Trauben-Eiche (Quercus petraea)
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Trauben-Eiche

Quercus petraea

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Das Wichtigste auf einen Blick

Gehölz
heimische Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
Vogelschutznährgehölz
essbar
  • Einheimische Eichenart und bei uns nach Buche und Trauben-Eiche häufigster Laubbaum
  • Sommergrün, mit breiter Krone und bis zu 30 Metern Höhe
  • Graue tief längsrissige Rinde und gerade Äste, Tiefwurzler
  • Gestielte typische Eichenblätter mit keilförmigem Grund und beiderseits 4-6 Lappen
  • Längliche Eicheln zu mehr als einem Viertel vom Fruchtbecher bedeckt
  • Braucht einen tiefgründigen und fruchtbaren, nicht zu feuchten Boden mit viel Sonne
  • Anspruchslos, pflegeleicht, Schneiden nicht erforderlich
  • Wichtiges Raupenfutter für 23 Schmetterlinge
  • Lieferant von Honigtau für Ameisen und Bienen
  • Nahrungspflanze für den Hirschkäfer
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: sauer
🌱 Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 20 - 30 m
Breite: 15 - 20 m
Zuwachs: 25 - 35 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
🌼 Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
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m
a
m
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j
a
s
o
n
d
Blütenform: unscheinbar
🍃 Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform glänzend, eiförmig, länglich
🐝 Ökologie
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (25 Arten)
Raupenfutterpflanze: 25 Arten
Pollenwert: 2 von 4
Vögel: Vogelnährgehölz
ℹ️ Sonstiges
ist essbar
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Buchenartige
Familie: Buchengewächse
Gattung: Eichen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe
Stand:
2022-01-02 17:26:14

Was ist Trauben-Eiche?

Trauben-Eiche, Stein-Eiche, Winter-Eiche oder Hag-Eiche (Quercus petraea) gehört zu unseren einheimischen Eichen-Arten, die allesamt zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae) zählen. Sie wächst in Europa und Kleinasien und ist in ganz Mitteleuropa weit verbreitet. Dort gehört sie zu den häufigsten Laubgehölzen und findet sich im Flachland ebenso wie in den Gebirgsregionen; so steigt sie in den Alpen bis auf eine Höhe von 1600 Metern hinauf. Oft bildet sie in sommertrockenen und wintermilden Regionen ganze Wälder in reinen Beständen oder tritt zusammen mit Rotbuche, Hainbuche und Flaum-Eiche auf.

Es handelt sich dabei um einen sommergrünen Baum mit langem geradem Stamm und einer breiten Krone, der eine Höhe von 20-30 Metern und eine Breite von 15-20 Metern erreicht; der Stamm wird bei alten Exemplaren bis über zwei Meter, selten gut fünf Meter dick, das Höchstalter liegt bei etwa 1000 Jahren. Die Rinde bildet eine gleichmäßige tief längsrissige und gerippte Borke. Die jungen Triebe sind kahl und glänzend dunkelbraun bis olivgrün und mit Korkwarzen besetzt, die alten Äste sind relativ gerade. Ihre eiförmigen Winterknospen sind 4-8 Millimeter lang mit fünf stumpfen Kanten und finden sich gehäuft an den Spitzen der Triebe. Die Trauben-Eiche bildet Johannistriebe, die sich durch die frische grüne Farbe ihrer Blätter von den älteren Trieben unterscheiden.

Die wechselständig stehenden typisch gelappten Eichenblätter sind bei der Trauben-Eiche derb ledrig und haben einen verkehrt-eiförmigen Umriss. Ihre Blattspreite ist 8-12 Zentimeter lang und 7-8 Zentimeter breit, auf der Oberseite kahl und glänzend dunkelgrün, unterseits matt graugrün und auf den Blattnerven behaart, insbesondere in deren Achseln, wo die rostfarbenen Haare dichte Achselbärte bilden. Am Rand sind die Blätter mit schmalen Buchten und beidseits 4-6 gleichmäßigen stumpf-spitzen Lappen versehen, und die Spreite verschmälert sich keilförmig in den 2-3 Zentimeter langen Blattstiel. An dessen Grund stehen kleine Nebenblätter, die schon bald abfallen.

