Blutpflaume 'Nigra'

Prunus cerasifera 'Nigra'

Gehölz
Sorte
essbar
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Gesamte Pflanze von Blutpflaume 'Nigra'

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beliebteste Sorte der Blutpflaume
  • Besondere Form der Wildpflaume mit extrem dunklen schwarzroten Blättern
  • Kirschähnliche Blüten meistens gelb, seltener reinweiß wie die Wildform
  • Früh im Jahr blühend und wichtiger Futterlieferant für Insekten
  • Braucht einen nährstoffhaltigen, drainierten und frischen Boden mit viel Sonne oder Halbschatten
  • Vermehrung nur vegetativ durch Pfropfung – fast immer auf Wildpflaume aufgesetzt
  • Dunkelrote mirabellenähnliche Früchte essbar
  • Beliebtes Vogelschutzgehölz, Früchte von Vögeln und Kleinsäugern verzehrt
  • Regelmäßiges Schneiden erhält Form und Blühfreudigkeit
  • Dekorativ durch Blütenreichtum und die langanhaltende dunkle Blattfärbung
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 3 - 8 m
Breite: 2 - 5 m
Zuwachs: 25 - 40 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Prunus
ist essbar

Was ist Blutpflaume ‚Nigra‘?

Blutpflaume 'Nigra' (Prunus cerasifera 'Nigra') ist die beliebteste Sorte der Wildpflaume (Prunus cerasifera). Sie glänzt weniger als Obstbaum mit mirabellenartigen Früchten denn als Ziergehölz, das als kleiner Baum oder mehrstämmiger Großstrauch wächst und eine Höhe von drei bis acht Metern erreicht.

Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal zur wilden Stammart sind die schwarzroten Blätter und die rosaroten Blüten. Die fast schwarze Farbe der Blätter bleibt auch im Schatten erhalten, und selbst im Herbst verblasst sie kaum, bevor die Bäume ihr Laub verlieren. So bildet sie im Garten zu allen Jahreszeiten einen dekorativen Blickfang, egal ob sie gerade blüht oder nicht.

Die Wildform der Blutpflaumen, die Kirschpflaume, Wildpflaume oder Myrobalane, stammt ursprünglich aus dem persischen und kaukasischen Raum und wurde bereits früh in Kultur genommen – sie gilt als eines der ältesten Obstgehölze des Mittelmeerraumes, das bereits im biblischen Palästina, Griechenland und Rom großen Anklang fand. Bei der Blutpflaume ‚Nigra‘ ist die Borke oft noch etwas dunkler als bei der Stammart, aber ebenso längsrissig, und auch Dornen findet man hier eher selten. Insgesamt wächst sie lieber als mehrstämmiger Strauch denn als respektabler Baum. Die jungen Zweige verfärben sich alsbald ähnlich dunkel wie die auffälligen schwarzroten Blätter; sie sind kahl und weisen zahlreiche, aber kleine Lentizellen auf. Endknospen werden nicht gebildet.

Die auffällig dunkelrotschwarzen Blätter sind gestielt und weisen eine eiförmige oder verkehrt-eiförmige oberseits glänzende Spreite auf. Für Insekten sind die beiden Nektarien am Grund des Blattes von Interesse. Der Rand ist fein gesägt. Die ersten Blätter erscheinen zusammen mit den Blüten, die Mehrzahl folgt erst später.

Besonders früh im Jahr erscheinen die Blüten der Blutpflaume ‚Nigra‘; oft blüht sie gemeinsam mit ausgewiesenen Frühblühern wie Forsythie, Weide und Hasel. Sie sitzen an den Kurztrieben der Langtriebe des Vorjahres und haben einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern, duften süßlich und sind zartrosa gefärbt. Meist findet man sie einzeln oder in kleinen Büschelchen zu zweit oder zu dritt; sie sind deutlich gestielt und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle, zwittrig und sternförmig und bilden ein kleines Schüsselchen. In dessen Innerem stehen zahlreiche rosafarbene Staubblätter mit dunkleren Staubbeuteln.

