Goldlack

Cheiranthus cheiri

Zweijährige
Wildform
Bienenweide
Goldlack (Cheiranthus cheiri) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: Colsu, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kreuzblütler aus der Mittelmeerregion
  • Zweijährige Staude mit großen gelben Kreuzblüten
  • Bevorzugt warme, sonnige und steinige Standorte
  • Giftpflanze mit herzwirksamen Glykosiden
  • Alte Heilpflanze bei Erkrankungen von Herz und Leber
  • Für Hunde und Katzen bereits in kleinen Mengen tödlich
  • Vermehrung durch Samen
  • Für Bauerngärten und Blumenbeete
  • Nur bedingt frosthart, benötigt Winterschutz
  • Zahlreiche Zuchtsorten mit gelben bis roten, einfachen oder gefüllten Blüten
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 60 - 100 cm
Breite: 40 - 60 cm
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja (Lakritz)
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütler
Gattung: Schöteriche

Was ist Goldlack?

Goldlack (Cheiranthus cheiri) ist eine 30-60 Zentimeter hohe Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und als Zierpflanze weit verbreitet. Beheimatet ist er in den Felsfluren des südöstlichen Mittelmeeres, bei uns eher selten aus Gärten verwildert anzutreffen. Er wächst zweijährig oder ausdauernd und verholzt im unteren Anteil und findet sich bevorzugt in Mauerfugen warmer Standorte. Kurz gestielte Blätter stehen in einer bodenständigen Rosette; sie sind linealisch bis lanzettlich und werden bis zu zehn Zentimeter lang. Die Blätter am Stängel sind deutlich kleiner und ungestielt.

Die wohlriechenden vierzähligen, bis über zwei Zentimeter großen Blüten erscheinen erst im zweiten Jahr. Sie stehen mit bis zu dreißig Exemplaren in Trauben und sind bei der Wildform goldgelb gefärbt – sie haben dem Goldlack zu seinem Namen verholfen. Aus ihnen entwickeln sich dünne langgestreckte Schoten, die von der Basis her aufreißen und die eiförmigen Samen freisetzen. Blüten und Früchte erinnern an den auf Feldern häufig angebauten Raps, mit dem der Goldlack nahe verwandt ist.

Goldlack im Garten

Standort

Die natürlichen Standorte des Goldlacks sind felsig und von der Sonne beschienen. Dementsprechend möchte er auch im heimischen Garten einen kiesigen oder sandigen, kalk- und humushaltigen nährstoffreichen Boden in voller Sonne. Längere Trockenphasen übersteht er schadlos. Er ist frostempfindlich und sollte im Winter mit Reisig geschützt werden. Beim Auspflanzen sollte man bedenken, dass es sich um eine Giftpflanze handelt – für die Nähe von Kindern, Katzen oder Hunden ist er daher nur begrenzt geeignet.

Schnitt

Ein Schnitt erübrigt sich bei der ohnehin nur zweijährigen Pflanze – es sei denn, man möchte sie zu einem dekorativen Strauß verarbeiten. Regelmäßiges Entfernen der alten Blüten sorgt für anhaltenden Blütenreichtum. Beim Hantieren empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen, da der Goldlack in allen Teilen giftig ist.

Vermehrung

Die Vermehrung von Goldlack erfolgt mit Samen; Blüten erscheinen im Folgejahr der Aussaat.

Verwendung

Goldlack ist eine hübsche Bereicherung für Bauerngärten und Blumenbeete. Auch in Kästen, Kübeln und Blumentöpfen lässt er sich anpflanzen und so auf Terrasse und Balkon bringen.

Schädlinge

Die giftigen Inhaltsstoffe halten die meisten Schädlinge zuverlässig fern. Selten tritt die Kohlhernie auf, die durch den Einzeller Plasmodiophora brassicae ausgelöst wird und auch andere Kohlgewächse im Garten heimsucht.

Ökologie

Die Blüten des Goldlacks werden außer von Honigbienen und Hummeln von den Wildbienen Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) und Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis) besucht.

Wissenswertes

Goldlack ist eine alte Heil- und Zierpflanze, die heutzutage aus der Mode gekommen ist. Früher verwendete man Kraut, Blüten und Samen bei Menstruationsbeschwerden, zur Erleichterung der Geburt und bei mit Juckreiz verbundenen Hauterkrankungen.

Die Blütenfarbe ergibt sich aus einem Zusammenspiel von Carotinoiden mit Anthocyanen, von denen das Cyanidin das wichtigste ist. Daraus ergeben sich reingelbe bis braune und rote Blüten. Da die Farbe des Cyanidins vom pH-Wert abhängt ändert sich die Blütenfarbe mit der Zeit, sodass die Bestände in einem Beet insbesondere bei den zahlreichen Zuchtsorten ein weites Farbspektrum von Gelb über Orange bis zu einem kräftigen Rot aufweisen.

Fotos

Gesamte Pflanze Goldlack
Quelle: Colsu, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Goldlack
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Ist Goldlack winterhart?

Goldlack ist nur bedingt frosthart. Außer in den warmen Weinbauregionen und an besonders warmen und geschützten Stellen sollte man ihn im Winter sicherheitshalber mit Reisig oder Laub abdecken.

Ist Goldlack giftig?

Goldlack ist eine Giftpflanze, der in seiner Toxizität dem Fingerhut wenig nachsteht. Er enthält herzwirksame Glykoside, vor allem in den Samen. Eine Vergiftung äußert sich in Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen. Besondere Vorsicht ist bei Haustieren geboren – für Katzen und Hunde sind bereits kleine Mengen tödlich.

Wofür ist Goldlack gut?

Goldlack ist eine alte Heil- und Zierpflanze, die in den letzten Jahren zusehends in Vergessenheit gerät. Ähnlich wie Fingerhut verwendete ihn die Naturheilkunde früher wegen seiner herzstärkenden Wirkung, als Abführmittel und bei Lebererkrankungen.

Ökologischer Wert

Goldlack in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2

Wildbienenpflanzen