Trauben-Eiche ist einhäusig mit getrenntgeschlechtlichen Blütenständen; die bis zu sechs Zentimeter langen und sehr schmalen männlichen Kätzchen sind gelb, hängen herab und erscheinen am Grund der jungen Zweige, die kugeligen weißen weiblichen Blütenstände hingegen an deren Spitzen an bis zu fünf Zentimeter langen Stielen. Diese bilden Gruppen von 1-5 Exemplaren und fallen durch ihre knallroten Narben auf. Aus ihnen entstehen die Nussfrüchte, 1,5-4 Zentimeter lange und 1-1,5 Zentimeter dicke Eicheln, die zu über einem Viertel vom grundständigen, mit dichten Schuppen und Haaren bestandenen Fruchtbecher bedeckt werden. Der Name Trauben-Eiche deutet darauf hin, dass die Eicheln traubig gehäuft stehen. Die Fruchtreife erfolgt im September und Oktober des gleichen Jahres.

Trauben-Eiche im Garten

Standort

Die tiefwurzelnde Trauben-Eiche braucht einen tiefgründigen nährstoffreichen und gut durchlässigen, mäßig trockenen Stein- oder Lehmboden. Hochstehendes Grundwasser mag sie ebenso wenig wie Staunässe. Luftfeuchte weiß sie zu schätzen, und sie steht am liebsten in der Sonne oder zumindest im Halbschatten.

Eichenlaub verrottet nicht zuletzt wegen seiner Gerbstoffe nur langsam, daher sollte man es nur in geringen Mengen auf den Kompost bringen.

Schnitt

Von der Trauben-Eiche sollte man lieber die Finger lassen und sie überhaupt nicht schneiden, abgesehen vom Entfernen toter Äste. Völlig unbeeinträchtigt wächst ihre Krone am schönsten.

Vermehrung

Die Trauben-Eiche vermehrt man üblicherweise durch Aussaat gleich nach der Samenreife im Herbst, am besten an Ort und Stelle oder im Aussaatbeet. Allerdings dauert es Jahrzehnte, bis aus dem jungen Keimling eine prächtige Eiche wird. Daher wird man in aller Regel eine junge Trauben-Eiche kaufen und in den Garten pflanzen.

Die Sorten lassen sich nur vegetativ vermehren; sie werden im Sommer veredelt und auf eine wüchsige Unterlage gepfropft.

Verwendung

Mit ihrem stattlichen Wuchs und der großen Krone braucht die Trauben-Eiche viel Platz – daher ist sie für eher große Gärten geeignet. Dort gibt sie einen prächtigen Solitär ab. Für kleine Gärten sind die Stiel-Eiche und ihre kleinbleibenden Sorten besser geeignet. Das raue innerstädtische Klima mit seinen Rauchgasen verträgt die Trauben-Eiche allerdings noch besser als die Stiel-Eiche.

Schädlinge

Die Trauben-Eiche ist robust und anspruchslos und hat wenig mit Krankheiten und Schädlingen zu kämpfen. Läuse wie Blattläuse und Schildläuse sind oft Dauergäste, ohne den Bäumen nachhaltig zu schaden. Anders sieht das bei Frostspanner (Operophtera brumata) und Eichenwickler (Tortrix viridana) aus, und auch der Eichenmehltau (Microsphaera alpithopides) kann die Blätter schädigen. Alte und geschwächte Bäume werden von Pilzen wie dem Hallimasch (Armillaria mellea) heimgesucht. Harmloser sind die Blattgallen, die man als Werk von Gallwespen häufig findet. Besonders groß werden die von einigen Cynips-Arten – ihre kugeligen Eichengallen erreichen einen Durchmesser von einigen Zentimetern.

Am spektakulärsten und zwischenzeitlich häufig in Pressemitteilungen zu finden: Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist mit seinen dichten grauen Gespinsten und allergische Hautreaktionen hervorrufenden Brennhaaren immer für eine Schlagzeile gut. Kurios: Dem Kuckuck (Cuculus canorus) machen die Brennhaare nicht nur nichts aus, er frisst die Raupen des Prozessionsspinners sogar mit besonderer Vorliebe.