Die Blutpflaumenfrüchte sind Steinfrüchte, die in ihrer kugeligen Form an Mirabellen erinnern. Sie sind tiefrot, leicht wachsig bereift mit einer seitlichen Naht und bergen einen harten Steinkern. Dieser ist zusammengedrückt und gespitzt, hellbraun und enthält einen einzelnen Samen. Trotz des immensen Blütenreichtums ist der Ertrag der Blutpflaume ‚Nigra‘ recht bescheiden.

Blutpflaume ‚Nigra‘ im Garten

Standort

Im Garten erweist sich Blutpflaume ‚Nigra‘ als recht anspruchslos. Sie liebt einen einen mittel- bis tiefgründigen Boden mit reichlich Kalk, Lehm oder Löss mit guter Wasserdurchlässigkeit und beständiger Feuchtigkeit. In voller Sonne ist die Laubfärbung am intensivsten, und auch die Blüten erscheinen bei sonnigem Stand am reichhaltigsten. Die Bäume sind absolut winterhart. Lediglich im ersten Jahr sollte man die Baumscheibe sicherheitshalber etwas mit Laub oder Reisig abdecken, bis die Bäumchen richtig angewachsen sind.

Schnitt

Die Blutpflaume ‚Nigra‘ tendiert eher dazu als großer Strauch denn als Baum zu wachsen. Wer lieber ein richtiges Blutpflaumenbäumchen haben möchte muss sie regelmäßig zurechtstutzen und die untersten Äste entfernen, bis sie einen markanten Stamm bekommt. Ansonsten kann man auch die wie bei der Wildart zusehends überhängenden Äste stutzen, damit sie nicht zu tief herabreichen. Insbesondere bei Hochstämmen von Blutpflaume ‚Nigra‘ für Balkon und Terrasse muss man auf regelmäßiges Schneiden achten, damit sie schön in Form bleiben.

Für den Schnitt merkt man sich am besten den Frühsommer vor, wenn die Blüte bereits abgeschlossen ist und bevor die ersten kleinen Früchte erscheinen. So konnte man sich wenigstens vorher noch an der reichhaltigen Blütenpracht erfreuen, und mit dem Beschneiden bekommen die verbliebenen Früchte noch mehr Kraft und werden größer, wenn auch ihre Zahl abnimmt. Natürlich alles, sofern man überhaupt Wert auf eine Ernte legt und die Blutpflaume ‚Nigra‘ nicht ohnehin nur als Ziergehölz dient. Aber selbst wenn man sich selbst nicht für die Blutpflaumen interessiert werden sie mit Sicherheit gerne von Vögeln und Kleinsäugern des Gartens stibitzt.

Wichtig für den Schnitt: Es blühen immer die Kurztriebe der vorjährigen Langtriebe. Wenn man sie schon entfernt kann man also ruhig getrost auch das ältere Holz mit entfernen. Alte abgestorbene und überkreuzende Äste kann man natürlich gleich mit beseitigen.

Vermehrung

Blutpflaume ‚Nigra‘ ist eine Sorte, die man nur vegetativ vermehren kann. Bei der Anzucht aus Samen weiß man nie, was für ein Pollenspender die Vaterrolle übernommen hat und was für eine Hybride dabei herauskommt. Auch Stecklinge, die man vom grünen Holz abnehmen und warm bewurzeln kann, sind oft weniger wüchsig als die Mutterpflanze. Das liegt daran, dass die meisten Blutpflaumen auf die wüchsigere Wildform veredelt wurden.

Wenn man plötzlich zwischen den tiefschwarzen Blättern der ‚Nigra‘ Äste mit grünem Blattwerk findet hat die Unterlage selber ausgetrieben. Also nicht wundern, das kann durchaus passieren und ist gar nicht mal so selten, wenn die Pflanzen reichlich Dünger bekommen und einen optimalen Standort gefunden haben. Wen die grünen Untermieter stören, der kann den betreffenden Ast auch problemlos kappen.

Die Blutpflaume ‚Nigra‘ selber auf eine Wildpflaume zu pfropfen ist nur etwas für erfahrene Gärtner. Daher greift man besser auf die jungen Blutpflaumenbäumchen zurück, die man in Baumschule oder im Gartenmarkt oft billig bekommt.

