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Saat-Mohn (Papaver dubium)
Quelle: Adrian198cm, Public domain, via Wikimedia Commons

Saat-Mohn

Papaver dubium

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Einjährige Pflanze Gute Bienenweide giftig lange Blühzeit
  • Lange eingebürgerte Zierpflanze aus der Familie der Mohngewächse
  • Ursprünglich am Mittelmeer beheimatet
  • Bis zu 60 Zentimeter hohes, einjähriges Kraut
  • Fiederschnittige und fiederteilige, behaarte Blätter
  • Pollenquelle für Bienen und Wildbienen
  • Vermehrung mit Samen
  • Längliche, in den Stiel verschmälerte Kapseln
  • Für Bauern- und Apothekergärten
  • Braucht eher trockene, nährstoffhaltige Erde und viel Sonne
  • Giftig durch Alkaloide
🏡 Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
🌱 Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Wuchs: aufrecht
Höhe: 30 - 60 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
🌼 Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: schalenförmig
🍃 Laub
Blattfarbe: grün
Blattphase: wintergrün
Blattform: wechselständig, gestielt, behaart, fiederspaltig
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): häufig
Gefährdung (Rote Liste): ungefährdet
Wildbienen: 6 (Nektar und/oder Pollen, davon keine spezialisiert)
Schwebfliegen: 2
Pollenwert: 3/4 - viel

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🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
montan (500m-600m1 / 800m-1200m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
ist giftig: Milchsaft
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Mohngewächse
Gattung: Mohn
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Saat-Mohn?

Saat-Mohn (Papver dubium) gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) und in Mitteleuropa lange eingebürgert. Die charakteristischen roten Blüten sieht man zerstreut in nährstoffreichen Äckern und Getreidefeldern, an Wegen und Dämmen, auf Schuttflächen und in Steinbrüchen auf sommerwarmen und trockenen Böden.

Der Saat-Mohn wächst einjährig und erreicht eine Wuchshöhe von 30-60 Zentimetern. Aus den am Grund gehäuft stehenden stark geteilten sitzenden Blättern erhebt sich der aufrechte, verzweigte und beblätterte Stängel mit den endständigen Blüten. Die Grundblätter sind einfach oder doppelt fiederschnittig oder fiederteilig, weiter oben werden sie zweifach fiederschnittig. Wie der Stängel sind auch sie behaart.

Zu den Kennzeichen des Saat-Mohns gehört, dass der Milchsaft an der Luft weiß bleibt und sich nicht wie bei ähnlichen Arten verfärbt. Die Blüten sind vierzählig, radiärsymmetrisch und zwittrig, mit zwei vergänglichen Kelchblättern, die beim Öffnen der Blüte abfallen und vier rundlichen orangefarbenen, selten weißen oder rosafarbenen Kronblättern. Nahe am Grund tragen sie meistens eine schwarze Zeichnung. Die Staubbeutel sind bläulich, eine rechte Rarität bei europäischen Blüten.

Als Früchte bildet der Saat-Mohn die typischen Mohnkapseln, die sich am oberen Ende mit einer Reihe umlaufender Poren öffnen und die zahlreichen kleinen Samen freigeben. Sie sind reif hellbraun, kahl und keulenförmig in den Stiel verschmälert und 13-27 Millimeter lang.

Saat-Mohn im Garten

Quelle: Ritvars/shutterstock.com

Standort

Der Saat-Mohn bevorzugt einen trockenen oder wenig feuchten, nährstoff- und basenreichen, vorzugsweise kalkarmen, humosen oder rohen Boden mit viel Sonne.

Schnitt

Ein Schneiden ist nur zum Entfernen alter Triebe notwendig, ansonsten erledigt sich das Problem bei der einjährigen Pflanze alsbald von selbst.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt mit Samen. Lässt man ihm die Gelegenheit zur Selbstaussaat, stellt er den Blumenschmuck fürs folgende Jahr im Alleingang sicher.

Verwendung

Mit seinen hübschen roten Blüten macht sich der Saat-Mohn gut im Apotheker- und Bauerngarten und kommt in kleinen Gruppen am besten zur Geltung.

Schädlinge

Blattläuse sind an den jungen Blättern Dauergäste, und vor allem bei feuchtem Stand können Pilzerkrankungen wie Mehltau auftreten. Ansonsten hält sich der Saat-Mohn mit seinen Giftstoffen die meisten Fressfeinde erfolgreich vom Leib.

Ökologie

Der Saat-Mohn bildet wie alle Mohnsorten vergleichsweise wenig Nektar, dafür aber umso mehr Pollen. Den sammeln die beiden Wildbienen Anthophora fulvitarsis und Osmia bicornis an den Blüten. Schmetterlinge wird man hingegen selten hier finden, und auch als Raupenfutter scheinen seine Blätter wohl nicht zuletzt wegen der giftigen Alkaloide keine Abnehmer zu finden. Die Verbreitung der Samen erfolgt vor allem durch den Wind sowie durch Mensch und Tier.

Wissenswertes

Der Saat-Mohn ist sehr vielgestaltig, und Botaniker unterscheiden eine Reihe von Unterarten.

Was sind einjährige Pflanzen?
Markus Wichert

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Markus Wichert Naturgärtner
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Fotos (4)

Blüte Saat-Mohn
Quelle: Adrian198cm, Public domain, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Saat-Mohn
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Saat-Mohn
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Saat-Mohn
Quelle: Ritvars/shutterstock.com

Häufige Fragen

Ist Saat-Mohn giftig?

Genau wie alle anderen Mohn-Arten – der Alkaloidgehalt liegt allerdings nicht so hoch wie beim wesentlich imposanteren Schlaf-Mohn, der bis zu zwei Metern hoch wird und sich durch seine großen Kapseln auszeichnet.

Wert für Insekten und Vögel

Saat-Mohn ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen
Schwebfliegenarten:
0

Wildbienenarten

Schwebfliegen

Gestaltungsideen

Neuanfang Vorgarten: Üppiges Paradies für Insekten und Tiere
Quelle: Angelika Kuhmann

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
09.05.2024