Punktierter Gilbweiderich

Lysimachia punctata

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
lange Blühzeit
Punktierter Gilbweiderich (Lysimachia punctata) Alle 11 Fotos anzeigen
Blatt von Punktierter Gilbweiderich

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Südosteuropa und Kleinasien heimisches Primelgewächs
  • Bis zu 80 Zentimeter hohe ausdauernde gelbe Staude
  • Unterirdisches Rhizom mit kurzen Ausläufern
  • Kantige behaarte und unverzweigte Stängel mit dunkelgrünen Blättern
  • Gelbe Blüten in den Blattachseln im oberen Teil der Triebe
  • Vermehrung durch Teilen oder Aussaat
  • Bestäubung vor allem durch Honigbienen und vier Wildbienen
  • Anspruchslos, schnellwüchsig und pflegeleicht
  • Bevorzugt feuchten Boden, kommt aber auch mit vorübergehender Trockenheit zurecht
  • Sonne wichtig für reichlichen Blütenansatz
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 60 - 80 cm
Breite: 30 - 40 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
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j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Primelgewächse
Gattung: Gilbweiderich
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Punktierter Gilbweiderich?

Punktierter Gilbweiderich – auch als Drüsiger Gilbweiderich, Felberich, Goldfelberich oder Tüpfelstern (Lysimachia punctata) bezeichnet - ist eine beliebte Zierpflanze und findet sich zerstreut aus Gärten ausgewildert an Ufern und Wegrändern, an den Rändern feuchter Gebüsche und Staudenfluren wie auch in Auwäldern. In Deutschland ursprünglich heimisch war er vermutlich nur im Südosten wie dem Berchtesgadener Land; sein Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich von Ost- und Südosteuropa über Kleinasien bis in den Iran hinein.

Die ausdauernden krautigen Pflanzen gehören zur Familie der Schlüsselblumengewächse (Primulaceae) und erreichen eine Wuchshöhe von 60-80 Zentimetern, bei einer Breite von 30-40 Zentimetern. Als Rhizomstauden bilden sie kleine buschige Gruppen mit aufrechten und unverzweigten kantigen Stängeln mit weicher Behaarung. Daran stehen zu dritt oder zu viert in Quirlen oder gegenständig angeordnete eiförmig-elliptische bis lanzettliche, in eine Spitze auslaufende 8-10 Zentimeter lange Laubblätter, deren dicht mit zart duftenden Drüsen besetzte Unterseite dem Punktierten Gilbweiderich zu seinem Namen verholfen haben. Gegen das Ende des Stängels werden sie zusehends kleiner, der Blattrand ist ganzrandig, der Blattstiel 5-12 Millimeter lang, die Farbe dunkelgrün.

Auch die leuchtend gelben Kronzipfel sind drüsig bewimpert; sie gehören zu den in einer beblätterten quirlförmigen Traube stehenden Blüte mit rein grünen Kelchzipfeln ohne rötlichen Rand und 10-16 Millimeter langen, nur an der Basis miteinander verwachsenen Kronblätter. Diese Trauben stehen in den Blattachseln der oberen Stängelblätter und blühen im Hoch- und Spätsommer. Die einzelnen Blüten sind 2-3 Zentimeter breit, fünfzählig, sternförmig und zwittrig. Im Inneren stehen fünf Staubblätter, die deutlich kürzer als die Krone sind, und ein mit gelb-roten Punkten besetzter Fruchtknoten. Aus letzterem entwickelt sich nach der Bestäubung eine konvexe, 4-6 Millimeter große Kapsel mit fünf Fächern und roten Punkten auf der Oberfläche, die sich bei Reife an der Spitze mit fünf Klappen öffnet und die Samen freigibt.

Punktierter Gilbweiderich im Garten

Standort

Punktierter Gilbweiderich bevorzugt einen gleichmäßig feuchten, nährstoff- und basenreichen humosen Lehm- und Tonboden. Besonders anspruchsvoll ist er aber nicht, sodass er in so ziemlich jeder halbwegs feuchten Gartenerde gedeiht. Er braucht Sonne oder Halbschatten, im vollen Schatten kümmert er vor sich hin und blüht kaum. Die Pflanzen sind vollkommen frostbeständig.

Schnitt und Pflege

Ein Schneiden ist vor allem dann notwendig, wenn sich der Punktierte Gilbweiderich über Gebühr im Garten breitmacht. Hilft man nicht regelmäßig mit dem Spaten nach oder legt eine Rhizomsperre in den Boden, geht das mitunter rasend schnell. Im Frühjahr empfiehlt sich eine Düngung mit etwas Kompost.

Vermehrung

Vorhandene Bestände kannst Du im Frühling oder im Herbst teilen. Kleine Stücke des Rhizoms wachsen zuverlässig an. Eine Aussaat der reichlich gebildeten Samen erfolgt im Frühjahr direkt ins Freiland.

