Wildpflaume,Kirschpflaume, Wilde Mirabelle

Prunus cerasifera

Gehölz
Wildform
winterhart
Bienenweide
essbar
Frühblüher
Wildpflaume (Prunus cerasifera) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: David Rasp, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei uns selten angebautes Obstgehölz aus der Familie der Rosengewächse
  • Mit Pflaume, Mirabelle und Schlehe nahe verwandt
  • Sommergrüne Bäume oder Sträucher, 5-8 Meter hoch mit rundlicher Krone
  • Glänzend dunkelgrüne, länglich eiförmige und gezähnte Blätter
  • Blüht sehr früh im Jahr, oft schon im Februar und vor oder mit dem Laubaustrieb
  • Gute Bienenweide mit reichlich Nektar, Pollenpflanze für Wildbienen und Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Essbare Mirabellen-ähnliche Früchte mit saurem Fruchtfleisch
  • Für kleinere Gärten und Kübelbepflanzung oder Bonsai geeignet
  • Muss regelmäßig geschnitten werden, robust und widerstandsfähig
  • Häufige Propfunterlage für Pflaumen und Mirabellen
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 5 - 8 m
Breite: 3 - 9 m
Zuwachs: 10 - 35 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
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a
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n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Prunus
ist essbar Frucht

Was ist Wildpflaume?

Die Wildpflaume, Kirschpflaume oder Wilde Mirabelle (Prunus cerasifera), altmodisch auch als Myrobalane bezeichnet, wird als frühblühender Zierbaum gerne in Gärten und Parks angepflanzt. Wild kommt sie in einem Gebiet vom Südwesten Sibiriens über den Kaukasus und Iran bis zur Krim und der Balkan-Halbinsel vor. Sie gehört als Mitglied aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und der Gattung Prunus zur näheren Verwandtschaft von Pflaume, Mirabelle und Schlehe. Vor allem mit der Letzteren ist sie leicht zu verwechseln, wenn sie nicht gerade blüht oder fruchtet.

Bei der Kirschpflaume handelt es sich um einen vom Grund her meist mehrstämmigen Baum oder Strauch, der eine Höhe von 5-8 Metern erreicht und eine rundliche Krone bildet. Seine Borke ist schwarzgrau und unregelmäßig flach längsrissig; Dornen findet man bei dieser Art eher selten. Junge Zweige sind kahl, grün und auf der zur Sonne zugewandten Seite meist rötlich überlaufen. Mit zunehmendem Alter werden sie graubraun und weisen nur winzige Korkwarzen auf. An den Langtrieben fehlt meistens eine Endknospe.

Die sommergrünen Laubblätter stehen leicht aufwärts gerichtet und wechselständig an den Ästen; sie sind 5-10 Millimeter lang gestielt, mit einer länglichen eiförmigen oder verkehrt-eiförmigen Spreite und auslaufender Spitze. Diese misst 5-8 Zentimeter in der Länge und bis zu vier Zentimeter in der Breite und hat einen fein gesägten Rand. Die Oberseite ist glänzend dunkelgrün, die Unterseite matt und heller. Am Grund stehen ein oder zwei extraflorale Nektarien.

Die wohlriechenden Blüten der Wildpflaume erscheinen oft schon im Februar, vor allem aber im März und April vor oder gemeinsam mit dem Laubaustrieb; sie sitzen einzeln, zu zweit oder zu dritt an den Kurztrieben der vorjährigen Langtriebe. Wie für Rosengewächse typisch sind sie zwittrig, fünfzählig und mit einer doppelten Blütenhülle versehen. Aus einem recht langen Stiel erhebt sich der zurückgeschlagene Kelch und die weiße, 2-3 Zentimeter große schüsselförmig ausgebreitete Krone. Im Inneren der Wildpflaumenblüte stehen 20-30 unterschiedlich lange Staubblätter.