Ökologie

Von Läusen, Ameisen und Waldhonig

Die Trauben-Eiche ist wie alle Buchengewächse windblütig und überlässt dem Wind die Übertragung des Pollens. Das heißt allerdings nicht, dass Bienen hier leer ausgehen: Honigbienen sammeln hier die zuckerreichen Ausscheidungen von Läusen, die diese an ihrem Hinterteil abgeben – sofern sie nicht gerade von Ameisen vertrieben werden, die die süße Kost ebenfalls zu schätzen wissen und Feinde von ihren Läuseherden fernhalten. Haben die Sammelbienen Honigtau eingesammelt, so machen die Stockbienen Honig. „Richtiger“ Eichenhonig ist vor allem deswegen selten zu bekommen, weil die Tiere auch alle möglichen anderen Zuckerquellen mitverarbeiten; das Ergebnis bezeichnet man als Waldhonig, in dem sich beispielsweise auch Anteile von Rosskastanie oder Edelkastanie finden können. Sowohl Eichenhonig als auch Waldhonig sind dunkel, schmecken herb-malzig und bleiben lange flüssig.

Wichtiges Raupenfutter

Als Raupenfutter ist die Trauben-Eiche für 23 Schmetterlinge wichtig. Mit Ausnahme des tagaktiven Braunen Eichen-Zipfelfalter (Satyrium ilicis) handelt es sich dabei ausschließlich um Nachtfalter. Die Eiche im Namen tragen davon Eichenglucke (Phyllodesma tremulifolia), Eichenschwärmer (Marumba quercus), Blauer Eichenzipfelfalter (Neozephyrus quercus, vormals Quercusia quercus) und Großer Eichenspanner (Hypomecis roboraria).

Hirschkäfer & Co.: Trauben-Eiche selbst als Totholz noch nützlich

Nicht zu unterschätzen ist auch der ökologische Wert der Trauben-Eiche als Totholz – in dem sich langsam zersetzenden Totholz abgestorbener Bäume finden sich Unmengen von Pilzen und Insekten, von denen besonders der bis zu acht Zentimeter lange Hirschkäfer (Lucanus cervus) als größte einheimische Käferart hervorsticht. Die Engerlinge des als stark gefährdet geltenden Hirschkäfers brauchen 3-5, mitunter sogar bis zu acht Jahre für ihre Entwicklung und sind auf das mürbe Eichenholz angewiesen. Ebenso benötigen die erwachsenen, nur kurzlebigen Hirschkäfer bestimmte Inhaltsstoffe im Eichensaft für die Entwicklung ihrer Keimzellen; den holen sie sich an speziellen Leckstellen, Wunden der Eichen, die durch Windbruch und andere Verletzungen entstehen.

Eicheln für Schweine, Eichhörnchen und Eichelhäher

Die Verbreitung der Samen übernehmen viele Tiere, vor allem Vögel, Eichhörnchen und Wildschweine. Einer der wichtigsten Samenverbreiter ist der Eichelhäher. Eichelhäher wie auch Eichhörnchen verstecken große Mengen der Eicheln als Wintervorrat und finden diese nicht immer wieder – so können diese im Frühjahr keimen und weit entfernt von der Mutterpflanze neue Bäumchen bilden.

Wissenswertes

Der Artname Quercus petraeus bedeutet sinngemäß Felsen-Eiche; 2014 hat man sie zum Baum des Jahres gewählt. Die Trauben-Eiche verträgt im Vergleich zur ebenfalls in Mitteleuropa weit verbreiteten Stiel-Eiche deutlich mehr Trockenheit und Hitze.

Heilige Eichen der alten Germanen

Die Bäume werden 500-800, bisweilen sogar weit über 1000 Jahre alt, wobei sie ihr Höhenwachstum mit 100-200 Jahren beendet haben. Die imposanten Trauben-Eichen mit ihren bis zu fünf Meter dicken Stämmen waren den alten Germanen heilig, und Unbefugten war das Betreten der heiligen Eichenhaine bei Todesstrafe verboten. Ebenso galt es als Sakrileg, darin Tiere zu jagen, Äste abzubrechen oder gar die Bäume zu fällen. So gesehen brachen mit der Missionierung durch das Christentum für die Eichenwälder schlechte Zeiten an.

