Schwarze Johannisbeere

Ribes nigrum

Gehölz
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
essbar
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) Alle 3 Fotos anzeigen
Blüte von Schwarze Johannisbeere
  • Bis zu zwei Metern hoher Obststrauch aus der Familie der Stachelbeergewächse
  • Frosthart, laubabwerfend
  • Robust und pflegeleicht
  • Unauffällige Blüten und hängende Trauben
  • Früchte nur an den einjährigen Trieben
  • Regelmäßiger Rückschnitt erforderlich
  • Für dauerfeuchte, sonnige bis halbschattige Standorte
  • Alte Obst- und Heilpflanze
  • Beeren besonders reich an Vitamin C, Anthocyanen und Ballaststoffen
  • Für Johannisbeergelee, Johannisbeersaft und Likör
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 80 - 150 cm
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
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Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Steinbrechartige
Familie: Stachelbeergewächse
Gattung: Johannisbeeren
ist essbar essbare Beeren
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Schwarze Johannisbeere?

Die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) ist ein in Deutschlands Gärten verbreiteter Obststrauch und gehört ebenso wie die Rote Johannisbeere und Stachelbeere zur Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Die lockeren, wenig verzweigt wachsenden Sträucher erreichen eine Höhe von ein bis zwei Metern und sind nur selten verwildert. Einzelne Exemplare findet man in Au- und Bruchwäldern und in Erlengebüsch auf staunassen, zeitweise überfluteten, nährstoff- und basenreichen sauer-humosen Böden.

Johannisbeersträucher haben eine dünne hellbraune Rinde. Die bis zu zehn Zentimeter breiten drei- bis fünflappigen mittelgrünen Blätter stehen wechselständig und weisen unterseits gelbliche Harzdrüsen auf, die ihnen zu einem widerlichen Geruch verhelfen. Ihre Blüten erscheinen in großen hängenden Trauben; die fünf Kelchblätter der Blüten sind behaart und glockig, die Kronblätter klein und unauffällig gelbgrün. Die schwarzen kugeligen Beeren haben einen Durchmesser von acht bis zwölf Millimetern, sind drüsig punktiert und zeichnen sich durch einen herb-säuerlichen, charakteristisch schwach wanzenartigen Geschmack aus.

Schwarze Johannisbeere im Garten

Standort

Schwarze Johannisbeere gedeiht auf nährstoffreichen, dauerhaft feuchten Böden am besten und benötigt Sonne oder Halbschatten. Sie ist frosthart.

Schnitt

Die Schwarzen Johannisbeeren fruchten nur an den einjährigen Trieben, ältere kann man daher getrost zurechtstutzen und nur die kräftigsten Leittriebe behalten.

Vermehrung

Die Vermehrung der Schwarzen Johannisbeere ist mit Steckreisern und Stecklingen möglich. Sie wurzeln sehr schnell und unkompliziert. Darüber hinaus sorgt sie mit ihren unterirdischen Ausläufern selbst für ihre Verbreitung.

Verwendung

Im heimischen Garten pflanzt man die Schwarze Johannisbeere in Gruppen in den Nutzgarten oder stellt sie als dekorative Solitäre auf. Sie sind eine gute Bienenweide und ein beliebtes Vogelnährgehölz. Auf Balkon und Terrasse lassen sich kleinere Sorten auch in Containern oder Kübeln halten.

Schädlinge

An den Blättern der Schwarzen Johannisbeere tritt häufig Mehltau auf. Zu den namensgebenden Schädlingen gehören die Johannisbeer-Gallmilbe (Cecidophyopsis ribis) und der Johannisbeer-Glasflügler (Sesia tipuliformis).

Ökologie

Die Schwarze Johannisbeere ist selbstbestäubend und wird auch von Insekten besucht. Mehrere Exemplare im Garten und zusätzliche Besucher steigern den Ertrag erheblich. Honigbienen bedienen sich gerne am Pollen, und von den Wildbienen finden sich hier die Flaum-Sandbiene (Andrena nitida) und die auffällig weißhaarige Veränderliche Locken-Sandbiene (Andrena varians) ein. Schwebfliegen zeigen sich am Nektar interessiert.