Aus den Fruchtknoten entwickeln sich 2-3 Zentimeter große, kugelrunde oder leicht abgeflachte Steinfrüchte mit saftigem Fruchtfleisch, einem leichten Wachsbelag auf der Haut und einer kleinen Längsrille an der Seite. Im Inneren steckt ein flacher, etwa 1,5-2 Zentimeter langer Steinkern, in dessen holziger Schale sich ein kleiner Samen verbirgt. Die an Mirabellen oder Reineclauden erinnernden Früchte haben eine gelbe Grundfarbe und sind zur Sonne hin rot gefärbt.

Wildpflaume im Garten

Standort

Bei den Ansprüchen an ihren Standort unterscheidet sich die Wildpflaume wenig von der domestizierten Pflaume oder Zwetschge. Sie gedeiht am besten auf einem mittel- bis tiefgründigen, basenreichen und vorzugsweise kalkhaltigen Lehm- oder Lössboden. Viel Sonne oder zumindest Halbschatten sind vor allem für einen reichhaltigen Fruchtansatz notwendig. Der Boden sollte gut durchlässig, mäßig nährstoffreich und immer leicht feucht sein. Die Wildpflaume ist vollkommen frosthart und übersteht auch strenge Winter. Bestenfalls den Blüten können unvermutete Spätfröste zum Verhängnis werden.

Schnitt

Beim Schneiden der Wildpflaume sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass die Blüten und Früchte an den Kurztrieben der vorjährigen Langtriebe erscheinen. Alles Ältere lässt sich also relativ bedenkenlos kappen. Man sollte vor allem zusehen, dass die Krone ihre schöne Form behält und abgestorbene und überkreuzende Äste entfernen. Wenn man die bald überhängenden Zweige im Zaum hält wächst die Wildpflaume auch eher baumartig und wird nicht zur Hängepartie.

Vermehrung

Wer sich ein Wildpflaumenbäumchen aus einem Samen ziehen möchte, kann das gerne versuchen. Sie keimen recht zuverlässig, brauchen aber Jahre, bis sie zu einem stattlichen Exemplar werden. Daher greift der Gärtner lieber auf die jungen Bäume aus der Baumschule oder dem Gartencenter zurück, die schon etwas mehr Vorsprung haben. Ansonsten kann man auch vom grünen Holz Stecklinge schneiden und in warmer feuchter Erde bewurzeln.

Verwendung

Wildpflaumenbäume sind ähnlich hart im Nehmen wie der Schlehdorn. Sie sind nicht nur ein hübsches und relativ anspruchsloses Obstgehölz für den heimischen, gerne auch kleinen Garten, wo sie sowohl als Solitär als auch in einer Obstwiese gut zur Geltung kommen, sondern auch ein ausgezeichneter Bodenfestiger. In Russland verwendet man sie häufig in landwirtschaftlich genutzten Gebieten als Windschutz, von dem auch die einheimische Fauna profitiert.

Die gute Bienenweide ist auch eine beliebte Unterlage zum Pfropfen und Okulieren von weniger wüchsigen und widerstandsfähigen Obstsorten. Viele haben daher nicht nur eine Pflaume, Mirabelle oder Reineclaude im Garten, sondern auch eine Wildpflaume, ohne es zu ahnen. Nur mit Aprikose verträgt sich die Unterlage absolut nicht.

Eher selten anzutreffen: Wildpflaume kann man auch als Bonsai halten.

Schädlinge

Im Vergleich zu anderen Prunus-Arten gilt die Wildpflaume als ausgesprochen robust, daher die Beliebtheit als Unterlage zum Pfropfen. Blattläuse sind Dauergäste an den Blättern und Blüten, meist aber ohne den Pflanzen nachhaltigen Schaden zuzufügen.