Wertvolles Eichenholz

Für die Forstwirtschaft ist der im Vergleich zu den meisten Nadelhölzern langsam wachsende Baum vor allem wegen seiner langen geraden Stämme beliebt, die ein wertvolles Nutzholz liefern. Das harte und extrem beständige Eichenholz der Trauben-Eiche wird für Möbel und Furniere, Dielen und Parkett verwendet und ist auch für feuchte Einsatzbereiche wie den Schiffsbau, Fachwerk und Brücken geeignet. Optisch lässt es sich nicht vom dem der Stiel-Eiche unterscheiden. Küfer bevorzugen das Holz der Trauben-Eiche für die Kufen von Fässern, da sie als Weinfässer deutlich weniger Gerbstoffe an den Inhalt abgeben.

Brennholz, Holzkohle und Furniere

Da die Trauben-Eiche selbst im hohen Alter noch aus dem Stamm neue Äste treiben kann müssen Forstwirte für eine Beschattung der unteren Teile achten, wenn sie besonders langschäftige Exemplare für Furniere haben wollen. Dafür werden solche Furniereichen zusammen mit Buchen gepflanzt, die die unteren Teile schattig halten und selbst mit dem vergleichsweise wenigen Licht klarkommen. Solche Bäume sind besonders wertvoll und werden im Holzhandel teuer verkauft.

Für Brennholz ist das Eichenholz eigentlich viel zu schade, wurde früher aber häufig verwendet, da es lange und gleichmäßig brennt. Von Köhlern in Meilern zu Holzkohle verarbeitet nutzte man die Trauben-Eiche bis zum Aufkommen der Steinkohle für die Gewinnung von Eisen und anderen Metallen.

Eicheln vor die Säue

In früheren Zeiten war die Trauben-Eiche nicht allein wegen ihres Holzes beliebt, sondern vor allem wegen ihrer nahrhaften Eicheln. Was dem Menschen wegen der reichlich vorhandenen Gerb- und Bitterstoffe nicht wirklich mundet ist nicht nur für Eichelhäher und Eichhörnchen ein gefundenes Fressen, sondern auch für Wildschweine und ihre domestizierten Nachfahren. Seinerzeit trieb man die Schweine im Herbst zur Eichelmast in den Wald und ließ sie sich ordentlich Speck anfressen.

Eichenrinde für Gerberlohe und als Naturheilmittel

Noch mehr Gerbstoffe als die Eicheln enthält die Rinde der Trauben-Eiche – bis über 20 Prozent. Ähnlich wie man das heute noch bei der Korkeiche macht erntete man früher die Eichenrinde, indem man sie großflächig abschälte und trocknete. Dafür legte man spezielle Lohhecken an, die man alle paar Jahre abernten konnte, sobald die Rinde nachgewachsen war. Daraus bereitete man die Gerberlohe, mit der man Leder gerbte und haltbar machte.

Auch in der Naturheilkunde und Volksheilkunde sind die Gerbstoffe beliebt; sie wirken adstringierend und antiseptisch. Man verwendet die Eichenrinde in Form einer Abkochung als Mundspülung bei Entzündungen im Mundraum, als Sitzbad gegen Hämorrhoiden und mit Umschlägen bei entzündlichen Hauterkrankungen. Tee aus Eichenrinde hilft gegen Durchfall.

Sorten und Unterarten von Trauben-Eiche

Die Trauben-Eiche ist nach der Stiel-Eiche die häufigste mitteleuropäische Eichenart; beide ähneln sich so sehr, dass einige Botaniker Quercus petraea bestenfalls als Unterart von Quercus robur auffassen. Beide können Hybriden bilden, die mit ihren Merkmalen zwischen beiden stehen. Daneben gibt es verschiedene Unterarten, die sich als regionale Sippen in verschiedenen Teilen Mitteleuropas und Kleinasiens entwickelt haben.