Verwendung

Mit ihrem dekorativen schwarzroten Blättern macht sich die Blutpflaume ‚Nigra‘ im heimischen Garten am besten als einzelnstehender Solitär oder im Vordergrund von anderen Bäumen und Sträuchern, die grüne oder rote Blätter haben. So ergibt sich ein besonders schöner Kontrast, auch gegen Ende des Jahres, wenn die anderen eine gelbe und rote Herbstfärbung bekommen und die Blutpflaume ‚Nigra‘ mit ihrem tapfer dunkelbleibenden Laub einen auffälligen Blickpunkt liefert.

Als Kübelpflanze ist die Blutpflaume ‚Nigra‘ ebenso wie die Wildart fast ein bisschen zu groß; aber man kann sie problemlos kleinhalten, zumal sie mit ihrem begrenzten Raum für den Wurzelballen bei dieser Haltung ohnehin nicht so mächtig wird. Ein regelmäßiger Schnitt sorgt für die gewünschte Größe.

Schädlinge

Blattläuse finden sich in großer Zahl an Blüten und Blättern ein, und auch Miniermotten können die Blätter schädigen. Krebserkrankungen kommen bei Blutpflaume ‚Nigra‘ ebenso vor wie bei ihrer Verwandtschaft, und auch Gummifluss durch den Weißfäulepilz Chondrostereum purpureum tritt auf. Ebenso finden sich Blattflecken oder Mehltau, der auf den schwarzen Blättern besonders auffällt.

Der Schlauchpilz Monilinia verkrüppelt Blätter und Triebe und führt zu Fruchtfäule. Befallene Früchte fallen dadurch auf, dass sie vertrocknen und über Winter am Baum bleiben. Man sollte die Mumienfrüchte sofort entfernen, denn darin überwintert der Pilz, der auch anderes Obst wie Pflaume, Kirsche und Aprikose befällt und sich schnell ausbreitet. Daher sollte man auch die betroffenen Blätter und Triebe großzügig abschneiden und entsorgen – bloß nicht im Kompost, sondern im normalen Hausmüll.

Ökologie

Der Nektar ist bei der Blutpflaume ‚Nigra‘ ebenso leicht zu erreichen wie bei anderen Obstgehölzen und ein gefundenes Fressen für eine Vielzahl von Insekten, die hier in der Obstblüte reichlich erscheinen. Besonders angetan von dem Blütenmeer sind Honigbienen und Wildbienen, insbesondere Sandbienen der Gattung Andrena, die sich den Pollen für den Bau ihrer Nisthöhlen holen. Mit ihrer besonders frühen Blütezeit ist Blutpflaume ‚Nigra‘ ein wichtiger frühzeitiger Futterlieferant, wenn andere Pflanzen noch wenig zu bieten haben.

Explizite Beobachtungen zu den Besuchen von Schmetterlingen sind bei dieser Blutpflaumensorte anscheinend nicht vorhanden. Jedenfalls dienen die Blätter der Wildart, der Kirschpflaume oder Wildpflaume, als Raupenfutter für vier Schmetterlinge: dem Rotschwanz oder Streckfuß (Calliteara pudibunda), Goldafter (Euproctis chrysorrhoea), Schlehen-Bürstenspinner (Orgyia antiqua) und Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae).

Die Früchte der Blutpflaume ‚Nigra‘ werden von Vögeln und Kleinsäugern verzehrt. Spätestens wenn sie am Boden liegen und zu gären begonnen haben werden sie wie alle anderen Steinfrüchte zum Raub der Wespen und Bienen. Wer sie (vorher) selber probieren möchte: Blutpflaumen sind essbar.