Ökologie

Wie bei den meisten anderen Arten der Gattung Prunus ist auch bei der Wildpflaume der Nektar in den reichlich gebildeten Blüten leicht zugänglich, sodass die Pflanzen von vielen Insekten besucht werden. Hauptbestäuber ist die Honigbiene, aber auch sechs Wildbienen interessieren sich für die ausgezeichnete Bienenweide. Dabei handelt es sich allesamt um Sandbienen (Andrena spec). Wichtig ist sie als Futterlieferant im zeitigen Frühjahr, wo die erwachende Insektenwelt noch vergleichsweise wenig Futter findet. Die Kirschpflaume zählt zu den Obstgehölzen, die im Frühjahr als erste blühen, oft bereits sogar im Februar.

Die Blätter der Kirschpflaume dienen vier Schmetterlingen als Raupenfutter, dem Rotschwanz (Calliteara pudibunda), Goldafter (Euproctis chrysorrhoea), Schlehenspinner (Orgyia antiqua) und dem Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae).

Die reifen Früchte sind ein Anziehungspunkt für Vögel und Wespen, und sobald sie zur Erde fallen auch für Kleinsäuger wie Igel, Maus und Siebenschläfer. Bel kleinen Bäumen hat der Gärtner also mit Konkurrenz zu rechnen und ist oftmals froh, wenn man ihm etwas von der Ernte übriglässt. Die Tiere tragen zur Verbreitung der Samen bei, die erst beim Verrotten der harten Außenschale zu keimen beginnen.

Eine Ausnahme bei der Beliebtheit machen die Früchte der Prunus cerasifera var. divaricata. Sie ist schwächer wüchsig als die Wildform, und die zudem kleineren Früchte sind anscheinend derartig sauer, dass noch nicht einmal die Vögel sie fressen. Man erkennt sie im Garten leicht daran, dass selbst im tiefsten Winter noch Früchte am Baum hängen. Der Vögel Leid, des Gärtners Freud: Die bei dieser Varietät stets reingelben Früchte sehen im schneebedeckten Garten besonders apart aus. PS: Auch dem Gärtner selbst schmecken diese Wildmirabellen in den seltensten Fällen.

Wissenswertes

Weder Kirsche noch Pflaume

Die Kirschpflaume oder Wildpflaume ist eine eigenständige Art und keineswegs eine Kreuzung aus Kirsche und Pflaume, wie man anhand des deutschen Namens annehmen könnte. Dieser bezieht sich auf die Früchte, die in der Tat ein Mittelding aus beiderlei Obst darstellen – Wildpflaumen sind rund und saftig wie eine zu groß geratene Kirsche, aber der Steinkern sieht aus wie der einer Pflaume, nur deutlich kleiner. Ähnliches gilt für das Art-Epitheton: cerasifera bedeutet im Lateinischen kirschentragend. Die Bezeichnung Wilde Mirabelle kommt daher nicht von ungefähr.

Verwechslungsgefahr

Im vegetativen Zustand kann man die Wildpflaume relativ leicht mit der Schlehe verwechseln, mit der sich recht nahe verwandt ist. Die Unterschiede: Sie wächst deutlich stattlicher, ausladender und weniger buschig, die Äste hängen oft über und sind deutlich weniger bedornt als beim äußerst wehrhaften Schlehdorn. Auch die Blüten sind unterschiedlich: Wildpflaumenblüten sind deutlich länger gestielt als die beinahe sitzenden Schlehenblüten, und die Schlehe blüht etwas später.

Die Kirschpflaume als Obstbaum

Vermutlich gelangte die Wildpflaume über die Handelsverbindungen der Seidenstraße ins römische Reich, wo sie schon damals sehr geschätzt wurde. Im nördlicheren Mitteleuropa wird sie erst im 16. Jahrhundert schriftlich erwähnt.

Eigentlich ist es verwunderlich, dass das Obst bisher noch nicht mehr Anklang gefunden hat und derart deutlich im Schatten von Pflaume und Kirsche steht: Die Früchte sind groß und saftig, säuerlich aber wohlschmeckend, lange haltbar und gut transportfähig, und Maden des Pflaumenwicklers findet man hier vergleichsweise selten als Fleischbeilage. Zudem blühen und fruchten die Wildpflaumen recht reichhaltig und zuverlässig und weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Außerdem sind die Bäume nicht eben unergiebig – ein ausgewachsener Wildmirabellenbaum liefert um die 300 Kilogramm Früchte.