Über den Status einiger Sorten und Zuchtformen ist man sich nicht immer einig; so läuft die aufrecht säulenförmige Sorte Columna auch unter der Bezeichnung Quercus x rosacea und soll eine Hybride Quercus petraea x Quercus robur sein. Die Verwechslungsgefahr mit Flaum-Eiche (Quercus pubescens) ist eher gering – diese erkennt man problemlos an ihrer namensgebenden flaumig behaarten Blattunterseite.

Fotos (4)

Gesamte Pflanze Trauben-Eiche
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Trauben-Eiche
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Trauben-Eiche
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Rinde Trauben-Eiche
Quelle: Nefronus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Quercus petraea
Quelle:AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
PflanzeWuchsStandortBlüte
Trauben-EicheWildform

20 - 30 m
15 - 20 m

j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Fadenblatt-Eiche

25 - 30 m
10 - 14 m

Häufige Fragen

Wie groß wird die Trauben-Eiche?

Die Trauben-Eiche wird meistens 20-30 Meter hoch und zeichnet sich durch einen langen geraden Stamm und eine 15-20 Meter breite Krone aus. Der Stammdurchmesser liegt meistens unter zwei Metern, kann aber bei den bis über 1000 Jahre alt werdenden Bäumen in Ausnahmen auch bis zu fünf Metern betragen.

Was ist der Unterschied zwischen Trauben-Eiche und Stiel-Eiche?

Trauben-Eiche Quercus petraea und Stiel-Eiche Quercus robur ähneln sich. Allerdings sind bei der ersteren die Blattstiele 1-3 Zentimeter lang, der Blattgrund verschmälert sich keilförmig und die größten Lappen finden sich in der Mitte des Blattes. Dagegen sind die Eichenblätter bei der Stiel-Eiche nur kurz gestielt, mit einem schwach herzförmigen Grund und den größten Lappen an der Spitze. Ebenso typisch sind die höchstens einen Zentimeter lang gestielten, traubenförmig gehäuften Eicheln der Trauben-Eiche, wohingegen die der Stiel-Eiche einen 3-8 Zentimeter langen Stiel aufweisen und einzeln stehen.

Ist die Trauben-Eiche giftig?

Quercus petraea ist bestenfalls schwach giftig – man kann die Eicheln durchaus essen, aber sie sind extrem gerbstoffhaltig. Wildschwein und Hausschwein ist das herzlich egal, aber für den Menschen sind sie unbehandelt kaum genießbar. Trotzdem bereitete man früher vor allem in Notzeiten einen Brei her, indem man die Eicheln zerkleinerte und zunächst in mehreren Portionen Wasser kochte, um die Tannine loszuwerden. Getrocknet und gemahlen wird daraus Eichelmehl, das man zum Strecken von Getreide beim Backen verwendete. Bis heute gehalten hat sich eigentlich nur der Eichelkaffee aus getrockneten und gerösteten Eicheln, der als Kaffeeersatz ohne Koffein von vielen Menschen geschätzt wird.

Wo wächst Trauben-Eiche?

Die Trauben-Eiche wächst in großen Teilen Europas und in Kleinasien, wo sie oft dichte Bestände bildet oder zusammen mit Rot-Buche, Hainbuche und Flaum-Eiche auftritt. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nordspanien, Frankreich und den Britischen Inseln im Westen, Südskandinavien und Polen im Norden, Russland bis zur Krim im Osten und im Süden bis Italien und die Balkan-Halbinsel. Nur im Süden Griechenlands ist sie relativ selten, und auf Sardinien fehlt sie vollständig.

Wie schnell wächst eine Trauben-Eiche?

In der Jugend wächst die Trauben-Eiche mit rund 10 Zentimetern im Jahr noch recht flott, aber im Alter ändert sich das und sie legt nur noch wenig zu, wenn überhaupt. Beim Höhenwachstum ist mit 100-200 Jahren Schluss; dabei werden die Bäume im Schnitt 500-800, mitunter sogar über 1000 Jahre alt. Nur in der Forstwirtschaft lässt man sie nicht so alt werden – hier sind die wertvollen weil langschäftigen Furniereichen mit um die 250 Jahren reif für die Ernte und zählen damit zu den Bäumen, denen man besonders viel Zeit lässt.

Wie sehen die Blätter einer Trauben-Eiche aus?