Wissenswertes

Der Unterschied zwischen Blutpflaume und Wildpflaume

Blutpflaume ist ein recht weit gefasster Begriff und umfasst eine Vielzahl von Sorten und Hybriden der wild wachsenden Wildpflaume, Kirschpflaume oder Wildmirabelle (Prunus cerasifera), der dem lateinischen Namen nach „kirschentragende Pflaume“. Allen ist eine rotbraune bis tief schwarzrote Färbung der Blätter gemein, und die Blüten sind nicht wie bei der Wildart reinweiß, sondern weiß mit rosa Staubfäden oder wesentlich häufiger insgesamt rosa gefärbt.

Was genau ist Blutpflaume ‚Nigra‘, und wo kommt sie her?

Die Blutpflaume ‚Nigra‘ geht auf die ebenfalls rotblättrige Sorte ‚Atropurpurea‘ zurück, die erstmals von persischen Gärtnern gefunden und vermehrt worden sein soll. Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die ersten Exemplare nach Frankreich und eroberten die botanischen und heimischen Gärten der Welt mit ihrem intensiv gefärbten Laub. Blutpflaume ‚Nigra‘ -wörtlich bedeutet das ein tiefes Schwarz, nicht nur ein dunkles Violett wie ‚Atropurpurea‘ – hat in der Tat tief schwarzrote Blätter, die in deutlichem Kontrast zu den sonstigen Gehölzen eines Gartens stehen. Erst aus der Nähe betrachtet und gegen das Licht gehalten erkennt man die ins Rotviolett gehende Grundfarbe.

Ein Farbtupfer der besonderen Art

Besonders attraktiv ist sie als farbiger Kontrapunkt zum üblichen Grün im Garten und vor allem, wenn andere Bäume und Sträucher ihre gelbliche Herbstfärbung bekommen. Im Vergleich zu vielen anderen Blutpflaumensorten bleiben die Blätter im Herbst auch lange Zeit dunkel und verblassen nicht so schnell. Kein Wunder, dass die Blutpflaume ‚Nigra‘ die beliebteste Blutpflaumensorte überhaupt ist. Sie hat sich damit sogar den prestigeträchtigen Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society abgestaubt.

Bachblüte Nr. 6

Die Blüten der Wildpflaume spielen in der Naturheilkunde eine gewichtige Rolle – nach der Rezeptur von Edward Bach in einer Schale mit Wasser in die Sonne gestellt wird daraus die Bachblüte Nr. 6. In der Bach-Blütentherapie dient Cherry Plum als entspannendes und beruhigendes Heilmittel. Normalerweise nimmt man aber für die klassische Zubereitung die Wildart und nicht die dunkle Variante.

Blutpflaume in der Küche

In der Küche kann man die Blutpflaumen ohne weiteres verwenden, denn sie sind essbar. Aber etwas gewöhnungsbedürftig – sie schmecken recht sauer und sind wässriger und weniger aromatisch als ihre wesentlich beliebteren Verwandten Pflaume, Kirsche, Mirabelle oder Reineclaude. Erst wenn sie richtig reif sind und zeitnah abfallen schmecken sie einigermaßen süß. Allerdings werden sie dann auch schnell mehlig.

Man kann sie zu Marmelade, Kompott, Gelee oder Likör verarbeiten; da sich die Ernte im heimischen Garten in der Regel eher in Grenzen hält wird man sie probehalber roh verzehren oder die Blutpflaumen mit anderen Pflaumen oder sonstigen Steinfrüchten zusammen verarbeiten. Eher selten bekommt man die Früchte der Blutpflaume ‚Nigra‘ auch beim türkischen Lebensmittelhändler – hier herrschen meist andere gelbe und rote Wildpflaumen vor, die als can eri?i verkauft werden.

In Russland und Georgien findet man Blutpflaumen wesentlich häufiger auf Markt und im Lebensmittelhandel, darunter neben vielen anderen Sorten auch die ‚Nigra‘. Hier werden die Wildpflaumenbäume sogar kommerziell angebaut, um die Früchte zu ernten; sie bieten neben der tiefdunklen ‚Nigra‘- und anderen Blutpflaumen eine reichhaltige Farbpalette von dunklem Rot bis Rosa und leuchtendem Gelb.