Andererseits sind diese weniger aromatisch und deutlich saurer als ihre Verwandten, und das Fruchtfleisch lässt sich oft nur schwer vom Kern lösen. Vielleicht kommen die Leute noch irgendwann auf den Geschmack – im heimischen Garten kann man mit einer Kirschpflaume jedenfalls nichts falsch machen und Bienen, Wildbienen und Schmetterlingen wie auch Vögeln einen Gefallen tun.

Wildpflaumen in der Küche

Bemerkenswerterweise schmecken die Wildmirabellen von Baum zu Baum und bisweilen auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Sie werden erst bei ausreichender Reife richtig süß, vorher herrscht ein eher saurer Geschmack vor. Man muss allerdings aufpassen, dass sie nicht mehlig werden. In der Küche verwendet man sie vor allem für die Herstellung von Kompott und Marmelade, gerne auch mit anderen Früchten, vor allem mit „richtigen“ Pflaumen gemischt. Beliebt ist auch der Wildpflaumenlikör – dazu übergießt man das kleingeschnittene Fruchtfleisch mit Kandiszucker und hochprozentigem Alkohol aus der Apotheke und lässt die Mischung unter täglichem Schütteln ein paar Tage stehen.

Myrobalane und Türkenpflaume

Selten trifft man noch auf die altmodische Bezeichnung Myrobalane; sie rührt vom alten Artnamen Prunus myrobalana. Der ungewöhnliche Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß wohlriechende Eichel. Regional bezeichnet man sie auch als Türkenpflaume – in der Türkei ist sie tatsächlich wesentlich beliebter als bei uns und wird als can erigi verkauft. Beim Türken um die Ecke bekommt man die Wildmirabellen wesentlich häufiger zu kaufen als im Supermarkt. Eine noch größere Rolle spielt sie in Russland, vom allem am Kaukasus, wo sie häufig als Obstbaum angebaut wird. Hier finden sich auch zahlreiche Sorten mit gelben, rosa, roten und violetten Früchten.

Bach-Blüte Nr. 6

Wohl am bekanntesten ist die Wildpflaume in der Naturheilkunde als Cherry Plum. Bei der von Edward Bach entwickelten Bach-Blütentherapie setzt man die Bachblüte Nr. 6 für Entspannung und mehr Gelassenheit ein.

Fotos

Blüte Wildpflaume
Quelle: David Rasp, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Wildpflaume
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Wildpflaume
Quelle: NaturaDB

Sorten Wildpflaume

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon
Wildpflaume (Wildform) 5 - 8 m 3 - 9 m Ja
Blutpflaume 'Nigra' 3 - 8 m 2 - 5 m
Gefülltblühende Wildpflaume 4 - 5 m 3 - 5 m
Pflaume 'Rosea' 3 - 4 m 2 - 5 m
Großfrüchtige Blutpflaume 'Trailblazer' 3 - 7 m 1 - 2.5 m
Bunte Kirschpflaume '1a-plant Milanka' 3 - 4 m 2.5 - 3.5 m

Häufige Fragen

Sind Wildpflaumen essbar?

Aber ja – sie werden nicht von ungefähr auch als Wildmirabellen bezeichnet. Sie schmecken allerdings nicht ganz so süß wie die Pflaumen und Mirabellen, die wir gewohnt sind – ihr Geschmack ist deutlich herber und saurer. Man kann sie aber ohne weiteres roh direkt von Baum genießen (wenn die Vögel einem was davon übriggelassen haben) oder sie zu Kompott und Marmelade verarbeiten. Man kann sie auch problemlos mit anderem Steinobst wie Pflaumen, Mirabellen und Kirschen mischen und eine Vielfruchtmarmelade daraus kochen. Die Wildpflaumen darin sorgen für ein ganz eigenes, leicht herbes und nicht nur süßliches Aroma.

