Lavendel Pflege
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Ratgeber

Lavendel Pflege

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Bei der Pflege von Lavendel ist das regelmäßige Schneiden der größte Aufwand. Ansonsten sind die Pflanzen, einmal etabliert und gut angewachsen, ziemlich robust und pflegeleicht. Und bei weitem nicht so kapriziös wie manche Hobbygärtner denken.

Lavendel gießen

Das Schöne am Lavendel: Er ist urlaubsfest und kann im Sommer gerne mal eine Weile ohne Deine Gießkanne trocken stehen, ohne gleich beleidigt zu reagieren. Im Gegenteil: Er ist warme und trockene Standorte gewöhnt und hat sich mit seinen behaarten Trieben und Blättern bestens daran angepasst – die Haare sind nichts anderes als ein Verdunstungsschutz, mit dem das Blattwerk bei offenen Spaltöffnungen nicht zu viel Wasser verliert. In gleicher Mission findet die lange Pfahlwurzel irgendwo tief in der Erde immer noch etwas Feuchtigkeit.

  • Trotzdem wächst Lavendel mit gleichmäßiger Feuchtigkeit besser als bei lang anhaltender Trockenheit – sonst hätte er sich seine Heimat in der Wüste gesucht. 
  • Wenn Du ihn im Sommer nach einem heißen Tag mit einem durchdringenden Gießen bedenkst wird er das mit reichlichem Austrieb und vielen Blüten danken.
  • Wie bereits beschrieben gilt es dabei Staunässe unbedingt zu verhindern – dann lieber mal ein paar Tage trocken stehen lassen. Stehende Nässe erweist sich sehr schnell als tödlich und lässt die Wurzeln faulen. 
  • Daher unser Tipp, einen lehmigen Boden immer mit Sand oder feinem Kies aufzulockern, damit das Wasser nicht stehenbleibt und irgendwelche Pilzerkrankungen begünstigt.

Schädlinge beim Lavendel

Die meisten Schädlinge und Krankheiten hält sich Lavendel mit seinem aromatischen Lavendelöl vom Leib. Trotzdem gibt es einige Ausnahmen:

  • Vor allem bei zu feuchtem Stand kann Grauschimmel (Botrytis spec.) zum Verhängnis werden. Er lässt die Wurzeln und bodennahen Triebe verfaulen. 
  • Schaumzikaden sind eher lästig denn schädlich. 
  • Weitere Schädlinge beim Lavendel sind die Raupen von Blattkäfern (Arima marginata), Wicklern (Eulia ministrana) und Gallmücken (Resseliella spec.). Sie spielen in Lavendelfeldern eine größere Rolle als im Garten – wie das bei Monokulturen nun mal so oft der Fall ist.
  • Gleiches gilt für die Winden-Glasflügelzikade (Hyalesthes obsoletus), die in Südfrankreich den Lavendel als Wirtspflanze benutzt; bei uns sucht sie sich lieber etwas häufigeres, vor allem Acker-Winde und Brennnesseln.
  • Bei alten Exemplaren können am nicht mehr ganz so fitten Holz Pilzerkrankungen wie Hallimasch (Armillaria spec.) auftreten.

Dafür zwei gute Nachrichten zum Thema Schädlinge bei Lavendel:

  • Die meisten Blattläuse hassen ihn wie die Pest– sie lassen sich noch nicht einmal in seiner näheren Umgebung nieder, sodass man blattlausgefährdete Pflanzen mit ihm davor schützen kann. Nur einige unerschrockene Pflanzenvampire lassen sich trotzdem am Lavendel nieder, wie Eucaria elegans.
  • Auch Schnecken machen einen großen Bogen um Lavendelsträucher, bestenfalls mit Ausnahme frischer Sämlinge. Dafür müssen die Nacktschnecken aber schon sehr hungrig sein.

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