Wer ein Rezept mit Blutpflaume sucht und nicht die üblichen Verdächtigen wie Marmelade und Konfitüre daraus herstellen möchte kann sich an einer Art Quittenbrot versuchen – ein russisches Rezept. Dazu werden die Früchte zu Mus eingekocht, dünn auf einem Backblech ausgestrichen und getrocknet, also ähnlich wie man das sonst bei der Herstellung von Quittengelee mit den Resten macht.

Fotos

Gesamte Pflanze Blutpflaume 'Nigra'
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blutpflaume 'Nigra'
Quelle: NaturaDB
Blatt Blutpflaume 'Nigra'
Quelle: NaturaDB
Rinde Blutpflaume 'Nigra'
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blutpflaume 'Nigra'
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blutpflaume 'Nigra'
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blutpflaume 'Nigra'
Quelle: NaturaDB

Sorten

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon
Wildpflaume (Wildform) 5 - 8 m 3 - 9 m Ja
Blutpflaume 'Nigra' 3 - 8 m 2 - 5 m
Gefülltblühende Wildpflaume 4 - 5 m 3 - 5 m
Pflaume 'Rosea' 3 - 4 m 2 - 5 m
Großfrüchtige Blutpflaume 'Trailblazer' 3 - 7 m 1 - 2.5 m
Bunte Kirschpflaume '1a-plant Milanka' 3 - 4 m 2.5 - 3.5 m

Häufige Fragen

Kann man Blutpflaume essen?

Natürlich – sie ist mit Pflaume, Mirabelle, Aprikose und Kirsche verwandt und ebenso essbar. Nur schmeckt sie längst nicht so aromatisch und ist deutlich saurer. Man sollte warten, bis sie vollständig ausgereift sind, dann legt sich die Säure und das Fruchtfleisch wird etwas süßer. Dann kann man sie zu Marmelade, Konfitüre oder Kompott verarbeiten. Beim türkischen Lebensmittelhändler bekommt man Blutpflaumen oder die „normalen“ Wildpflaumen unter der Bezeichnung can eri?i, während man sie im Supermarkt kaum finden dürfte. Nicht von ungefähr kommt der regionale Name „Türkenpflaume“ für die Wildpflaume oder Kirschpflaume.

In Russland sind Blutpflaumen wesentlich gängiger als bei uns. Dort gibt es nicht nur die bei uns beliebte Sorte ‚Nigra‘, sondern auch viele andere Sorten, die ebenfalls rotgefärbte Blätter und rote mirabellenähnliche Früchte haben. Letztere sind eine beliebte Zutat für Marmeladen, Suppen und Eintöpfe, und es gibt eine Menge Rezepte mit Blutpflaume. Bekannt ist Tkeamli aus Kirschpflaumen mit Knoblauch, Dill, Koriander und Peperoni, die als Grundlage für das georgische Nationalgericht, den mit Lamm oder Kalb zubereiten Eintopf Chakapuli dient.

Wann trägt die Blutpflaume das erste Mal Früchte?

Kommt wesentlich auf die Sorte an. Blutpflaume ‚Nigra‘ blüht meistens bereits, wenn die Bäumchen ein bis zwei Meter hoch sind. Bis aus den Blüten zuverlässig Früchte werden kann wesentlich länger dauern, zumal sie trotz der reichhaltigen Blütenpracht im Frühjahr eher spärlich gebildet werden. Fünf bis zehn Jahre für die erste Frucht, die einem nicht Vögel oder Wespen streitig machen, sollte man mindestens einplanen.

Wie groß wird die Blutpflaume?

Die Blutpflaume ist ein kleiner Baum oder großer Strauch, der eine Höhe von 3-8 Metern und eine Breite von 2-5 Metern erreicht. Zumindest im Freiland. Als Kübelpflanze bleiben Blutpflaume ‚Nigra‘ und andere Sorten naturgemäß deutlich kleiner.

Was kostet eine Blutpflaume?