Auch beliebt ist ein Aufgesetzter, ein Wildmirabellenlikör, den man nach altüberliefertem Rezept ähnlich wie mit Schlehen oder Schwarzen Johannisbeeren herstellt. Dazu entfernt man die Kerne (das ist etwas mühsam, da die Steine recht festsitzen), schneidet das Fruchtfleisch klein und füllt es in eine Flasche. Mit Grümmelkandis und hochprozentigem Schnaps oder unvergälltem Alkohol aus der Apotheke wird daraus ein leckerer Wildpflaumenlikör. Man stellt die Flasche mindestens eine oder zwei Wochen in die Sonne und schüttelt sie täglich durch. Absieben braucht man eigentlich nicht, die Flüssigkeit kann man auch einfach dekantieren.

In der westasiatischen Küche ist die Wildpflaume wesentlich beliebter als bei uns. In der georgischen und russischen Küche verwendet man sie für tkemali-Sauce, Suppen und Eintöpfe. Darüber hinaus gibt es Kirschpflaumen-Rezepte für Marmelade, Kompott, Gelee und einem in der Sonne getrockneten Wildpflaumenmus ähnlich unserem Quittenbrot. Auch in der Türkei ist sie häufig als can eri?i auf den Märkten zu finden. Das fette Öl der Samen wird traditionell als Mittel gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Wann blüht Wildpflaume?

Die Wildpflaume blüht recht früh im Jahr – im Zuge der Klimaerwärmung stellenweise sogar schon Ende Februar, normalerweise im März und April, noch lange vor der verwandten Schlehe und meistens zeitgleich mit den Mandelbäumen. So eine frühe Blüte im Jahr ist ein gefundenes Fressen für Honigbienen und Wildbienen, die sich in großer Zahl an den ersten Nektarlieferanten gütlich tun. Interessant für die Tiere sind nicht nur die Blüten, sondern auch die außerhalb davon an den Blättern gelegenen Nektarien, die ebenso zuckerhaltigen Saft liefern und damit Bestäuber anlocken. Die ersten Früchte erscheinen oft bereits im Juni und Juli, aber die Hauptreifezeit liegt im August und September.

Wie hoch wird eine Kirschpflaume?

Die Kirschpflaume oder Wilde Mirabelle wird üblicherweise zwischen fünf und acht Metern hoch. Oft bildet sie keinen richtigen einstämmigen Baum, sondern wächst von Grund auf mehrstämmig und bildet eher einen stattlichen Busch mit einer rundlichen Krone. Man muss sie regelmäßig zurückschneiden, damit die Äste nicht bis zum Boden durchhängen und der Wuchs schön buschig bleibt. Zudem fördert man so den Blütenreichtum und den Fruchtansatz. Als Kübelpflanze ist die Kirschpflaume eher ungewöhnlich, da sie sehr gut im Freiland gedeiht und vollkommen frosthart ist. Wer es auf dem Balkon oder Terrasse mit der einheimischen guten Bienenweide versuchen möchte: kein Problem. Im Topf bleiben die Wildpflaumen deutlich kleiner als im Freiland.

Wie sieht eine Kirschpflaume aus?

Von weitem erinnert die Kirschpflaume an einen Schlehdorn. Allerdings ist sie weniger buschig und zerzaust und hat vor allem deutlich weniger Dornen, falls überhaupt. Meistens wird kein einzelner Stamm gebildet, sondern ein mehrstämmiger Strauch mit unregelmäßig längsrissiger, graubrauner Borke und rundlicher Krone. Die Äste neigen zu überhängendem Wachstum; die jungen Zweige sind kahl und grün und auf der Sonnenseite oft rot verfärbt.

