Ratgeber

Lavendel umpflanzen

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Lavendel umpflanzen im Freiland

Im Freiland einen Lavendelbusch umpflanzen ist immer etwas kritischer als einen neuen Lavendel zu platzieren; das liegt nicht zuletzt an der kräftigen Pfahlwurzel. Willst Du einen Strauch versetzen solltest Du sicherheitshalber ziemlich tief graben, damit der größte Teil davon auch wirklich erhalten bleibt. Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt lass ihn da stehen, wo er ist. 

Angebracht ist Lavendel umpflanzen, wenn er an einer Stelle so gar nicht vorankommt. Das gilt vor allem für jüngere Sträucher, bei denen das Wurzelsystem noch nicht so ausgeprägt ist. Oft hilft ein anderer Standort dem Lavendel weiter, frei nach dem Motto Eigentlich kann es nur besser werden. Alten Lavendel zu versetzen wird dagegen schnell zum Vabanque-Spiel; wenn aus ihm absehbar eh nichts mehr wird solltest Du ihn lieber durch einen neuen ersetzen – und den gleich woanders hintun.

Lavendel umpflanzen bei Kübelpflanzen

Die Probleme mit der beschädigten Pfahlwurzel hat man bei einem Lavendel im Topf oder Kübel natürlich nicht – ist das Pflanzgefäß ab musst Du an dem Wurzelballen nicht viel herumhantieren, da das nächste Pflanzgefäß sicher größer sein wird als das alte. Den Ballen auflockern reicht schon, der Pfahlwurzel macht das nichts aus. Daher ist das Umtopfen von Lavendel unproblematisch.

Was gibt es beim Lavendel umpflanzen zu beachten?

Einige grundsätzliche Punkte solltest Du beim Umpflanzen und Umtopfen von Lavendel immer im Hinterkopf behalten:

  • Die richtige Zeit zum Verpflanzen von Lavendel
    • Die liegt zwischen April und Anfang August, genau wie beim Lavendel pflanzen
    • Dann haben die Pflanzen noch genug Zeit Wurzeln zu bilden, bis der kalte Herbst naht. 
    • Das ist vor allem bei winterfestem Lavendel im Freiland wichtig.
  • Die richtige Erde für Lavendel. 
    • Wie immer sollte die Erde für Lavendel frisch bis trocken, nicht zu nährstoffreich und vor allem gut durchlässig sein. Oft ist das der Grund, warum ein Lavendelstrauch vorher nicht gescheit gewachsen ist. 
    • Gehe beim Umpflanzen auf Nummer sicher und sorge für die richtigen Bodenverhältnisse. Schwere tonige und lehmige Böden müssen unbedingt mit Sand oder Kies wasserdurchlässig gemacht werden, damit sich keine Staunässe bildet. 
    • Bei Lavendel im Topf empfiehlt sich eine Gartenerde mit nicht zu hohem Humusanteil; auch hier sind Sand und Kies willkommen, ebenso wie eine Handvoll Kalk, denn Lavendel mag einen neutralen bis alkalischen Boden.
  • Der richtige Kübel für Lavendel. 
    • Drainage ist wichtig! Bei Lavendel im Kübel sollte man zuunterst im Pflanzgefäß immer eine Schicht Kies, Blähton oder Tonscherben platzieren – das hält die Löcher im Boden frei, über die das überschüssige Wasser abfließen kann. Und ja, ein Ablauf muss unbedingt vorhanden sein, damit es keine nassen Füße gibt!
    • Lieber eine Nummer zu groß als eine Nummer zu klein. Wähle das Pflanzgefäß für den Lavendel groß genug – der wächst da schon hinein, und Du musst nicht gleich schon wieder umtopfen.
    • Terracotta-Gefäße sind nachhaltiger und halten die Wärme. 
      • Schwere Töpfe aus gebranntem Ton haben den Vorteil, dass sie sich in der Sonne aufwärmen und dem Lavendel auch am Abend noch mollig warme Füße bescheren. 
      • Zudem sollte man Plastik auch im Garten und auf dem Balkon vermeiden, zumal selbst die schönsten (und oft alles andere als billigen) Pflanzgefäße weder nachhaltig sind noch lange halten – spätestens wenn die Weichmacher weg sind werden sie brüchig und landen auf dem Müll. 
      • Ein guter Keramiktopf überlebt oft den Inhalt – Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) gilt mit einem maximalen Lebensalter um die 15 Jahre als besonders langlebig, das sollte auch ein hochwertiger Kübel mindestens aushalten.

Nicht winterharten Lavendel zum Überwintern ausgraben

Ausgraben und im Haus warm überwintern ist bei nicht winterharten Lavendelsorten eine Alternative zur Kübelbepflanzung. Das ist natürlich zusätzlicher Aufwand, aber andererseits fühlen sich die meisten Pflanzen wenigstens im Sommer frei ausgepflanzt wohler als von einem Topf eingeengt. 

Andere Stauden leben auf, wenn man sie regelmäßig teilt oder verpflanzt. Zur Vitalität des Lavendelstrauches trägt das ständige Ein- und Ausgraben wenig bei; da sind die alljährlichen Schnittmaßnahmen wichtiger, die ein Verholzen der Büsche verhindern und sie triebstark und blühfreudig halten.

  • Zum Überwintern von Lavendel musst Du den Wurzelballen möglichst großzügig ausgraben, ohne ihn zu sehr zu beschädigen. 
  • Platziere ihn in einem ausreichend großen Pflanzgefäß und stelle dieses im Haus oder in die Garage. Gleich mehrere davon kannst Du auch in einem großen Kasten unterbringen.
  • Lavendel braucht zum Überwintern einen hellen, kühlen und frostfreien Platz
  • Zugluft kann die immergrünen Pflanzen schnell austrocknen und sollte daher vermieden werden.
  • Denk immer daran, dass nicht winterharter Lavendel Minusgrade nur bedingt verträgt. 
  • Zu warmer Stand kann andererseits dazu führen, dass er vorzeitig auszutreiben beginnt und empfindlicher gegenüber Pilzen und Schädlingen wird.
  • Im Winterquartier braucht der Lavendel nur wenig Wasser; lieber etwas zu trocken halten als einmal zu viel gießen.
  • Ausgepflanzt wird er wieder im Frühjahr nach den Eisheiligen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Hier sind die gleichen Punkte zu beachten wie in unserem Ratgeber Lavendel pflanzen.
  • Gegebenenfalls kannst Du bald danach zum ersten Mal im Jahr den Lavendel schneiden. Schwächliche und abgestorbene Triebe kannst Du gleich entfernen.

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