Das kommt vor allem darauf an, wie groß die Bäumchen schon sind. Auf die billige Tour mit Stecklingen vermehren funktioniert nur begrenzt, denn die wachsen nur recht langsam. Der Grund: Die im Handel erhältlichen Blutpflaumen wie die in deutschen Gärten beliebteste Sorte ‚Nigra‘ sind allesamt auf die Wildform, die Wildpflaume oder Kirschpflaume gepfropft. Das ist natürlich auch ein Mehraufwand, den sich der Fachhandel bezahlen lässt. Ein etwa einen Meter hohes strauchiges Blutpflaumenbäumchen bekommt man (trotzdem) ab etwa 10-20 Euro. Gleich große Solitäre mit „richtigem“ Stamm kosten leicht das Doppelte bis Dreifache.

Wie alt wird die Blutpflaume?

Ähnlich wie Wildpflaume und Pflaume kann auch die Blutpflaume ihren Gärtner überleben und ein biblisches Alter von über hundert Jahren erreichen. Wie ihre Verwandten wird sie mit zunehmendem Alter knorrig und zeigt ihre Eigenarten; meistens lässt man sie daher nur wenige Jahrzehnte in Kultur. Dessen ungeachtet bleibt sie auch im Greisenalter mit ihrem dunkel rotschwarzen Blattwerk ein unübersehbarer Blickfang, der auch im Frühjahr mit seinem reichhaltigen Blütenschmuck auffällt.

Wann Blutpflaume düngen?

Eigentlich ist bei der Blutpflaume wie der beliebten Sorte ‚NigraDüngen gar nicht notwendig. Zumindest nicht im Freiland – die Bäume haben ähnliche Ansprüche wie Pflaumenbäume und wachsen auf jedem halbwegs nährstoffreichen, wasserdurchlässigen und vorzugsweise kalkhaltigen Untergrund. Lediglich bei Kübelpflanzen sollte man ab und zu eine Düngergabe einplanen. Am besten gibt man ihnen einmal im Jahr vor der Blüte einen Volldünger, vorzugsweise einen Langzeitdünger. Man darf es nur nicht übertreiben, denn sonst sorgt zu viel Stickstoff für einen übermäßigen und schwächlichen Austrieb.

Wann kann man Blutpflaume schneiden?

Schneiden kann man die Blutpflaume zu vielen Zeiten im Jahr, aber am besten unternimmt man das nach der Blüte. So haben die Bienen wenigstens noch einen reich gedeckten Tisch, und mit der reduzierten Zahl der bestäubten Blüten hat der Baum auch mehr Kraft für die verbliebenen Früchtchen. Bei dieser Gelegenheit kann man die Pflanze auch in Form bringen, so wie man das möchte: Strauchig oder mehr baumartig.

Ist die Blutpflaume ein Baum?

Die Blutpflaume wächst entweder als Baum oder als Strauch – letzteres ist eindeutig Tendenz. Sie bildet von Grund auf mehrere Stämme, die sich reich verzweigen und eine rundliche Krone bilden, die mit ihrem schwarzvioletten Laub auffallen. Man kann sie aber rechtzeitig mit regelmäßigen Schnittmaßnahmen zu einem mehr baumförmigen Wuchs veranlassen.

Die in deutschen Gärten beliebteste Blutpflaume ist Prunus cerasifera ‚Niger‘. Sie ist so gut wie immer auf eine wüchsige und unempfindliche Unterlage gepfropft, in der Regel die eigene Wildform. Das macht es dem Gartenhandel leichter, die Blutpflaume als Baum anzubieten, da die Wildpflaume bereits den kräftigen Stamm vorgibt.

Ist eine Blutpflaume ein Obstbaum?

Ja, auch. Als Obstbaum spielt die Blutpflaume allerdings weniger eine Rolle denn als Ziergehölz, da die Früchte recht sauer sind. Zumindest bei uns, denn in Russland oder der Türkei sind die Früchte als Obst wesentlich beliebter. Bei uns nutzt man Blutpflaumenbäume, vor allem Prunus cerasifera ‚Nigra‘, wegen ihrer intensiv rot gefärbten Blätter als dekorativen Blickfang für den Garten. Das auch im Herbst dunkelrot bleibende Laub bildet einen schönen Kontrast zur Umgebung, und im Frühjahr besticht das auffällige Gehölz mit seinen zahlreichen kleinen rosa Blüten, die viele Insekten anlocken und eine gute Bienenweide stellen.