Die Blätter sind lang gestielt, eiförmig mit dunkelglänzender Oberseite, hellerer Unterseite und einem fein gesägten Rand und weisen vereinzelte Nektardrüsen auf. Die Blüten erscheinen vor oder zusammen mit den Blättern; sie sind im Gegensatz zu denen der Schlehe lang gestielt, mit zurückgeschlagenen grünen Kelchblättern und weißen Kronblättern. Die Steinfrucht ist kugelig und erinnert an eine Mirabelle – daher auch der Name Wildmirabelle oder Wildpflaume. Im saftigen und eher säuerlichen Fruchtfleisch sitzt ein Steinkern, der an den einer Pflaume erinnert: hellbraun, abgeplattet und spitz, mit einem kleinen fettreichen Samen im Inneren.

Wie sehen wilde Mirabellen aus?

Wilde Mirabellen sehen tatsächlich ähnlich wie Mirabellen aus – es handelt sich dabei um die Früchte der Wildpflaume Prunus cerasifera, die man auch als Kirschpflaume oder Myrobalane bezeichnet. Sie sind 2-3 Zentimeter groß, kugelrund oder leicht abgeflacht, mit einer glänzenden und leicht bereiften Oberfläche. Das Fruchtfleisch ist gelb und saftig, aber saurer und weniger aromatisch als das der ‚echten‘ Mirabelle. Im Inneren sitzt ein Steinkern, der aussieht wie der einer Pflaume, nur etwas kleiner.

Bei uns wird man sie auf den Märkten eher selten finden – eher wird man beim türkischen Obst- und Gemüsehändler fündig. Dagegen spielen die wilden Mirabellen in der kleinasiatischen Küche eine wesentlich größere Rolle, etwa rund um den Kaukasus und in Russland, wo man eine Vielzahl von Rezepten kennt. Hier finden sich auch zahlreiche angebaute Sorten der Wildpflaume mit gelben, roten, rosafarbenen und violetten wilden Mirabellen.

Sind Kirschpflaumen giftig?

Ganz und gar nicht – man die Früchte, die an eine Kreuzung aus Mirabelle und Pflaume erinnern problemlos essen. Allerdings sind sie wesentlich saurer und weniger aromatisch als ihre Verwandten. Richtig süß werden sie erst bei voller Reife, und da muss man schon höllisch aufpassen, dass sie nicht mehlig werden.

Während man die Kirschpflaumen bei uns bestenfalls als Kompott oder Marmelade zubereitet spielt sie in der westasiatischen Küche eine wesentlich größere Rolle, etwa in der Türkei, in Georgien und in Russland. Ebenfalls ungiftig sind die Kirschpflaumenblüten – Anhänger der Naturheilkunde kennen sie zumeist unter der Bezeichnung Cherry Plum oder Bachblüte Nr. 6.

Welche Sorten von Kirschpflaume gibt es zu kaufen?

Neben der Wildart der Kirschpflaume bekommt man im Handel oft die Blutpflaume zu kaufen. Botanisch handelt es sich dabei um ausgeprägt rotblättrige Varietäten, die unter den Bezeichnungen Prunus cerasifera ‚Nigra‘, ‚Atropurpurea‘, ‚Pissardii‘ und ‚Pissardii Nigra‘ laufen. Blutpflaumen blühen wesentlich reichhaltiger als die Wildform, sind robuster und liefern tiefrote und süße Früchte, allerdings trotz der reichhaltigen Blütenpracht nur wenige. Sie sind aber auch eher wegen ihres roten Laubes als Ziergehölz gefragt denn als Obstbäume.

Weniger häufig findet man die Prunus cerasifera ‚Thundercloud‘ oder in Russland beliebte Sorten wie ‚Anastasia‘, ‚Ariadne‘, ‚Kleopatra‘, ‚Pionier‘ oder ‚Sigma‘. Hier spielen die großfrüchtigen Formen eine wesentlich größere Rolle im Obstanbau als bei uns, wo man sich meist auf den dekorativen Wert der Wildmirabelle beschränkt.

Ökologischer Wert

Wildpflaume in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
4
Dient als Futterplanze für Raupen:
5

Themen

Pflanzen für Tiere
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