Scharbockskraut,Feigwurz, Frühlings-Scharbockskraut

Ficaria verna

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
Frühblüher
Scharbockskraut (Ficaria verna) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bodendeckendes, schnellwüchsiges Hahnenfußgewächs
  • Pflegeleicht und anspruchslos
  • Hoher Vitamin C-Gehalt, früher gegen Skorbut verwendet
  • Strahlenförmige, glänzendgelbe Blüten erscheinen bereits Ende Februar
  • Wichtige frühblühende Nektar- und Pollenlieferanten für viele Insektenarten
  • Bildet unter Bäumen und Sträuchern dichte Teppiche
  • Blätter verschwinden bereits im Frühsommer
  • Überwinterung mithilfe der fleischigen Wurzeln und Brutknöllchen
  • Nach der Blüte schwach giftig, Giftstoffe zerfallen beim Trocknen
  • Vermehrung vor allem vegetativ durch Ausläufer
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 10 - 20 cm
Breite: 10 - 20 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Ficaria
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Scharbockskraut?

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) ist ein niederliegendes, teppichbildendes Kraut mit dünnen hohlen Stängeln und zahlreichen Ausläufern, das mit seinen Trieben fünf und mit den aufragenden Blütenständen bis zu 30 Zentimeter Höhe erreicht. Ranunculus, die lateinische Verkleinerungsform von Frosch (rana), deutet auf seine Vorliebe für feuchte Standorte hin, ficaria auf die Ähnlichkeit mit Feigwarzen, gegen die man das Kraut früher verwendete – daher auch der Trivialname Feigwurz. In Europa ist es am Boden von Laubwäldern, Gebüschen und feuchten Wiesen weit verbreitet und vielerorts der erste Frühblüher.

Seine saftig-grünen Blättchen sind langgestielt, rundlich-herzförmig, am Rand gezähnt oder gezackt. Charakteristisch sind die in den Blattachseln stehenden, länglichen Brutknöllchen (Bulbillen). Bereits im Sommer sterben die oberirdischen Teile ab und überdauern mithilfe ihrer fleischigen hellbraunen Rhizome. Die kleinen Hahnenfuß-typischen Blüten sind sternförmig, glänzend, strahlend dottergelb, stehen endständig und werden bis zu sechs Zentimeter groß. Sie schließen sich abhängig von der Sonneneinstrahlung über Nacht. Samen bilden die Pflanzen nur selten, obwohl sie fleißig von zahlreichen Insekten besucht werden.

Scharbockskraut im Garten

Standort

Das Scharbockskraut bevorzugt einen halbschattigen, nahrhaften und leicht feuchten Boden. Im Sommer kommt es aber dank seiner Wasservorräte in den Knöllchen auch mit Trockenheit zurecht.

Schnitt

Ein Schnitt ist nur nötig, wenn der Teppich zu weit wuchert. Die überdauernden unterirdischen Teile erwischt man am zuverlässigsten, solange das Blattgrün noch vorhanden ist.

Vermehrung

Das Scharbockskraut sorgt mit Ausläufern und Selbstaussaat für seine Vermehrung. Eine Teilung der Pflanzen ist problemlos möglich, Ableger wachsen zügig an.

Verwendung

Unter Bäumen und Sträuchern bildet das Scharbockskraut im Frühjahr einen dichten grünen Teppich und verschwindet, sobald sich das Laub gebildet hat.

Schädlinge

Schädlinge haben wegen der kurzen Grünphase keine großen Chancen. Lediglich Rostpilze können für unschöne braune Flecken auf den Blättern sorgen. Schnecken sind in der Regel nicht interessiert.

Ökologie

Die kleinen gelben Blüten erscheinen bereits Ende Februar und bieten vielen Insekten die erste Nahrungsversorgung nach der kalten Jahreszeit. Viel Pollen und Nektar sind in den einzelnen Blüten nicht enthalten, aber die Menge tut ihr Übriges.

Wissenswertes

Der Name des Scharbockskrautes kommt von Scharbock, besser bekannt als Skorbut. Dabei handelt es sich um einen Vitamin C-Mangel, der zum Rückgang des Zahnfleisches und anderen Erkrankungen führt – typisch für die frühen Seefahrer, die monatelang kein frisches Obst und Gemüse zu sehen bekamen. Die kleinen, stärkehaltigen Wurzelknöllchen und das Kraut hat man früher vor der Blüte gesammelt und mit dem darin enthaltenen Vitamin C einen Mangel behoben, der nach dem Winter vielerorts nicht ungewöhnlich war.

Nach der Blüte bilden die Pflanzen das giftige Alkaloid Protoanemonin, das sich durch Trocknen beseitigen lässt. Frisch gilt das Scharbockskraut als schwach giftig, wird aber trotzdem oft als scharf-bitterliche Zutat für Wildkräutersalate verwendet. Die Blütenknospen legt man wie Kapern in Essig ein. In der Naturheilkunde spielt es heutzutage keine Rolle mehr.

Im Handel gibt es diverse Zuchtformen, auch mit weißen oder gefüllten Blüten. Insekten bieten die ungefüllten Naturformen mehr Nektar und Pollen.

Fotos

Gesamte Pflanze Scharbockskraut
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Scharbockskraut
Quelle: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Scharbockskraut
Quelle: Zeynel Cebeci, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Ökologischer Wert

Scharbockskraut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
10
Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Nektarwert:
1
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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