Wann trägt die Blutpflaume Früchte?

Blutpflaume blüht bereits im März und April, oft sogar bereits im Februar. Die ersten Früchte erscheinen danach im Juni und Juli; die Hauptreifezeit liegt in August und September.

Welche Wurzeln hat die Blutpflaume?

Die Blutpflaume ist ein Herzwurzler. Sie bevorzugt einen mittel- bis tiefgründigen Boden mit Humus und vorzugsweise mit etwas Kalk. Er sollte vor allem gut durchlässig sein, denn Staunässe mag sie nicht besonders, wohl aber gleichmäßige leichte Feuchtigkeit.

Wie schneidet man eine Blutpflaume?

Man schneidet die Blutpflaume vorzugsweise nach der Blüte. Alte und überkreuzende Zweige sollte man entfernen; ansonsten richten sich die Schnittmaßnahmen nach dem, wie man sie formen möchte. Mit regelmäßigem Entfernen der unteren Äste sorgt man für einen baumförmigen und hochstammartigen Wuchs – Achtung, die Bäumchen sitzen fast ausnahmslos auf dem Stamm einer Wildpflaume! Weiter oben erhält man mit einem Formschnitt die Krone und verhindert, dass die Äste zu weit herabhängen. So bleibt der Wuchs auch schön buschig, und es werden reichlich Blüten und gegebenenfalls auch Früchte gebildet.

Wie sieht eine Blutpflaume aus?

Die Blutpflaume unterscheidet sich von der Wildform, der Wildpflaume oder Kirschpflaume, durch ihre rot gefärbten Blätter. Die verschiedenen Sorten variieren in ihrer Blattfarbe von einem leichten roten Hauch bis zu einem intensiven dunkelvioletten Rot, beinahe Schwarz. Die beliebteste schwarzlaubige Blutpflaume ist Prunus cerasifera ‚Nigra‘. Hier ist der Name Programm, den nigra bedeutet schwarz. Sogar im Herbst bleibt die dunkle Farbe erhalten und verblasst nicht wie bei vielen anderen Blutpflaumen und bildet im Garten einen deutlichen Kontrast zu immergrünen Pflanzen und Sträuchern und Bäumen mit gelber Herbstfärbung.

Im Frühjahr glänzt die Blutpflaume mit ihrem Blütenmeer, das oft bereits im Februar erscheint. Die gestielten und allein bis zu dritt sitzenden Blüten sind meistens rosarot gefärbt, seltener weiß mit rosa Staubfäden.

Ist die Blutpflaume giftig?

Überhaupt nicht, sie ist ohne weiteres essbar – allerdings deutlich säuerlicher und weniger aromareich als man das von Mirabelle oder Pflaume gewöhnt ist. So richtig süß und wohlschmeckend werden sie erst bei voller Reife, sprich kurz bevor sie zu Boden fallen. Falls sie bis dahin nicht bereits der Raub von Vögeln und Wespen wurden. Tatsächlich giftig ist der Samen in den Steinfrüchten; ebenso wie die von Bittermandel, aber auch Aprikose und Pflaume enthalten sie das cyanogene Glykosid Amygdalin, das hochgiftige Blausäure freisetzt. Ebenso wie Bittermandeln sind sie aber in kleiner Menge unbedenklich, sofern man sie nicht regelmäßig verzehrt. Vergiftungen mit Blutpflaumensamen sind in der wissenschaftlichen Literatur nicht dokumentiert.

Wie schnell wächst Blutpflaume?

Im Garten findet man meistens Prunus cerasiferaNigra‘. Sie wächst eher gemächlich und legt etwa 20-30 Zentimeter pro Jahr zu. Dabei bildet sie eher mehrstämmige Sträucher als einen einstämmigen Baum; sie hat eine kugelige Krone und wird drei bis acht Meter hoch.

Ökologischer Wert

Blutpflaume 'Nigra' in Mitteleuropa eingebürgert

Bäume für den kleinen Garten