Verwendung

Nicht nur im heimischen Garten, auch in Parks und öffentlichen Grünanlagen sind die leuchtend gelben Blüten des Punktierten Gilbweiderichs beliebt. Sie eignen sich für feuchte Blumenrabatten, Sumpfgärten oder die Uferbepflanzung vom Gartenteich. Ebenso machen sie sich gut in naturnahen Wildblumenwiesen oder vor dem dunklen Hintergrund von Bäumen und Sträuchern. Gut kombinieren lässt sich die gelbe Staude mit Frauenmantel, Storchschnabel, Eisenhut, Glockenblume oder Nelkenwurz, Schafgarbe und Astilbe, Blutweiderich oder Mädesüß.

Auch als Schnittblume in der Vase hält sich der Punktierte Gilbweiderich lange Zeit frisch.

Schädlinge

Der Goldfelberich ist recht robust und wenig anfällig für Pilzerkrankungen oder Schädlinge; am ehesten werden ihm Schnecken zum Verhängnis, die vor allem über die jungen Sprosse im Frühjahr herfallen.

Ökologie

Die großen gelben Blüten sind ein gefundenes Fressen für Honigbienen und insgesamt vier Wildbienen. Hier bei handelt es sich um die beiden einander sehr ähnlichen Auen-Schenkelbiene (Macropis europaea) und Wald-Schenkelbiene (Macropis fulvipes), die Gewöhnliche Schmalbiene (Lasioglossum calceatum) und Lasioglossum leucozonium, die allesamt ihre Brutnester in die Erde graben und teilweise sozial leben.

Außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebietes macht sich der Felberich vielerorts als schnellwachsender invasiver Neophyt unbeliebt.

Wissenswertes

Neben der Wildform gibt es eine Reihe von Ziersorten, die teilweise farbiges Laub aufweisen, wie Lysimachia punctata ‚Variegata‘ mit weißrandigen und Lysimachia punctata ‚Alexander‘ mit rotrandigen Blättern.

Fotos

Blatt Punktierter Gilbweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Punktierter Gilbweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Punktierter Gilbweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Punktierter Gilbweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Punktierter Gilbweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Punktierter Gilbweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Punktierter Gilbweiderich
Quelle: NaturaDB
Blatt Punktierter Gilbweiderich
Quelle: NaturaDB
Blüte Punktierter Gilbweiderich
Quelle: GT1976, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Punktierter Gilbweiderich
Quelle: Umberto Ferrando, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Punktierter Gilbweiderich
Quelle: Grijz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Punktierter Gilbweiderich

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Punktierter Gilbweiderich (Wildform) gelb
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Gilbweiderich 'Alexander' gelb
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Gilbweiderich essbar?

Lysimachia ist nicht giftig und durchaus essbar. Vom Punktierten Gilbweiderich verwendet man die jungen Blätter gehackt beispielsweise in Salaten, Eintöpfen oder Gemüsegerichten. Die gelben Blüten lassen sich auch als Dekoration verwenden und mitessen.

Ist der Punktierte Gilbweiderich giftig?

Nein, in der Volksheilkunde wird er sogar regional als Heilpflanze gegen Magen-Darm-Beschwerden, rheumatische Erkrankungen, bei Wunden und Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Er enthält wie seinen nähere Verwandtschaft Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) und Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum) Saponine, Flavonoide, Gerbstoffe und Benzochinon.

Wie sieht Felberich aus?

Der Felberich ist eine bis 80 Zentimeter hohe ausdauernde Staude mit dünnem unterirdischem Rhizom und aufrechten kantigen und behaarten Stängeln. Daran stehen die lanzettlichen dunkelgrünen Blätter in kleinen Wirteln. Im Sommer erscheinen in den oberen Blattachseln die leuchtend gelben Blüten; sie weisen fünf Kronblätter und fünf rein grüne Kelchblätter auf.

Ist Gilbweiderich Unkraut?

Eigentlich eher eine Zierpflanze, die sich aber unbeaufsichtigt schnell zum Unkraut entwickeln kann. Daher ist es ab und zu erforderlich, das ausufernde Wachstum zu begrenzen, indem man das Zuviel entfernt oder mit einer Rhizomsperre die Möglichkeit zur Ausbreitung beschränkt.

Wann schneidet man Goldfelberich?

Goldfelberich braucht man eigentlich überhaupt nicht zu schneiden. Nur zum Begrenzen des Wachstums kann man ihn zurechtstutzen. Das kann sowohl im Frühjahr als auch im Herbst erfolgen, nicht gerade unbedingt zur besten Blütezeit, denn das wäre schade um die goldene Blütenpracht.

Wie oft blüht Goldfelberich?

Der ausdauernde Goldfelberich blüht jedes Jahr von Juni bis August. Die gelben Stauden sind hart im Nehmen und kommen trotz ihrer Vorliebe für eher feuchte Standorte wie Sumpfbeet oder Gartenteich auch mit trockeneren Böden zurecht. Fürs Blühen brauchen sie allerdings möglichst viel Sonne – oder wenigstens Halbschatten. Im Schatten werden sie ausgesprochen blühfaul und wachsen zudem nur kümmerlich.

Ökologischer Wert

Punktierter Gilbweiderich in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
4