Die Blätter der Trauben-Eiche stehen wechselständig an den Ästen; sie haben eine derbe bis beinahe ledrige Konsistenz und einen ovalen bis verkehrt-eiförmigen Umriss. Sie werden 8-12 Zentimeter lang und 7-8 Zentimeter breit, mit eng beieinander liegenden schmalen Buchten und 4-6 stumpfen, wenig zugespitzten Lappen auf beiden Seiten. Am Grund verschmälert sich das Blatt keilförmig in den 2-3 Zentimeter langen Stiel. Die Oberseite ist dunkelgrün und glänzend, die Unterseite matt graugrün; hier stehen auch Haare auf den Blattnerven, vor allem in deren Achseln, wo sie kleine rotbraune Achselbärte bilden.

Wie alt wird eine Trauben-Eiche?

In der Forstwirtschaft ist der Trauben-Eiche meist nur ein relativ kurzes Leben beschieden – hier werden die Bäume selten über 200 Jahre alt, bevor man sie schlägt. Ansonsten werden die Bäume problemlos 500-800 Jahre alt, in selteneren Fällen auch über 1000 und erreichen einen Stammdurchmesser von zwei, selten bis zu fünf Metern. Allerdings wird die Trauben-Eiche mit zunehmendem Alter kränklich und leidet oft an Windbruch oder Pilzbefall.

Wert für Insekten und Vögel

Trauben-Eiche ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge und Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
25
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
25

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht

Schmetterlingsarten

Foto Pyramideneule
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Amphipyra pyramidea
Pyramideneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Apoda limacodes
Asselspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Haseleule
Quelle: imageBROKER.com/shutterstock.com
Colocasia coryli
Haseleule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Rotbraune Ulmeneule
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Cosmia affinis
Rotbraune Ulmeneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • ungefährdet
Foto Trapezeule
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Cosmia trapezina
Trapezeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Dichonia aprilina
Grüne Eicheneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • Vorwarnliste
Foto Dunkelgrauer Zahnspinner
Quelle: W. de Vries/shutterstock.com
Drymonia ruficornis
Dunkelgrauer Zahnspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Eupithecia abbreviata
Eichen-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Eupithecia irriguata
Weißer Eichen-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • vom Aussterben bedroht
Euplagia quadripunctaria
Spanische Fahne
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Jodia croceago
Safran-Wintereule
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • vom Aussterben bedroht
Foto Hellgraue Holzeule
Quelle: Marek R. Swadzba/shutterstock.com
Lithophane ornitopus
Hellgraue Holzeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Schwammspinner
Quelle: Ihor Hvozdetskyi/shutterstock.com
Lymantria dispar
Schwammspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Ringelspinner
Quelle: IanRedding/shutterstock.com
Malacosoma neustria
Ringelspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Minucia lunaris
Braunes Ordensband
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • Vorwarnliste
Foto Blauer Eichen-Zipfelfalter
Quelle: Chris Button/shutterstock.com
Neozephyrus quercus
Blauer Eichen-Zipfelfalter
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Eichenhain-Wicklereulchen
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Nycteola revayana
Eichenhain-Wicklereulchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Schlehen-Bürstenspinner
Quelle: Paul30/shutterstock.com
Orgyia antiqua
Schlehen-Bürstenspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Paranthrene insolita
Eichenzweig-Glasflügler
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Achateule
Quelle: Martin Fowler/shutterstock.com
Phlogophora meticulosa
Achateule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Buchen-Kahneule
Quelle: HWall/shutterstock,com
Pseudoips prasinana
Buchen-Kahneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Kleiner Rauch-Sackträger
Quelle: Firmade/shutterstock.com
Psyche casta
Kleiner Rauch-Sackträger
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Kamel-Zahnspinner
Quelle: HWall/shutterstock.com
Ptilodon capucina
Kamel-Zahnspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Brauner Eichen-Zipfelfalter
Quelle: ibrahim kavus/shutterstock.com
Satyrium ilicis
Brauner Eichen-Zipfelfalter
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • stark gefährdet
Spudaea ruticilla
Graubraune Eichenbuscheule
  • Raupen-Futterpflanze
  • monophag
  • vom Aussterben bedroht

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