchblätter bereits abgefallen sind.

Feldrose im Garten

Standort

Die recht genügsame Feldrose bevorzugt im Garten einen Standort, wie er auch am Feldrand typisch ist: Frisch, nährstoff- und basenreich, mit neutralem bis mäßig saurem pH-Wert, viel Humus, gerne auch mit Steinen versetzt oder rein aus Lehm oder Ton bestehend. Die als Lehmzeiger geltende Pflanze hat es gerne warm und steht vorzugsweise im Halbschatten, wo sie am besten wächst und blüht. Schatten verträgt sie besser als pralle Sonne, denn starke Hitze ist ihr äußerst unzuträglich.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Acker-Rose weniger unabkömmlich als bei den kultivierten Kletterrosen. Sie kommt auch ganz gut ohne zurecht, ohne gleich zu vergreisen oder blühfaul zu werden. Trotzdem kannst Du ihr ab und an einen Formschnitt verpassen, wenn sie zu groß zu werden droht.

Vermehrung

Am leichtesten gelingt die Vermehrung der Kriechenden Rose mit Stecklingen, die man im Sommer nach der Blüte abnimmt und in durchlässiger, leicht feucht gehaltener Erde bewurzelt. Natürlich ist auch eine Aussaat möglich, wenn Du die reifen Hagebutten auseinandernimmst und die gut gesäuberten Samen einpflanzt. Nur dauert das wesentlich länger, bis daraus ein prachtvoller Strauch geworden ist.

Verwendung

Wie alle Wildrosen braucht auch die Kletterrose als Strauch recht viel Platz. Für eine Rankhilfe in Form von umstehenden Sträuchern, Gitter oder Pergola ist der Spreizklimmer dankbar. Man findet sie im Garten vor allem als freiwachsende Hecke, am Rand von Gehölz oder in Rabatten und Beeten. Sogar als Kübelpflanze kann man sie ohne weiteres auf Balkon und Terrasse halten und der heimischen Fauna damit reichlich Futter auch in der Stadt liefern. Mit ihren roten Hagebutten bietet sie auch im tiefsten Winter trotz fehlender Blätter vor der weißen Kulisse des Schnees einen schönen Kontrast.

Schädlinge

Im Vergleich zu den Edelrosen ist die robuste Feldrose ein Ausbund von unkaputtbarer Gesundheit. Schädlinge und Krankheiten findet man hier nur recht selten, auch wenn sie nicht völlig vor Pilzerkrankungen wie Mehltau oder Blattflecken gefeit ist.

Ökologie

Die Feldrose liefert im Juni und Juli mit zahlreichen Blüten Pollen und Nektar. Hier wachsen gerade die Völker der Honigbienen für die Sommertracht heran, und bei den Wildbienen herrscht Hochsaison für Fortpflanzung und Nestbau.

Mit ihren Hagebutten liefert die Feldrose wertvolle Nahrung für die heimische Tierwelt. Vor allem Vögel fressen mit Vorliebe die Früchte und scheiden die Samen unversehrt wieder aus, sodass diese oftmals weit weg von der Mutterpflanze keimen. Noch im Schnee liefern sie reichlich Winterfutter für die hungrige Vogelwelt. Auch bei Kleinsäugern wie Schlafmäusen sind die Butten beliebt.

Dank ihrer hakenförmigen Stacheln bietet die Rosa arvensis den gefiederten Gesellen auch Unterschlupf und Schutz für ihre Brut. Sie ist nicht nur ein gutes Vogelnährgehölz im Herbst und Winter, sondern auch ein wichtiges einheimisches Vogelschutzgehölz.

Wissenswertes

Rosa arvensis, also Feldrose, und Rosa repens, Kriechende Rose, sind beides Synonyme für ein und dieselbe Pflanze. Wie bei den meisten Wildrosen üblich bildet sie jede Menge Hybriden, die mit ihrer Vielfalt die genaue Artbestimmung erschweren. Am zuverlässigsten ist diese mit Zweigen mit reifenden Hagebutten möglich, bei denen Botaniker sich vor allem an der Stellung, Größe und Form der noch vorhandenen Kelchblätter orientieren.