Für die Blätter als Raupenfutter interessieren sich insgesamt sieben Schmetterlinge, darunter Haarbüschelspanner (Eulithis spec.), der Johannisbeer-Glasflügler (Synanthedon tipuliformis) und der C-Falter (Polygonia c-album).

Im Sommer muss man sich sputen, will man noch eine Ernte einfahren, denn gerade bei kleinen Beständen sind Vögel oftmals schneller. Die gefiederten Räuber nutzen die Johannisbeerhecken auch gerne als Unterschlupf.

Wissenswertes

Den Namen hat die Schwarze Johannisbeere von der Farbe ihrer Früchte und der Tatsache, dass ihre schwarzen Beeren ungefähr am Johannistag, dem 24. Juni reif sind. In Österreich nennt man sie Schwarze Risbisel.

Die Früchte isst man frisch oder verarbeitet sie zu Johannisbeergelee, Fruchtsäften oder Spirituosen wie dem namengebenden Schwarzen Johannisbeerlikör Cassis. In der Naturheilkunde verwendet man neben den Beeren auch die getrockneten Blätter zur Zubereitung von Tee.

Fotos

Blüte Schwarze Johannisbeere
Quelle: NaturaDB
Blatt Schwarze Johannisbeere
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Schwarze Johannisbeere
Quelle: NaturaDB

Sorten Schwarze Johannisbeere

Sorte Höhe Breite Fruchtreife
Schwarze Johannisbeere (Wildform) 80 - 150 cm Jul - Aug
Schwarze Johannisbeere 'Titania' 1 - 1.8 m Jul

Häufige Fragen

Wie kann man rote und schwarze Johannisbeeren unterscheiden?

Wenn sie Früchte tragen ist das nicht schwer. Vorher verrät sie der Geruch ihrer Blätter: Zerreibt man ein Blatt der Roten Johannisbeere, ist der Geruch unmerklich, bei der Schwarzen Johannisbeere hingegen sehr ausgeprägt.

Wie gesund ist die Schwarze Johannisbeere?

Die Beerenfrüchte der Schwarzen Johannisbeere werden in Mitteleuropa seit dem 16. Jahrhundert kultiviert und außer in der Küche auch als Heilpflanze verwendet. Sie enthält fünfmal so viel Vitamin C wie ihre roten Verwandten, doppelt so viele Ballaststoffe und große Mengen Flavonoide und Anthocyanidine.

Sie wirkt entzündungshemmend, schmerzlindern und stärkt das Immunsystem und kommt bei Erkältungskrankheiten, entzündlichen Hauterkrankungen, Gelenkentzündungen und Verdauungsproblemen zum Einsatz. Neben den Früchten nutzt die Naturheilkunde auch die getrockneten Blätter als Droge, vor allem zur Zubereitung von Schwarzem Johannisbeertee zur Entwässerung.

Kann man schwarze Johannisbeeren roh essen?

Schwarze Johannisbeere sind roh gegessen wegen ihres leicht bitter-herben, oft als wanzenartig beschriebenen Aromas nicht jedermanns Geschmack, aber völlig unbedenklich. Sie sind sogar ausgesprochen gesund und enthalten fünfmal mehr Vitamin C als ihre roten und weißen Artgenossen. Darüber hinaus ist sie reich an Antioxidanzien und Ballaststoffen. Trotzdem findet man sie bei uns vorwiegend als Schwarzes Johannisbeergelee, Schwarzen Johannisbeersaft oder als Likör Cassis.

Für was ist Schwarze Johannisbeere gut?

Die Volksheilkunde verwendet Blätter und Früchte der Schwarzen Johannisbeere bei Haut- und Gelenkentzündungen, grippalen Infekten, Verdauungsbeschwerden und zur Entwässerung.

Ökologischer Wert

Schwarze Johannisbeere ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Dient als Futterplanze für Raupen:
7

Obstgehölze und Beerensträucher

Themen

Quelle: Foto von Laura MacNeil auf Unsplash
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