Fotos

Gesamte Pflanze Feldrose
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Feldrose
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Feldrose
Quelle: Andrea Moro, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Feldrose
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Feldrose

Sorte Höhe Breite
Feldrose (Wildform) 50 - 100 cm 1 - 2 m
Feldrose 'Splendens' 2.5 - 4 m

Häufige Fragen

Wie sieht Feldrose aus?

Die Feldrose oder Kriechende Rose Rosa arvensis fällt vor allem durch ihren kletternden Wuchs auf, den man auch in zahlreiche Kletterrosen eingebracht hat. Ihre Stacheln sind hakenförmig und erleichtern die Kletterei an umliegendem Gebüsch, sodass sie oft Höhen von bis zu zwei Metern erklimmt. Die Blätter sind meist siebenfiedrig mit mattgrünen Fiederblättchen, die einen einfach oder doppelt gezähnten Rand aufweisen. Ihre Blüten erscheinen im Juni und Juli und weisen eine reinweiße Färbung auf; meist stehen sie einzeln, selten in kleineren Doldentrauben. Aus ihnen entwickeln sich kahle, ziegelrote und elliptische bis kugelige Hagebutten. Ihr auffälligstes Kennzeichen ist die vertrocknete Griffelsäule mit ihrem kugeligen Narbenköpfchen am Ende, wohingegen bei dieser Art die Kelchblätter schon früh abfallen.

Trotzdem in der freien Natur nicht wundern: Bastarde mit anderen Wildrosen sind sehr häufig. So sind Pflanzen, die alle beschriebenen Merkmale teilen, aber strauchig statt niederliegend oder kletternd wachsen, zumeist Hybriden mit der Hundsrose Rosa canina.

Wo wächst Feldrose?

Wie der Name schon sagt: besonders gerne am Rand von Feldern, Äckern, Wegen und Wäldern, aber auch auf Lichtungen im Wald. Genau übersetzt bedeutet Rosa arvensis Acker-Rose – gehupft wie gesprungen. Ein anderes Synonym, Rosa repens oder Kriechende Rose weist auf ihre kletternden Aktivitäten hin. Mittels ihrer hakenförmigen Stacheln wächst der Spreizklimmer an umstehenden Sträuchern und Bäumen bis auf eine Höhe von zwei Metern.

Welche Hybriden bildet die Feldrose?

Jede Menge, und oft schwer nachvollziehbar, selbst für einen erfahrenen Botaniker. Speziell bei der Feldrose gilt, dass die strauchig aufrecht wachsenden Exemplare bei ansonsten identischen Merkmalen fast immer Bastarde mit Hundsrose (Rosa canina) und anderen Wildrosen darstellen. Die Hybride zwischen Rosa canina und Rosa gallica (Essigrose) wird auch als Rosa x polliniana (Blassrote Kriech-Rose) bezeichnet; sie kommt in Norddeutschland zerstreut vor. Wesentlich seltener ist die Hybride mit der Raublättrigen Rose (Rosa jundzilii), die unter Rosa x stylosiformis läuft.

Ist Feldrose bienenfreundlich?

Allerdings – Nektarwert und Pollenwert liegen jeweils bei 2. Honigbienen und polyphage Wildbienen und Hummeln kommen gerne auf dieses Angebot zurück. Zudem ist die einheimische Wildrose auch vogelfreundlich – mit ihren stacheligen Hecken ist sie ein gutes Vogelschutzgehölz und hält der Brut ungebetene Gäste vom Leib, und als Vogelnährgehölz liefern ihre ziegelroten Hagebutten mit der charakteristischen Griffelsäule den gefiederten Gesellen jede Menge wertvolles Winterfutter.

Kann man die Hagebutten von Feldrose essen?

Natürlich. Für Hagebuttensaft oder Hagebuttenmarmelade sind die Früchte allerdings weniger beliebt als die anderer Wildrosen; sie enthalten relativ wenig Saft, und auch ihr Vitamin C-Gehalt ist vergleichsweise gering. Als Bestandteil von Früchtetee oder reinem Hagebuttentee ist das aber relativ egal, denn dadurch lassen sie sich andererseits gut trocknen.

Ökologischer Wert

Feldrose ist in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

Insekten

Nektarwert:
2
Pollenwert:
2

Vögel und Säugetiere

Anzahl fressende Vogelarten:
27
Anzahl fressende Säugetierarten:
27

Kletterpflanzen

Themen

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